BACK AGAIN: WAVE / POP

WASTELAND – Days Of The Apocalypse (CD 1995)

(Eigenproduktion)

Nach zwei hervorrgenden Demotapes liegt hier nun die erste, selbstproduzierte CD der italienischen Gothicrocker WASTELAND vor. Neben vier Titeln, die bereits auf den Tapes zu hören waren, sind auch vier neue Titel zu hören, die durchaus eine stilistische Weiterentwicklung erkennen lassen. Musikalisch fühlen WASTELAND sich dem englischen Gothicrock der 80er verbunden, was ja auch schon durch den Bandnamen angedeutet wird, auch wenn die Mission-Einflüsse in der Musik eher gering sind. Der Opener "Apocalypse" könnte fast von der "Alice"-Maxi der Sisters stammen, jedenfalls was Melodieführung und Gitarren angeht. Melodiöser geht es bei "Flood Of Thoughts" zu, ruhig bei "Millennium Anxiety". Soundmäßig etwas schwach, dafür musikalisch aber umso besser, weil an alte Batcave-Zeiten erinnernd ist "A Life In A Moment". Gleiches darf man über die Titel "The Deceit" und "Revolution" sagen. Der Hit der band ist mit einiger Bestimmtheit "Theatre Of Hate", der das Zeug zu einer Gothichymne hat. Langsam, schleppend kommt der letzte Titel aus den Boxen,, "Towards The End Of The Century", auf der CD sicherlich das düsterste Stück. Wie gesagt, wer englischen Gothic der 80er mag, also Sisters, Fields, Mission, aber auch Bauhaus oder die deutschen Love Like Blood und dazu den, für italienische Gothicrock-Bands so typischen Keyboards, was abgewinnen kann, sollte hier zuschlagen. WASTELAND bieten eine grandiose Gothicrock-CD vom feinsten. (A.P.)


WASTELAND – Litanies In Time Of Plague (Tape, ca. 1992)

(Eigenproduktion)

WASTELAND legen mit diesem Tape ihr zweites, weitaus ausgereifteres Tape vor, das sehr auf die Zukunft hoffen läßt. Würde dieses Tape als CD erscheinen, dürfte man der Band einen großen Hit prophezeien, als Tape wird es wohl leider wieder in der Masse untergehen, was mir für diese sympathische Band wirklich leid tut.

WASTELAND bieten klassischen, englisch geprägten Gothicrock in einer Form, wie gerade viele italienische Bands es derzeit wieder tun. Die Songs haben durchweg viel Kraft und ein guter Sänger tut sein übriges dazu. Erinnern tut mich das ein wenig an das, was derzeit auch die deutschen Age Of Heaven machen.

Klang das erste WASTELAND-Tape noch etwas sehr nach Love Like Blood, so haben die fünf aus Turin nun einen eigenständigeren Stil gefunden, der eher an die Batcave Szene der 80er erinnert. Manchmal klingen auch Siouxsie And The Banshees zur "Join Hands" Zeit durch oder The Cure zur "17 Seconds" Phase. Fields sind den Bandmitgliedern bestimmt auch nicht unbekannt und aus all diesen längst vergangenen Größen ziehen sich WASTELAND das Beste heraus und modellieren ihren eigenen Stil, der, man kann es wirklich nicht anderes bezeichnen, alles enthält, was Gothicrock ausmacht und es würde mich nicht wundern, wenn da bald eine CD käme. Falls diese dann auch noch einen guten Vertrieb in Deutschland findet, müssen Love Like Blood auf ihrem Thron wirklich zu zittern anfangen. Wer Gothicrock wirklich mag und bei diesem Tape nicht zugreift, ist wirklich ein Ignorant! (A.P.)