BACK AGAIN: WAVE / POP

CRYSTAL LAKE - Violent Vision Blue (CD 1994)

(Inri Rec./Discordia)

Lange angekündigt und nun endlich erhältlich, die CD von CRYSTAL LAKE, einem Projekt aus Musikern von SILKE BISCHOFF und BLUEFIELD sowie weiteren Leuten aus deren Bekanntenkreis.

Ruhige Stimmungen herrschen auf diesem wunderschönen Werk vor, meist hervorgerufen durch eine gekonnt eingesetzte Akustikgitarre, aber auch elektronische Klänge passen sich schadlos in das Gesamtbild ein. Die Stimmen von Peter Field (BLUEFIELD) und Felix Flaucher (SILKE BISCHOFF) strahlen immer noch den gleichn Zauber aus, wie aus den jeweiligen Bandveröffentlichungen. Ganz leichte Death In June-Einflüsse sind sicherlich vorhanden, was natürlich besonders durch die Akustikgitarre hervorgerufen wird, aber ganz ehrlich, mir gefallen CRYSTAL LAKE besser, als alles, was ich von Death In June kenne. Der Bandname CRYSTAL LAKE beschreibt chon recht gut die gebotene Musik, alle Instrumente kommen glasklar wie ein Bergsee aus den Boxen, die Produktion stimmt also schon einmal. Hier ist man auch nach dem Prinzip "weniger ist manchmal mehr" vorgegangen und das hat sich gelohnt.

CRYSTAL LAKE haben mit "Violent Vision Blue" ein Werk vorgelegt, das zwar tief melancholisch, aber niemals klischeehaft düster ist. Sollte man sich in ruhigen Stunden zu Hause auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Besondere Erwähnung verdient noch das sehr gelungene Booklet, das wieder hervorragende Fotos von Felix Flaucher enthält. Dieser Mann schafft e, erotische Fotos zu kreieren, ohne plakativ zu wirken, während andere deutsche Musiker anscheinend solche Fotos in ihre CD-Booklets bringen, um provokant zu wirken, wobei anscheinend aber nur irgendwelche unterdrückten Kindheitstrauma dargestellt werden, bzw. Fotos von nackten Frauen zum Kauf anregen sollen, weil die Musik dafür nicht genug Substanz hat. "Violent Vision Blue" ist ein unauffällige Perle in der Masse der Neuerscheinungen jeden Monat, mehr will diese CD aber wohl auch nicht sein. (A.P.)