BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE

SCARY BITCHES – Creepy Crawlies
SCARY BITCHES – Lesbian Vampires From Outer Space

SCARY BITCHES – Creepy Crawlies (CD 2004)

(Resurrection Records – Alice In.../Novamedia)

Nach der grandiosen „Lesbian Vampires From Outer Space“-CD der SCARY BITCHES durfte man gespannt auf das Album „Creepy Crawlies“ sein, das, wenig überraschend, bei Resurrection Records erscheint und in Deutschland folgerichtig über Alice In... läuft. Wenig überzeugen tut mich das gesamte Artwork der CD, das sieht irgendwie billig aus und bleibt nicht im Gedächtnis hängen. Aber zählen sollte die Musik, und die hat es wieder in sich. War „Lesbian Vampires From Outer Space“ noch stark vom amerikanischen Death-Rock beeinflusst, so klingen die SCARY BITCHES inzwischen irgendwie englischer (wo sie ja auch herkommen) und gleichzeitig eigenständiger. Der Einfluss von Siouxsie And The Banshees war ja auch vorher schon da, besonders beim Gesang, und ist jetzt anscheindend größer geworden, dazu finden sich sehr viele elektronische Spielereien in den Songs und einmal, beim Opener „Birds And Bees“, fühlt man sich vom Gesang her beinahe an Anne Clark erinnert. Das ist dann auch gleich einer der Anspieltips auf dem Album. Aber auch sonst haben fast alle Songs großes Ohrwurmpotential, was wohl an der sehr eingängigen Produktion liegt, die allerdings hier und da ein paar Ecken und Kanten und etwas Druck vermissen lässt. Die Themen der Songtexte sind wie gewohnt im Bereich Trash/B-Movie angesiedelt und sorgen für viel Spaß.

Insgesamt ist „Creepy Crawlies“ ein Album, das in der kleinen Gothic-Rock Gemeinde sicher einschlagen wird und garantiert auch den ein oder anderen Song für die schwarzen Clubs enthält. Und man sollte auf jeden Fall jede Gelegenheit nutzen, die SCARY BITCHES live zu sehen, denn das dürfte richtig Spaß machen. (A.P.)


SCARY BITCHES – Lesbian Vampires From Outer Space (CD)

(www.scarybitches.com )

Erstmals gehört habe ich von den SCARY BITCHES aus England auf irgend einem Sampler, ein Kumpel brachte mir dann die CD dieser Band vorbei und ich bin ziemlich begeistert von der Musik, besonders, weil die Band aus England kommt und nicht aus Amiland. Die englischen Gothic-Rock-Band sind ja sonst dafür bekannt, vor allem wie Sisters Of Nephilim zu klingen. Ganz anders die SCARY BITCHES. Sie lehnen sich musikalisch sehr stark an den amerikanischen Death-Rock an und klingen dabei extrem erfrischend. Wie es sich gehört, verbreiten sie ein grandioses B-Movie-Flair und dürften auf der Bühne ziemlich unterhaltsam sein. Klingt irgendwie wie eine Mischung aus langsameren 45 Grave, Diva Destruction und dem „Rocky Horror Show“-Soundtrack mit ganz leichten Siouxsie And The Banshees-Einflüssen. Dazu hat die Band ein gutes Händchen für eingängige Melodien. Mein Lieblingssong ist definitiv der Ohrwurm „Piss All Over Your Grave“, der zwar zu den weniger trashigen Tracks gehört, aber sich bei mir sofort festgesetzt hat, wie der Dreck unter den Fingernägeln eines Scheintoten, der versucht hat, sich aus seinem Grab zu buddeln.

Jede trashige Rockband, die etwas auf sich hält covert entweder „Surfin´ Bird“ oder „Theme From The Munsters“, so hat es hier den zweit genannten Titel erwischt. Ansonsten sind jede Menge Hits vertreten, wie der Titelsong „Lesbian Vampires For Outer Space“, ein Songtitel, der gut und gerne auch von den Misfits stammen könnte.

Fazit: eine echt coole Party-CD, die wieder einmal zeigt, dass Death-Rock alles andere als grüblerischer Gruftikram ist und man auch viel Spaß auf Partys haben kann, statt nur ernst in der Ecke zu stehen. Die stilistisch verwandten und ziemlich gehypten Diva Destruction lassen die SCARY BITCHES auf jeden Fall schon am Start weit hinter sich. Gothic-/Death_Rock vom feinsten mit großem Unterhaltungswert! (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden