BACK AGAIN: WAVE / POP
|
NEW ORDER – Waiting For The
Siren´s Call NEW ORDER – Krafty NEW ORDER - Retro NEW ORDER - Finsbury Park 9th July 02 (DVD) NEW ORDER – Here To Stay CD 2 NEW ORDER – Here To Stay CD 1 NEW ORDER – Here To Stay (DVD Single) NEW ORDER – 60 Miles An Hour (DVD Single) NEW ORDER - 60 Miles An Hour CD 1 NEW ORDER - 60 Miles An Hour CD 2 NEW ORDER - Crystal NEW ORDER - Get Ready NEW ORDER - 316 NEW ORDER - Crystal CD 1 NEW ORDER - Crystal CD 2 NEW ORDER – BBC Radio 1 Live In Concert NEW ORDER - The Best Of NEW ORDER - Republic NEW ORDER - Technique NEW ORDER - Brotherhood NEW ORDER - Low-Life NEW ORDER - Power, Corruption & Lies NEW ORDER – Waiting For The Siren´s Call (CD 2005) (London Records)
Was könnte man besseres sagen, als das es sich um ein echtes NEW ORDER-Album handelt? Kein Fan will ernsthaft, dass sich die Band stilistisch groß verändert, ganz so wie beispielsweise bei Kraftwerk. Mal klingt ein Album elektronischer mit modernen Einflüssen („Technique“), mal sehr poppig und eingängig („Low Life“, „Republic“), mal eher düster („Movement“) oder auch rockig („Get Ready“), aber immer hört man eindeutig NEW ORDER heraus, alleine am Gesang, den typischen Melodien und natürlich dem unverwechselbaren Bass. Von „Waiting For The Siren´s Call“ wurde vorher gesagt, dass es wieder elektronischer als der Vorgänger werden würde, eher wie „Technique“, als wie „Get Ready“, aber das ist nur bedingt richtig. Auf jeden Fall ist es wieder poppiger geworden, doch die rockigen Gitarren bleiben allgegenwärtig, so dass sich eine gute Mischung ergibt. Überraschend ist jedoch der Opener „Who´s Joe?“, der fast wie The Cure zu „Wish“-Zeiten klingt und sich neben „From The Edge Of A Deep Green Sea“ kaum verstecken muss. Ein ganz starker Anfang für das Album. Mit „Hey Now What You Doing“ geht es NEW ORDER-typisch weiter, sehr eingängig mit einer rockigen Gitarre garniert dürften Fans die CD bereits jetzt lieben. Der Titelsong „Waiting For The Siren´s Call“ ist etwas melancholischer, trotzdem poppig und richtig schön 80s-angehaucht. Spätestens jetzt dürfte bei Zweiflern das Eis gebrochen sein und wenn doch nicht, folgt sogleich mit „Krafty“ die erste Singleauskopplung, die beim ersten Anhören als unsterblicher Ohrwurm hängen bleibt und eigentlich mal wieder ein NEW ORDER-Top10-Hit sein müsste. Verdient hätte es der Song auf jeden Fall. Etwas herausstechen tut „I Told You So“. Sehr rhythmisch mit sehr vielen Effekten und wohl eher ein Experiment, dass die Band aus einem Karibikurlaub mitgebracht hat. Man muss sich reinhören, aber dann bleibt auch dieser Track hängen. „Morning Night And Day“ führt das weiter, was „Get Ready“ 2001 begonnen hat. „Dracula´s Castle“ ist ein weiterer typischer Song für die Band und bietet die wunderbare Mischung aus elektronischen und gitarrigen Sounds, für die ich die Gruppe so liebe. Etwas gewöhnungsbedürftig, weil eher untypisch für die Gruppe ist „Jetstream“ mit der Gastsängerin Ana Matronic. Modern und elektronisch ist „Guilt Is A Useless Emotion“, während „Turn“ wieder mehr als typisch ist und sich auf jeden Album der Band gut machen würde. Mit „Working Overtime“ endet das Album nach knapp 57 Minuten noch einmal ziemlich rockig und man ist gezwungen, die CD gleich wieder von Anfang an zu hören. Für NEW ORDER-Fans wie mich ist dieses Album nach langer Wartezeit wie ein Geschenk und natürlich ein absoluter Pflichtkauf, aber auch Leute, die einfach gute Popmusik jenseits der längst in der Versenkung verschwundenen „Superstars“ oder Produzenten-Pop-Püppchen mögen, werden hier garantiert nicht enttäuscht. Und auch gute neuere Bands wie Interpol, Franz Ferdinand, Killers, Bloc Party und Coldplay sollten sich warm anziehen, denn eines ihrer großen Vorbilder ist lebendig wie eh und je. Mit John Leckie (produzierte seit 1969 unter anderem Pink Floyd, Radiohead, Stone Roses und unzählige andere Bands) und dem ehemaligen The Smiths-Produzenten Steven Street hat man sich auch echte Fachleute ins Studio geholt, so dass eigentlich nichts schief gehen konnte. „Waiting For The Siren´s Call“ dürfte schon jetzt im März/April eines DER Alben des Jahres sein. Wunderbar! (A.P.)
(London Records) Ob es diese 2-Track-CD-Single in Papphülle einzeln käuflich zu erwerben gibt, weiß ich nicht. Sie wurde bei Amazon.de zusammen mit dem Album „Waiting For The Siren´s Call“ angeblich exclusiv als Bonus ausgeliefert. Enthalten ist der unglaublich eingängige „Single“ Edit“ von „Krafty“ und die „Album Version“ des gleichen Tracks, die über eine halbe Minute länger ist und etwas weniger glatt rüberkommt. Interessant ist natürlich nur der „Single Edit“, da diese Fassung weder auf dem Album, noch auf der normalen MCD zu finden ist (außer im Videoclip). Für Gelegenheitskäufer ist diese Single-CD also wenig reizvoll, für Fans und Sammler ist sie jedoch ein nettes Bonbon, da auch das Covermotiv ein wenig anders ist, als bei der MCD. Das „Krafty“ ein wunderbarer, New Order-typischer Popsong vom allerfeinsten ist, muss ja nicht extra erwähnt werden, oder? (A.P.) NEW ORDER – Retro (4-CD-Box 2002) (London Records)
NEW ORDER – Finsbury Park 9th July 02 (DVD 2002) (Warner Music Vision)
An Bild und Ton dieser DVD gibt es nichts auszusetzen. Wählen kann man beim Ton zwischen Stereo, Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1 Surround und DTS 5.1 Surround, bei den Interviewsequenzen kann man sich verschiedensprachige Untertitel einblenden. Die Bildschirmmenus sind bandtypisch schlicht und funktionell gehalten. Keine Frage, so stelle ich mir eine fast perfekt gelungene Musik-DVD vor. Wann kommen endlich die gesammelten Videoclips von NEW ORDER auf DVD? Ein Tip für alle Internet-Surfer: besucht mal www.worldinmotion.com , wenn Ihr Euch für NEW ORDER, Joy Division und alle möglichen Nebenprojekte interessiert. Dinge, die auf der Seite nicht auftauchen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit in der Bandgeschichte auch nicht passiert.(A.P.) NEW ORDER – Here To Stay CD 2 (MCD 2002) (London Records)
Als drittes gibt es den „The Scumfrog Dub Mix“, der seinem Namen alle Ehre macht und an einschlägige Dubmixe auf Maxi-B-Seiten der 80er Jahre erinnert, ohne jedoch moderne Einflüsse zu übergehen. Wie gehabt ist die 2. CD der jeweiligen NEW ORDER Singles eher für die Tanzflächen konzipiert und wird Leute, die zu jedem Lied abzappeln wollen, zufrieden stellen, während CD 1 eher was für die „alten“ Fans der coolen Popsongs ist. Ich kann mich mit beidem anfreunden, denn die Techno-Remixe von NEW ORDER heben sich stets vom Einheitsbrei ab und sind interessant genug, um die Veröffentlichungen nicht nur zu kaufen, weil man sie in seiner Sammlung braucht. (A.P.) NEW ORDER – Here To Stay CD 1 (MCD 2002) (London Records)
Auf der ersten MCD ist neben dem radiotauglichen „Radio Edit“ auch noch die „Full Length Vocal“ Version zu hören, die meiner Meinung nach etwas atmosphärischer ist. Dazu gibt es einen weiteren neuen Song, nämlich „Player In The League“, der sich perfekt in die unendliche Reihe wunderbarer Popsongs von dieser Gruppe einreiht. Wenn es einen Gott gibt, müsste er NEW ORDER doch mal wieder einen echten Top 10-Hit bescheren... (A.P.) NEW ORDER – Here To Stay (DVD Single 2002) (London Records)
Der kleine Film zu „Here To Stay“ bezieht sich natürlich auf den Film „24 Hour Party People“, einem halbdokumentarischen Spielfilm über das Factory Label und den angeschlossenen Hacienda-Club in Manchester. Natürlich bin ich schon sehr gespannt auf den Film. Da er in Deutschland wohl kaum größeren Erfolg im Kino haben dürfte, warte ich sehnsüchtig auf eine DVD Veröffentlichung. Neben dem in schwarz-weiß gehaltenen Videoclip gibt es noch zwei Audiotracks, nämlich den „Radio Edit“ und den „Felix Da Housecat – Thee Extended Glitz Mix“ des Titelsongs. Weiterhin gibt es noch vier, jeweils etwa 30-sekündige, Videoausschnitte aus dem Film und Infos zum Soundtrack. Somit ist die DVD Single für Fans der Band unverzichtbar, aber auch Leute, die einen tollen Popsong auch optisch genießen wollen, dürfen hier zugreifen. (A.P.) NEW ORDER – 60 Miles An Hour (DVD Single) (London Records)
NEW
ORDER – 60 Miles An Hour CD1 (MCD 2001) (London Records)
NEW
ORDER – 60 Miles An Hour CD2 (MCD 2001) (London Records) Wo
es eine „CD1“ gibt, kann eine „CD2“ nicht ausbleiben. Für den
Durchschnittshörer gibt es halt die normale Maxi mit dem „Radio Edit“
des Titelsongs, für Fans und Sammler gibt es zusätzlich mehr Remixe auf
einer weiteren Maxi. Zum einen den „Supermen Lovers Remix“ des
Titelsongs, zum anderen zwei Remixe von „Someone Like You“. Alle Mixe
sind sehr technoid und experimentell und sind eigentlich nur was für ganz
harte Sammler. Dem „Normalhörer“ werden die Versionen wohl kaum
gefallen. NEW ORDER waren aber schon immer dafür bekannt, dass sie sich
eher wenig um den Massengeschmack kümmern und viel herumexperimentieren.
Ist das Album „Get Ready“ ausgesprochen gitarrig und rockig, so sind
viele Remixe beinahe vollelektronisch. Vielseitigkeit ist angesagt. Mit
NEW ORDER wird man auch in den kommenden Jahren rechnen müssen,
hoffentlich auch bald wieder live. (A.P.)
NEW ORDER - Crystal (DVD Single 2001) (London Records)
Der Videoclip zu „Crystal“ ist wie bei NEW ORDER nicht anders gewohnt, sehr gelungen, eine junge Band in Spät-60er Jahre Klamotten und mit passenden Frisuren und Kulissen spielt den Song in einem Studio und wird gegen Ende des Tracks von einem Haufen Leuten der Instrumente entledigt. Das ganze Ambiente ist stilecht und es wirkt so, wie eine dieser TV-Shows aus der damaligen Zeit. Hat so ein bißchen was von einer Parodie auf all die Brit-Pop-Bands, die sich von den 60er Jahre Gruppen inspirieren lassen, letztendlich aber musikalisch häufig kaum mehr als NEW ORDER-Kopisten sind. Als Audiotrack ist der Titel „Behind Closed Doors“ enthalten, ein typischer NEW ORDER Song, der auch auf der MCD zu finden ist. Entwas enttäuschend sind die drei „Bonus-Live Clips“, die sich als jeweils ca. einminütige Ausschnitte der Songs „Temptation“, „Isolation“ und „True Faith“ aus der „316“-DVD herausstellen. Von der auf dem Cover angekündigten „Temptation“-Version für die 2002 Commonwealth Games ist dann leider gar nichts vorhanden, dafür muß man sich dann ebenfalls die „316“ DVD holen (was wirklich lohnenswert ist). So bleibt für den Fan eigentlich nur der Videoclip zu „Crystal“, der ansonsten noch nirgends erhältlich ist. Dieser ist allerdings wirklich gelungen. (A.P.)NEW ORDER - Get Ready (CD 2001) (London Records)
„Get Ready“ verlässt die Gehörgänge spätestens nach dem zweiten Durchlauf nur noch widerwillig. Und hat man sich erstmal dran gewöhnt, daß NEW ORDER rockiger denn je aufspielen, so reiht sich „Get Ready“ problemlos in die Gesellschaft solcher Klassiker wie „Low Life“ oder „Movement“ ein. Trotz der eher rauhen Grundstimmung sind einige äusserst tanzbare Titel, aber auch ruhigere Songs vertreten. Als Gäste hat man sich einiges an Prominenz geholt, so Billy Corgan von den Smashing Pumpkins und Bobby Gillespie. Beim Coverartwork ist man von den knallbunten Bonbonfarben der letzten beiden Alben „Technique“ und „Republic“ wieder zu dezenteren Farben zurückgekehrt. Ein roter Balken fällt da schon als auffällig ins Auge. Dem eher schlichten Coverkonzepten aus alten Factory-Tagen ist man treu geblieben und das passt auch am besten zu NEW ORDER, die einfach keine Glamour-Band sind, sondern bodenständig rüberkommen. Hoffentlich wird dieses Album ein Riesen-Hit, damit all der gelackte Produzentenpop mal wieder richtig Konkurrenz bekommt. (A.P.)(London Records)
