BACK AGAIN: ROCK

THE THE  - Naked Self
THE THE – Infected

THE THE  - Naked Self (CD 28.02.2000)

(Nothing/Motor)

Von Matt Johnson gibt es wieder etwas neues, es ist das Album "Naked Self" und hier zeigt der Musiker auf sein nacktes Ich als Songwriter. Es sind alles wunderbare, schöne Rocksongs, die garantiert nirgendwo anecken, wer das Album "Burning Blue Soul" von 1981 kennt, kann "Naked Self" ungefährt in dieser Ecke ansiedeln. Alles ist sehr harmonisch, es sind reine Gitarrensongs, es werden keine Synthesizer, Sampler und Sequencer verwendet, den man wollte die Musik "abspecken" und sich nicht in den Neuerungen der Technik verlieren und dadurch das Ich verdecken. Statt neuer Technologie beschaffte sich Matt Johnson und seine Band einen Haufen chinesischer Röhrengeräte. Laut Johnson ist seine derzeitige Bandbesetzung die kraftvollste Band, die er je hatte und für die Zukunft plane er ein Robert Johnson Cover-Album, ein Follow-Up zu dem "Hanky Panky"-Album. (H.H.)


THE THE – Infected (LP 1986)

(Some Bizzare/Epic)

Matt Johnson ist seit Anfang der 80er Jahre einer der ganz großen Popmusiker. Angefangen mit Veröffentlichungen unter seinem eigenen Namen hat er bald darauf angefangen unter dem sarkastischen Projektnamen THE THE einige Meisterwerke des Wave-Pops der 80er aufzunehmen, wobei „Infected“ sicherlich DER Klassiker schlechthin ist. Diese Platte dürfte unzählige Bands und Musiker bewusst oder unbewusst beeinflusst haben, auf jeden Fall ist es eine der ultimativsten Ansammlungen perfekter Popsongs überhaupt. Es fällt schwer, die Klasse dieser Platte in Worte zu fassen, jeder Ton ist eingängig, mitreissend und niemals langweilig, stupide, hohl. Hier ist Pop noch kein Schimpfwort gewesen. Beginnen tut die Platte mit dem Titelsong „Infected“, der in den vergangenen 15 Jahren so manche Tanzfläche gefüllt haben dürfte. Weitere Hits sind „Angels Of Deception“, „Sweet Bird Of Truth“ und ganz besonders das geniale „Slow Train To Dawn“, bei dem die damals noch unbekannte Neneh Cherry mitsingt. Jedes Lied klingt anders, die Stilvielfalt ist beeindruckend und rührt sicher auch daher, dass Matt Johnson keine starre Band hatte, sondern für jeden Song die perfekt geeigneten Gastmusiker engagierte. Zu dem Album ist damals auch eine Videocassette erschienen, auf der die die Songs kongenial in Bilder umgesetzt wurden. Auch hier sticht „Slow Train To Dawn“ besonders hervor. Eine DVD-Wiederveröffentlichung wäre mehr als wünschenswert.

Wenn man seine Plattensammlung auf 20 „wahre“ Popalben“ verkleinern müsste, sollte „Infected“ auf jeden Fall zu den Auserwählten gehören. (A.P.)