BACK AGAIN: ROCK

ZOMBIE JOE - Sukkubus (MCD 28.05.2001)

Mit der Sünde beginnt der Beischlaf des Teufels!!!

Newcomerband „ZombieJoe“ präsentieren Debüt - Single „Sukkubus“  

Mit den drei leise dahingehauchten Worten „Schmeck die Sünde“, beginnt der Song „Sukkubus“, und damit die Debütsingle der Newcomerband „ZombieJoe“. Wenige Minuten später bricht eine Welle aus Wut, Aggression, Hass und innerer Verzweiflung los, in die man durch die eingängige Stimme von Frontsänger Cornelius Ochs hineingesogen wird. Keine Minute zur Entspannung. Es ist blinde Wut, die dort auf einen niederprallt. Schlagzeug, Keyboard und Gesang dominieren, und bilden das Gerüst der drei Songs „sukkubus“, „lingea“ und „rumpf“ dieser Single. Seit dem 28. Mai diesen Jahres ist sie im Handel erhältlich, und schon im September wird ein ganzes Album folgen.

Die Newcomerband löst durch sentimentale und melancholische Textpassagen ganz verschiedenste Stimmungen aus, woraus sie wenige Sekunden später schon wieder ausbricht und mit Wut und aufgestautem Hass ihre Songs bis zum Exzess steigern. Kein Funken ist berechnet oder mit klaren Linien versehen, Spontaneität, auch live, oberstes Gebot. Sie gehen verschwenderisch und zerstörerisch mit sich um, ihre ganze Energie, ihre Wut und Aggression bzw. innere Zerrissenheit geht in den Gesang und die Instrumente.

„ZombieJoe“ existiert schon seit zwei Jahren, als ein Versuch sich musikalisch gegen die immer größer werdende Berechenbarkeit und Kontrolle des Menschen zu wehren. „Es kam für uns eines Tages der Punkt, an dem wir bemerkt haben wie leicht sich Menschen kontrollieren lassen. Offensichtlich ist es angenehm bestimmten Trends oder Imagen zu folgen. Unbewusst sich kontrollieren zu lassen, den eigenen Willen aber zu verlieren. Ich als sehr expressive Person eckte immer wieder an damit“, gibt der Sänger Cornelius Ochs (22) zu. Ihr Bandname wurde zum Konzept, versinnbildlicht er doch genau den Menschen dieser chaotischen Zeit. „Inhaltlich wie musikalisch versinnbildlichen wir mit unserer Art von Musik, die Unberechenbarkeit und Lebendigkeit eines jeden. Nicht kontrollierbar zu sein, sondern spontan reagieren zu dürfen und nicht zum wandelnden Zombie zu werden. Einen Funken Wahnsinn und eigenen Willen besitzen zu können. Unsere Musik ist die Möglichkeit das Publikum zu öffnen, sich nicht verleiten zu lassen, sich selbst aufzugeben, sondern von unserem Klang erfasst zu werden und dabei nicht zu wissen was als nächstes kommt. Auch wenn unsere Musik mal ruhige Züge aufweißt, so ist sie nach außen hin gewalttätig und zerstörerisch. Gegen uns selbst genauso, wie gegen das Publikum und eine Gesellschaft mit der wir uns nicht identifizieren können, “erklärt Cornelius die Motivation und das Gerüst auf das sie bauen.

All ihre Texte sind autobiographischer Natur, beschreiben den Weg, einen Platz in einer unwirtlichen Welt zu finden. Alle sind die Gedanken, Erlebnisse und Verarbeitungen von Cornelius Ochs, der wie er selbst sagt seinen persönlichen Platz im Leben noch keinesfalls gefunden hat. „Ich kann nur über das schreiben was ich selbst empfinde. Momentan ist es blanke Wut und Aggression gegen das Zombietum. Oftmals finden sich in meinen Texten ganz verschiedene Gefühlsfacetten irgendwie wieder, wie etwa Melancholie und Ausweglosigkeit, und als Gegenstück die Wut.“ Auch die Titel sind bewusst nicht deutsch gewählt. Der Titel Sukkubus etwa ist das lateinische Wort für Weibsteufel, die Liebschaften mit Schlafenden haben. „Ich finde es wichtig, dem Song durch den Titel noch eine weitere Ebene zu verleihen. Das Publikum ist genötigt, wenn es interessiert ist, sich damit auseinander zusetzen. Und somit befindet er sich schon in den Gedanken die ich beim schreiben hatte, „meint Cornelius.

Die bisherigen Reaktionen auf die Musiker waren extrem zweischneidig. „Die einen hassen uns, und kommen aber interessanterweise trotzdem wieder, vielleicht um sich selbst noch darin zu weiden, und die anderen kommen, weil sie es gut finden. Im Grunde ist das genau die Provokation, die wir erreichen wollen. Wir werden auf unserem Weg auch mit dem Hörer keinesfalls freundlich umgehen, sondern lassen ihm keine Minute Entspannung. Auch auf dem folgenden Album im September nicht!!„ (Maximilian Nitzschke)