Starten tut die DVD mit der Widerveröffentlichung des ersten offiziellen Livevideos „Taras Shevchenko“, das einen Livemitschnitt eines Konzertes aus dem „Ukrainian National Home“ in New York von 1981 enthält. Hier werden die frühen Songs der Band geboten, wie „Everything´s Gone Green“, „Procession“ und „Ceremony“ (ein Song, der noch aus der Joy Division Zeit stammt). Dazu einige weiter Tracks des ersten Albums „Movement“. Objektiv betrachtet, waren NEW ORDER zu der Zeit definitiv eine miserable Liveband, von der Intensität der Lieder aber ist der Mitschnitt beinahe genial. Der Sound ist mittelmässig, die Band verspielt sich ständig, singt schief und scheint wenig motiviert zu sein, auf der Bühne zu stehen. Die Lieder selber jedoch erinnern in dieser frühen Phase noch deutlich an Joy Division und ständig wartet man, daß Ian Curtis plötzlich aus dem Hintergrund der Bühne tritt und das Mikrofon übernimmt. Eine Bühnenshow ist praktisch nicht vorhanden, die Musiker starren ständig nach unten oder stehen gar mit dem Rücken zum Publikum und bewegen sich kaum, auch die Lightshow ist sehr spartanisch und dennoch fesselt die Musik ungemein. Besonders überzeugen tut die Version von „Temptation“. Bemerkenswert auch noch, daß die stets so schüchtern wirkende Keyboarderin hier mit wild toupierten Haaren und bleich geschminkten Gesicht zu sehen ist. Nach 9 Songs und rund 45 Minuten ist dieser Mitschnitt dann auch schon wieder zu Ende. Es folgt der Mitschnitt vom 98er Reading Festival. Hier bekommt der geneigte Zuschauer sozusagen eine Best Of-Show geboten, mit den größten Hits der Band von „Regret“ und „Touched By The Hand Of God“ über „Bizarre Love Triangle“ und „Temptation“ bis hin zu „True Faith“, „World In Motion“ und dem bekanntesten Song von New Order „Blue Monday“. Dazu gibt es einen Joy Division Block mit „Isolation“, „Atmosphere“ und „Heart And Soul“. Besonders interessant ist es, die beiden Konzerte, zwischen denen rund 17 Jahre liegen, zu vergleichen. Natürlich ist die Band musikalisch besser geworden, obwohl einiges der Musik offensichtlich vom Band kommt, ab und zu sogar ein bißchen Gesang, wie in „Paradise“ und „World In Motion“, das Publikum ist größer und für´s Auge wird mit einer Lightshow auch einiges geboten. Ab und zu wird sogar zum Publikum gesprochen und die Lieder werden angesagt Ansonsten hat sich aber eigentlich nicht viel verändert. Die Bandmitglieder, natürlich sichtbar älter geworden, gucken immer noch dauernd nach unten, bewegen sich kaum, drehen sich mit dem Rücken zum Publikum, der Schlagzeuger muß sich immer noch stark konzentrieren, der Sänger hat noch die gleiche Frisur und kann immer noch nicht gleichzeitig Gitarre spielen und singen und die Musik ist immer noch genial. Nun ja, bei den Joy Division Songs fehlt es aufgrund der fehlenden Stimme von Ian Curtis etwas an Intensität, was vor allem bei „Atmosphere“ auffällt. Insgesamt ist der Sound aber nicht mehr so minimalistisch, wie in den Anfangstagen, sondern