BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE
|
DOSSCHE – Existenz (CD 2003) (Zeitbombe Ways/Indigo)
An sich ist die Musik recht leicht zu beschreiben, denn sie bewegt sich in bekannten Alternative-Rock-Gefilden mit häufigem Einsatz von Metalgitarren und häufig leichten Popmelodien, dazu durchgehend deutsche Texte. Irgendwo zwischen Oomph!, Rammstein, Blind Passengers, Umbra et Imago und Goethes Erben. Das Ganze ist ordentlich produziert, häufig tanzbar und dürfte Fans dieser Art von Musik sicher begeistern. Meine Welt ist es nicht so ganz, aber ich würde nie sagen, dass die CD schlecht ist, nur weil´s nicht mein Geschmack ist. Was ich den Musikern aber wirklich übel nehme, ist die Coverversion von Rheingold´s „Dreiklangsdimensionen“. Wie man einem derart atmosphärischen Song so jede Seele nehmen kann und ihn zu einem banalen Clubtrack macht, ist schon unglaublich und frech. Warum immer, wirklich immer, erwähnt wird, dass Herr Dossche praktizierender Psychologe ist, leuchtet mir auch nicht ganz ein, wenn gleich danach gesagt wird, dass die Songs von ihm eben „nicht von der Psycho-Couch“ kommen. Über den einen Musiker der früheren Hamburger Band Fortification 55 wurde doch beispielsweise auch nie geschrieben, dass er „praktizierender Bäcker“ war... Überhaupt, der Waschzettel zu diesem Album strotzt nur so vor Geschwafel im Stile von „So kann und darf man Dossche zumindest als Songregisseur tiefer mentaler (Lebens-) Filme sehen, wenn nicht gar als ´den musikalischen Wilhelm Reich des avantgardistischen Dark Pops´“. Auch vor Vergleichen mit David Lynch´s Meisterwerk „Blue Velvet“ schreckt man nicht zurück. Vielleicht sollte sich der Schreiber mal selber auf die Couch des Doktors begeben...okay, das war jetzt etwas zynisch, ich gebe es zu. Naja, was zählt ist ja die Musik und die ist solide, wenn auch nicht innovativ. Zudem ist das Booklet sehr edel und schön gestaltet, was ja auch Freude macht. Lustigerweise habe ich diese CD 3 Monate vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin bekommen...aber welchen Sinn macht es für das Label, eine fertige Produktion so lange rum liegen zu lassen? Oder richtet sich das Label etwa nach der Erscheinungsweise der bekannten deutschen Musikzeitschriften, die alle im Juli/August eine Doppelausgabe haben? Das wäre nun wirklich peinlich... (A.P.) |
| KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |