BACK AGAIN: GOTHIC / WAVE / DARK-WAVE

NICK CAVE – Here Comes The Sun
NICK CAVE – Let Love In

NICK CAVE – Here Comes The Sun (MCD 2002)

(Mute Records)

Der gute NICK CAVE hat sich hier an zwei Beatles-Klassikern vergriffen, nämlich dem George Harrison-Stück „Here Comes The Sun“ und dem Lennon/McCartney-Track „Let It Be“. Natürlich kann man Herrn CAVE dies nicht verübeln, denn er hat bewiesen, dass er es drauf hat, eigene und vor allem eigenständige Musik zu machen und er gehört definitiv zu der obersten Liga wichtiger musikalischer Persönlichkeiten, aber ich muss leider sagen, dass diese Maxi-CD ziemlich unnötig ist. Zum einen ist sie mit zwei Stücken und einer Laufzeit von weit unter 10 Minuten viel zu kurz und damit viel zu teuer, doch der wahre negative Grund ist die musikalische Uneigenständigkeit der beiden Songs. Natürlich hört man, dass es sich um NICK CAVE handelt, dazu ist die Stimme einfach zu markant, aber im Ganzen ist die CD wirklich langweilig, weil Herr CAVE die Stücke einfach nur nachsingt und ihnen keine eigenen Seiten abgewinnen kann. Schade. (H.H.)


NICK CAVE – Let Love In (CD 1994)

(Mute Records/Intercord

Unser Altmeister mit der unnachahmlichen Baritonstimme hat mal wieder zugeschlagen. Im Laufe der Jahre ist er ja etwas sachter und noch schwermütiger zu Werke gegangen, was aber nicht heißt, dass „Let Love In“ soft ist. Es fehlen einfach die etwas härteren und aggressiveren Stücke und es scheint fast so, als ob NICK CAVE bei den Aufnahmen des Album wirklich verliebt war. So lassen nämlich schon die Titel Einblick gewähren, als da wären „Do You Love Me?“, „Loverman“, „I Let Love In“ und so weiter. Auch sehr schöne Balladen sind „Nobody´s Baby Now“ und „Ain´t Gonna Rain Anymore“ oder die Single „Red Right Hand“, spärlich instrumentiert mit Schlagzeug und Orgel. Dieser Song wurde übrigens auch in „SCREAM“ und „AKTE X“ verwendet, und zwar sehr passend. Im ganzen denke ich, dass „Let Love In“ ein Konzeptalbum mit dem Thema „Liebe“ sein soll, ähnlich wie das sehr gute „Murder Ballads“-Album. Doch obwohl es bei „Let Love In“ um Liebe geht, gibt es hier trotzdem die gehörige Portion Düsterness von Herrn Höhle und seinen schlechten Samen. Und jeder Song hat trotz seiner Sachtheit, zwischen den Violinen auch kraft- und druckvollen Sound. NICK CAVE hat eine einzigartige Art Musik zu machen, die unverkennbar ist und bedrückend schön. Anfangs war ich der Meinung, dass dies nicht das geeignete Album für Ersthörer ist, die sich mit NICK CAVE beschäftigen wollen. Heute bin ich der Meinung, dass es genau das richtige Album ist. Es ist die Brücke zwischen seinen krachigen und harten alten Tracks und den noch schwermütigeren neuen Tracks. Nachdem ich das Album nach fast fünf Jahren das erste Mal wieder gehört habe, muss ich sagen, dass ich absolut begeistert bin und ich schwöre, dass es dieses Mal nicht wieder so lange dauert, bis ich es wieder in den CD-Player lege. (H.H.)