BACK AGAIN: ROCK


SIMPLE ONES - Two Cups For A Tale (CD)

(Nois-O-Lution/Vieklang/Efa)

Zu der Single von SIMPLE ONES gesellt sich jetzt auch eine Longplay-CD, die uns einiges mehr über die Gruppe aussagt. Inzwischen kann ich auch schon mehr mit der Band anfangen, die mit vierzehn Stücken zeigt, daß sie eine ganze Menge draufhat. Insgesamt erinnert die Stimme immer noch ziemlich an Dinosaur Jr. und die Gitarrensong kann man mit den Worten roh, ungeschliffen, psychedelisch, trashig umschrieben werden, jedem der Songs kommt ein anderes Eigenschaftswort zu. Die Gitarren scheinen durchweg nicht ganz richtig gestimmt zu sein und die ganze Produktion klingt eher wie besserer Garagensound, doch dies passt zu den Band und deren Songs. Wer also gerne mal was anderes hören möchte, ist hiermit bestens bedient. 
Auf die Frage, wie denn die die Band selbst die Musik beschreibt, antwortet man, daß man Rockmusik mache, ohne irgendwelche stilistischen Einschränkungen. Songs die nicht nur zum Spaß am Spielen gemacht wurden, oder auch „the triumph of style over substance“. Auf die Frage, was denn die Band mit den Beatles zu tun habe, da sie ja oftmals mit dieser wegweisenden Band verglichen wurden, wird zugegeben, daß die Beatles im Prinzip an allen Songs mitverantwortlich waren, daß sie sozusagen die Songs geschrieben hätten, vornehmlich wird hier John Lennon genannt oder aber auch Yoko Ono. 
Die Band kommt ja aus Memphis, einer Stadt, die wohl weltberühmt ist für ihre Musik. Aber wie so oft trügt der Schein, laut Bandaussage, denn es ist im Prinzip eine ganz normale Stadt mit den üblichen Problemen und den normalen Alkoholikern und apathischen Leuten, in der nur eine handvoll Bands gute Musik macht. Alles also wieder einmal Illusion. 
Da ja, soweit mir bekannt, dieser Elvis Presley auch aus eben jener Stadt kommt, fragte ich die Band, ob denn dieser Sänger ein Thema für sie sei: „Elvis is a theme park to me“ antwortet der Gitarrist Jared. Auch für den Drummer Roy ist Elvis eine wichtige Person, denn er habe eine großartige Stimme, gute Songschreiber, eine gute Band und er war vollkommen in seiner Musik und auch in seinen Drogen eingetaucht, was man an seiner Art sich zu bewegen deutlich erkennen konnte.
Zur Bandgeschichte wurde nur wenig gesagt. Man hatte sich vorgenommen, die Band der 90er Jahre zu werden, obwohl es zur Zeit so aussieht, als würden die SIMPLE ONES die Band des neuen Jahrhunderts werden. 
Textmäßig erklärt Jared mir in Originalworten: „Worker vs. parasite - just opped into my head...“. Roy faßt das noch etwas kompakter: „Life reduced to a song level“. Womit ja eigentlich alles gesagt ist. 
Möchten die SIMPLE ONES noch etwas zum deutschen Publikum sagen?
Jared: I have bugs in my head
Roy: I speak by hitting things with sticks mostly. 
Jim: Come to our shows.
(H.H.)


SIMPLE ONES - Forget You (7“)

(Nois-o-lution/Vielklang/Efa)
Das Label NOIS-O-LUTION startet mit dieser Single eine neue Serie mit Namen Nois-O-Lutions Lonley Art Club Bands Seven Inch Vinyl Club. Man weiß zwar, daß Vinyl-Singles kommerziell inzwischen völlig abgeschrieben sind, aber daß ist gottseidank nicht so wichtig und so beschert man dem Vinyl-Sammler neue Objekte des Vergnügens. Die Cover der Singles werden von alternativen Comickünstlern gezeichnet und den Anfang macht BERT HENNING als Zeichner (einer der Initiatoren der Honk Studios in Berlin) und die SIMPLE ONES als Musikkünstler. Die SIMPLE ONES sind eine Band aus den USA, die Gegend nennt sich Memphis und sind dort keine Neulinge, denn sie haben bereits sieben Singles und eine CD namens „Worth The Weight“ herausgebracht. Die Songs auf der Single sind alles andere als eingängig, denn es wird einem hier eine ganz eigene Art von Musik vorgeführt, die eine Mischung aus Alternative Rock und einer Dinosaur Jr.-Stimme zeigt, teils doch eingängig, aber dann nur für Sekunden und auf der anderen Seite wird es dann wieder ganz komisch und abgedreht psychedelisch. Man muß sich dran gewöhnen, aber man kann das Ganze gerne hören. (H.H.)