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THE
DEVILS – Dark Circles (CD 2002)
(Tapemodern/Universal
www.thedevils.tv )
Diese
CD ist eine kleine Sensation! Seit ich vor einigen Monaten erstmals gelesen
habe, dass Stephen Duffy und Nick Rhodes, die Original-Gründer der Helden
Duran Duran Ende der 70er Jahre, sich wieder zusammen getan haben, um ihre
ganz frühen Songs erstmals neu aufzunehmen und unter dem Namen THE DEVILS zu
veröffentlichen, war ich absolut heiß auf diese Scheibe. Nachdem erste
Besprechungen in Musikzeitschriften bereits begeistert klangen, freute ich
mich umso mehr, die CD endlich in den Fingern zu halten. Was die beiden
Musiker hier fabriziert haben, ist nicht mehr und nicht weniger, als ein
grandioses New Wave-Album, von dem sich die ganzen 80s-Revival-Abzocker eine
fette Scheibe abschneiden können. Das ist feinster Pop (im allerbesten
Sinne!), der zwar eingängig, aber alles andere als oberflächlich ist und
jede Menge Ecken und Kanten hat. Sofort kommen einem da Namen wie frühe
Ultravox, Visage, frühe Duran Duran, Heaven 17, Gary Numan und andere
Legenden in den Sinn. Da leuchten die Augen und glühen die Ohren, auch, oder
vielleicht gerade, weil nicht jeder Song sofort im Ohr bleibt und man
gezwungen ist, das ganze Album mehrmals am Stück durchzuhören, während die
heutigen Popalben immer nur 2, 3 Hits haben, die man auf Repeat
programmieren kann, der Rest des Albums aber aus Füllmaterial besteht. Hier
sind Leute am Werke gewesen, die sich nicht um aktuelle Trends scheren, die
jahrzehntelange Erfahrung im Showgeschäft haben und einfach eine Platte aus
Spaß aufgenommen haben. Insofern erinnert mich das Ganze ein wenig an die
Atlantic Popes, die ebenso konsequent ihr eigenes Ding durchgezogen und
damit eine wundervolle CD vorgelegt haben. Und wer einen so blöden Bandnamen
wie THE DEVILS in der heutigen Zeit benutzt, hat gleich schon mal alle meine
Sympathien auf seiner Seite. Auch beim Artwork des DigPak´s und des Booklets
haben Duffy und Rhodes sich nicht an aktuellen Trends orientiert, sondern
etwas ziemlich skurriles und dunkles geschaffen und auch die Website der
Band ist völlig anders, als man es von anderen Bands und Projekten gewohnt
ist. Nein, „Dark Circles“ beweist eindrucksvoll, dass New Wave/New Romantic
nicht tot ist und nicht mal stinkt, sondern immer noch eindrucksvoll
existiert. „Big Store“ wäre 1982 wohl ein Riesenhit geworden und wer weiß,
was passieren würde, wenn man das heute als Single auskoppeln würde.
Minimal-Electro-Fans dürfte ihre helle Freude an „Hawks Do Not Share“ haben,
dass sich als Vinyl-Single wohl sofort zu einem kultigen Liebhaberstück
entwickeln würde.
Nur eines noch: dieses
Album hätte ich aus nostalgischen Gründen unheimlich gerne auf Vinyl! (A.P.) |