BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE
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SKELETAL FAMILY - Burning
Oil SKELETAL FAMILY – Burning Oil (LP 1984) (Red Rhino/The Cartel)
SKELETAL
FAMILY - The Singles Plus 1983-85 (CD 1994)
SKELETAL
FAMILY sind eine Legende, keine Frage. Mitte der 80er Jahre machte die Band
vor allem in England, mit der Single „Promised Land“ aber auch in
Deutschland Furore. Bei einem Konzert der Gruppe im Herbst 1985 standen
Andrew Eldritch und Wayne Hussey zum letzten Mal gemeinsam auf der Bühne,
als Gäste von SKELETAL FAMILY. Cherry
Red Records, ein an sich schon legendäres Label, veröffentlicht hier nun
auf einer CD die frühen Platten der Bands wieder, wobei alle Hits
einschliesslich „Promised Land“ vertreten sind. Die erste Single
„Trees/Just A Friend“ war noch eher dem New Wave verhaftet, bevor die
Band um Sängerin Anne-Marie sich dem Gothicrock in Reinkultur zuwandte.
„Trees“ könnte fast auch ein alter Anne Clarke-Song sein, wunderschön.
Mit „She Cries Alone“, „Guilt“, „Promised Land“ und „The
Night“ sind weitere bekannte Songs der Gruppe endlich wieder erhältlich,
aber auch die B-Seiten Tracks haben nach fast zehn Jahren noch nichts von
ihrer Genialität verloren und es ist Cherry Red hoch anzurechnen, daß sie
diese Band mit Vorbildfunktiou nun wieder der grösseren Masse zugänglich
machen. Zum
Glück verzichtete man darauf, die letzte (Major-) Single mit neuer Sängerin
auf diese Compilation draufzunehmen, denn das war nur noch schleimiger Pop.
Anne-Marie gründete nach ihrem Ausstieg bei SKELETAL FAMILY
mit Gary Marx (Ex-Sisters) Ghost Dance, die drei gute Maxis veröffentlichten
und dann sang und klanglos mit einigen Pop-Maxis im Mainstream verschwanden. Erwähnenswert, und Beweis, daß man auch als Gothic Humor haben kann, sind noch die Coverversionen der Batman Musik zur Zeichentrickserie und die von „Stand By Me“, die sich den Reiz einer wunderschönen Ballade bewahrt hat und wo Anne-Marie beweisen kann, was in ihrer Stimme steckt. Diese CD hat nicht nur dokumentarischen Wert, sondern beweist auch, daß viele Bands heute nur billige Plagiate von Sachen sind, die andere schon lange vor ihnen gemacht haben. „The Singles“ ist ein Pflichtkauf für alle, die Mitte der 80er noch zu jung waren, um die Originale zu kaufen oder zu kennen. (A.P.) SKELETAL FAMILY – Futile Combat (LP 1985) (Red Rhino Records)
Das zweite und leider auch letzte reguläre Album „Futile Combat“ wurde jedoch der absolute Höhepunkt ihrer Karriere. Praktisch jeder Song ist hier großartig, egal, ob es um Uptempo-Nummern wie eben „Promised Land“ oder ruhigere Sachen wie „This Time“ geht. Auch wenn die Band sich damals dagegen sträubte, als Gothic-Rock-Band angesehen zu werden, wie auch die Sisters Of Mercy, so muss ich doch eindeutig sagen, dass „Futile Combat“ eines der besten Alben dieser Musikrichtung aus den 80er Jahren ist. Die schneidenden Gitarren setzen Maßstäbe, die Drum/Bass-Sektion treibt nach vorne und der Gesang von Sängerin Anne-Marie war zu der Zeit konkurrenzlos, gerade, weil er ganz anders war, als der von der alles beherrschenden Siouxsie Sioux. Selbst der gelegentliche Einsatz eines Saxophons stört hier nicht und SKELETAL FAMILY konnten es sich in einer immer mehr zur Klischeehaften Ernsthaftigkeit neigenden Gothic-Szene sogar erlauben, mit „What Happened“ ein fröhliches, vom Ska beeinflusstes Stück auf die Platte zu nehmen. Auch „Move“ hätte durchaus Chancen gehabt, in den Popcharts durchzustarten, ohne aber vom Niveau her auf die damals angesagten Stock/Aitken/Waterman-Produktionen herab zu sinken. Eigentlich ist die ganze Platte nicht besonders düster, sondern häufig eingängig, aber gerade deshalb ist sie wahrscheinlich mit ihren recht straighten Rockstücken so genial. Mit dem Opener “Hands On The Clock“, sowie „Don´t Be Denied“ und „She Cries Alone“ sind drei echte Gothic-Hymnen vertreten, dazu natürlich „Promised Land“ und mein persönlicher SKELETAL FAMILY-Lieblingssong „Far And Near“, an dem einfach alles stimmt! Einer der besten Gothic-Rock Songs aller Zeiten! Auch die noch nicht genannten Songs „No Chance“ und „Streetlight“ passen perfekt ins Gesamtbild und sollen nicht unerwähnt bleiben. Die Original-LP hatte ein wunderschönes „Schlangenhaut“-Cover, dürfte aber kaum noch irgendwo zu realistischen Preisen zu finden sein. Zum Glück ist „Futile Combat“ zusammen mit dem Debutalbum „Burning Oil“ auf einer CD wieder veröffentlicht worden und die sollte noch aufzutreiben sein. „Futile Combat“ gehört definitiv in JEDE Gothic-Rock Sammlung! (A.P.) |