BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE

THE CONVENT – Red Light Melancholy (CD 2001)

(Silverbird Music/Nova Media)

Wenn eine Band seit weit mehr als zehn Jahren durchgehend so schönen Gitarren-Wave macht, wie THE CONVENT, muss man sich eigentlich die Frage stellen, warum da nicht längst ein größerer Durchbruch gelungen ist. Gerade in Zeiten, in denen Bands wie Coldplay alle möglichen Musikpreise abräumen und Millionen von Platten verkaufen, sollten sich doch mehr Leute, als die treuen Fans, für die Alben von THE CONVENT interessieren. Nach einer längeren Pause mit verschiedenen Projekten erschien 2001 das Album „Red Light Melancholy“, das seinem Namen alle Ehre macht, nämlich melancholische, aber nie düstere, Gitarrenmusik zum Zuhören bietet. Es scheint noch deutlich unter dem Eindruck des Todes von Bandfreund Adrian Borland (The Sound, White Rose Transmission) entstanden zu sein, was man besonders an den Texten merkt, die immer wieder von Verlust handeln. Textzeilen wie „My friend became a silverbird and left his planet pain“, „Friends are leaving, lovers believe in what comes next on my way home“ und natürlich der gesamte Titeltrack „Red Light Melancholy“ sprechen eine deutliche Sprache. Wenn man möchte, kann man sicher in fast jeden Song diese Dinge hinein interpretieren. Trotzdem ist die CD kraftvoll und alles andere als depressiv. Musikalisch bleiben sich THE CONVENT treu, das heißt, der Hörer bekommt wieder einmal den guten alten Gitarren-Wave geboten, der seine Einflüsse von den Chameleons über The Sound und Sad Lovers And Giants bis hin zu all den anderen Helden der 80er Jahre bezieht und daraus den typischen CONVENT-Stil kreiert. Überrascht hat mich gleich der Opener „Silverbird“, der tatsächlich Erinnerungen an die Doors aufkommen lässt. Mein persönlicher Hit ist „Gilt Edged Glow (Sleep With The Darkness)“, der mich ziemlich heftig an die wunderbaren Wild Swans erinnert. Ansonsten dürfte die CD auch Leuten gefallen, die die leider noch nicht so bekannten Belgier Spiral Of Silence mögen, auch, wenn es hier um einiges eingängiger zugeht. Nebenbei bemerkt hat auch der seit dem ersten Album als enger Freund der Band  bekannte Chameleons-Sänger Mark Burgess wieder einen Song produziert. Ein wirklich schön gestaltetes Booklet rundet eine mehr als gelungene Veröffentlichung ab. THE CONVENT werden wohl nie ein „bestes“ oder ein „schlechtestes“ Album machen, denn bisher gab es von der Band nur qualitativ hochwertiges zu hören und ich bin sicher, das wird auch in Zukunft so ein. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden