BACK AGAIN: WAVE / POP

WINGS OF DESTINY - Where Darkness Falls (MCD)

(Olaf Sprick, Stemmer Str. 2, 32689 Kalletal)

Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich hier wieder einmal nicht um eine freiverkäufliche Veröffentlichung, sondern um ein reines Promo-Werk. Keine Ahnung, warum ich das dann im Heft besprechen soll, denn der Band hilft es ja irgendwie nicht so richtig weiter, außer das ein paar Leute den Namen lesen, sich vielleicht für die Band interessieren und letztendlich verärgert sind, daß sie die interessante CD gar nicht erwerben können. Lohnen würde es sich allemal, denn die Musik von WINGS OF DESTINY klingt sehr spannend und für eine derart unbekannte Band ziemlich ausgereift. Das ganze basiert auf einer Art Indie-Rock mit sehr großem Wave-Einfluß, leichten Gothic-Anklängen, zum Glück nur minimalem Metal-Gedöns und vor allem leben die Songs von der sehr kraftvollen Stimme der Sängerin Ilona. Neben recht treibenden Titeln finden sich aber auch immer wieder sehr melancholische Momente auf dieser CD und das sind dann auch die besten , so zum Beispiel im Titel "Beggar´s Banquet". Wer vielleicht noch die deutsche Band Poison Party kennt, kann sich in etwa vorstellen, in welche Richtung das ganze geht, manchmal fühle ich mich auch leicht (ganz leicht!) an Passion Noire erinnert, was wohl an der Frauenstimme liegt, die niemals in längst verödete Heavenly Voices-Sümpfe abrutscht. Für Gruftis sicherlich nicht geeignet, da es niemals klischeehaft düster wird, eher für alte, melancholische Waver, die auch einen Hang zu schönen Melodien haben. Im Info steht auch, daß die Gruppe inzwischen einen Plattenvertrag unterschrieben hat, was den Fünfen auf jeden Fall zu gönnen ist, allerdings wird auch schon angekündigt, daß die neuen Aufnahmen "etwas mehr in die ´Dark Gothic Metal´ Richtung tendieren", was dann leider vorab schon den Anflug von zukünftigen Desinteresse an der Gruppe in mir aufsteigen läßt, aber wenn´s ihnen Spaß macht...

Bis dahin sollte man doch ruhig mal versuchen, ob die Band die CD nicht doch auch an "ganz normale" Interessenten verkauft. Was ich persönlich etwas schade finde ist, daß in der Zeit preiswerter CD-Brenner kaum noch eine Gruppe normale Demotapes aufnimmt, es muß schon immer eine CD sein, wohl weil immer noch der Irrglaube von der Minderwertigkeit von Tapes herrscht. Die Gruppen glauben, daß eine CD bei Plattenfirmen eher angehört wird, als ein Tape, was bei großen Firmen vielleicht auch so ist, aber zum Glück gibt es auch noch Plattenfirmen, bei denen die Qualität der Musik entscheidet und nicht der äußere Schein (obwohl ich WINGS OF DESTINY zugestehen muß, daß sie die CD sehr schön gestaltet haben).

P.S. Inzwischen habe ich erfahren, daß die CD natürlich auch an "normale" Leute verkauft wird, also problemlos bestellt werden kann. Außerdem hat es diverse Umbesetzungen in der Gruppe gegeben und so metal-lastig, wie zunächst befürchtet werden die neuen Sachen doch nicht werden. Na das klingt doch alles gut, oder ? Also schnell die CD bestellen, bevor die Gruppe vielleicht schon bald zum größeren Durchbruch ansetzt. (A.P.)