BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE
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SYRIA – Meanwhile (CD-EP 2003) (Radio Etienne-Black October Records/Zero Defects)
Musikalisch geht es, wie gewohnt, deutlich in Richtung Dark Wave bei den insgesamt acht Tracks, wobei sechs regulär sind und zwei als „Bonus Tracks“ genannt werden. Das bedeutet sicher, dass es auch irgendwo eine CD-EP ohne diese „Bonus Tracks“ gibt, oder? Fans und Sammler sollten sich also auf die Suche machen...oder sollte es die CD gar nicht ohne die „Bonus Tracks“ geben? Dann frage ich mich allerdings, was daran „Bonus“ ist...sieht aber auf dem Cover nach „mehr“ aus und dem Käufer wird suggeriert, dass er statt eines normalen Releases etwas Besonderes erwirbt. Unabhängig davon zählt natürlich die Musik, wie gesagt hauptsächlich Dark Wave mit einigen Gothic-Einflüssen, auch, wenn andere Rezensenten die Songs in ganz andere Zusammenhänge stellen. Christian Dörge verarbeitet allerdings durchaus auch Einflüsse aus verschiedensten anderen Stilen, was seine Musik einigermaßen unberechenbar macht. Los geht´s mit leisen Pianoklängen im Titelstück „Meanwhile (Shooting-Star Treatment)“, bevor daraus eben ein recht typischer Dark Wave-Track wird. Interessanter ist danach „You Don´t Know“. Das klingt fast so, als wenn Andrew Eldritch einen Italo-Disco-Song aufgenommen hätte. Seltsame Mischung, aber gerade dadurch ziemlich spannend und in meinen Ohren der beste Titel der EP. „Meanwhile (Kaon-Mix)“ ist ziemlich minimalistisch gehalten und hat ein bisschen was von einem „Dub Mix“. Sehr interessant ist auch das sehr kurze „Cigarettes And Chocolate“, das fast wie der späte Rozz Williams erscheint. Einen sehr ruhigen, experimentellen Mix von „Meanwhile“ gibt es mit dem „The Manic Lobster Mix“ von Timothy Moldrey, der selber in den 90er Jahren mal ein viel beachtetes Dark Wave-Album aufgenommen hat, dann aber wieder in der Versenkung verschwand. Ein letztes Mal auf dieser CD hört man „Meanwhile“ im so genannten „Mary´s CoMix“, was dann wohl am ehesten eine Version ist, die auch in den „schwarzen“ Clubs der „Szene“ gespielt werden könnte. Und dann die so genannten „Bonus Tracks“, zunächst ein Remix des alten Titels “A Gift From Culture“, der fast wie eine David Bowie-Ballade klingt und schließlich der „Golden State-Mix“ von „Visions Of The Sea“, der sehr „leise“ und zurückhaltend ausfällt, sogar im lauteren Teil. Erinnert ein bisschen an eine typische Dreadful Shadows-Ballade. Mit knapp 40 Minuten Spielzeit wird dem Fan eine Menge für sein Geld geboten und Christian Dörge, beziehungsweise SYRIA klingt weitaus vielseitiger und gereifter, als noch auf den Aufnahmen aus Mitte der 90er Jahre, die ich kenne. (A.P.) |
| KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |