BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE
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UNHEILIG - Interview zu
Zelluloid WGT 2004 |
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Back Again (mni): So, dann kommen wir doch auch gleich zu deinem neuen Album Zelluloid. Erstmal finde ich persönlich es ein sehr schönes Album, und es interessiert mich – da du ja zu Beginn des Albums sagst, ‚Willkommen in meinem Leben’ – wie sehr das Album autobiographische Züge hat? Der Graf: Im Grunde kannst du sagen, dass jeder Song von Zelluloid eine Geschichte aus meinem Leben erzählt. Das war gar nicht geplant mit dem Album, ich hab angefangen an neuen Songs zu schreiben und schon gemerkt, dass ich mich im Grunde doch mit der Vergangenheit beschäftige. Warum das gerade so war, weiß ich nicht. Dann dacht ich mir grab mal noch etwas weiter um mehr herauszufinden, was ich gut finde, was mich beeinflußt hat, und begann ganz konkret in meiner Vergangenheit zu wühlen. Das war wirklich gut, fast als würde man eine Tür aufstossen. Da waren soviele Ideen und Geschichten da, die man auch wunderbar in verschiedene Songs verpacken kann. Ich hab dann über einen Namen nachgedacht, damit das Ding auch irgendwie läuft und den Hörern klar wird worum es da geht, und so entstand die Idee es Zelluloid zu nennen. Man sagt ja, dass wenn man stirbt, das Leben wie ein Film an einem vorbei fließt und so lag der Name dann für mich recht nah. Der Zuhörer hat die Möglichkeit in vieles hineinzuschaun, auch wenn ich vieles mit Absicht verschlüsselt habe, weil ich niemanden angreifen will, wenn ich mich über ihn geärgert habe oder so. Man macht ja manchmal Fehler im Leben und der jenige den ich meine wird trotzdem wissen, dass er gemeint ist. |
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Der Graf: Ich hab das Album extra so gestaltet, weil ich eben nicht wollte, dass es wie eine Autobiographie erscheint. Momentan ist es ja wieder so ein Trend, jeder schreibt ein Buch über sein Leben und das finde ich totlangweilig. Ich hab die Texte auch aus diesem Grund ziemlich verschlüsselt, damit man noch genügend Freiraum findet für eigene Fantasien. Wenn es um einen Menschen geht den du verlierst, dann soll der Song trotzdem die Freiheit haben es auch anders interpretieren zu können und eigene Gedanken hineinzutun als Zuhörer. Diese Gedanken sollen jetzt auch nicht speziell auf mein Leben gemünzt sein, sondern sehr interpretierbar bleiben . Back Again: Du redest gerade von ‚Mein König’? Der Graf: Ja genau zum Beispiel! Ich denke das sich viele Hörer in diesem Song wiederfinden, weil sie das gleiche erlebt haben. Das ist eigentlich auch das wichtige für mich, dass die Menschen für sich etwas aus der Musik herausholen können für jeden persönlich. Das ist eigentlich das beste was man erreichen und machen kann! Damit macht man auch mir die größte Freude! Heute zum Beispiel auf dem WGT hab ich gerade jemanden getroffen, sie hatte mich bei dem Song ‚Himmelherz’ gefragt, dass ging ja auch um eine ähnliche Geschichte, und sie erzählte mir was sie darin sieht und es war im Grunde das gleiche wie bei mir damals beim schreiben. Solche Feedbacks bestätigen mich dann schon, denn man hat sich noch nie getroffen, kannte sich vorher überhaupt nicht, aber interessanterweise erleben die Menschen fast immer das selbe. Sie zum Beispiel hat sich aus dem Song das positive heraus gezogen, dass man über so etwas mal spricht und nicht schweigt, es verarbeitet und für sich etwas positives daraus zieht. Von solchen Themen ist ‚Zelluloid’ voll, nicht nur Tod, sondern die Liebe, die Hoffnung und auch der Schmerz werden besungen. Back Again: Ich möchte gern auf einzelne Songs eingehen, ‚Zauberer’ als Einstiegssong ist sehr stark, aber man merkt doch deutlich, dass du immer wieder in manchen Songs den göttlichen Aspekt hineinbringst, was ja bei ‚das 2. Gebot’ ganz deutlich war und sich auch hier wiederfindet, warum das? Der Graf: Das stimmt, es spielt eine sehr zentrale Rolle für mich. Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, habe aber keine Religion zumindest keine spezielle. Aus diesem Grund heraus entstand auch der Name Unheilig, da ich jemand bin, der sich nicht 100%ig mit einer Religion identifizieren kann. Ich glaube daran, dass es irgendetwas gibt, was über einen wacht z.B. Menschen die du verlierst, sind für mich trotzdem noch da. Ich brauche diesen Glauben auch, denn sonst würde ich damit nicht klarkommen. Es ist ein wichtiger Teil in meinem Leben und damit auch für Zelluloid, denn schließlich geht es darin um mein Leben. Es ist auch wichtig für mich das musikalisch darstellen zu können, denn da ist so ein Gefühl von Hoffnung und die drücke ich immer mit einer gewissen Glaubenssache aus. Ich benutze dafür aber keine spezielle Religion, sondern einem Glauben an Dinge die mir gu ttun und die mir helfen – ohne würde ich gar nicht klarkommen. Aus diesem Grunde ist das Thema auch bei Zelluloid ein solcher Faktor geworden, etwa in ‚Himmelherz’das ich wie einen Brief an Gott abgefasst habe. Nach dem Motto: du sollst das tun, du sollst jenes tun, immer um weiter zu kommen, und irgendwann fragt man sich dann mal – vielleicht hatte ich mein Himmelherz ja schon längst. Das ist ein ganz wichtiges Thema für mich und das wird in Zukunft auch eine ganz wichtige Rolle spielen, weil immer dann wenn du am Boden liegst, bleibt dir nix anderes als die Hoffnung und die kann man oftmals nur aus dem Glauben an etwas ziehen. Back Again: Wenn du selbst auf deine Art von Musik blicken müßtest, wie würdest du dich den da einordnen vom Musikstil her? Der Graf: Ich geb ganz offen und ehrlich zu, dass ich mich in sehr vielen Musikstilen zu Hause fühle. Das kann auch szenefremd sein, wobei die Wurzel in der Szene zu finden ist – das auf jeden Fall. Diese Elemente werden auch immer drin bleiben, aber unsere Musik läßt es auch zu- Elemente anderer Musikstile hineinzumischen. Natürlich ist der Vergleich mit ‚Rammstein’ immer zuerst da, wenn du eine tiefe Stimme als tragendes Motiv hast und Gitarren dazu, aber da gehören für mich auch andere Musikstile dazu. Ich achte für mich auch immer drauf, dass ich nach anderen Künstlern suche, um von ihnen zu lernen, also Künstler die es in meinen Augen geschafft haben wie etwa David Bowie. Mich interessiert dann, wie er ein Album aufbaut, oder welcher Hintergrund vorhanden war bzw. wie er die Texte schreibt. Andere Künstler fallen mir wieder durch ihre Art der Komposition auf. Du kannst damit eigentlich sagen, dass Unheilig eine Mischung aus den verschiedensten Stilen ist. Bei Zelluloid hab ich auch versucht diese Unterschiedlichkeit sehr einzubringen, denn der Stil von ‚Himmelherz’ oder ‚Mein König’ ist ja ein völlig anderer als der von ‚Willst du mich?’. Das empfand ich auch gerade als spannend, denn ich möchte kein Album haben, wo du nur zwei Songs hörst und weißt wie der Rest klingt. Es muss eine Abwechslung sein, so nach dem Motto: Man hat einen Song geschrieben und in der Produktion wird er abwechslungsreich und andere Bilder entstehen mit der Musik. Wo man sagt eigentlich kenn ich dass, aber in diesem Stil noch nicht. Back Again: Wann seid ihr ins Studio gegangen und wie lang war die eigentliche Aufnahmezeit? Der Graf: Ich mach ja seid Anfang 2003 Unheilig alleine, während vorher eine komplette Band mit eingebunden war. Durch vertragliches hin und her musste ich mich dann irgendwann entscheiden, ob entweder gar nicht mehr oder allein weiterzumachen. Die Frage die sich mir erstmal stellte war, kann ich das alleine produzieren. Das ist ja eine riesige Verantwortung gerade wenn du vorher schon ein Album gemacht hast, dann hast du einfach eine bestimmte Erwatungshaltung von den Fans, die es gilt zu erfüllen. Genau diese Erwartungshaltung war schließlich auch der Grund, weshalb ich weitergemacht habe und im Mai letzten Jahres mit ‚Zelluloid’ begonnen habe. Das ging dann auch superschnell und nach vier Monaten war ich damit auch schon fertig. Irgendwann hab ich einfach den Punkt gemerkt, wo ich sagen konnte ‚so das Album ist jetzt fertig’! Dann bekommst du die ersten Reaktionen von den Leuten, die noch so im Hintergrund sind und die waren durchweg positiv. Zumal ja auch die Gefahr besteht, wenn du etwas alleine machst, dass du den Überblick verlierst. Das passiert einfach gerne mal, wenn du alle Dinge alleine machst, dass du den Überblick verlierst, als wenn viele Menschen noch zusätzlich mit drauf schauen. Back Again: Hattest du zwischendurch die Angst, zuviel von dir mit den Texten preiszugeben? Der Graf: Nee, da hab ich gar kein Problem mit gehabt. Bei manchen Songs hab ich mir überlegt, kann ich das jetzt so machen, etwa bei ‚mein König’, weil es auch für mich sehr persönlich war. Aber ich hab inzwischen auch die Erfahrung gemacht, etwa auf ‚Phosphor’ gab es ein Stück das hieß ‚Stark’ und war für meine Großmutter geschrieben worden. Da hab ich mir dann gesagt, wenn ich das damals konnte, dann kann ich das heute auch. Und aus diesem Grunde hab ich mir gesagt, klar, dann mach ich das einfach. Ich glaube es ist auch manchmal falsch zu oft darüber nachzudenken, kannst du es machen, kannst du es nicht machen. Da soll man gar nicht so sehr auf andere hören, was die einem raten, denn sonst währe etwa das Album ‚Frohes Fest’ nie erschienen. Man macht ja die Musik in erster Linie für sich, und dann weiß man, da gibt es noch eine Menge Leute draussen, die das auch unbedingt hören wollen. Die beziehe ich auch als einzigste mit ein. Ich hab mir gedacht, wenn sie die Nummer ‚Stark’ damals berührt hat, dann wird sie auch ‚Mein König’ berühren. Ich denke auch, dass die Unheilig Fans offen sind für neue Sachen und sehr offen für einen bestimmten Humor und eine gewisse Ernsthaftigkeit und für Gefühl. Zum Beispiel der Song ‚Schutzengel’ zeigt das auch, vorher gab es ja nur ‚Sage Ja’. Back Again: Der ja dann interessanter Weise zur EP geworden ist...(In Bezug auf Schutzengel) Der Graf: Ja genau! Da hätte ich niemals mit gerechnet und hab mich super gefreut, da es ja der Fan im Grunde entschieden hat, dass dieser Song ausgekoppelt wird. Das hat mir gezeigt, die Leute sind offen für neue Sachen und wie schon gesagt, gerade Unheilig Fans sind offen für sehr gefühlvolle Songs und das ist auch etwas was mir super wichtig ist. Harte Songs sind genauso wichtig klar, aber du musst auch Platz lassen für die Ruhe darin, denn erst dann wird ein Album spannend finde ich. So entsteht ein Auf- und Ab wie eine Art Achterbahn bei einem Album. Du musst mal oben sein und dann wieder unten und umgekehrt, so dass du am Ende sagst: ‚das war geil, da will ich nochmal mitfahren’. Back Again: Weil du schon etwas begonnen hast davon zu sprechen, gab es denn Menschen in deinem Leben, die dich besonders beeinflußt haben, denn ich persönlich hab eher damit gerechnet, dass ‚Mein König’ zur nächsten EP wird, interessanterweise ist es das nun nicht geworden? Der Graf: Ja klar, dass ist natürlich auch immer eine Sache, die sehr wechsellaunig ist. Ich schätze es hat aber viel mit der Tour zu tun, den wir haben z.B. ‚Mein König’ gar nicht gespielt auf der Tour. Das lag daran, dass es immer schwierig ist, eine solche Nummer live zu spielen. Wir nhaben uns da auch etwas an Terminal Choise angepasst, da bei beide Musikstile ja doch unterschiedlich sind. Ziel war es in erster Linie den Fans eine gute Party zu bieten und da ist leider zumeist nicht so viel Platz für eine gewisse Traurigkeit. Das war wohl etwas der Grund, wobei ‚Mein König’ schon einer der stärksten Songs ist und einer der für mich auch ehrlicher ist, ohne gross drumherum ganz klar sagt was man meint. Ich hab aber logischerweise auch kein Problem damit, dass es nun der Song ‚Freiheit’ geworden ist. Das ist auch einer von denen, der mir super am Herzen lag, weil er mich extrem gut beschreibt. Ich liebe ihn jetzt aber nicht mehr, weil er gewählt worden ist, oder eben weniger, weil er jetzt nicht gewählt worden ist. Es zeigt mir aber, wie die Reaktion der Leute schon so sind und finde das auch vollkommen o.k.. Aber wenn du mich nach einer Person fragst, die mich am meisten beeinflußt hat, dann ist das für mich meine komplette Familie. Ich habe das Glück gehabt, wirklich eine super Kindheit gehabt zu haben und da bin ich sehr dankbar für. Der Kontakt zur Familie ist noch immer sehr eng und das ist für mich so eine Art Nest in das man sich zurückziehen kann, gerade wenn es einem mal nicht so gut geht, oder wenn irgendwer Probleme hat. Es ist eine Art Krafttankstelle um dann wieder neu Gas geben zu können. Das ist für mich ganz wichtig. Der Song ‚Mein König’ ist ja für meinen Opa geschrieben, dass war mir auch wichtig. Denn ich hab gemerkt, wie wichtig die Menschen sind, wenn sie nicht mehr da sind. Genau in dem Moment wo du weißt, du siehst ihn nie wieder, kannst ihn nie wieder etwas fragen. Du denkst darüber nach, was wolltest du vielleicht noch fragen, und er sollte dazu anregen, selbst dann wenn man denkt, dass ist vielleicht doch nicht son super Großvater das man sich überlegt, dass es nicht nur an ihm liegen muss, dass man nicht so ganz klar kommt. Im Nachhinein, wenn er dann weg ist, merkst du erst wie viel du ihm noch zu verdanken hast. Kleinigkeiten, die du vorher nicht beachtest hast, werden plötzlich wichtig. Back Again: Wie sieht denn das Feedback der Fans bzw. der Presse aus, was kam denn bisher für Meinungen zum Album? Der Graf: Also bisher ist das Album, was mich sehr freut, super gelobt worden. Gut, du kannst es nicht jedem recht machen, aber wen man es vergleicht zu dem bisherigen Feedback, dann gab es noch nie soviel Presseinteresse um ein Unheilig Album wie um Zelluloid. Das mag zwar auch mit der Promotion zu tun haben ganz klar, aber auch die Reaktion der Fans war extrem bei dem Album, weil man sich eben in der Musik wiederfinden kann. Die Leute konnten plötzlich über Musik etwas persönliches schreiben. Das merk ich wenn ich E-Mails von Fans bekomme, sie schreiben mir die Geschichte zu dem Song, die sie hatten. Das heißt, sie können aus ihrer eigenen Persönlichkeit etwas hineinpacken. Genau das war das Ziel. Die Reaktionen waren durchweg klasse, wobei ich – ohne jemandem auf die Füsse treten zu wollen – ob ein Album gut oder schlecht ist, das sagt dir keine Plattenfirma, keine PR – Company auch keiner der eine Reszension schreibt, sondern allein der jenige, der in den Laden geht und bereit ist dafür Geld auszugeben und auf andere Dinge zu verzichten um das Album zu hören. Das ist für mich die wichtigste Meinung. Ich ärgere mich manchmal über verschiedene Presseberichte, wo ich dann genau weiß, der hatte nicht genug Zeit lange reinzuhören. Der hat die Songs mal kurz durchgezappt und weiß dann irgendwie wie er zitiert, und das Zitat ist dann obendrein auch noch falsch, da weißt du dann ganz genau, dass kannste vergessen. Das ist nicht bei allen so, aber leider bei einigen. Je größer das Presseinteresse ist, um so häufiger kommt das vor. Von daher habe ich jetzt auch beschlossen, dass die Waage für mich ist, die bestimmt ob ein Album gut oder schlecht ist, der Fan ist. Ich freue mich natürlich über die positive Reaktion der Presse, aber ich steh dem immer ein wenig zwiespältig gegenüber. Wenn ich mit jem,andem telefoniere, ist das immer noch was anderes als ein E-Mail Interview das ist immer unpersönlich. Da wird der Fragenkatalog A bis Z abgearbeitet, und das war es dann auch. So ein Interview, wie wir es jetzt hier machen, ist auch gut, denn du hast ein direktes Feedback von dem jenigen mit dem du es machst. Da kann man auch mal kritischere Fragen stellen, man kann ja dann darüber reden. Mir liegt das auch sehr viel mehr, dieses persönliche, als das kalte Schema. Und wen es halt ein E- Mail Interview mache, dann ist das für mich nie so massgebend, weil ich genau weiß, da sind Fragen die sind nicht neu, sondern Pressefragen die auch andere gestellt bekommen, die queer aus dem Album gezogen sind. Ich kann auch verstehen, dass die Leute von der Presse nicht die Zeit haben sich jedes Album anzuhören was sie zugeschickt bekommen und dann eine Reszension zu schreiben, aber das halt ich für gefährlich. Denn das ist eine Meinungsmache in meinen Augen und viele Leser hören dann darauf. Wenn jemand sagt, es ist schlecht, dann ist es das für sie. ‚Frohes Fest’ ist dafür das allerbeste Beispiel, es ist zerissen worden von der Presse von oben bis unten und ist mitlerweile genauso erfolgreich wie jedes andere Unheilig Album. Es fragt jetzt keiner mehr dannach würdest du es nochmal machen, in keinem Interview wird davon geredet, gerade nicht von den Leuten, die es damals zerissen haben. Es ging doch nur darum, dass eine nette Scheibe dabei entsteht. Heiligabend die Bing Crosby Platten möchte man nicht, und so nimmt man halt die Unheilig Platte her. Man soll vieles nicht so ernst nehmen und das Weihnachtsalbum ist da der Beweis. Es war auch wichtig für mich, im Grunde eine Art Befreiungsschlag, weil es einfach lustig war. Verschiedene Texte zu nehmen die schon über 100 Jahre alt sind und sich damit auseinanderzusetzen. Das empfand ich als sehr spannend. Back Again: Wie betrachtest du den die Gothicszene allgemein und deine Rolle in ihr speziell? Der Graf: Das Wort tolerant für die Szene ist sehr wichtig, denn das ist diese Szene nämlich! Egal wie du aussiehst, was du an hast, du wirst einfach akzeptiert. Du kannst dich hier ausleben. Hier auf dem WGT wird niemand rummosern, wenn der eine so und der andere so rumläuft, es ist einfach normal. Ich denk da wird dir eine Freiheit geboten, die du sonst nirgendwo hast. Etwas anderes ist es, wenn du wo hingehst, wo man diese Szene nicht kennst. DA wirst du dann von oben bis unten mit Vorurteilen zugeschüttet und die denken gleich, du willst die Hühner zu Hause schlachten. Das ist natürlich totaler Quatsch! Ich persönlich ärgere mich darüber. Hier auf dem Treffen, sofern alle nüchtern sind, gibt es kaum Prügeleien. Das ist eine sehr ruhige Veranstaltung und auch die ganze Szene ist so. Gesehen zu werden und sich selber zeigen zu können ist auch etwas sehr wichtiges in der Szene denk ich. Einfach das zu tun, wozu man selbst gerade Lust hat. Ich zieh das an, was mir gefällt, wo ich das ausleben kann. Für jeden einzelnen hier ist das so eine Art Egosache, sich schön zu machen und wirklich gesehen zu werden. Back Again: Wie geht es für dich jetzt weiter? Der Graf: Momentan haben wir ja noch den Auftritt auf dem Woodstage – Festival, dann mal sehen was dieses Jahr noch so kommt. Dann wird die EP jetzt ausgekoppelt. Auch Video’s werden wohl irgendwann kommen, da ist so einiges gemacht worden, aber wann kann ich noch nicht sagen. Das hängt von Faktoren ab, die ich selbst nicht in der Hand habe. Aber aktuell ist die EP, wobei es ein hartes Kopf an Kopf rennen zwischen ‚Freiheit’ und ‚Sieh in mein Gesicht’ gab, was dazu geführt hat, dass nun beide Songs ausgekoppelt werden. Dann werden Remixe gemacht mit befreundeten Bands, zwei oder drei Bonustracks. Man soll also wirklich was in der Hand haben damit. Ich halte einfach nix davon etwas herauszubringen, wo nur der Song drauf ist. Den Song kennst du dann eh vom Album, und dann noch zwei Remixe dazu. Das ist mir zu wenig! |
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| KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |
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