BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE

FADING COLOURS – Black Horse (CD 1995)

FADING COLOURS – Lie (MCD 1995)

(Dion Fortune/Semaphore)

Von der Entdeckung dieser Band aus Polen hat mir Wolfang von Dion Fortune schon vor Monaten erzählt und er war begeistert. Als er mir kurz einige Sachen auf Tape vorspielte, war es schon fast um mich geschehen und ich konnte die Veröffentlichung dieser Gruppe auf CD gar nicht abwarten! Diese Kritik wird zu einer hemmungslosen Jubelorgie, wem sowas also nicht passt, sollte diese Kritik nicht weiterlesen.

Um es kurz zu machen: FADING COLOURS haben mit "Black Horse" die beste CD veröffentlicht, die ich seit sehr langer Zeit gehört habe. Wenige heutige Bands schaffen es, solche Intensität auf CD zu bannen und FADDING COLOURS haben das Glück, eine unglaublich gute und vielseitige Sängerin zu haben, die sich nicht an irgendwelche Vorbilder hält, sondern allein durch Können überzeugt. Da klingt sie mal leicht nach Danielle Dax, bietet Sprechgesang á la Anne Clark oder erinnert an Anna Marie von Skeletal Family. Orientalische Gesangslinien wecheln mit mittelalterlich angehauchten Melodien, dazu spielt die Band brillianten und ausgereiften Gitarrenwave, der manchmal etwas an die Chameleons erinnert, aber auch poppige Elemente sind zu hören und das ganze könnte vielleicht als eine Art "Gitarren-Wave-Goth-Pop" bezeichnet werden. Über allem liegt aber die dominante Stimme der Sängerin DE COY, der ich mich nicht mehr entziehen kann. Die Maxi "Lie" müßte eigentlich ein sicherer Hits sein, dazu kommen zwei Versionen des Titels "Black Horse" und eine Demoversion des Songs "Love", der seinen ganzen Zauber aber erst in der Album-Version entfaltet und zu dem besten gehört, was ich kenne, wenn das vielleicht jetzt auch schamlos übertrieben klingt. Außer "Love" möchten ich keine weiteren Titel dieses Albums empfehlen, denn alle Songs sind so gut, daß man keine einzelnen hervorheben sollte. Das Booklet ist dann als i-Tüpfelchen auch noch wunderschön. Was soll man jetzt noch sagen? Besser kann man sein Geld nicht anlegen. Für mich schon jetzt die CD des Jahres 1995. Um die Kritik in einem Wort auf den Punkt zu bringen: Genial! (A.P.)