BACK AGAIN: WAVE / POP

THREE IMAGINARY BOYS - (DELUXE EDITION)
TAKING OFF
THE END OF THE WORLD
THE CURE
JOIN THE DOTS
TRILOGY (DVD)

PICTURE SHOW (DVD)
KONZERTBERICHT 09.11.2002 Color Line Arena Hamburg
CUT HERE
GREATEST HITS - Kritik 1
GREATEST HITS - Kritik 2
KONZERTBERICHT 08.04.2000 STUTTGART

BLOODFLOWERS CD-Review und Konzertbericht
BLOODFLOWERS CD-Review 2
GONE
WILD MOOD SWINGS
SIDESHOW

PARIS
SHOW
HIGH
WISH

DISINTEGRATION
HOT! HOT! HOT!
KISS ME KISS ME KISS ME

STARING AT THE SEA
THE TOP
CONCERT - THE CURE LIVE

PORNOGRAPHY
FAITH
SEVENTEEN SECONDS
THREE IMAGINARY BOYS
BOYS DON´T CRY

THE CURE – Three Imaginary Boys (Deluxe Edition) (DCD 2004)

(Fiction Records/Polydor)

Als irgendwann 2004 die Nachricht kam, dass die ersten vier CURE-Alben „Three Imaginary Boys“, „Seventeen Seconds“, „Faith“ und „Pornography“ als remasterte CDs wieder auf den Markt kommen sollen, war die Freude unter den Fans zwar groß, aber noch nicht frenetisch. Als dann aber bekannt wurde, dass die Platten als digital überarbeitete Deluxe Editions im DigiPak mit jeweils einer Bonus-CD voller unveröffentlichter Tracks und Versionen in die Läden kommen,  wurde der Jubel lauter, denn es war schon vorher bekannt, dass es aus der Frühzeit der Band noch einiges interessantes Material gibt, das nun erstmals offiziell die Ohren der Fans erreichen sollte. Einiges gibt es zwar auch auf Bootlegs, doch echte Sammler sind natürlich vor allem scharf auf offizielle Veröffentlichungen.

Den Start machte im Herbst 2004 „Three Imaginary Boys“. Das reguläre Album bietet nichts Neues, aber dafür lupenreine Soundqualität.

Interessanter ist natürlich die zweite CD, die über eine Stunde rares und unveröffentlichtes Material bietet. Los geht´s mit „I Want To Be Old (Studio Demo)“ und „I´m Cold (Studio Demo)“. Beide Stücke stammen aus Studio-Sessions von 1977 und dürften so ziemlich die frühesten Aufnahmen der Band überhaupt sein. Während „I´m Cold“ es später in anderer Version auf die Single-B-Seite von „Jumping Someone Else´s Train“ schaffte, fristete „I Want To Be Old“ nur auf Bootlegs sein Dasein, obwohl der Song perfekt den damaligen Stil der Band wieder gibt. „Heroin Face“ gibt es als Live Aufnahme von Dezember 1977 zu hören. Hier ist noch ganz deutlich der Punk-Ursprung von THE CURE zu hören, kombiniert mit typischen 70er Jahre Rock-Sound. Sicher nicht einer der besten Songs der Band, aber auf jeden Fall ein echtes Zeitdokument. Bisher gab es dieses Stück nur auf der Cassetten-Version des 84er Albums „Concert – The Cure Live“ offiziell zu hören. Unter Fans von diversen Bootlegs bekannt ist danach auch „I Just Need Myself“, hier in einer Demoversion von Anfang 1978. Ebenfalls typisch für THE CURE in ihrer frühen Phase. Einer der Höhepunkte auf dieser CD ist aber danach „10:15 Saturday Night“ in einer unglaublichen Version, die Robert Smith zu Hause mit einer Hammond-Orgel und Bossanova-Rhythmus eingespielt hat, während er das selbst gebraute Bier seines Vaters trank (so steht es jedenfalls in den Liner Notes im Booklet). Abgesehen davon, dass dieser Song sowieso schon einer der großen CURE-Klassiker ist, dürfte diese Version so ziemlich das skurrilste sein, was Robert Smith je offiziell veröffentlicht hat. Echte Fans lieben es! „The Cocktail Party“ ist ein weiterer komplett unveröffentlichter Song. Die hier zu hörende Demoversion leidet unter schlechter Soundqualität und ist ähnlich seicht, wie der Titel vermuten lässt. Kein Höhepunkt, aber immerhin unveröffentlichtes CURE-Material. „Mit „Grinding Halt“, „Boys Don´t Cry“, „It´s Not You“, „10:15 Saturday Night“ und „Fire In Cairo“ kommen dann bekannte Songs in Demoversionen von Frühjahr 1978, die man teilweise schon von Bootlegs und der „Curiosity“-Cassette von 1984 kennt. Die Versionen unterscheiden sich teilweise noch stark von den später veröffentlichten Aufnahmen. Bei allen hier veröffentlichten Aufnahmen  bis April 1978 („Grinding Halt (Demo)“) war übrigens noch Porl Thompson an der Gitarre, der die Band dann verließ und erst Jahre später 1984/85 zurückkehrte. „Winter“ ist ein nicht verwendeter Song aus den „Three Imaginary Boys“ Sessions von Oktober 1978. Der Song hätte tatsächlich kaum auf das Album gepasst, klingt er doch schon wie ein „richtiger“ CURE-Song. Der andere „richtige“ Song der frühen Zeit, der es aber aufs Album geschafft hat war „Three Imaginary Boys“ selbst. Beide Songs zeigen schon deutlich den Weg, den die Band hin zu „Seventeen Seconds“ nehmen sollte. Ebenfalls aus den Aufnahmesessions zur LP stammen die unveröffentlichten Lieder „Faded Smiles“ und „Play With Me“, die beide besser in diese Phase passten und durchaus auch eine schöne Single abgegeben hätten. Dann wieder bekanntes Material mit „World War“, „Boys Don´t Cry“ und „Jumping Someone Else´s Train“, die alle drei nur als Singles (bis auf „World War“), beziehungsweise auf der für den Ami-Markt zusammen gestellten LP „Boys Don´t Cry“ zu finden waren. „World War“ war sicher bisher einer der seltensten offiziell erschienenen Titel, da er nur auf der LP-Version und den ganz frühen CD-Pressungen von „Boys Don´t Cry“ zu finden war. Es ist aber auch kein besonderer Song und Robert Smith mag ihn wohl selbst auch nicht besonders. Schließlich gibt es mit „Subway Song“ (auch auf „Curiosity“ zu finden), „Accuracy“ und „10:15 Saturday Night“ noch drei Livetracks, die 1979 in Nottingham aufgenommen wurden. Dass „10:15 Saturday Night“ alleine auf dieser Bonus CD dreimal auftaucht zeigt wohl deutlich, für wie wichtig Smith diesen Song in der Bandgeschichte ansieht.

Das mehrfach aufklappbare DigiPak kommt im Original-Artwork in einem durchsichtigen Schuber, der die Titellisten enthält. Dazu gibt es ein 12-seitiges Booklet mit genauen Angaben zu allen Tracks, interessanten Liner-Notes und vielen seltenen oder unbekannten Bildern. Eine rundum gelungene Veröffentlichung, die ihr Geld wert ist und auch Fans, die das reguläre Album haben, überzeugen wird. So darf es mit den nächsten Alben gerne weiter gehen! (A.P.)


THE CURE – Taking Off (MCD 2004)

(Geffen Records)

Im Dezember ist nun auch die zweite Single aus dem Album „The Cure“ erschienen. Während man in Europa, wenig überraschend, das poppige „Taking Off“ ausgewählt hat, müssen die Amis sich mit dem alternativ-rockigen „Alt.End“ begnügen, wobei die zusätzlichen Tracks jeweils die gleichen sind.

„Taking Off“ klingt wie ein Klon vom 1987er „Just Like Heaven“, wobei der Gesang aber angestrengter wirkt. Ein schöner Ohrwurm, der durchaus mal wieder Potential hätte, in den Charts ein bisschen Bewegung zu verursachen, aber letztlich für Fans nicht wirklich interessant ist, da eben zu sehr an „Just Like Heaven“ angelehnt.

Fans und Sammler interessieren sich sowieso vielmehr für die beiden zusätzlichen Tracks, die nicht auf dem Album zu finden sind. Beide Songs „Why Can´t I Be Me?“ und „Your God Is Fear“ sind sehr typische, „schwere“ CURE-Songs, die die meisten Fans zufrieden stellen dürften. Musikalisch irgendwo zwischen der B-Seite von „Disintegration“ und „Bloodflowers“ mit schleppenden Rhythmen und schön akzentuierten Gitarren. Alleine dafür lohnt es schon, die Maxi-CD zu kaufen. Ein schöner Bonus und offensichtlich inzwischen Standard bei CURE-Maxis ist, dass der Videoclip zur Single gleich mit drauf ist. Der Clip zu „Taking Off“ erinnert nicht von ungefähr in seiner Machart an das Video zu „Just Like Heaven“, so dass sich auch hier der Kreis schließt.

Alles in allem also eine weitere solide Single von THE CURE, die auch das Coverkonzept des Albums konsequent fortführt. (A.P.)


THE CURE – The End OF The World (MCD 2004)

(Geffen)

Schon ungewöhnlich, dass die Singleauskopplung aus einem aktuellen Album erst Wochen nach diesem selbst erscheint, aber bei THE CURE überrascht einen ja sowieso nichts mehr.

„The End Of The World“ ist von „The Cure“ ja schon hinreichend bekannt und die Gruppe ist damit sogar einige Male im Deutschen Fernsehen aufgetreten, ein richtiger, kleiner Pophit, der sich aber genug Schrägheit bewahrt hat, um nicht ins Umfeld all der gecasteten „Superstars“ gestellt zu werden. Es scheint sich hier um die normale Albumversion zu handeln, jedenfalls konnte ich keine Unterschiede feststellen.

Für den Fan interessanter sind dann jedoch die beiden zusätzlichen Tracks (statt drei oder vier verschiedene Mixe des Titelsongs), die man nicht auf dem Album findet.

Zunächst das epische, über sieben Minuten lange „This Morning“, ein dunkler, verzweifelter Song, der stark zum „Bloodflowers“-Album zurückkehrt. Das Lied beginnt mit den Worten „Nothing Left To Feel – nothing more to do“ und endet mit „There is nothing left at all but time to go“. Das klingt schon ganz schön hoffnungslos. Ein echter CURE-Song, der alle alten Fans begeistern wird. Danach dann „Fake“, irgendwo zwischen „Want“, „From The Edge Of The Deep Green Sea“ und „Last Dance“ einzuordnen, also auch CURE pur. Das ist genau der Sound, den die Gruppe seit „Disintegration“ perfektioniert hat, wobei ich die Abmischung nicht für perfekt halte, da hätte man mehr herausholen können. Die beiden Tracks sind übrigens ansonsten auf der Vinyl-Doppel-LP-Version des Albums zu finden.

Und als Bonus für die treuen Fans und alle, die es noch werden wollen, gibt es den wirklich gut gelungenen Videoclip zu „The End Of The World“, der auch bei einigen Musiksendern läuft. Das Video, fast komplett auf Robert Smith zugeschnitten, bringt wieder einmal ein bisschen die klaustrophobische Atmosphäre von Clips wie „Close To Me“ und „Lullaby“ rüber und bietet mit all den Stop-Motion-Effekten auch etwas fürs Auge. Ich finde, das ist eines der besten CURE-Videos seit Jahren.

So wird die MCD eine runde Sache, denn auch das Coverartwork ist passend, auch wenn viele Leute meckern, dass man doch kein Kindergekritzel auf eine CD-Hülle packen kann. CURE können das! Zudem sind die Texte der drei Songs abgedruckt. Also wieder mal ein Pflichtkauf! (A.P.)


THE CURE – The Cure (CD 2004)

(Geffen Records)

Das 1982 erschienene CURE-Album „Pornography“ begann mit den Worten „It doesn´matter if we all die..“ und endete mit „I must fight this sickness...find a cure“, ein Ausbund an Verzweiflung, Depression und Nihilismus. Das am 28. Juni 2004 erschienene Album „The Cure“ beginnt mit „I can´t find myself...“ und endet mit „I´m going nowhere...could be, I´m already there?“ Dazu gibt es im Booklet den Hinweis „We know you should turn down the lights & turn up the sounds for your optimum listening pleasure“, was man nur unterstreichen kann, denn das Album ist wirklich hervorragend produziert, druckvoll, kraftvoll, monumental.

Viele Leute haben durch den Wechsel zu Geffen Records und den Produzenten (gemeinsam mit Robert Smith) Ross Robinson befürchtet, dass der alte, viel geliebte CURE-Sound bei diesem Album verloren gehen würde, aber schon nach wenigen Sekunden kann man eindeutig sagen: dies ist ein echtes CURE-Album, das die mit „Bloodflowers“ zurück gewonnenen Fans nicht wieder vergrault. Seit vor einigen Monaten dieses Album, die Selbstbetitelung zeigt wohl einen Neubeginn bei der neuen Plattenfirma an, angekündigt wurde, waren die feuchten Finger der Fans kaum noch trocken zu kriegen. Erste Hörproben im Internet brachten vor allem die eingängige Singleauskopplung „The End Of The World“ auf den Plan. Eingängig, aber mit härteren Gitarren versehen und nicht zu poppig...die Fans waren begeistert. Nun liegt das komplette Album vor und ist wirklich ein Meisterwerk geworden.

Der Opener „Lost“ ist schleppend, schräg und irgendwie ein typischer CURE-Song an dieser Albumposition. Viel versprechend, mit diesem Song werden „echte“ Liebhaber der Gruppe angesprochen und weniger die Leute, die CURE hauptsächlich wegen „Friday I´m In Love“ mögen. Mit „Labyrinth“ geht es dunkel weiter. Der Song schließt an (Live-) Klassiker wie „Fascination Street“ und „Shake Dog Shake“ an, ein Stil den THE CURE mit „Pornography“ erstmals produziert haben und so erinnert hier auch vor allem das Schlagzeug an das wohl legendärste CURE-Album. Zur Entspannung folgt dann „Before Three“, ein Lied mit eingängiger Schrammelgitarre und Ohrwurmqualitäten. Könnte in seiner leichten Hymnenhaftigkeit auch fast vom „Wish“-Album stammen, definitiv ein Anwärter für eine Singleauskopplung. Soweit hat es „The End Of The World“ schon geschafft, eine recht typische CURE-Single, eingängig, aber trotzdem nicht oberflächlich und mit Ecken und Kanten versehen. Ruhiger und dunkel, fast psychedelisch ist im Folgenden „Anniversary“, bevor mit „Us And Them“ eine großartige CURE-Hymne folgt, monumental, düster, rockig, versehen mit dröhnendem Bass. Das klingt, auch textlich, fast wie eine langsamere Version von „Give Me It“ oder „Shiver And Shake“. Da hat Mister Smith eine Menge Wut hinein gesteckt, definitiv ein Höhepunkt des Albums und mit Sicherheit ein kommender Liveklassiker der Engländer. „Alt.End“ zeigt dann erstmals auf „The Cure“, dass CURE auch offen für „andere“ Klänge sind. Das klingt schon fast nach dem im Vorfeld befürchteten Alternative-Rock und ist zudem noch überraschend glatt produziert, bis hierher der schwächste Song des Albums, aber das ist noch entschuldbar. Schön poppig im Stil der „Wild Mood Swings“ CD ist dann wieder „(I Don´t Know What´s Going) On“, auch hier ist eine Auskopplung nicht unwahrscheinlich. Irgendwo zwischen den Hits „Just Like Heaven“ und „High“ ist „Taking Off“ angesiedelt, das dürfte wohl die zweite Single nach „The End Of The World“ werden, wieder einmal ein echter THE CURE-Pop-Ohrwurm. „Never“ ist wieder eher rockig und braucht einige Durchläufe, um sich durchzusetzen. Wenn da nicht Robert´s Stimme wäre, würde man das kaum als CURE-Song erkennen. „The Promise“ ist ein über 10-minütiges, finsteres Epos, das klar an „Watching Me Fall“ anschließt. Nach rund 55 Minuten klingt das Album dann mit „Going Nowhere“ aus, einem Track ganz im Stile von Songs wie „Untitled“ oder „Homesick“ vom „Disintegration“-Album. Damit ein großartiges Album viel zu schnell wieder zu ende und man hört es gleich noch einmal durch, und noch einmal, und noch einmal...

Sehr schön gelungen ist auch das Artwork, das aus Kinderzeichnungen besteht. Was auf den ersten Blick vielleicht etwas dilettantisch aussieht, erscheint beim zweiten dann doch sehr passend und stimmig.

Neben der normalen CD-Fassung gibt es auch noch eine Doppel-LP, die drei zusätzliche Tracks enthält, sowie die CD-Deluxe-Edition, die als Bonus eine rund 20minütige DVD enthält, auf der die Band bei der Produktion des Albums beobachtet werden kann. Dabei gibt es weitere, nicht auf dem Album vertretene Songs zu hören. Für Fans definitiv eine mehr als schöne Zugabe. Zudem offenbart die CD, in den PC eingeschoben, einen Link, der zu einer „geheimen“ CURE-Website führt, die zusätzliche Infos und einiges mehr enthält. Rundum also eine gelungene Veröffentlichung, die wohl alle alten Fans begeistern dürfte. CURE bleiben weiterhin eine feste Größe, ohne sich zu verkaufen. 2 x Rock, 4 x Cure-Pop und viele „echte“ Cure Songs, von denen einige Klassiker-Potential haben. „The Cure“ gehört für mich schon jetzt zu den fünf, sechs besten CURE-Alben. (A.P.)


THE CURE – Join The Dots (4-CD-Box 2004)

(Fiction/Polydor)

Gerüchteweise tauchte eine geplante Zusammenstellung der Cure-B-Seiten in den letzten Jahren immer mal wieder auf, da viele Tracks nur auf längst vergriffenem Vinyl erschienen sind und zudem viele B-Seiten Tracks bei durchschnittlichen Bands locker Singles wären.

Vor einigen Monaten wurde dann tatsächlich offiziell solch eine Compilation angekündigt, doch in ganz anderer Form, als jeder erwartete. Robert Smith höchstpersönlich hat sich hingesetzt und neben allen B-Seiten auch jede Menge weitere rare Stücke und Unveröffentlichtes ausgegraben und auf sagenhaften 4 CDs verewigt. Das ganze kommt wunderschön verpackt in einem über 70-seitigen Buch mit vielen unbekannten Fotos, einer kurzen Bandgeschichte und der Discographie der Fiction-Jahre, sowie ausführlicher Credits zu jedem Song.

Die Sammlung umfasst die Jahre 1979 bis 2001, also die Zeit, in der THE CURE bei Fiction/Polydor unter Vertrag waren.

CD1 enthält alle B-Seiten der frühen Zeit bis einschließlich 1986, als „Boys Don´t Cry“ re-released wurde. Übrigens wurde das Cover der Maxi auch leicht bearbeitet für „Join The Dots“ verwendet, ist es doch eines der bekanntesten Robert Smith-Bilder überhaupt, das zigtausendfach als Poster in Wohnungen aufgehängt wurde. Es beginnt mit „10:15 Saturday Night“, dem Song, der fast legendärer als die A-Seite „Killing An Arab“ wurde. Extrem kultig sind auch „Pillbox Tales“ und „Do The Hansa“ von der ´86er „Boys Don´t Cry“ Maxi, sowie „Happy The Man“ von der „Caterpillar“ Single. Zwei meiner ewigen Lieblingslieder von THE CURE sind „The Exploding Boy“ und „A Few Hours After This“ von der „In between Days“ Maxi. Dazu findet man die Flexi-Disc Version von „Lament“, die komplett anders als die bekanntere Version von „Japanese Whispers“ daher kommt.

CD2 präsentiert die Zeit von „Kiss Me Kiss Me Kiss Me!!!“ bis „Mixed Up“, wobei besonders Tracks wie „Breathe“, „A Chain Of Flowers“ und „Snow In Summer“ die eingängigste Seite der Band zeigen. Erwähnenswert auch „2 Late“ und „Fear Of Ghosts“ von der „Lovesong“ Maxi, besonders, weil der A-Seiten Track eine der schwächsten CURE-Singles neben „Hot Hot Hot“ war. Schön, wenn eine B-Seite dann derartig entschädigt und versöhnt. Besonderheiten auf dieser CD sind natürlich die drei Versionen des Doors-Covers „Hello, I Love You“, wobei ein langer Mix bisher offiziell unveröffentlicht war. Dazu das wunderschöne „To The Sky“ vom „Stranger Than Fiction“-Promo-Sampler.

CD3 führt uns in die Jahre 1992 bis 1996, also zu den Alben „Wish“ und „Wild Mood Swings“. Sehr schön sind Titel wie „This Twilight Garden“, „Play“ und „The Big Hand“, dazu gibt es „Burn“ vom „The Crow“-Soundtrack, zwei Versionen vom Jimi Hendrix-Cover „Purple Haze“, eine unveröffentlichte 12“-Version von „Doing The Unstuck“, das Bowie-Cover „Young Americans“ und „Dredd Song“ vom „Judge Dredd“-Soundtrack.

CD4 schließlich stellt die Zeit von 1996 bis 2001 vor, unter anderem das Depeche Mode Cover „World In My Eyes“, das unveröffentlichte „Possession“, „More Than This“ vom „Akte X – Der Film“-Soundtrack, Remixe von „Out Of This World“ und „Maybe Someday“ und schließlich einen Chill-Out-Remix von „A Forest“.

