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SISSY – Sick (CD Sept. 2003)
(STF Records/M-System,
www.sissy-music.de)
SISSY
war ursprünglich ein Soloprojekt von Sänger Tobias Roick, doch inzwischen
ist es eine richtige Band geworden, die die Stücke nun noch einmal
eingespielt hat. Man bezeichnet sich selbst gerne als NewMetal-Band, wobei
dieser neumodische Begriff ja irgendwie steht für eine Mischung aus Metal,
Hardcore und Alternative. SISSY, ich weiß nicht, wie man auf diesen Namen
gekommen ist, stehen meines Erachtens eher in der Tradition des Alternative
und geben sich die Hand mit Bands wie Linkin Park und anderen, ohne
allerdings deren Rap-Attitüden zu übernehmen. Die CD hat viele gute Lieder,
von denen ich am besten mal den Kracher „Upside Down“ und die Ballade „Song
Of Pain“ stellvertretend nennen möchte. SISSY haben gutes
Songwriting-Potenzial und bringen einen vollen, allerdings nicht unbedingt
glasklaren Sound. Die Produktion hat durchaus ihre Ecken und Kanten, was
sicherlich viele bemängeln werden, was aber die Band ein gutes Stück
eigenständiger klingen lässt. So ist „Sick“ ganz sicher kein
Hochglanzprodukt geworden, sondern es wirkt alles „echt“ und irgendwie merkt
man, dass hier Menschen hinter den Instrumenten stehen, die ihr Handwerk
gelernt haben, die aber auf Perfektion und Gradlinigkeit scheißen und das
ist eine Einstellung, die mir im Grunde sehr gut gefällt. Musik dieses
Genres muss Schweiß haben, muss Haken und Ösen haben und dadurch krachen und
in den Körper fahren. Manche Songs von „Sick“ hätten durchaus
Chartpotenzial, werden aber so kantig dargeboten, dass die Masse, also
sozusagen das „Deutschland sucht den Rockstar“-Publikum eventuell etwas
abgeschreckt wird. Aber glattproduzierte Mainstream-NuMetal-Bands gibt’s wie
Sand am Meer, da braucht man nicht noch mehr. Es gibt aber auch ein bisschen
was zu bemängeln. Die Texte könnten ruhig ein wenig subtiler und lyrischer
sein, sie sind ein wenig zu direkt und vielleicht auch ein bisschen zu
einfach. Und am Cover hätte man noch ein wenig feilen können. Ansonsten aber
eine gute CD, die ahnen lässt, dass da noch großes kommen könnte. (H.H.) |