BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE

ONEIROID PSYCHOSIS – Dreams (With Pollutions When Virile) (CD 2002)

(Cop Intl./Nova Media)

„Dreams“ ist das vierte Album der Band ONEIROID PSYCHOSIS (was der Name einer psychischen Krankheit ist) und ich kann eigentlich überhaupt nicht verstehen, warum ich von dieser Band noch nie gehört habe. Wenn die ersten Alben genauso genial waren, wie dieses neueste Werk, dann habe ich wirklich was verpasst! Von Cop Intl. War ich eigentlich immer andere Musik gewohnt, meist halt tanzbare oder experimentelle Electroklänge. Doch seit einiger Zeit hat sich das Label auch anderen Stilen gegenüber geöffnet und das ist gut so, sonst wäre eine Perle wie „Dreams“ vielleicht nicht so richtig bei uns erschienen. Schon das edel gestaltete Digipak ließ vermuten, dass es sich hier um etwas besonderes handelt, das aus dem musikalischen einerlei heraussticht. Dazu gibt es dann noch ein wunderbares schwarzes Booklet, das man mit seinen fettigen Fingern eigentlich gar nicht anfassen möchte, um keine Abdrücke darauf zu hinterlassen. Alleine für die Optik gibt es schon die volle Punktzahl! Aber auch die Musik begeistert, im Info zunächst noch mit Dark Ambient umschrieben und damit erst mal uninteressant. Etwas weiter unten im Waschzettel stand dann aber noch was von „geniale Mischung aus Dark Ambient und US Gothic-Rock“ und das Interesse wuchs sofort wieder. Um es gleich zu schreiben: die Beschreibung ist absolut zutreffend. Ohne die Eigenständigkeit der Band, die fraglos vorhanden ist, zu beleidigen, aber dieses Album könnte auch von Rozz Williams stammen, wenn er denn noch leben würde und das ist als absolutes Kompliment gemeint. Vielleicht hat er bei der Produktion der CD ja von irgendwo seine schützenden Hände darüber gehalten? Die Klänge sind sehr tragend, schwebend und doch nicht so ambient, dass Songstrukturen völlig aufgelöst werden, im Gegenteil, ich komme nicht umhin, hier von Gothic-Rock zu schreiben, nicht im klassischen Sinne, wie ihn Sisters Of Mercy oder Love Like Blood machen, sondern in einer eher hymnischen, erhabenen Form. Eigentlich hätte ich solch ein Meisterwerk auf einem Label wie Middle Pillar erwartet, denn genau in deren Programm würden ONEIROID PSYCHOSIS perfekt passen. Mein Traum wäre jetzt, die Gruppe live zu sehen, am besten mit einer meiner anderen derzeitigen Lieblingsbands zusammen, den Amerikanern Sumerland. Das würde passen und vielleicht haben die Cop-Leute ja mal Lust, da was in die Wege zu leiten. Könnte die Tour des Jahres werden. Ich bin jetzt schon sicher, dass „Dreams“ sich in meinen Jahres-Top 5 wiederfinden wird. Noch ein Geheimtip, aber hoffentlich schon bald in aller Ohren! Bis dahin die Homepage www.psylabs.net besuchen und die CD kaufen! (A.P.)