voller und monumentaler. Auf jeden Fall wird klar, daß NEW ORDER Vorbilder für einen ganzen Haufen von Brit-Pop-Bands sind, diese aber immer noch locker in die Tasche stecken. Erwähnenswert ist hier besonders die Version von „Bizarre Love Triangle“, bei der sich die Band als Disco-Gruppe offensichtlich selbst auf die Schippe nimmt, anders ist zumindest das Rumgehüpfe des Sängers nicht zu erklären. Zumindest hoffe ich sehr, daß das nicht ernst gemeint ist! Weniger gelungen ist leider die modernisierte Fassung von „True Faith“, im Original einer der größten Popsongs aller Zeiten. Hier klingt er, trotz der unschlagbaren Melodie, wie ein x-beliebigiger Discosong. Dafür wird wieder eine tolle Version von „Temptation“ geboten, neben den Joy Division Songs und „Blue Monday“ der einzige ganz frühe Song der Gruppe auf diesem Konzert. Etwas lustlos runtergespielt kommt „Blue Monday“ rüber, der Fluch eines Welthits, den man spielen muß, auch wenn man als Band selber das Stück nicht mehr hören kann. Irgendwie aber doch gelungen, gerade wegen der leichten Selbstironie, mit der der Song dargebracht wird. Beendet wird der Auftritt mit dem Fussball-Song „World In Motion“, der zumindest in England ein Riesenhit war und hier mit Keith Allen als Gastsänger aufgeführt wird. Ist schon seltsam, in so kurzer Zeit von ein und derselben Band „Atmosphere“ und „World In Motion“ zu hören, dazwischen liegen Welten! Nach einer knappen Stunde ist der Zauber dann auch schon wieder vorbei. Zum, Abschluß gibt es noch ein 25-minütiges Special über NEW ORDER zu sehen. Neben Ausschnitten vom Reading Festival und dem „Taras Shevchenko“ Video gibt es ein interessantes und unterhaltsames Interview zu sehen und hören. Die Bandmitglieder blicken dabei duruchaus ironisch auf ihre 20-jährige Bandgeschichte zurück, stehen aber offensichtlich immer noch zu den alten Sachen, die sich doch sehr von den neueren Songs unterscheiden. Offensichtlich ist auch, daß sie nach 20 Jahren immer noch vom Tode Ian Curtis´ geprägt sind und das Joy Divison-„Erbe“ am Leben erhalten wollen. Schön ist auch, daß die Musiker recht humorvoll und locker sind und auch mal über sich selbst lachen können. Zwischendurch sind immer wieder Ausschnitte aus Videoclips zu sehen, leider aber keine kompletten Songs und das Ende kommt sehr aprupt. Trotzdem ist das Ganze recht interessant und eine schöne Ergänzung zu den beiden Live-Mitschnitten. Die DVD bietet gute Bild- und Tonqualität und ist in Vollbild. Als Untertitel für den „In Coversation“ Teil kann man Deutsch und Englisch anwählen. Das Cover und das Inlay sind natürlich in der für NEW ORDER typischen Schlichtheit schön gestaltet. Nicht nur für Fans und Sammler ist diese DVD Pflicht, sondern auch für Leute, die einfach gute Musik mögen. Bleibt zu hoffen, daß nach diesem guten Beginn nach und nach auch die anderen NEW ODER Videos „Pumped Full Of Drugs“, „Academy“, „Substance“ und „The Story Of New Order“ auf DVD erscheinen, vielleicht mit zusätzlichem Material. Ganz vorsichtig hoffe ich auch mal auf eine Joy Division DVD (auch wenn es da wohl kaum qualitativ hochwertiges Material gibt). Zunächst gibt es auf jeden Fall eine DVD-Single von dem 2001er Song „Crystal“, die neben dem Videclip auch noch einen Audiotrack sowie nochmals etwas Material von „316“ enthält. (A.P.) NEW
ORDER - Crystal CD 1 (MCD 2001) (London Records)
Der zweite Song „Behind Closed Doors“ ist ebenfalls typisch für die Band und könnte auf jedem Album der Band gewesen sein. Schön, wenn eine Band sich selbst treu bleibt, ohne dabei zur Selbstkopie zu verkommen. Dritter Titel auf dieser MCD ist der“Digweed & Muir Bedrock Mix Edit“ von „Crystal“, der die experimentierfreudige Seite von NEW ORDER zeigt, die auch immer wieder auf den Maxi B-Seiten zu hören war. Mit gut 10 Minuten und einem technoiden Beat dürfte dieser Mix durchaus auch weltoffene Technofans ansprechen. NEW ORDER sind wieder da, gut wie immer. Diese MCD steigert wirklich die Vorfreude auf das bevorstehende brandneue Album „Get Ready“. (A.P.) NEW
ORDER - Crystal CD2 (MCD 2001) (London Records)
Die drei enthaltenen Mixe von „Crystal“ sind jedenfalls ganz ordentlich, kommen aber nie an die normale Singleversion heran. Zum ersten gibt es einen „Radio Edit“ des „Digweed & Muir Bedrock“-Mixes, der als 10 Minuten Version auf der 1. MCD war. Danach folgt der sehr rhythmische und dublastige „Lee Coombs Remix“ mit fast 9 Minuten Länge, der mit der Zeit eine gewisse hypnotische Wirkung entwickelt und deshalb nach mehrmaligem Hören immer besser wird. Als letztes gibt es dann noch den „John Creamer & Stephane K Main“ Remix, der wie eine seltsame Mischung aus typischen 80er Jahre Sounds und heutigem Trance-Techno oder Drum´n´Bass oder wie das heisst, klingt und durchaus fesseln kann. Insgesamt sind alle drei Mixe recht tanzbar und wohl eher für den Clubeinsatz bestimmt, im Radio wird man wohl immer die normale Version zu hören bekommen. Musikalisch ist diese CD auf jeden Fall lohnenswert, aber etwas abgezockt fühlt man sich als alter Fan schon. Dennoch kann diese Geschäftspolitik die Freude über NEW ORDER´s Rückkehr nicht trüben. Eine DVD-Single von „Crystal“ ist auch angekündigt, war beim Schreiben dieser Kritik aber noch nicht im Laden erhältlich. Ich schätze mal, daß darauf der Videoclip enthalten sein wird und eventuell einige (oder sogar alle?) Mixe der beiden MCDs. Wir halten Euch auf dem Laufenden. (A.P.)NEW
ORDER – BBC Radio 1 Live In Concert (CD 2000) (Strange Fruit/Pinnacle)
NEW ORDER - The Best Of New Order (CD 1994) (London Records) Nach
dem eher schwachen Album „Republic (zumindest für NEW ORDER schwach),
legten die einzelnen Gruppenmitglieder in anderen musikalischen Projekten
los (Electronic, The Other Two, Monaco) und liessen NEW ORDER ruhen. Grund
genug für die Plattenfirma, sieben Jahre nach der „Substance
1987“-Singles Compilation eine weitere Best Of-Kopplung vorzulegen, die
die Singles seit „Blue Monday 88“ mit einigen Remixen und auch ein
paar älteren Stücken zusammenfasst. Von „True Faith“, „Bizarre
Love Triangle“, „1963“ und „Round & Round“ gibt es 1994er
Remixe zu hören, von „Blue Monday“ wie gesagt den 1988er Mix, der
aber nie ans Original rankommt und viel zu glatt ist. Dazu die Singles
„Regret“, „World In Motion“, „Fine Time“, „Vanishing
Point“, „Run 2“ und einige mehr. „Perfect Kiss“, „Shell
Shock“ und „Thieves Like Us“ gibt es auch nochmal zu hören, so daß
eigentlich gar kein schlechter Überblick über die letzten Jahre der
Bandgeschichte entsteht. Das ganze hat den Anschein von „hier stehen wir
heute, vergesst die alten Sachen“, was aus Sicht der Gruppe natürlich
absolut nachvollziehbar ist. Auch Neueinsteiger, die in den 80er Jahren zu
jung waren, um die Band mitverfolgt zu haben, kriegen hier eine sinnvolle
Compilation geboten. Zeitgleich erschien eine weitere Zusammenstellung
namens „The Rest Of New Order“, die das Bild ergänzt. (A.P.)
NEW ORDER - Republic (CD 1993)
NEW ORDER - Technique (CD 1989) (Centre Date/London Records) Nach der Compilation "Substance" beschritten NEW ORDER mit "Technique" neue Wege, wurden poppig wie nie zuvor, verarbeiteten aber auch die gerade angesagten Acid-House Sounds, zum Beispiel in der Singleauskopplung "Fine Time". Dennoch ist "Technique" ein typisches NEW ORDER-Album mit guten, melodiösen Popsongs wie "All The Way", der Single "Round & Round" und anderen. NEW ORDER wird man immer am unverkennbaren Bass und dem leicht disharmonischen Gesang erkennen und so dürften alle Fans , die die Gruppe bis dahin gemocht haben, auch von "Technique" nicht enttäuscht sein. (A.P.) NEW ORDER - Brotherhood (1986) (Factory/Centre Date-London Records)
NEW ORDER - Low-Life (CD 1985) (London Records/Warner) Ich war schon immer NEW ORDER Fan und mag eigentlich alle Platten der Gruppe, mit "Low-Life" haben sie aber ihr absolutes Meisterwerk vorgelegt. Nur Hits und perfekte Popsongs. Das Album startet gleich mit meinem ewigen NEW ORDER Lieblingslied "Love Vigilantes", ein leicht schräger Song, der sich schon beim ersten hören für immer in mein Herz gebohrt hat. Es folgt die recht bekannte Single "The Perfect Kiss". In einer besseren Welt wäre die Single "Sub-Culture" wochenlang die Nummer 1 in aller Welt geworden, die Melodie ist einfach unwiderstehlich, der Rhythmus ist dazu noch extrem tanzbar. Mit "Elegia" ist weiterhin ein sehr melancholisches Instrumentalstück dabei, das, wenn ich mich nicht ganz irre, Mitte der 80er auch im Film "Pretty In Pink" verwendet wurde, wenn auch nur kurz angespielt. Auch die restlichen Songs, die ich nicht erwähnt habe gehören alle in die Kategorie "anspruchsvoller Ohrwurmpop". "Low-Life" gehört zu den wenigen Platten, die ich in jeder Stimmung hören kann und immer dann heraushole, wenn ich auf überhaupt keine meiner tausenden von Platten Lust habe. (A.P.) NEW ORDER - Power, Corruption & Lies (CD1983/1992)
„Power, Corruption & Lies“ war das zweite Album von NEW ORDER. Nach dem noch sehr dunklen, ein wenig an Joy Division erinnernden Debutalbum „Movement“, wurden NEW ORDER hier schon weitaus eingängiger und tanzbarer. Einige Songs sind im ähnlichen Stil gehalten, wie der Mega-Hit „Blue Monday“ aus dem gleichen Jahr, der aber nicht auf dem Album enthalten ist. In der Anfangszeit vermied die Gruppe es, ihre Singles auch auf die Alben zu packen. Dennoch überzeugt „Power, Corruption & Lies“ durchgehend, wenn man sich daran gewöhnt hat, daß die düsteren Zeiten vorbei sind und NEW ORDER auch Musik für Discotheken produzieren., was allerdings nicht heisst, daß hier oberflächlicher Tralala-Pop enthalten ist. Der bandtypische Bass, die Stimme und die unverkennbaren Melodien machen jeden Song zu einem echten NEW ORDER-Track. Es ist schwer, einen der 8 Songs hervorzuheben. Beliebt unter Fans ist auf jeden Fall „Age Of Consent“, aber auch „586“, „Your Silent Face“ und „Ultraviolence“ sind Hits. Von den 7 regulären Alben der Band (Compilations nicht mitgerechnet) würde ich diese Platte auf einen guten Mittelfeldplatz setzen. (A.P.) |