BACK AGAIN: WAVE / POP

INTO THE ABYSS – Adrenochrome
INTO THE ABYSS - Cosmogonia

INTO THE ABYSS – Adrenochrome (CD 2002)

(Cyberdelia Records www.cyberdelia-records.com   : http://www.comig.net/abyss )

Anfang bis Mitte der 90er Jahre  waren INTO THE ABYSS als Griechisch-Deutsche Band aus Darmstadt eine feste Größe im Dark Wave/Gothic-Sektor, die aber leider nie den ganz großen Durchbruch geschafft hat. Wahrscheinlich waren sie schon damals nicht straight genug für die Masse der Gothic-Rock Fans, denn die Gruppe um Sänger/Gitarrist Iannis Kalifatidis hat schon immer alle möglichen Einflüsse in ihre Musik aufgenommen, von fast reinem Gothic-Rock des ersten Tapes und der Debut-CD „Martyrium“ über 70er Jahre-Rock-Elemente und deutlichen Psychedelia-Einflüssen bis hin zu orientalischen Klängen und elektronischen Sprengseln heutzutage.

„Adrenochrome“ ist das erste Livealbum der Band auf CD und erscheint bei dem griechischen Label Cyberdelia Records, nachdem Iannis 1999 in sein Heimatland zurückgekehrt ist.

Die 12 Songs auf „Adrenochrome“ zeigen deutlich, dass INTO THE ABYSS eine großartige Liveband sind, ja, ich mochte sie live auf der Bühne sogar immer lieber, als auf CD oder Platte, weil sie musikalisch sehr gut sind und dort immer eine Wahnsinnsenergie entwickeln.

Die Lieder stammen wohl aus allen Phasen der Bandgeschichte, sogar das tolle „Banner Of The Fray“ vom ersten Album gibt es hier zu hören, ein Stück, das in den letzten rund 10 Jahren nichts an Kraft eingebüsst hat. Iannis´ Hang zu Songs mit Überlänge zeigt sich auch hier wieder einmal, was aber unbedingt nötig ist, damit die Songs sich voll entfalten können, was hier immer der Fall ist.

Die Soundqualität ist einwandfrei und weil hier eigentlich ein recht repräsentativer Querschnitt durch die Geschichte von INTO THE ABYSS geboten wird, kann man auch als „Neuling“ bedenkenlos zugreifen und sich dann später die übrigen Alben holen. Schön, dass es INTO THE ABYSS immer noch (oder wieder?) gibt, ich mag Konstanten in meinem chaotischen Leben. (A.P.)


INTO THE ABYSS - Cosmogonia (CD)

(...In Wonderland/ISS)

Nach dem recht gothic-rockigen Erstling „Martyrium" und dem weitaus ausgereifteren Nachfolger „The Feathered Snake", sowie unermüdlichem Touren durch die Clubs legt die griechisch-deutsche Band mit Stammsitz (noch) in Darmstadt ihr drittes langes Werk vor. Vom Gothic-Rock hat die Musik sich sehr weit wegbewegt, obwohl die CD dennoch auch für manchen schwarzgekleideten ein Hörgenuß sein dürfte. Die Schwerpunkte liegen aber heute ganz klar bei recht straighten Rock mit Ethno-, Psychedelic- und ganz selten mit ein paar Metal-Anleihen. Außer dem klassischen Rock-Instrumetarium werden auch immer wieder Violine, Flöte, Piano, Lyra und ein paar exotischere Instrumente eingesetzt, was den Klang der CD etwas fremdartig (im positivsten Sinne!) wirken läßt. Anklänge an griechische, aber auch orientalische Musik sind häufig hörbar. Eigentlich ist der einzige leicht negative Punkt, daß die Stimme von Sänger Janis (hallo!) etwas weniger kraftvoll als bisher abgemischt wurde, hört sich manchmal etwas zu sauber an, da fehlen ein paar Ecken und Kanten. Auffallend ist auch der verstärkte Einsatz von elektronischen Elementen, meist in Form von unterstützenden Samples, die aber immer im Hintergrund bleiben und niemals die Hauptrolle übernehmen, diese bleibt weiterhin dem großartigen Gitarrenspiel vorbehalten. Tolles Album, das der Band eigentlich endlich mal den verdienten Erfolg bringen sollte, aber die Welt ist schlecht und Qualität steht leider meist nicht mehr an erster Stelle. Auf der Tour mit der Kraut-Rock Legende Embryo sollte man sich aber wohl ein neues, über die Gothic-Szene hinausgehendes Publikum erarbeiten und vielleicht auch die Medien über den Independent-Bereich hinaus aufmerksam machen können. Hoffen wir´s. (A.P.)