BACK AGAIN: WAVE / POP
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MILA MAR - Picnic On The
Moon MILA MAR - Silver Star MILA MAR - Maid Of Orleans MILA MAR - Picnic On The Moon (CD 24.03.2003)(Strange Ways Records) Reingehört von Maximilian Nitzschke
Entführt von einer Elfe mit ariemhaften Gesang und Sexappeal, der Sängerin Anke Hachfeld. Nach dem großen Erfolg des letzten Albums „Elfensex“ , von dem Kritiker und Fans gleichermassen nur schwärmten, und unzähligen Tourauftritten quer durch Europa ist jedoch einiges passiert, was die Ausnahme - Formation fast vor die klassische Auflösungssituation gestellt hat. Zuerst verließ der ursprüngliche Produzent Knut Bussian die Band, weil die nervliche Belastung für ihn zu groß wurde. Dann im Juli der nächste Schock: Söan Meyer, bisher an den Drums, hat sich ebenfalls entschlossen, Mila Mar den Rücken zu kehren. Doch als wäre das nicht genug Verlust, ging auch noch die zweite Frau: Katrin Beischer, bisher an der Geige und den Djembles, und wird sich in Zukunft wieder ihrem Studium widmen. So wurde innerhalb kürzester Zeit aus dem Quartett ein Duo, dass sich nach einem neuen Produzenten umsehen musste. Und der fand sich, der Ex-Inchtaboktable B.Deutung (heute Deine Lakaien) nahm sich dem Projekt an und ist neuer Produzent. Und so starten Anke Hachfeld und Maaf Kirchner neuorientiert durch, lassen den Hörer teilhaben am „picnic on the moon“. Mit dem bisherigen Material ihrer Karriere konfrontiert, kam die Überlegung auf, den Stil Mila Mars noch größerer Experimentierfreude auszusetzen, und heraus kam qualitativ hochwertiges und aufregendes Songmaterial, dass dennoch dem Stil Mila Mars gerecht bleibt. Man kann getrost sagen, es enstand eine der buntschillernsten Album – Kreationen ihrer bisherigen Karriere. „Picnic on the moon“ ist eine Neuerfindung Mila Mars, ohne dabei ihre gewohnte Phantasiesprache gepaart mit Melancholie, Kraft und Kindlichkeit aufgegeben zu haben. Sie haben ihren bisherigen Stil kultiviert, und dennoch in gänzlich neue musikalische Umlaufbahnen gelenkt. Jeder der insgesamt 11 Songs wird getragen von traumhaft beseelten (Pop-)Klängen, die im Duett mit Sängerin/Diva Anke Hachfelds immer variationsreicher gewordenen Stimme, diese zu immer neueren Höhepunkten und Facetten treibt. Zeitlose Eleganz schallt dort aus den Boxen, mal arienhaft, mal kindlich oder melodramatisch. Man fühlt sich tatsächlich auf eine flirrende Mondlandschaft versetzt, fern der Realität!. Nie klangen Mila Mar vielseitiger, entrückter, näher und doch intim, wie auf dieser CD.. Nachdenklich stimmt bereits der Album Opener „in the name of..“ Setzte man auf dem letzten Album schon auf die Vermischung von Text mit Phantasielauten, so setzt sich diese Idee im Oppener fort. Mit englischen Text, und der betörend, arienhaften Stimme Anke Hachfelds, sowie Djembleklängen, die fast an eine indianische Beschwörung erinnern, klagt die Sängerin die Zerstörung der Natur durch den Menschen und seinen religiösen Wahn an. „I just can feel it, the earth will break off. Destroyed by humans in the name of god…” Die Djembles steigern den Rhytmus zum Finale hin, und verleihen auch der Aussage des Liedes an immenser Kraft, da sie harmonieren mit Ankes Stimme, die immer wuchtiger wird. “Sense of beeing” ist der zweite Albumtrack und macht mit Hilfe von Synthieklängen, die dahin zu schweben scheinen, einen Brückenschlag vom sehr verträumtem Text über die Bedeutung von Liebe hin zu magischem Discosound. Schwerelos treiben, sich in seine Träume verkriechen: „surving in my dreams“ erscheint als Motto dieses Stückes zu gelten. „Arabesque“ ist der erste Song den Anke Hachfeld komplett wieder in ihrer charakteristisch gewordenen Phantasiesprache singt. Melancholisch, in sich selbst versunken beginnt sie dieses Stück und explodiert förmlich vor lauter Kraft. Ihre Stimme scheint sich schier zu überschlagen vor Gefühlen, die in ihr zum Ausdruck kommen. Hin und her schwankend zwischen depressiv und expressiv. „Yellow fish“ präsentiert sich eher verträumt, wirkt selbstvergessen und realentrückt. Mit Streichern und Harfe eingeleitet, setzt der Gesang leise ein, wie der einer, weil plötzlich in diese Welt gestoßen, verwirrten und staunenden Kinder – Elfe. Ein Wechselbad der Stimme zwischen Weltfremdheit, Naivität und Neugier und der Reife der Sängerin, emotional ausdrucksstark. Sich selber kennenlernen, erfassen und spüren auf einer Zeitreise im inneren eines gelben Fisches, darum geht es textlich. „today I saw myself, inside a yellow fish, that opens up my mind“ Mit Djembles eingeleitet wird der Titeltrack „picnic on the moon“. Mit melancholischer Stimme verführt uns Anke Hachfeld und entführt uns in die Weiten des Weltalls um vom Mond aus, auf die Erde zu schauen. Weg geträumt, einem Wunsch gefolgt zu sein, allein die Unmöglichkeit möglich zu machen, dass scheint die Botschaft zu sein. Das Weltall mag unendlich sein, wir sind es nicht, zeitlich begrenzt in der Zeitlosigkeit, : „Ich sterb und leb die zeit“! „Herz“, wieder in reiner Phantasiesprache, ist ein fein gewebter Klangteppich, der durch klassische Streicherarrangements mit von der Band „Vaudeville“ inspirierter Schwerelosigkeit und Eleganz komponiert wurde. Die Phantasiesprache der Sängerin Hachfeld wird förmlich fortgetragen, damit, so zerbrechlich sie ist, ihr kein Leid passiert auf dieser Mondreise. „Top secret“ ist pure mystisch angehauchte Avantgarde, mit Pfeiftönen, Knarren und Klirren eingeleitet, setzt gebieterisch die Stimme Anke Hachfelds ein und trägt uns hinein in das Mysterium Leben. „Life is a secret, thats the true!“ Herrlich verrückte Klangspiele präsentiert „short cuts“ und verwebt gekonnt die süßlich betörende Stimme der Diva Anke, die ihre Stimme bis zum C „malträtiert“, mit abgespactem Sound. Gitarre und Drums wechseln mit Streichern und setzen die Stimme hervorragend in Szene. Textlich scheinen es Lebensfragmente, kleine Erinnerungen, zu sein die sich da zu einem ganzen verweben und den Eindruck erwecken, dass der jenige, um den es geht, eine Faszination für Leben und Tod bzw. Gegensätzliches haben muss. „Bommerloo“ könnte die Titelmusik einer Science Fiction Serie sein, so abgespact kommt der Klangteppich daher und schraubt sich der Gesang Anke Hachfelds ins innerste der Seele und ins Mark des Höres. Fast wähnt man sich als Kapitän des Shuttles, das uns Hörer wieder vom Mondausflug zur Erde zurückholen soll, und nun noch etwas im All herumtreibt - staunend. „Epilog“, in einer Liveversion, mit Klavier eingeleitet, klingt zart verträumt und doch schwingt dabei immer ein Hauch Melancholie oder Einsamkeit mit. Die Lautmalerei Hachfelds tut ihr übriges. Man könnte den Schwermut in der Stimme fast als Antwort auf das Ende des Picnics auf dem Mond werten: Lebewohl sagen und wissend, man wird nie wieder hinkommen, oder nur noch selten – wenn das Tor dorthin sich öffnet. Mit „nach elf im Wald“ tauchen wir ein in die Geräusche des von Dunkelheit umgebenen Waldes, Pferdegetrappel, Vogelstimmen und Klavier sonst nichts. Ruhe – innere Ruhe? Die gesamte Zeit ist Anke Hachfeld quasi so etwas wie „Reiseleiterin“ mal verträumt, mal kindlich, oder erotisch – verführerisch, schwankt sie hin und her und präsentiert ein riesiges Gefühls-, und Klang-Spektrum. Ein emotional geladener Spaziergang auf dem Mond. Um dieses Werk abzurunden, haben sich Mila Mar hochrangige musikalische Gäste aus Inipendentkreisen mit ins Boot geholt: Den Gitarristen Henning Rümenapp (Guano Apes), Produzenten B .Deutung (The Inchtaboktables, Deine Lakaien), Bassist Moeh (Inchtaboktables), Drummer Lars Watermann, Dj Ragar, Jan Klemm (Inchtaboktables) und Bando, die alle voller Bewunderung für die brandneuen Kompositionen ihr filigranstes und zärtlichsten Spiel in die Waagschale legten. Nie zuvor klangen Mila Mar wegweisender, beseelter und innovativer als auf diesem Album – ein traumhafter Pop Musik-Rausch jenseits der Grenzen von Zeit und Raum! MILA MAR - Silver Star (MCD 11.06.2001) (Strange Ways/Indigo) Die Band präsentiert gänzlich
anderes Pop-Klang-Gewand und Bonbon
„Silver Star zählte schon immer
zu einem unserer Lieblingsstücke von Elfensex, und so war es nur
konsequent diesen Song zum Anlass einer zweiten Auskoppelung zu machen“,
gibt Anke Hachfeld, Sängerin der Gruppe Auskunft. Obwohl dieser Song eher märchenhaft und verträumt daher kommt, steckt in seinem Text ein heikles, und zumeist tabuiertes Thema, der Selbstmordversuch eines Kindes. „Ein Kind wird vom Vater verlassen und wählt für sich den Freitod. Ich habe so etwas ähnliches erlebt und musste mir das einfach von der Seele schreiben und verarbeiten. Das war zu unfassbar“, erklärt Anke Hachfeld die Botschaft des Songs. Auf der Single selbst erscheint der Titel in drei verschiedenen bisher unveröffentlichten Versionen. Die „short version“, gleich zu Beginn, verleiht dem feinsinnigen Song durch seine dem original hinzugefügten elektronischen Beats eine völlig neue Ebene, die ihn direkt auf Club-Tanzflächen führen kann. Mit vielen weiten, offenen Räumen versehen, bietet dieser Remix die optimale Klang-Plattform um die melancholische und facettenreiche Stimme der Sängerin, sowie die eindringliche Gesangsmelodie mit großer Geste in Szene zu setzen. Der „Alternative Mix“, von
Heiko Maile von „Camouflage“ kreiert, bietet mit einem musikalischen
Finale auf, dass weitere groovende Akzente zu setzen weiß, und durch die
noch artifizielleren Beats fast an einen Titelsong für einen Sciene -
Fiction Film erinnern lässt. Am ehesten an den Originalsong
lehnt sich die dritte Remix, der „Ufo Mix“ an. Plötzlich ertönt
wieder das gewohnte Intro des Originalsongs. Ist die Leichtigkeit die
dieses Lied besitzt wieder zu hören. Mila Mar Fans werden die Parallelen
sofort heraushören. Das besondere Bonbon dieser Single
aber ist das vierte Stück „Das steinerne Kind“. Anke Hachfeld erzählt
in fast 13 Minuten dieses Märchen und lässt noch einmal die schönsten
Melodien der beiden Alben „Nova“ und „Elfensex“ Revue passieren.
Ein lange und rar gesuchtes Fan-Sammlerstück der Extraklasse, und ein völlig
neuer Weg den sie gegangen sind. Somit enthält diese MCD Tracks, die
nicht nur die zahlreichen Fans der Formation begeistern dürften, sondern
Mila Mar einmal in gänzlich anderem Pop-Gewand präsentiert, das auch bis
dato „Noch - Nicht – Infizierte“ erfasst und bezaubern wird. (Maximilian
Nitzschke) MILA MAR - Maid Of Orleans (MCD 2000) (Strange Ways/Indigo)
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