Natürlich sind damit noch lange nicht alle der 70 enthaltenen Titel genannt, aber der Fan weiß natürlich, dass es da noch vieles wunderschönes zu hören gibt, so dass selbst für harte Sammler der Kauf zur Pflicht wird. Nichtkenner von THE CURE sollten vielleicht erstmal eine der Best Ofs kaufen, alle anderen müssen hier definitiv zuschlagen. Das CURE-Jahr 2004 ist eröffnet! (A.P.)

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THE CURE – Trilogy (Doppel-DVD 2003)

(Eagle Vision)

Als THE CURE Mitte letzten Jahres ankündigten, dass sie drei so genannte „Trilogy“-Shows spielen würden, in denen die kompletten Alben „Pornography“, „Disintegration“ und „Bloodflowers“ auf dem Programm standen, ging ein Aufschrei der Freude durch die Fanschar. Schließlich halten die meisten Fans diese drei Alben (zumindest aber die ersten beiden) für die Meisterwerke der Engländer, die seit einem Vierteljahrhundert Musikgeschichte schreiben. Für alle, die im November 2002 nicht dabei sein konnten, wurden die beiden Berliner Shows mit geschnitten und nun endlich als schicke Doppel-DVD in einem Pappschuber veröffentlicht.

Zunächst einmal: schön, dass Robert Smith in den vergangenen Jahren erkannt hat, wie einflussreich gerade diese Alben waren und wie viel sie seinen Fans bedeuten. Insofern wurde es auch vermieden, die alten Songs zu modernisieren, sondern sie wurden schlicht und einfach so gespielt, wie man sie kennt und liebt. Rein musikalisch bietet diese Doppel-DVD also kaum eine Überraschung und wem es nur um die Musik geht, der kann gut auch die Studioalben anhören. Was THE CURE bei diesen Shows jedoch zu einem Erlebnis gemacht hat, ist die perfekt abgestimmte, gigantische Lightshow und die Freude, eine derart spielfreudige Band auf der Bühne zu sehen.

Die erste Scheibe enthält „Pornography“ und „Disintegration“ komplett. Der Sound ist druckvoll und mitreißend und an diesen beiden wohl besten CURE-Alben gibt es wohl sowieso nichts zu kritisieren. Auch wenn es pathetisch klingt: diese beiden Platten haben mein Leben nicht unmaßgeblich beeinflusst. Besonders hervorstechen tun geniale Versionen von „One Hundred Years“, „Pornography“, „Plainsong“, „Prayers For Rain“ und „Disintegration“, etwas saftlos hingegen kommt „The Hanging Garden“ herüber und „Lovesong“ bleibt auch hier der schwächste Track von „Disintegration“.

Die zweite DVD enthält „Bloodflowers“ komplett und den Zugabenblock mit „If Only Tonight We Could Sleep“ und dem meist unterschätzten Song „The Kiss“.

Besonders überzeugen tun hier die Tracks „Maybe Someday“, „The Loudest Sound“ und natürlich „Bloodflowers“ und eben „The Kiss“. Ausreißer nach unten gibt es hier eigentlich nicht, lediglich by „Out Of This World“ habe ich das Gefühl, dass der Bass etwas verstimmt ist. Bei „Watching Me Fall“ klingt es außerdem ein bisschen so, als wenn die einzelnen Musiker jeder für sich selbst spielen und nicht richtig zueinander finden. Das ist aber nach über zwei Stunden Konzert bis zu diesem Zeitpunkt durchaus verzeihbar. Fehlen tut aus der „Bloodflowers“-Phase lediglich der Track „Coming Up“, der in Deutschland nur auf der Vinyl-Version des Albums erschienen ist.

Etwas enttäuschend ist, dass das Publikum zwischen den einzelnen Songs sehr leise abgemischt ist, so dass nicht immer eine richtige Liveatmosphäre rüber kommt.

Als Bonus gibt es noch ein Interview, in dem neben Robert Smith auch alle anderen Bandmitglieder zu Wort kommen, so dass diese Veröffentlichung über drei Stunden Material für alle Cure-Fans bietet. Der Durchschnitts-Pop-Konsument wird mit den dunklen Klängen wahrscheinlich nicht richtig viel anfangen können, aber wen interessiert das schon?

Einziger echter Kritikpunkt ist die billig wirkende Gestaltung des Pappschubers, in dem das Digi-Pak mit den beiden DVDs daher kommt. Das Frontmotiv ist weder besonders atmosphärisch noch irgendwie CURE-typisch. Da bin ich echt ein bisschen enttäuscht.

Die Veröffentlichung an sich ist natürlich technisch einwandfrei. An Bild und Ton gibt es absolut nichts zu mäkeln, man kann jedes einzelne der wie ein Spinnennetz im Gesicht Robert Smith´s hängenden Haare erkennen, lediglich bei Kamerafahrten über das Publikum wird es schon mal leicht unscharf.

Ach ja, noch zwei gute Nachrichten: THE CURE haben einen neuen Plattenvertrag über drei Alben unterschrieben und alle (oder die meisten) alten Alben sollen 2004 digital remastered wieder veröffentlicht werden. Das lässt natürlich auch hoffen, dass das alte Videomaterial („Staring At The Sea“, „Cure In Orange“, „Play Out“, „Show“, „Galore“) auch noch mal auf DVD kommen werden. „Picture Show“ ist ja zumindest in Brasilien bereits erschienen. (A.P.)


THE CURE – Picture Show (DVD 1991/2003)

(DVD Total/Golpaco International)

In Zeiten, in denen sich die DVD endgültig durchgesetzt hat, möchte der gemeine CURE-Fan auch gerne seine Lieblingsband auf diesem Medium in perfekter Bildqualität bewundern. Mit „Greatest Hits“ und „Trilogy“ gibt es ja schon zwei schöne und rundum gelungene Veröffentlichungen, aber natürlich sind da noch die alten Videoveröffentlichungen wie „Staring At The Sea“, „Cure In Orange“ und andere. Zumindest „Picture Show“ kann man sich jetzt besorgen, wenn auch nur als Import aus Brasilien. Die DVD ist recht leicht bei Ebay zu bekommen und auch ziemlich preiswert (unter 20 € inclusive Porto), aber das hat einen guten Grund: Die Bildqualität ist teilweise unter aller Sau („Why Can´t I Be You“-Clip z.B.), man hat das Gefühl, hier wurde als Master lediglich die Original-Videocassette benutzt! Im Prinzip lohnt die DVD nicht einmal, um die Videocassette vor zu häufigem Abspielen zu schonen, denn die Qualität des VHS-Bandes ist noch besser. Insofern sollten sich eigentlich nur Hardcore-Fans, die jede Veröffentlichung aus jedem Land besitzen wollen, diese DVD besorgen oder halt Leute, die „Picture Show“ noch nicht kennen und keinen Videorecorder mehr besitzen. Es ist schon sehr schade, dass man sich hier nicht mehr Mühe gemacht hat. Die DVD ist wohl als Beilage einer brasilianischen DVD Zeitschrift erschienen und ich frage mich fast, ob das wirklich ein lizenziertes Produkt ist. Darauf könnte man auch schließen, wenn man das Cover sieht, das mit dem Original nichts mehr gemeinsam hat. Also, Durchschnittsfans und Qualitätsfanatiker sollten hier die Finger davon lassen, Freaks dürfen sich die DVD gerne in die Sammlung stellen.

Natürlich gibt es inhaltlich nichts an der Scheibe auszusetzen, es werden alle Clips von „Why Can´t I Be You“ bis zum Remix von „Close To Me“ geboten, dazu Liveausschnitte, Interviews und Behind The Scenes-Material, wie man es auch schon von der „Staring At The Sea“ kannte. Dazu gibt es auch noch eine Bildergalerie und eine Discographie. Musikalisch sind THE CURE sowieso die Größten, auch wenn hier mit „Hot Hot Hot!!!“ und „Lovesong“ zwei ihrer schwächsten Stücke vertreten sind. Dafür gibt es die einmalig schönen Videos zu „Catch“ und „Just Like Heaven“ sowie den selten gezeigten Clip zu „Fascination Street“ und den auf „Greatest Hits“ fehlenden zu „Pictures Of You“.

Also, entweder diese Veröffentlichung verhältnismäßig billig bei Ebay kaufen und Abstriche beim Bild machen oder hoffen, dass „Picture Show“ irgendwann doch noch mal in Europa in perfekter Qualität erscheint. (A.P.)


THE CURE – 09.11.2002 – Hamburg, Color Line Arena

Endlich waren THE CURE wieder unterwegs, diesmal für nur drei Konzerte in Deutschland und eines in Belgien. Alle Auftritte sollten etwas Besonderes werden. Zweimal in Berlin und einmal in Belgien wurde das so genannte „Trilogy“ Programm angekündigt, das heißt, dort sollten die drei wohl wichtigsten CURE Alben „Pornography“, „Disintegration“ und „Bloodflowers“ komplett gespielt werden, wobei die Berliner Auftritte für eine zukünftige DVD-Veröffentlichung gefilmt wurden.

In Hamburg hingegen war das Konzept ein anderes. Aus Anlass der am Vortage neu eröffneten Color Line Arena spielten THE CURE eine Art Best Of/Greatest Hits Programm, erweitert durch viele Songs, die man sonst nur sehr selten live geboten bekommt. Äußerst gespannt machte ich mich also rechtzeitig in die neue Riesenhalle auf, traf gleich diverse Bekannte und begutachtete den Protzbau (angeblich Europas modernste Mehrzweckhalle). Sieht natürlich noch alles schön neu und wirklich modern aus, allerdings war der Einlass etwas zähflüssig organisiert und die vielen vielen Angestellten waren teilweise etwas übereifrig, aber wahrscheinlich hatten sie auch noch etwas Lampenfieber. Die Preise für das reichhaltige Speise- und Getränkeangebot waren happig, aber das durfte man wohl erwarten. Zudem waren die Pinkelbecken auf den Herren-Klos wahrscheinlich für Zwerge und Haiko gebaut. Da unsere kleine Gruppe bestehend aus Herrn Kü., Herrn He. und mir ja nun doch schon zur älteren Generation von CURE Fans gehört, hatten wir und den Luxus gegönnt und Sitzplatzkarten gekauft, was sich als gute Idee herausstellte, denn wir hatten einen sehr guten Blick auf die weit entfernte Bühne und mussten uns nicht in das Menschengewimmel im Innenraum begeben. Da wir auch noch in der Nähe des Ausgangs saßen, waren die Luft und die Temperatur zudem sehr erträglich. Die Halle war mit schätzungsweise 8000-9000 Menschen sehr gut gefüllt (die Oberränge waren nicht geöffnet), das Publikum war bunt gemischt, vom Schlabberhosen-Teenie mit Ben-Wollmütze, bis zum Anzugträger in gesetzterem Alter, allerdings war, wie schon bei den vergangenen Konzerten schwarz nicht die dominierende Farbe und auch schöne Frisuren gab es nur vereinzelt zu sehen. Dafür waren aber Menschen aus ganz Deutschland angereist, ebenso aus dem Ausland, so hörte ich viele englisch sprechende Leute, Franzosen, Dänen und andere Landsleute. Nun sollte aber kurz vor 20.30 Uhr das Konzert endlich beginnen, das Licht ging aus und ein gigantischer Jubelsturm brach los, als die Band die Bühne betrat und mit „Want“ das Set gelungen eröffnete. Es folgte „Shake Dog Shake“, das ich nach wie vor für einen brillanten Live Song halte. Danach gab es eine stimmige Mischung aus Songs aller CURE Phasen seit 1978, wobei die Alben „Kiss Me Kiss Me Kiss Me!!!“ und „The Head On The Door“ besonders stark vertreten waren. Lediglich die „Trilogy“-Alben wurden komplett ausgespart, wohl wegen der anstehenden Berlin Konzerte. Neben Bandklassikern wie „If Only Tonight We Could Sleep“, „A Night Like This“, „From The Edge Of The Deep Green Sea“ „Primary“, „In Between Days“, „Just Like Heaven“ und „Play For Today“ spielte die Gruppe tatsächlich einige selten oder noch nie live gehörte Songs wie „The Drowning Man“, „The Baby Screams“, „Torture“, „The Kiss“, „Push!“ (das ziemlich stadionrockig rüber kam, waren das die Simple Minds da vorne auf der Bühne?) und sogar „Grinding Halt“, was ein ums andere Mal Jubelstürme beim Publikum hervor rief. Viel zu schnell war das reguläre Konzert zu Ende, aber wer jemals bei einem CURE Konzert war, wusste, dass das noch nicht alles sein konnte. Dass die Band aber zu vier Zugabeblöcken mit insgesamt 13 Songs noch mal rauskommen würde, war dann doch „der Hammer schlechthin“. Klugerweise hatte man die einzelnen Zugabenblöcke stilistisch getrennt, d.h., in einem wurden Klassiker wie „M“ gespielt, in anderen die Popsongs wie „Why Can´t I Be You“, „Friday I´m In Love“, „Let´s Go To Bed“ und das unsterbliche „Boys Don´t Cry“. Natürlich wurde „A Forest“ gespielt, das in eine „Three“ Improvisation überging wie in alten Zeiten und jeder dachte, das wäre es nun gewesen. Aber einmal kam die Band noch auf die Bühne und spielte doch noch drei Songs der „Trilogy“-Alben, nämlich „One Hundred Years“, „Fascination Street“ und „Bloodflowers“. Danach verließen sie die Bühne endgültig und das Publikum zufrieden die Halle. Wie immer hatten THE CURE es ohne große Show (abgesehen von der Lightshow, die besonders bei „One Hundred Years“ gigantisch war und dem Gepose von Simon Gallup) geschafft, eine gute Mischung aus Hits und Klassikern zu bieten. Bei den Zugaben wie „Close To Me“ lief Herr Smith sogar singend über die Bühne, nachdem er vorher nur recht bewegungslos an seinem Mikro gestanden hatte. Es war sicherlich nicht das Beste CURE Konzert, bei dem ich war (das war 1989 auf der „Prayer“ Tour), aber doch ein sehr gutes mit einer Songmischung, die man so wohl nicht mehr allzu oft zu Gehör bekommen wird. Wie gewohnt, fast genau 3 Stunden große Musik! Ich freue mich schon auf das neue Album in 2003 und dann hoffentlich auch auf eine weitere Tour. (A.P.)


THE CURE – Cut Here (MCD 2001)

(Fiction/Polydor)

Das erste neue Lebenszeichen von THE CURE nach dem grandiosen “Bloodflowers” Album und der dazugehörigen erfolgreichen Tour. Viele haben gedacht, dass Robert Smith die Band nun endgültig auflösen, und nur noch an seinem ewig angekündigten Soloalbum basteln würde. Nichts da, THE CURE sind immer noch lebendig und erfreuen die Fans neben dem „Greatest Hits“ Album mit einigen brandneuen Tracks und demnächst endlich mit der ersten DVD. „Cut Here“ hat nichts von der Dunkelheit, die „Bloodflowers“ auszeichnete, sondern ist ein CURE-typischer leicht melancholischer Popsong, der schnell in die deutschen Charts eingestiegen ist und der Gruppe einen Auftritt in der deutschen „Top Of The Pops“ Ausgabe beschert hat. Musikalisch fühle ich mich ein wenig an frühere CURE-Single-B-Seiten erinnert, wie z.B. „The Exploding Boy“, „A Few Hours After This“ oder „2Late“, aber auch Fans von Songs wie „Mint Car“ oder „High“ dürften sich freuen. Schlicht und einfach Pop der besten Sorte. In die gleiche Kerbe schlägt der zweite neue Titel „Signal To Noise“, der ebenfalls gut aus der „Wish“-Phase stammen könnte und musikalisch ein klein bißchen rauher ist. Als drittes gibt es den „Missing Remix“ von „Cut Here“, der einerseits recht akustisch rüberkommt, aber auch dezent elektronische Effekte einsetzt. Gewöhnungsbedürftig und etwas zerfahren. Als Bonus gibt es noch den CD-Rom Videoclip zu „Cut Here“, der bei mir leider wieder mal nicht läuft, so dass ich dazu noch gar nichts sagen kann. Nächste Single wird wohl „Just Say Yes“, bereits bekannt von der „Greatest Hits“ Compilation und dort für 2002 als FicCD56 angekündigt, während „Cut Here“ FicCD55 ist. Robert Smith und THE CURE sind immer noch für eine Überraschung gut und könnten mit „Cut Here“ nach langer Zeit mal wieder einen richtigen Charthit haben. (A.P.)


THE CURE – Greatest Hits (CD 2001)

(Fiction/Polydor)

Kein neues Album von Robert Smith und seinen Mannen, aber immerhin ein Lebenszeichen mit zwei neuen Songs. Gut, dass man das Album „Greatest Hits“ genannt hat und nicht „Best Of“, denn dazwischen besteht ja gerade bei THE CURE ein himmelweiter Unterschied. Also, wer die düstere, weltschmerzverhangene Seite von Robert Smith erleben will, ist hier falsch, denn bis auf „A Forest“ gibt es da nichts zu hören. Dafür aber einige der besten Popsongs aller Zeiten, angefangen bei „Boys Don´t Cry“ über „The Love Cats“ und „Why Can´t I Be You?“ bis hin zu „Friday I´m In Love“. Natürlich haben die Fans alle diese Songs schon und auch Gelegenheitshörer haben zumindest die beiden Compilations „Standing On A Beach“ und „Galore“. Damit die Fans die CD trotzdem kaufen, hat man also auch noch den neuen Song „Cut Here“ draufgepackt, der auch als MCD erschienen ist. Und damit die Sammler nicht nur die MCD kaufen gibt es noch einen weiteren neuen Song, der da nicht drauf ist, nämlich „Just Say Yes“. Dieser wird aber wohl auf dem für 2002 angekündigten neuen Album sein. Praktisch, damit ist die „Greatest Hits“ Zusammenstellung ihrer Zeit sogar voraus. Beide neuen Songs sind im Vergleich zum letzten Album „Bloodflowers“ recht poppig und eher eingängig. Besonders „Cut Here“ wird sich schnell zum Ohrwurm entwickeln.

Nun ja, um die verärgerten Fans zu beruhigen, gibt es von dieser CD auch noch eine limitierte Version, die kaum teurer ist, als die normale CD. Die „Limited Edition“ enthält eine Bonus CD, auf der alle 18 „Greatest Hits“ noch einmal in unveröffentlichten Akustikversionen enthalten sind. Da muß der Liebhaber natürlich zugreifen und so bekommt man doch noch, wenn schon nicht neues, so wenigstens bisher nicht erhältliches Material zu hören. Zum Artwork kann man sagen, dass es auch recht „poppig“ geworden ist und Herr Smith ohne seine Jungs auf dem Cover in einem Sternenmeer erscheint. Macht ja auch Sinn, da er als einziger an allen Songs beteiligt war. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich mal gelesen, dass dieses Album so von der Plattenfirma gewollt war und Robert damit gar nicht so glücklich ist und dafür auch kaum Werbung gemacht werden soll. Wollte er nicht als Antwort darauf eine eigene „Best Of“ zusammenstellen? Die würde mich dann wirklich mal interessieren! Natürlich sind die Songs auf „Greatest Hits“ immer noch so gut wie früher, aber man hat sie halt schon mehrfach. Als kompakte Reise durch über 20 Jahre Popgeschichte von einer der drei besten Bands aller Zeiten lohnt sich das Werk aber schon. Übrigens soll zu „Greatest Hits“ auch endlich die erste CURE DVD erscheinen, die natürlich schnellstens auf den BACK AGAIN Seiten besprochen wird! (A.P.)


THE CURE – Greatest Hits (CD 2001)

(Fiction/Polydor)

Auch dem Cure-Fan will man zum Weihnachtsfest an den Geldbeutel. Auf der von Robert Smith persönlich getroffenen Titelauswahl "Greatest Hits" finden sich neben 16 vertrauten und in jeder Sammlung wohl mehrfach vorhandenen Hits zwei neue gefällige Rockpopnummern. Deren Qualität und Hitpotenzial schätzt die Plattenfirma vermutlich als zu dünn ein, damit der geneigte Cure-Fan seine Börse öffnet. So liegt denn der (ich weiss nicht auf wieviel zigtausend Exemplare) limitierten Edition eine weitere CD mit acoustic versions bei. Alle 18 Stücke des Albums in gleicher Reihenfolge, na das ist doch was!!! Da heisst es für den Cure-Fan natürlich sofort zuschlagen und kaufen und in den CD-Spieler einlegen und ...leider langweilen. Es entsteht keine Athmosphäre, die Songs werden einfach nur als acoustic versions brav nachgespielt. Hier wäre die Chance gewesen durch Variation zu überraschen und alt bekanntem Material ein bischen Pfiff zu geben. Mensch Robert, Du kannst doch noch was. Euer Auftritt in Roskilde 2001 war super, düster und druckvoll! Da geht doch noch was! Wagt doch mal wieder was! Mich persönlich würde es mehr freuen, als die belanglosen Kuschelrockversionen Eurer Hits für Mittdreissiger....insofern Fans, lasst die Cure-CD im Regal, spart das Geld und kauft Euch lieber Punk-o:Rama vol. 6  für  nen Zehner. 22 Stücke verschiedener Punk Bands für 2001. Punk gibt s auch schon 25 Jahre und klingt immer noch frisch...(Rainer)


THE CURE - 08.04.2000 Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle

Nach dreieinhalb Jahren war es nun endlich wieder soweit, CURE sind auf Tour und starten die Deutschlandkonzerte in Stuttgart in der leider viel zu großen Schleyerhalle, die zwar einigermaßen gefüllt war, aber bei weitem nicht ausverkauft. Egal, zumindest war die Bühne groß genug für die 5-Mann Band und die Stimmung im Publikum war von Anfang an sehr gut, als das Konzert um 20.20 Uhr begann. Die Lichtshow erinnerte mit den vielen blauen und roten Scheinwerfern ein wenig an die 89er Tour und war, wie man es bei CURE-Auftritten gewohnt ist monumental und perfekt auf die einzelnen Lieder abgestimmt.
Das Konzert begann, wie nicht anders zu erwarten mit „Out of this world“ und „Watching me fall“ vom aktuellen Hitalbum „Bloodflowers“. Es wurden im Laufe des Konzertes fast alle Titel des Albums gespielt, dazu eine stimmige Mischung aus älteren Titeln, wobei besonders das „Disintegration“-Album berücksichtigt wurde, während „Pornography“ lediglich mit „One Hundred Years“ in einer tollen Version vertreten war. Dazu kamen „Play for today“, „M“, „Shake Dog Shake“, „A Forest“ und als poppigste Lieder „In between days“ und „Just like heaven“. Aus den 90ern wurden lediglich „From the edge of the deep green sea“ und (ich glaube) „Want“ dargeboten. „Plainsong“, „Fascination Street“, „Prayers for rain“ und „Disintegration“  riefen wahre Jubelstürme hervor. Als Höhepunkt und Abschluß gab es „Faith“, bevor das Publikum nach 2 ½ Stunden und insgesamt drei Zugabeblöcken zufrieden nach Hause ging.
THE CURE waren live überzeugend wie immer, aber der letzte Funke, der das Konzert zu einem Klassiker gemacht hätte, sprang nicht über, jedenfalls nicht bei mir. Vielleicht werde ich doch langsam alt oder weniger begeisterungsfähig, vielleicht habe ich die Gruppe auch einfach schon zu häufig gesehen?
Das Publikum war (im wörtlichen Sinne) bunt gemischt, schwarzgewandete Leute waren eher in der Minderheit und so schöne Frisuren wie früher gibt es auch nur noch vereinzelt zu sehen. Dafür war der Anteil an Schnauzbartprolls leider relativ hoch, was doch etwas befremdlich war. Offenbar haben auch einige der alten Fans mal wieder den Weg zu einem Konzert gefunden, denn der Anteil an Leuten über 30 war verblüffend hoch, was mich dann doch sehr erfreut hat, da ich selber auch in Kürze zu dieser Gruppe von Leuten gehören werde.
Es war einfach schön, die Helden der eigenen Jugend wieder auf der Bühne zu sehen und THE CURE waren perfekt wie immer. (A.P.)


THE CURE – Bloodflowers (CD 2000)

(Fiction Records/Polydor)

Da ist es endlich, das neue Album von THE CURE. Nachdem Robert Smith ja schon seit elf Jahren androht, mit der Musik Schluß zu machen, weil er ja schon dreißig ist, hat er sich doch noch einmal aufgerafft und den Fans ein Album präsentiert. Für alle Fans, die seit der ersten Single („Love Cats“) Fans sind und auf „Friday I´m In Love“ stehen, ist das Album nichts, aber diese Leute dürfen sich eigentlich ja auch gar nicht Fan schimpfen. Für die andere Gruppe allerdings, für die „Pornography“ das größte Album aller Zeiten ist, dürfte „Bloodflowers“ genau recht sein, obwohl es eigentlich mehr an „Disintegration“ erinnert. Gerüchte besagen ja, daß die Plattenfirma aus den Songs, die allesamt keine Single-Songs sind, zähneknirschend drei Stücke als Auskopplung ausgesucht und Robert Smith hatte nichts besseres zu tun, als genau diese drei Songs rauszuschmeißen. Dies war eine Trotzreaktion auf das „Best Of“-Album „Galore“, welches eigentlich ein „Best Of“-Album sein sollte, aber dann nur ein „The Singles“-Album wurde. Wir wissen ja alle, daß die Cure-Singles nicht zu den besten Songs von THE CURE zählen und das weiß wohl auch Robert Smith. Fakt ist, auf dem neuen CURE-Album gibt es nur gute Stücke, aber keinen wirklich Knaller, der in die CURE-Geschichte eingehen wird. Aus diesem Grunde ist es schwer, nun einzelne Lieder hervorzuheben, ich tu´s bei zweien aber trotzdem: „Watching Me Fall“ ist ein 11-Minuten-Epos mit kreischenden Gitarren und „There Is No If...“  könnte der einzige Song sein, den man mit Ach und Krach auskoppeln könnte (nicht zuletzt wegen der Länge, das einzige Lied unter 5 Minuten).

The CureGlückliche Umstände haben übrigens das Team vom BACK AGAIN in die Hamburger Markthalle getrieben, wo THE CURE das erste Warm-Up-Konzert der 2000er-Tour gespielt hat. Hier war schon, zwei Wochen vor CD-Veröffentlichung klar: Es geht wieder in die düsteren Gefilde. Alles freundliche wurde rausgeschmissen, kein „Friday I´m In Love“ mehr, kein „Just Like Heaven“ und ähnliche Songs, ja, nicht einmal mehr „Boys Don´t Cry“ und „Killing An Arab“. THE CURE haben sich inzwischen ihren epen-artigen Lieder verschrieben und gehen keine Kompromisse mehr ein. 

Noch mehr glückliche Umstände haben die BACK AGAINs dann auf die After-Show-Party geführt, der obere Raum in der Markthallte, der geschmückt mit rotem Samt und Rosen sowie an die Wand geworfenen Dias von Robert in seiner vollen Pracht erstrahlte. Neben kostenlosen Getränken und Häppchen gab sich dann auch die komplette Band die Ehre. Während alle anderen mit 2-3-Minuten-Talks und Floskeln abgespeist wurden, hat es das BACK AGAIN-Team (nach wilden Diskussionen mit Bodyguards und von der Plattenfirma angestellten Fotografen) geschafft, den Meister, dem Idol unserer Jugend, 40 Minuten lang zu fesseln. Heraus kamen ein paar Tatsachen, die die Fans wirklich bewegen. Zuallererst sei gesagt, daß Robert Smith auch lachen kann und Humor besitzt. Hoffentlich haben wir damit jetzt nicht den Mythos um ihn herum zerstört (für die Detailfreudigen: Er raucht sogar!). So wurde uns von ihm mitgeteilt, daß er eigentlich nicht mit betrunkenen Personen redet, doch als wir ihn darauf aufmerksam machten, daß er nach seinen zehnten „White Russian“-Cocktails weitaus betrunkener sein müßte als wir, hat er eingesehen, daß er im Unrecht ist. 

The CureZur Musik sagte Robert, daß auf der richtigen Tour noch ein paar andere Lieder im Programm sein werden, so kann die Pop-Fraktion vielleicht doch noch auf ein paar Radiohits hoffen. Die Playlist wird übrigens eine Stunde vor jedem Konzert von Robert erstellt und die Band hat keinerlei Mitspracherecht.  Überhaupt hat die Band anscheinend wenig zu sagen, doch beteuert Robert, daß noch niemals ein Bandmitglied von ihm gefeuert wurde, alle seien freiwillig gegangen. Trotzdem ist er der Meinung, daß der Sänger in einer Band immer die entscheidene Person ist, auf die es ankommt. Im Falle von THE CURE ist das durchaus richtig. 

Auf unsere Frage, warum er sich denn wieder der Lead-Guitar verschrieben hat, antwortete er uns, daß er es halt interessanter fände, die Gitarrensoli zu spielen, sonst hätte er ja nicht so viel zu tun auf der Bühne. Dazu sei von uns auch gleich verraten, daß die Show von THE CURE nicht gerade berauschend ist, vielleicht hätte Robert hier etwas mehr daran feilen können, anstatt sich an den Soli festzuhalten. Aber das sind wir ja auch nicht anders gewohnt, oder hat schon mal jemand erlebt, daß eine CURE-Show was für´s Auge war?

Die meisten Lieder komponiert unser guter Robert übrigens zu Hause am Klavier, wobei seine bessere Hälfte Mary immer etwas genervt ist, denn Robert ist nicht gerade Richard Clayderman. 

An mehr Details kann sich das BACK AGAIN-Team nicht mehr erinnern, wie schon erwähnt, hat das etwas mit dem Alkoholspiegel der Redakteure zu tun und da die Zusammenkunft überraschend war, hatte auch niemand ein Aufzeichnungsgerät dabei und die Hirne waren zum Aufzeichnen schon etwas zu benebelt. 

Abschließend bleibt aber noch zu erwähnen, daß Robert Smith vom BACK AGAIN-Team derart angetan war, daß er uns zum Hamburg-Konzert in der Alsterdorfer Sporthalle backstage zu einem Interview eingeladen hat. Zusätzlich sollen wir dazu noch eine CD unserer eigenen Band JOHNNY BETON mitbringen, vielleicht klappt es ja doch noch mit der Musikkarriere, als Vorband zu THE CURE, das wäre selbstredend der Höhepunkt im Leben. 

Für die Fans sei hier noch das Rezept für den White Russian verraten: 
3 cl Creme de Cacao
6 cl Wodka
2 Tl Sahne
Alles in einem Shaker kräftig schütteln und in ein Cocktailglas seihen. Ist superlecker.

Zuguterletzt dann noch ein Zitat des Meisters, welches wir einfach mal unkommentiert im Raum stehen lassen wollen: 
„The best thing is always the first fuck“

So long.

Das BACK AGAIN TEAM


THE CURE - Bloodflowers (CD 2000)

(Fiction/Polydor)

The CureEndlich hatte das Warten ein Ende, nach dem 96er Album „Wild Mood Swings“ erschien, nur unterbrochen von der Singlescompilation „Galore“, das erste Cure Album seit fast vier Jahren. Die Vorankündigungen waren euphorisch, sollte „Bloodflowers“ doch dritter Teil einer imaginären Trilogie sein, die mit den Alben „Pornography“ und „Disintegration“ begonnen hatte. So klingt „Bloodflowers“ dann auch, nämlich genau wie eine Mischung aus diesen beiden 80er Jahre Klassikern, wobei auch noch ein Schuß „Wish“ dazukommt,der aber nicht besonders stört. Bezeichnenderweise sind diese drei Platten auch die einzigen, auf denen Robert Smiths Gesicht auf dem Cover ist (ausgenommen diverse Livealben und Singles/Maxis), so daß ein bißchen der Eindruck entsteht, daß dies die Alben sind, mit denen sich der Mann wirklich indentifizieren kann.
Mit „Out of this world“ fängt das Album ganz in der Tradition von Alben wie „Kiss me...“ und „Disintegration“ an, ein Titel, der auch als Konzertopener hervorragend rüberkommt.
Das endlos lange „Watching me fall“ zeigt danach deutlich die Parallelen zu den beiden obengenannten Platten.
Eingängigster Track ist mit Sicherheit „Maybe someday“, in „39“ verarbeitet Robert Smith autobiographisches und der letzte Titel „Bloodflowers“ steht ganz in der dunkel-monumentalen Tradition vom Titelsong der „Disintegration“. Mit dieser Platte werden CURE viele ihrer mit „Wish“ und „Wild Mood Swings“ verprellten Fans wieder versöhnen können, für mich ist „Bloodflowers“ schon jetzt einer der ganz großen CURE-Klassiker! (A.P.)


THE CURE - Gone (MCD)

(Fiction Records)

"Gone" war schon immer eines der besten Stücke auf dem CURE-Album "Wild Mood Swings", doch was Robert Smith hier verbrochen hat, ist für mich wirklich nicht verständlich. Der erste "Gone"-Mix, der Radio Mix, geht noch so halbwegs, obwohl hier auch schon ein nervtötendes Keyboard alles verhunzt. Ich erinnere mich, da war doch auf dem Konzert auch dieser peinliche Keyboard-Spieler, na, dann ist das ja auch kein Wunder. Der Critter-Mix ist da aber noch weitaus langweiliger, das einzig interessante ist der 6/4-Takt. Dann folgt aber ein entnervendes Synthie-Gedudel ohne Sinn und Konzept beim Ultra Living Mix, das ist instrumental und was daran "Gone" sein soll, möchte ich lieber nicht wissen. Den allerletzten Vogel aber schiesst der Spacer Mix ab, irgendwelches Synthie-Gebrumme wurde mit der normalen Gesangsspur des Songs gemischt und das bringt so überhaupt nichts rüber. Ich bin ernsthaft entsetzt, da ich normalerweise der größte CURE-Fan bin (seit der ersten Single, seit "Love Cats", ich weiß). Ich hoffe, daß Robert Smith mit diesem Schrott hier nichts zu tun hat und der dumme Keyboard-Spieler über Robert´s Kopf hinweg diesen Mist produziert hat. Robert sollte dem alten Hohlkopf in den Arsch treten für diese Frevlerei. Da die Plattenfirma auch weiß, daß diese CD Scheiße ist, hat man das Cover dann vorsichtshalber mit so einem Wackelbild versehen, damit wenigstens irgendwas das Geld ein bißchen rechtfertigt. Nein, ich bin wirklich enttäucht!!! (H.H.)


THE CURE – Wild Mood Swings (CD 1996)

(Fiction/Polydor)

Als 1996 das Album „Wild Mood Swing“ als erste „neue“ Cure Platte seit der 1992er „Wish“ erschien, habe ich für die damals noch existente Printausgabe von Back Again eine ziemlich positive Kritik geschrieben, wahrscheinlich in der Euphorie, überhaupt mal was neues von einer der zwei besten Bands überhaupt zu hören (welches die zweite ist, darf nun jeder raten).

Danach habe ich das Album aber kaum noch gehört und auch das dazugehörige Konzert in Hamburg hat keinen besonders prägenden Eindruck hinterlassen.

Nun ist „Wild Mood Swings“ alles andere als ein schlechtes Album, im Vergleich zum sonst gängigen Pop ist es sogar richtig gut, aber es ist eben kein „typisches“ CURE-Album, sondern wirkt wie eine unhomogene Zusammenstellung völlig verschiedener Songs. Insofern erinnert es ein wenig an „The Head On The Door“.

Los geht es mit „Want“, dem besten Stück des Albums. „Want“ ist ein „echter“ CURE-Song und erfreut sich auch heute noch live großer Beliebtheit. Das Lied steht in einer Reihe mit Meisterwerken wie „The Kiss“, „Disintegration“, „From The Ende Of The Deep Green Sea“ und dem später erschienenen „Bloodflowers“. Leider verspricht der Titel mehr, als das Album danach halten kann und mit „Club America“ geht es dann zwar rockig, aber wenig spannend zu, zudem klingt der Gesang irgendwie gepresst. „This Is A Lie“ hat schöne Streicher-Keyboards und klingt melancholisch, irgendwie wie eine B-Seite aus der „Catch“-Zeit. Die Vorab-Single-Auskopplung „The 13th“ ist für mich einer der schwächsten CURE-Songs überhaupt und wirkt so, als wenn die Band unbedingt mal was anderes machen wollte. Mal ganz ehrlich, wer möchte THE CURE sommerlich-beschwingt hören? Besser wird´s dann mit „Strange Attraction“, das ein bisschen wie eine Fortsetzung zum unter Fans nicht sonderlich beliebten „Six Different Ways“ wirkt. Ich mochte den Song von „The Head On The Door“ immer gerne und auch „Strange Attraction“ entfaltet eine ganz eigene Atmosphäre. „Mint Car“ war eine weitere Singleauskopplung und auch ein kleiner, typischer CURE-Popsong, den die Band sogar in der Harald-Schmidt-Show vorgestellt hat, wenn ich mich recht erinnere. „Jupiter Crash“ ist langsam und akustisch und unter CURE-Fans wieder beliebter, irgendwo zwischen „Wish“ und „Bloodflowers“. Auch „Round & Round & Round“ erscheint wie einer der Popsongs aus der „Wish“-Phase. Eingängig, und entsprechend eine Singleauskopplung, ist auch „Gone“, allerdings wirkt das Lied etwas unspektakulär und gehört somit nicht zu den großen CURE-Hits. Wieder deutlich spannender ist „Numb“, so will man die Band hören, während auch „Return“ ein wenig das fortsetzt, was mit „Wish“ Jahre zuvor begonnen wurde. Eher an Singles wie „Wrong Number“ oder „Never Enough“ schließt „Trap“ an. Diese Seite von CURE hat mich nie wirklich begeistert, auch, wenn´s hier recht poppig klingt. Mit „Treasure“ und „Bare“ endet das Album noch mal bandtypischer und man fühlt sich nochmals an Alben wie „Wish“ und „Disintegration“ erinnert.

„Wild Mood Swings“ ist somit eher eine Sammlung unterschiedlicher, unzusammenhängender Songs, als ein konzeptionelles Werk wie die großen Klassiker „Pornography“ und „Disintegration“. Viele Ideen von „Wish“ wurden weiter geführt und vier, fünf sehr gute Songs sind dabei heraus gekommen, allerdings auch einige eher mittelmäßige und ein, zwei ziemlich schwache. Nach dem großen kommerziellen Erfolg von „Wish“ wurden von „Wild Mood Swings“ wohl nur noch halb so viele Exemplare verkauft, wie zuvor. Unter CURE-Fans dürfte diese Platte eine der am wenigsten geliebten sein. (A.P.)


THE CURE - Sideshow (MCD 1993)

(Fiction/Elektra)

"Sideshow" ist eine CD, die nur in Australien und den USA erschien, zwei Länder, in denen die "Show" CD nur als einfache CD erhältlich ist und nicht als Doppel-Album, wie bei uns. Die vier Songs, die dort nicht enthalten waren, sind auf "Sideshow", namentlich "Just Like Heaven", "Fascination Street", "The Walk" und "Let´s Go To Bed", außerdem das Konzertintro "Tape". Für den europäischen Fan ist also nichts unbekanntes auf dieser Maxi, für ammler ist das ganze natürlich trotzdem interessant, auch wegen des netten Digipaks der amerikanischen Version. Alle Aufnahmen stammen von der 92er "Wish" Tour in den USA, der Sound ist einwandfrei und die Versionen kommen ganz gut, vor allem das immer noch großartige "Fascination Street". Ein Sammlerstück. (A.P.)


THE CURE - Paris (CD 1993)

(Fiction/Polydor)

Während "Show" das poppige Livealbum des Jahres 1993 war, dürften alle "alten" Fans mit der düsteren "Paris" Livescheibe absolut zufrieden gestellt sein. Alleine wenn man sich die Tracklist ansieht, läuft einem das Wasser im Munde zusammen: "The Figurehead", "One Hundred Years", "At Night", "Play For Today", "In Your House", "Dressing Up" und "Charlotte Sometimes", dazu noch einige weitere Songs, die sich reibungslos einfügen. Naja, bis auf das unsägliche "Lovesong" sind eigentlich alle Lieder großartig, so dass man diese Live-CD bedingungslos empfehlen kann. Eigentlich fehlt jetzt nur noch die stets tolle Lightshow, die man von den Konzerten kennt, aber eine Live-DVD wird ja auch irgendwann kommen. (A.P.)


THE CURE - Show (DCD 1993)

(Fiction/Polydor)

Mit "Concert" haben THE CURE 1984 ihr erstes Live-Album abgeliefert, das ich bis heute als großartig ansehe, vor allem wegen der genialen "Shake Dog Shake" Version. 1989/90 folgte dann Entreat" und bereits 1993, nach der Tour zum "Wish" Album folgten "Paris", das die eher dunklen Songs enthält, und "Show", das beinahe als eine Art Best Of... für den "Gelegenheits"-Fan durchgeht. Der Sound ist okay und zum Glück wohl nicht besonders im Studio nach bearbeitet. Das Programm besteht durchgehend aus Songs vom "Wish" Album und Singles. Bandklassiker wie "The Walk", "Let´s Go To Bed", "Lullaby" und "In Between Days" wechseln sich mit "Wish"- Stücken wie "Open"und "Trust" ab. Dazu natürlich der beste Song des Albums "From The Edge Of The Deep Green Sea" und eine tolle Version von "Doing The Unstuck", ein Lied, das bisher immer ziemlich an mir vorbei gegangen war...

Da hier die eher eingängigen Songs in teilweise sehr schönen Versionen geboten werden, kann man die CD sogar Leuten empfehlen, die THE CURE bisher noch nicht kannten. Als Einstieg durchaus geeignet. Wenn man dann gleich noch die düsterere "Paris" hinterher schiebt, erhält man einen ganz ordentlichen Rundumblick über (zum damaligen Zeitpunkt) 15 Jahre THE CURE. (A.P.)


THE CURE - High (MCD 1992)

(Fiction/Polydor)

Das "Wish" Album dürfte besonders wegen der Single "Friday I´M In Love" das bisher kommerziell erfolreichste CURE-Album sein, aber auch die Vorabsingle "High" hätte eigentlich das Zeug zu einem Charthit gehabt, ist sie doch mit das eingängigste, was Robert Smith und seine Mannen je veröffentlicht haben. Eine zuckersüße Melodie frißt sich ins Ohr des Hörers und will einfach nicht mehr daraus verschwinden.

Die MCD enthält neben der normalen Version auch noch einen arg seichten längeren "Higher Mix" und die non-album-Titel "This Twilight Garden", der vor allem Fans von The Essence gefallen dürfte, und "Play". Seit "Love Cats" und "In Between Days" waren THE CURE nie wieder so poppig, wie in dieser Phase Anfang der 90er. Das ändert aber natürlich nichts daran, daß "High" ein genialer Ohrwurm ist. (A.P.)


THE CURE - Wish (CD 1992)

(Fiction/Polydor)

Ich kann es gleich vorwegnehmen, abgesehen von „Mixed Up“ halte ich „Wish“ für das schwächste CURE-Album, obwohl es im Vergleich zu der Popmusik, die sonst so in den Charts herumirrt natürlich immer noch grandios ist. Kommerziell gesehen war „Wish“ wohl das erfolgreichste Album der Gruppe, was durch Chart-Hits wie „High“, „A Letter To Elise“ und vor allem natürlich „Friday I´m In Love“ unterstrichen wird. Bester Titel der Platte ist das wunderschöne „From The Edge Of The Deep Green Sea“, der Rest plätschert irgendwie so vor sich hin, meist eingängig, weil sehr glatt produziert, die typischen Überraschungen von CURE fehlen einfach irgendwie. So schlecht, wie das jetzt alles klingt, ist „Wish“ natürlich nicht wirklich, aber verglichen mit dem genialen Vorgänger „Disintegration“ sieht die Platte doch ein wenig blaß aus, da hilft auch nicht das knallrote Cover. Naja, jede Gruppe darf sich mal einen Ausrutscher leisten. (A.P.)


THE CURE - Hot Hot Hot !!! (12" 1988)

(Fiction/Polydor)

Hier handelt es sich um eine reine Promo-Pressung aus England mit einem fast neutralen, roten Cover. Die Versionen sind die gleichen, wie auf der normalen Maxi, nur fehlt hier der "Hot Hot Hot !!!" Remix.. Insofern wohl nur für ganz extreme Sammler interessant. Ganz nebenbei bemerkt finde ich, daß "Hot Hot Hot !!!" so ziemlich der schlechteste CURE-Song aller Zeiten ist und auch "Hey You" reicht mir auf der "Kiss Me..." Doppel-LP. (A.P.)


THE CURE - Disintegration (CD 1989)

(Fiction/Polydor)

Nach einigen Popalben wie „The Head On The Door“ und „Kiss Me Kiss Me Kiss Me !!!“ besann sich Robert Smith Ende der 80er Jahre auf seine Stärke, düstere, epische Songs zu schreiben und es erschien eines der besten CURE-Alben bis zum heutigen Tag, „Disintegration“. Die Platte klingt insgesamt wie eine Fortführung des auf „Seventeen Seconds“ und vor allem „Faith“ begonnenen Weges und hat mit „Plainsong“ wohl den musikalisch bombastischsten Opener aller CURE-Platten, der auch live die Hallen erbeben ließ und zu meinen Lieblingsliedern (nicht nur von THE CURE) gehört. Es folgt das eingängige und deshalb wohl auch als Single ausgekoppelte, „Pictures Of You“ und dann einer der etwas unterbewerteten Songs „Closedown“, der eine wunderschöne melancholische Melodie hat und beinahe ebenso monumental wie „Plainsong“ ist. Den poppigsten Titel „Lovesong“ überhören wir mal geflissentlich, denn er ist der einzige Ausfall auf „Disintegration“, obwohl er wohl als eine der bekanntesten Singles der Gruppe gelten dürfte (die MCD enthält übrigens mit „Fear Of Ghosts“ und „2 Late“ zwei tolle Songs, so daß man sie trotz des schnulzigen Titelliedes kaufen sollte). Dann kommt mit „The Last Dance“ einer der beiden Titel, die auf der LP-Version nicht enthalten sind. Das Lied leitet ein, was die zweite Hälfte der Platte in Perfektion bietet und ist zu einem beliebten Livesong geworden. „Lullaby“ dürfte einer der kommerziell erfolgreichsten CURE-Titel sein und beweist, daß Popmusik nicht immer hohl sein muß, sondern auf Tiefe haben kann. Wie eine Fortsetzung des genialen „Shake Dog Shake“ von 1984 klingt das düstere „Fascination Street“, das bei nicht wenigen Fans zu den Lieblingsliedern gehört. „Prayers For Rain“ ist ein weiteres monumentales Epos, das den Stil der Band Ende der 80er perfekt widerspiegelt. „The Same Deep Water As You“ gehört ebenso zu den CURE-Klassikern und klingt wie eine musikalische Weiterentwicklung des Titels „Faith“ von 1981, brilliant. Es folgt der Titelsong „Disintegration“, der düster-treibend vor allem live seine ganze Genialität entfaltet, aber auch in der richtigen Lautstärke zu Hause gehört Magie verstrahlt. Sowieso sollte man die ganze CD recht laut hören, einen entsprechenden Hinweis gibt auch das Cover, sonst überhört man möglicherweise viele Kleinigkeiten. „Homesick“ ist der zweite Bonustrack gegenüber der LP und reiht sich nahtlos in die vorhergehenden Songs ein. Ausklingen tut das Album weniger dunkel mit „Untitled“, das ein wenig die Stimmung eines Sonnenaufganges nach einer am Strand verbrachten Nacht mit traurigen Gedanken verbreitet. Damit sind gut 70 Minuten traumhafte Musik zu Ende und bleibt nichts weiter zu sagen, als daß „Disintegration“ ein moderner Popmusik-Klassiker ist und THE CURE auf einem der Höhepunkte ihres Schaffens zeigt. Wenn man nur drei CURE-Alben kaufen möchte, sollte dieses auf jeden Fall dabei sein. (A.P.)


THE CURE - Kiss Me Kiss Me Kiss Me (CD 1987)

(Fiction/Polydor)

„Kiss Me Kiss Me Kiss Me“ war der endgültige weltweite Durchbruch von THE CURE, der mit Top Hits wie „Why Can´t I Be You“ und „Just Like Heaven“ eindrucksvoll untermauert wurde. In jedem Fall ist diese Platte die vielseitigste der Mannen um Robert Smith. Der sehr monumentale, düstere Opener „The Kiss“ ist etwas irreführend, wenn man bedenkt, was danach so alles folgt. Dennoch hat „The Kiss“ mit Sicherheit erstmal die „alten“ Fans der Band gefesselt, bevor das existentialistische „Catch“ (ebenfalls eine Singleauskopplung) folgt. Danach rockt die Gruppe bei „Torture“ und  „All I Want“ richtig los, macht einen auf Psychedelic mit Stücken wie „If Only Tonight We Could Sleep“ und „The Snakepit“. Für die Tanztempel der ganzen Welt empfiehlt sich „Why Can´t I Be You?“, funkig wird´s bei der Single „Hot Hot Hot!!!“ (meiner Meinung nach der schlechteste CURE-Song ever!). Reinsten Pop hört man bei „Just Like Heaven“ und „How Beautiful You Are“, traumhafte Balladen sind „One More Time“ und „A Thousand Hours“, locker an „Pornography“-Zeiten erinnern „Icing Sugar“ und „Shiver And Shake“, „The Perfect Girl“ könnte direkt von „The Head On The Door“ stammen und „Fight“ ist eine für Robert Smith ungewöhnliche Aufforderung, niemals aufzugeben. Mein heimlicher Hit der Platte und ein irgendwie typischer CURE-Titel ist „Like Cuckatoos“. Die Doppel-LP enthält zusätzlich den Track „Hey You!!!“ der wie eine typische CURE-Single B-Seite klingt und als solche auch später nochmal benutzt wurde.
Mit „Kiss Me Kiss Me Kiss Me“ haben THE CURE gezeigt, daß sie alle Musikstile beherrschen, letztendlich aber ihren ganz eigenen gefunden haben. Ab dieser Platte brauchte die Band niemandem mehr etwas beweisen und konnte fortan machen, was sie wollte und genau das macht die Platte zu einem großartigen Werk. (A.P.)


THE CURE - Staring At The Sea - The Singles (CD 1986)

(Fiction/Metronome)

Diese Zusammenstellung enthält die ersten 13 Singles von THE CURE aus der Zeit von 1979 bis 1985 und zusätzlich 4 weitere Songs , die auf der LP-Version nicht enthalten sind.
Was soll man zu THE CURE noch groß schreiben? Sie waren und sind eigentlich eine der besten Wave- UND Pop-Bands und haben über die Jahre hinweg ihren ganz eigenen Stil entwickelt, der zwar oft kopiert, aber nie erreicht wurde und wird. Von den punkbeeinflussten Frühwerken „Killing an Arab“ und „Boys don´t cry“ über die düsteren  Klassiker „A Forest“ und „The Hanging Garden“ bis hin zu den discotauglichen Singles „The Walk“ und „The Lovecats“ und den reinen Popsongs „In between Days“ und „Close to me“ ist alles enthalten, was die Gruppe in der ersten Hälfte der 80er als Single veröffentlicht hat. Nicht nötig zu sagen, daß kein Ausfall auf der CD ist. CURE waren so maßstabssetzend für eine ganze Musikrichtung, daß eine Wertung der CD eigentlich nicht nötig ist. Wer die Band tatsächlich noch gar nicht kennt, sollte sich über diese Zusammenstellung an die anderen Alben der Band herantasten, enttäuscht wird sicherlich niemand, der sich für New Wave oder die etwas dunklere Seite der Popmusik interessiert. (A.P.)


THE CURE - The Top (CD 1984)

(Fiction/Polydor)

Lange Zeit war "The Top" mein Lieblingsalbum von THE CURE, bis sich das hin zu "Pornography" und "Disintegration" verschob.

Nach der Düsternis von "Pornography" und den Pop-Singles, die auf "Japanese Whispers" zusammengefasst wurden, bietet "The Top" eine fast perfekte Mischung dieser Extreme mit einem großen Schuß Psychedelia garniert. Auffallend ist bei diesem Album Robert Smith´s Hinwendung zu Tieren, wie man sie in Songtiteln wie "Shake Dog Shake", "Bird Mad Girl", "The Caterpillar", "Piggy In The Mirror" und "Bananafishbones" finden kann. Mit "The Caterpillar" war denn auch eine massentaugliche und erfolgreiche Singleauskopplung auf "The Top" zu finden. Weitaus bessere Songs waren auf der poppigen Seite jedoch "Piggy In The Mirror" und auf der psychedelisch-düsteren Seite "The Empty World", "Wailing Wall" und "Dressing Up", wobei letzteres genauso wie "Shake Dog Shake" zu einem beliebten Liveklassiker der Gruppe wurde. An "Pornography"-Zeiten erinnert vor allem das brachiale "Give Me It". Mit dem Titelstück "The Top" endet das Album irgendwie hoffnungslos.

Den Stil dieser Platten haben THE CURE später auf "Kiss Me Kiss Me Kiss Me" in den Stücken "The Kiss", "The Snakepit" und "If Only Tonight We Could Sleep" wieder aufgegriffen. Obwohl "The Top" eingängig ist enthält das Album doch nicht so seichte Popsongs wie "Japanese Whispers" und wurde dennoch der endgültige Durchbruch der Band, die von nun an die ganz großen Hallen bei ihren Konzerte füllte. (A.P.)


THE CURE - Concert - The Cure Live (CD 1984)

(Fiction/Metronome)

Eigentlich stehe ich nicht so auf Live-Platten, denn nur selten können sie die echte Live-Atmosphäre wiederspiegeln. Nicht einmal „Entreat“, „Show“ und „Paris“ von CURE haben mich vollends überzeugt. Ganz anders „Concert“, hier zeigt sich wunderbar, was für eine großartige Live-Band die Engländer sínd. Das Album enthält fast ausschließlich CURE-Klassiker von „Charlotte Sometimes“ und „The Walk“ über „One Hundred Years“ und „A Forest“ bis „10:15 Saturday Night“ und „Killing An Arab“. Genial ist jedoch die Live-Version von „Shake Dog Shake“, die die Studioversion um ein vielfaches übertrifft. Obwohl die einzelnen Songs von verschiedenen Auftritten stammen, klingt die Platte wie aus einem Guß und hätten durchaus auch als ein einzelnes Konzert durchgehen können. Mit Sicherheit das beste CURE-Live-Album, nicht nur wegen der guten Songauswahl. (A.P.)


THE CURE - Pornography (CD 1982)

(Fiction/Polydor)

Wenn man sich unter den (älteren) CURE-Fans nach dem besten Album der Band umhört, werden die meisten wohl „Pornography“ nennen. Nicht zu unrecht, denn diese vierte LP der Band von 1982 ist wohl eins der intensivsten Stücke Musik, die je auf Vinyl oder CD gebrannt wurden. Monotone Drums, jaulende Gitarren, wummernder Bass und die leidende Stimme Robert Smith´s, der von Einsamkeit, Bitterkeit und Verfall singt machen „Pornography“ zu einer ultimativen Selbstmordplatte, wobei die Düsternis vor allem aus der Monotonie und Aggressivität entsteht, die jeder einzelne Song ausstrahlt. Anfangen tut die Platte mit dem Live-Klassiker „One Hundred Years“, der bei vielen Fans zu den absoluten Lieblingsstücken gehört, gefolgt von „A Short Term Effect“ und der etwas eingängigeren Singleauskopplung „The Hanging Garden“ und dem morbiden „Siamese Twins“. Mit „The Figurehead“, „Cold“ (selten verdiente ein Lied seinen Titel mehr) und dem Titelstück „Pornography“ wird die Atmosphäre gekonnt beibehalten. Mein Lieblingsstück ist aber „A Strange Day“, nicht nur auf dieser Platte, sondern bei THE CURE überhaupt (abgesehen vielleicht von „Plainsong“). Nach der Vermischung aus Pop und Punk auf „Three Imaginary Boys“, dem New Wave  von „Seventeen Seconds“ und der Trauer und Hilflosigkeit auf „Faith“ hat die Gruppe mit „Pornography“ ein Album produziert, das als einziges zumindest ein bißchen der Gothic-Schublade zugeordnet werden kann. In jedem Ton hört man schon die bandinternen Probleme, die schon bei den Aufnahmen bestanden und am Ende der anschließenden Tour zur vorübergehenden Auflösung der Gruppe führten, bevor sich Robert Smith und Lol Tolhurst etwas später ohne Simon Gallup mit den Popsingles „Let´s Go To Bed“, „The Walk“ und „The Lovecats“ zurückmeldeten, die wohl auch so etwas wie eine Therapie von den düsteren, selbstzerstörerischen Zeiten waren. Nie zuvor und nie danach waren THE CURE so genial und so düster, wie auf „Pornography“. (A.P.)


THE CURE – Faith (LP/CD 1981)

(Fiction Records/Metronome)

Grau...das ist wohl das beste Wort, um diese Platte treffend zu beschreiben.

Schon das Cover bietet nur ein verschwommenes, graues Etwas, das ein Gebäude sein könnte. Bandname und Albumtitel stehen schmucklos in der oberen linken Ecke. Der erste Song „The Holy Hour“ eröffnet die Platte mit einer monotonen Basslinie und dann eine minimalistische Gitarre und Robert Smith´s erste Worte „I kneel and wait in Silence as one by one the people slip away...“. Trostloser kann man eine Platte wohl kaum anfangen. War „Seventeen Seconds“ noch purer New Wave, der häufig auch gut im Ohr blieb, so dürfte „Faith“ das Massenpublikum beim Erscheinen zunächst schockiert haben, schon, weil die Vorabsingle „Primary“ zwar nicht gerade fröhlich, aber doch treibend und relativ tanzbar war. In dem Stil bietet „Faith“ nur einen weiteren Song, nämlich „Doubt“, der schon ein wenig die Richtung, die ein Jahr später mit „Pornography“ eingeschlagen wurde, aufzeigt. Bei „Other Voices“ dominiert wieder der durchdringende Basslauf. Die Ähnlichkeit zu „The Holy Hour“ ist unverkennbar, doch lassen sich durchaus auch Verbindungen zu Joy Division ziehen. Hätte eine weitere Single ausgekoppelt werden sollen, wäre „Other Voices“ wohl der Favorit gewesen. Danach „All Cats Are Grey“, ein Lieblingslied vieler Fans über die Jahre und einfach nur todtraurig. Mit „The Funeral Party“ folgt eines meiner Lieblingslieder und, zumindest musikalisch, vielleicht der Ursprung von „Plainsong“. „The Funeral Party“ ist wohl die ultimative Selbstmordhymne, ein monumentales Lied und eine gigantische Komposition, die man nicht hören sollte wenn man nach dem Ende einer großen Liebe im Hochhaus am offenen Fenster steht und sich grämt. „Two pale figures ache in silence, timeless in the quiet ground, side by side in age and sadness...“

„The Drowning Man“ kommt dann wieder im Stile von „Other Voices“ und „The Holy Hour“ und wird von der Band bis heute gelegentlich live gespielt, was stets Gänsehaut bei Tausenden von „älteren“ Leuten im Publikum erzeugt. Ausklingen tut die Platte dann schon wieder mit dem Titelsong „Faith“, einem weiteren Fan-Favoriten und weit weniger positiv, als der Titel verspricht. Auch dieser Song gehört zu den ganz großen Monumenten in der CURE-Geschichte. Damit ist eines der traurigsten Alben aller Zeiten auch schon wieder beendet und man bleibt desillusioniert zurück. Vergleichbar ist „Faith“ höchstens mit Joy Division´s Meisterwerk und Vermächtnis „Closer“. Nicht nur, weil dies eine der ersten CURE-Platten war, die ich kannte, gehört „Faith“ sicher zu den Top 3 der Band. Selten wurde Trost- und Ratlosigkeit so perfekt eingefangen. (A.P.)


THE CURE - Seventeen Seconds (CD 1980)

(Fiction/Metronome)

Mit dem zweiten Album „Seventeen Seconds“ fanden THE CURE nach dem eher aus unabhängig voneinander bestehenden Popsongs von „Three Imaginary Boys“ zu ihrem eigenen Stil, wohl auch durch den neuen Bassisten Simon Gallup, der der Band mit einer dreijährigen Unterbrechung bis heute treu geblieben ist. „Seventeen Seconds“ kennt man heute vor allem durch „A Forest“, einem der bekanntesten CURE-Songs überhaupt. Beliebt unter Fans sind aber auch immer noch die Live-Hits „Play For Today“ und „M“, doch auch alle anderen Lieder können den hohen Standard halten. Stilistisch ist dies wohl das „wavigste“ Album der Gruppe. Um 1980 war die große Punkexplosion vorbei und man konnte wieder Popmusik machen, die allerdings aufgrund der „Angst“ vor den bevorstehenden 80er Jahren (ich sage nur Helmut Kohl, Maggie Thatcher, Ronald Reagan...) eher dunkel, teilweise düster oder zumindest melancholisch angelegt war und mit dem Beat der 60er oder dem Schweinerock der 70er nichts mehr gemein hatte. New Wave wurde von einer Generation junger Leute gespielt, die sich an die Existenzialisten der 50er und 60er Jahre anlehnten, Vorbilder dürften wohl Gruppen wie Velvet Underground und die Doors gewesen sein. THE CURE waren nicht die erste Gruppe, die diesen Stil spielte, aber mit Abstand die erfolgreichste und sicherlich auch eine der einflußreichsten. Schon das Frontcover spiegelte die Stimmung der Songs wieder, bestand es doch aus dem verschwommenen Foto eines herbstlich-kahlen Waldes.. Die Musik ist noch nicht so morbide, wie auf dem Nachfolger „Faith“, der Sommerpop von „Three Imaginary Boys“ ist aber schon Lichtjahre entfernt. „Seventeen Seconds“ ist sicherlich eines der homogensten CURE-Alben und eines meiner liebsten. (A.P.)


THE CURE - Three Imaginary Boys (CD 1979)

(Fiction/Polydor)

Mit diesem Album fing alles an, THE CURE traten erstmals in eine breitere Öffentlichkeit und konnten mit dem Coverkonzept (nur drei Haushaltsgeräte auf dem Frontcover, schwer zu findende Titelangaben) gleich überraschen, was einiges an Presse sicherstellte.

Eröffnet wird das Album vom immer noch genialen, minimalistischen "10:15 Saturday Night", das einer der großen CURE-Klassiker ist. Es folgen einige Popsongs, die ein wenig vom Punk beeinflußt sind wie "Accuracy", "Object", "Fire In Cairo" und "It´s Not You". Zu meinen Lieblingsliedern gehört "Grinding Halt", einer der ersten CURE-Songs, die ich überhaupt kannte. Mit "Foxy Lady" ist ein Jimi Hendrix Cover vertreten, dazu "Another Day", "So What", "Meat Hook" und das bis heute immer noch geniale "Subway Song". Mit dem Titelsong "Three Imaginary Boys" zeigten THE CURE bereits hier, wohin die Reise auf den nächsten Alben "Seventeen Seconds" und "Faith" gehen sollte. Unter all den Pop-Songs sticht dieser Titel hier noch ein wenig raus, ist aber wohl gerade deshalb ein fast unverzichtbarer Titel bei Konzerten geworden. Nicht erwähnt und eigentlich auch unnötig ist der Instrumentaltitel "The Weedy Burton", der wohl eher als Witz zu verstehen ist und sich an den eigentlich letzten Titel "Three Imaginary Boys" anschließt und somit ein frühes Beispiel der heute weitverbreiteten Unart des "Hidden Track" ist.

Mit diesem Debut zeigen THE CURE, daß sie zwar von Pop und Punk beeinflußt, aber doch gewillt waren, einen eigenen Weg zu gehen, der bereits mit dem Nachfolger "Seventeen Seconds" eindrucksvoll aufgezeigt wurde. (A.P.)


THE CURE - Boys Don´t Cry (LP 1979 / CD 1986)

(Fiction/Polydor)

Nach dem Debut "Three Imaginary Boys" wurde hauptsächlich für den amerikanischen Markt das Album "Boys Don´t Cry" nachgeschoben, das auf der LP neben 8 Tracks des ersten Albums auch noch die drei ersten Singles enthielt, sowie mit "World War" einen bis dahin unveröffentlichten Titel. Bei der CD Veröffentlichung 1986 war die Titelliste bei einer frühen Pressung identisch mit der LP, bei späteren Pressungen wurden jedoch die Songs "Object" und "World War" gestrichen, dafür kam "So What" hinzu. Musikalisch gibt es wie gesagt außer "World War" auf der LP nichts unbekanntes zu hören, die Songs sind wie bekannt recht eingängiger Pop mit vielen Wave-Klängen und ein wenig Punk. (A.P.)