BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE
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JOHNNY BETON AND THE
MÖRTELS – TVB Demos 1987 JOHNNY BETON AND THE MÖRTELS – TVB Demos 1987 (CD-R) (NLW lindbergh@backagain.de )
Die Musik besticht durch kühl programmierte Drumrhythmen, flächigen Keyboardeinsatz, dröhnenden Bass und unverzerrte Gitarren und wirkt dabei irgendwie minimalistisch. Dazu trockener Gesang und fertig ist echter New Wave Sound, der 1987 leider zur falschen Zeit kam und deshalb nur im engeren Freundeskreis bekannt wurde. Später wurde aus JOHNNY BETON AND THE MÖRTELS nach einigen Umbesetzungen The Black Ribbon und noch später Johnny Beton, aber die Intensität dieser frühen Aufnahmen wurde nie wieder erreicht. Nachdem es vor kurzem gelungen ist, die Originalaufnahmen dieser Demos ausfindig zu machen, ist nun angedacht, die Songs endlich einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In welcher Form das geschehen wird, ist noch nicht klar, wer aber mehr Infos haben möchte, kann sich gerne an oben genannte Emailadresse wenden. (A.P.) JOHNNY BETON AND THE MÖRTELS – Short Live Konzert (CD-R) (NLW lindbergh@backagain.de ) Dieser erste und letztendlich letzte Auftritt der Hamburger Band JOHNNY BETON AND THE MÖRTELS (zumindest unter diesem Namen und in dieser Besetzung der einzige Auftritt) hat mein Leben verändert. Es war im Dezember 1986 und an unserer Schule sollte ein Konzert mit mehreren Bands stattfinden, darunter die mir damals unbekannten Cruel Vengeance, die sich kurz vor dem Konzert noch schnell in JOHNNY BETON AND THE MÖRTELS umbenannten, ein Name, den Gitarrist Mark auf irgendeinem Kneipen-Klo gelesen hatte. Außerdem noch eine sagenhaft langweilige Schulband, die nur Coverversionen von Betroffenheitsrockern wie Bap brachte. Als wir uns nun an dem Dezemberabend in der Pausenhalle des Goethe-Gymnasiums einfanden, war ich verblüfft, dass in der Vier-Mann-Band drei Leute spielten, die ich persönlich kannte, nämlich Michi Kü. und Mark, die in meinem Jahrgang waren, zu denen mein Kontakt bis dahin aber eher gering war und Marco, der zwei Jahre unter mir war und gerade angefangen hatte, Bass zu spielen. Dazu noch Haiko Herden, den ich aber nur als einzigen Waver auf unserer Schule vom Sehen kannte, der aber heute zu meinen ältesten Freunden gehört. Dazu noch zwei Mädels, die so genannten „Zwillis“, die den Backgroundchor gaben und in unglaublichen Kleidern auftraten, die wie große Plastik-Müllsäcke aussahen. Der Rest der Band war natürlich in Schwarz gekleidet. Eröffnet wurde der etwa 50minütige Auftritt von „The Bridge“, gefolgt von „Mad On The Beach“, zwei fast perfekten Wavesongs, danach das romantischere „Little Phony On A Cloud“ und die Cure Coverversion „Subway Song“, bei der keiner so recht wusste, wann der Song zu Ende sein sollte, bis Marco halt irgendwann aufhörte, die Basslinie zu spielen. Wavig und eingängig dann wieder „The Gift“, aus dem man auch prima einen Punksong machen könnte. Dann „Weihnachtsmann“, das legendäre Blümchen Blau-Cover, vielleicht in der besten je aufgenommenen Version, besonders, weil Haiko gesanglich so richtig aus sich raus geht. Mit „Short Luck“ und „Your Death“ anschließend zwei weitere solide Standards, bevor sich Michi Kü. für den letzten Song „Lyin´ In The Coffin“ ans Schlagzeug setzte und die Band echte Stimmung im Stile von The Cure´s „Pornography“ verbreitete, was das Publikum, zumindest einen Teil davon, etwas ratlos zurück ließ. Das ist fast schon Death-Rock! Als Zugaben gibt es dann noch zwei weitere Cure-Coverversionen zu hören, nämlich zunächst „A Forest“, bei dem Beate Z. den Bass bediente und Claudia V. sich das erste Mal in ihrem Leben hinter ein Schlagzeug setzte und verzweifelt versuchte, den Takt wenigstens kurzzeitig zu halten. Irgendwann wurden die Übungen an Schlagzeug und Bass Mark zu viel und er fing einfach zu spielen an, und zwar eine wunderbare Schrammelgitarre, die einfach alles wegfegte. So hat man „A Forest“ wohl noch nie gehört, aber Spaß hat es gemacht. Als allerletztes dann noch Cure´s „Charlotte Sometimes“, ebenfalls heftig geschrammelt und unvergesslich. Auch wenn heute kaum ein Mensch noch JOHNNY BETON AND THE MÖRTELS kennt, war es in meiner (gnädigen) Erinnerung eines der 10 besten Konzerte, die ich je besucht habe. Und letztendlich Grundlage und Ausgangspunkt für meine Freundschaft mit Haiko. Natürlich ist diese Einschätzung nostalgisch verklärt und der Sound der Aufnahme ist ziemlich übel, aber wen das nicht stört, der hört hier einige großartige Songs von einer spielfreudigen Gitarren-Wave-Band der 80er Jahre heraus. Ob das komplette Konzert jemals noch in irgendeiner Form veröffentlicht wird, steht in den Sternen, aber der eine oder andere Song daraus wird es wohl noch auf eine geplante Veröffentlichung schaffen. (A.P.) |
| KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |