BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE
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THE GHOST OF LEMORA – Reach For The Ground (CD 2004) (Resurrection Records-Alice In.../Nova Media)
Die Überraschung ist eigentlich, dass die CD gar nicht so richtig klischeehaft gothic-rockig klingt und doch perfekt die Fans dieses Stils bedienen wird. THE GHOST OF LEMORA bedienen sich geschickt bei allen möglichen Vorbildern und Stilen und mischen daraus ihr eigenes Gebräu zusammen. Los geht´s mit „The Glamour“, das an einen kurzzeitigen Spät-80er Hype erinnert, an den sich zumindest in Deutschland kaum noch jemand erinnern dürfte: Grebo! Dieses seltsame Wort stand für Bands wie Zodiac Mindwarp And The Love Reaction oder Pop Will Eat Itself, die kurzzeitig die Titelseiten der englischen Musikzeitschriften beherrschten. Im Grunde eine Art dreckiger Biker-Rock mit Ohrwurmgarantie. „Shadow Over Substance“ klingt dann deutlich nach David Bowie in seinen großen Zeiten Ende der 70er Jahre und „Beauty Can´t Die“ wird als rockiger 80er-Track mit Monumentalkeyboards sicher die Clubs erobern. Im Titeltrack „Reach For The Ground“ verbinden sich wieder Bowie-Einflüsse mit einer gelungenen 80er Jahre-Stimmung. „La Fol Amour“ ist dann eine dunkle Ballade, die ein bisschen an den „Breaking Glass“ Soundtrack von Hazel O´Connor erinnert, nur natürlich mit Herren-Gesang. „The Ground Benath Our Feet“ beginnt mit Kirchenorgel-Sound und geht dann mit rockigen Gitarren weiter, so dass man beinahe schon an Ami-Death-Rock denkt, doch der Gesang klingt dafür dann wieder zu normal, so dass die Chance etwas vertan wird, einen echten Brecher zu schaffen, schade. „Kissing The Plague“ wird wahrscheinlich der zweite Song aus dem Album sein, der in den Clubs gespielt wird. Eine Art Electro-Goth-Rock oder so ähnlich. Bei „Gallery Girls“ kann dann wieder locker der Name Bowie fallen, was mehr als deutlich zeigt, welchen Einfluss dieser Mann auf die frühe New Wave Szene hatte. „It´s Just A Ride“ ist dann schon fast ein bisschen Wave-Punk, wie man ihn um 1980 herum ab und zu gehört hat, verbunden allerdings mit einer ordentlichen Ladung Rock´n´Roll. Noch mal in Richtung „Breaking Glass“ geht es bei „The Return Of Lila“ und mit „To The Gods That Walk Among Us“ wird´s dann scheinbar doch noch einmal richtig gothic-rockig, bis dann die Keyboards einsetzen und den Song zu sehr glätten. Ausklingen tut „Reach For The Ground“ dann schließlich mit dem Song „A Labyrinth Of Broken Dreams“, der fast schon etwas hymnenhaftes hat und ein bisschen wie aus einer 70er Jahre Rockoper klingt. Und wenn man dann, statt die CD aus dem Player zu holen, noch geduldig wartet, bekommt man einen so genannten „Hidden Track“ zu hören, der keinen Titel zu haben scheint. Eine Unsitte und völlig blödsinnig, Lieder auf CDs zu pressen, die man nicht aufs Cover schreibt. THE GHOST OF LEMORA können mit ihrem Debutalbum tatsächlich überraschen, weil sie eben nicht die Erwartungen erfüllt haben, ein auf Nummer sicher produziertes pures Gothic-Rock-Album vorzulegen. Stattdessen haben sie sich seit ihrer EP weiter entwickelt und aus den hörbaren Vorbildern einen recht eigenen, vielseitigen Stil entwickelt. Allerdings klingt die CD nicht wirklich wie aus einem Guss, sondern halt nach einer Sammlung von einzelnen Songs. Anspieltipps: „The Glamour“ und „It´s Just A Ride“, beziehungsweise für die stilistisch etwas eingeengteren Dark Waver unserer Tage „Beauty Can´t Die“ und „Kissing The Plague“. (A.P.) |
| KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |