BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE

NIK PAGE – Sinmachine
NIK PAGE – Dein Kuss

NIK PAGE – Sinmachine (CD 2004)

(Wannsee Records/Edel Distribution)

Nachdem die Blind Passengers als Synthi-Pop-Band begonnen und als Electro-Metal-Crossover-Band ausgesprochen erfolgreich aufgehört haben, war es wenig überraschend, dass Sänger NIK PAGE danach solo weiter machte. Mit dem ersten Album „Sacrifight“ hat er erste Fäden gesponnen, die er nun mit „Sinmachine“ wieder aufnimmt.

Die Promo-CD im Pappcover (mit dem jeweiligen Namen des Rezensenten drauf! Oh mein Gott, es könnte ja jemand die CD bei Ebay anbieten und dabei unendlich reich werden!) hat ein aufwendiges Info dabei und dürfte alleine deswegen unter Fans zu einem beliebten Sammlerstück werden.

Los geht´s bei „Sinmachine“ mit Metal-Gitarren im Opener „Herzschlag“, bevor sich der Song zu einem kraftvollen, harten Popsong entwickelt, der vor Energie nur so strotzt. Bei der Vorabsingle „Dein Kuss“ hat unter anderem Joachim Witt mitgemacht, was man dem Lied auch musikalisch anhört. Wer den Witt der letzten Jahre mag, liegt auch hier nicht falsch. Dann „Mysteryland“...der gute alte Ärzte-Song nachgespielt...ich schreibe bewusst nicht „gecovert“ oder „interpretiert“, denn mehr als „nachgespielt“ ist es halt nicht. Überflüssig. In „Black Mail Generation“ möchte NIK PAGE gerne mal so richtig losrocken, allerdings klingt sein Gesang dafür zu nett. „Sincity“ hat nichts mit dem gleichnamigen Soft Cell-Song zu tun, sondern ist ein eingängiger Dark-Pop-Song, der sich gut als Singleauskopplung machen würde, obwohl das wahrscheinlich einige Fans der härteren Klänge verschrecken könnte. Zum Schluss gibt es nach einigen weiteren recht typischen Songs noch die Dark Wave-Hymne „Sweet Dust“, die sicher zu den Höhepunkten des Albums gehört. Einen so genannten „Hidden Track“ gibt es auch noch, der der Gruppe wohl doch eher peinlich ist, oder warum haben sie ihn nicht auf dem Cover erwähnt? Ist wahrscheinlich zu poppig und harmonisch, um als „harter Rocker“ dazu zu stehen, aber mir gefällt es.

Keine Frage, mit „Sinmachine“ wird NIK PAGE weiter seinen Weg machen und erfolgreich sein. Die großartig produzierte Mischung aus eingängigem Pop, Witt´schen Klängen und ein paar Rammstein-Anleihen garantiert für einige echte Ohrwürmer und eigentlich kaum Ausfälle. (A.P.)


NIK PAGE – Dein Kuss (MCD 2004)

(Wannsee Records/Emi)

Ex-Blinder Passagier NIK PAGE legt mit der Maxi „Dein Kuss“ einen Vorboten auf sein neues Album „Sinmachine“ vor.

Ich habe die Karriere des Musikers bisher nicht sehr intensiv verfolgt, da ich dachte, die Musik würde mich nicht besonders interessieren, was wohl eher an der Art der Promotionmaschinerie lag, als an der Musik selber. Jetzt, wo ich erstmals intensiver etwas von NIK PAGE anhöre, bin ich durchaus interessiert, mehr kennen zu lernen.

Die CD beginnt mit der „Radio Version“ von „Dein Kuss“, einem Song, der irgendwo zwischen Rammstein, Joachim Witt und Umbra Et Imago anzusiedeln ist, garniert mit ohrwurmträchtigem Pop-Appeal. Wenn man diese Musik wirklich im Radio hören würde, wären die heutigen Format-Sender tatsächlich um einiges erträglicher.

Ordentlich rocken tut dann „Black Mail Generation“, wobei der Kontrast der härteren Gitarren gut zu PAGE´s poppigen Gesang passt.

Bei „Mephisto“ wird´s dann finsterer, Stoff für die schwarzen Clubs der Republik. Der Song klingt wiederum ein wenig nach Witt und dürfte, ebenso, wie das Fetisch-Cover der CD, hauptsächlich die heutige Dark Wave-Szene ansprechen, aber auch das Top Of The Pops-Publikum kann man mit solchen „provokativen“ Sachen inzwischen erreichen, wie Oomph! ja gerade eindrucksvoll bewiesen haben.

„Dein Kuss (by Lemuria)“ präsentiert den Song in Klavierballadengewand und zeigt, dass das Lied auch aufs minimalste beschränkt Potential hat. Mich erinnert es etwas an manche Stücke von Gitane Demone, wobei der Gesang von Michaela Laubach (= Lemuria) aber an die Altmeisterin natürlich nicht heran kommt. Und als wenn ich es nicht geahnt hätte, endet die CD mit einer weiteren Version von „Dein Kuss“, bei der Joachim Witt einige Gesangsparts beisteuert. Alleine deswegen schon der beste Mix des Tracks auf dieser Maxi, die sehr neugierig auf das Album macht. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden