BACK AGAIN: WAVE / POP

17 PYGMIES - Missyfish/Hatikva (LP)

(Nate Starkman/Efa)

Leider weiß ich nicht sehr viel über diese US Band, außer, daß sie in irgendeiner Weise mit Savage Republic zusammenhing. Die vorliegende Platte könnte eine Zusammenstellung zweier EPs sein, wie der zweigeteilte Titel und die unterschiedlichen musikalischen Stile auf den Plattenseiten vermuten lassen. Der Sound der „Missyfish“ Seite erinnert stark an Spät-80er Independent Sachen, wie wir sie auch auf der Samplerreihe „Rough Trade Music For The 90s“ häufig gefunden haben, die locker flockigen Gitarren und die zum Träumen einladende Frauenstimme erinnern ein wenig an die Sundays oder die Pale Saints, kommen aber weniger poppig daher und bewegen sich eher in Richtung 4AD-Sound. Auf der „Hatikva“-Seite kommen, wie ich nach dem arabisch anmutenden Namen schon annahm, etwas schrägere Klänge mit orientalischen Einschlag zum Vorschein. Der erste Titel erinnert sogar ein bißchen an die leider vergessenen C Cat Trance und ist relativ tanzbar. Der zweite Titel wird durch eine Heimorgel begleitet und gewinnt dadurch eine skurrile „Arabian-Carribean-Easy-Listening“ Atmosphäre, sehr seltsam und gar nicht mein Geschmack. Es folgt der beste Track der LP, leichte Joy Division-Anklänge gepaart mit einer kindlichen Frauenstimme, einfach ein sehr schöner Wavesong, der die Platte schon alleine lohnenswert macht. Zum Schluß gibt es noch ein meditatives Stück, das wie eine Kollaboration von Savage Republic, Doors und Velvet Underground klingt. Insgesamt eine ungewöhnliche Platte mit zwei sehr unterschiedlichen Seiten, aber bis auf einen Titel ist eigentlich kein Ausfall dabei. Wer die 17 PYGMIES kennt, weiß sowieso, daß er immer mit Überraschungen rechnen muß. (A.P.)