BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE
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V.S.B. – Atomic Erotic (CD 2004) (Nightclub Records/SX Distribution)
Selber nennen sich V.S.B. „Industrial-Electro-Band“, was die Sache ziemlich genau auf den Punkt bringt, sofern man die amerikanische Definition von „Industrial“ verwendet, nämlich die Mischung aus harten, fast schon metallischen Gitarren mit harten Electrorhythmen. Vorzeigeband des Genres waren wohl die Krupps in den 90ern. Bei V.S.B. überwiegt zum Glück der elektronische Anteil. Mit dem ursprünglichen Industrial-Sound, den Throbbing Gristle, SPK und Konsorten geprägt haben, hat das hier wenig zu tun. Dass die beiden Musiker Rick Burn und Cliff Edge ihre Musik sehr ernst nehmen, merkt man an der gesamten, selbst produzierten Veröffentlichung. Von der Covergestaltung über die Pflege eines leicht mysteriösen Images, die Gesichter der Musiker sind stets hinter Masken verborgen, bis hin zum Artwork, das ein gewisses S/M-Fetisch-Flair ausstrahlt passt alles zusammen und wirkt sehr professionell und es würde mich nicht wundern, wenn die beiden auch vor V.S.B. schon musikalisch aktiv und erfolgreich waren, möglicherweise sogar in völlig anderen Musikrichtungen... Musikalisch darf man sich über mehr oder weniger harte, meist düstere Electrotracks freuen, die immer wieder durch Gitarrenklänge ergänzt werden und meist sehr tanzbar sind. Die Produktion der Songs ist wirklich gut gelungen, nur leider wirken manche der unzähligen (Stimm-) Samples etwas billig, beziehungsweise nicht ganz zeitgemäß. Derartiges haben viele EBM-Bands der 80er Jahre schon besser gemacht. Stilistisch kann man V.S.B. nicht festlegen, zumindest kopieren sie nicht einfach nur die üblichen Vorbilder, sondern haben einen eigenen Weg gefunden. Ich bin sicher, dass Fans dieser Art von Musik, also wohl hauptsächlich Club- und Konzertgänger, V.S.B. ziemlich schnell auch überregional kennen lernen werden. Wer unbedingt eine genauere Beschreibung braucht, sollte sich eine Mischung aus EBM-Gitarren-Crossover und hier und da experimentelleren Electro-Spielereien mit vielen Samples vorstellen. Wenn noch jemand die 80er Jahre Band Warning kennen sollte (haben mal mit einer „Tatort“-Titelmelodie namens „Why Can´t The Bodies Fly“ Erfolg gehabt), so darf er sich eine härtere Variation davon vorstellen und Kraftwerk mögen Rick und Cliff sicher auch. Mir persönlich gefallen die schrägeren, eher düsteren Tracks wie „War Games“ am besten, außerdem Sachen, die in die power-Electronics-Richtung gehen wie „Motorherz“. Neben 11 „normalen“ Tracks finden sich auch noch drei Remixe, die ohne wenn und aber für die Tanzflächen der „schwarzen Szene“ produziert sind. Einem breiteren Erfolg dürfte somit kaum etwas im Wege stehen. (A.P.) |
| KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |