BACK AGAIN: ROCK

Metallica - St. Anger
METALLICA -  S & M

Metallica - Metallica (Black Album)

Metallica - St. Anger (CD 2003)

(Mercury/Universal)

Die Herren Metallica haben sich jetzt schon über 20 Jahre gehalten und vier Jahre nach "S&M" hauen sie mit "St. Anger" wieder richtig rein, dass es schon teilweise an den brutal-brachialen Sound der Alben der frühen 80er erinnet wie z.B "Kill 'em All". Die Riffs sind wirklich hammerhart, dazu kommen eine Menge Breaks (das Schlagzeug klingt größtenteils sehr blechernd), Gitarren-Soli gibt es eigentlich gar nicht. Interessanten sind die vielen schnellen Double-Bass Passagen. Die 11 Songs bestechen durch abrupten Tempowechsel, sind aber in der Regel vom Rhythmus eher schnell. Dass auf dem Album keine Balladen wie "Nothing Else Matters" zu finden sind, ist nicht weiter schlimm. Unnötig ist allerdings, dass jeder Song über 5 Minuten geht, was ein richtiger Metal-Fan aber locker erträgt. Man muss also sagen, dass "St. Anger" ein mehr als nur gelungenes Album ist, auch wenn etwas Abwechslung zwischen den Songs fehlt. Konkurrenz macht es dem so legendären schwarzen Album meiner Meinung nach nicht. Metallica klingen auf dieser Platte einfach moderner und geradliniger, in die Nu-Metal-Ecke braucht man sie trotzdem nicht zu stecken! Insgesamt also gutes Handwerk. Als Anspieltipps möchte ich noch den Eröffnungssong "Frantic", "Dirty Window" sowie "St. Anger", den bislang einzigen veröffentlichen Track nennen. (D.H.)


METALLICA -  S & M (D-CD 1999)

(Mercury/Universal)

Es gibt ja nicht wenige Leute, die behaupten, dass Metallica ihre letzten Alben ausschließlich im Zeichen des Ausverkaufs zugänglicher gestalteten. Da sich die Scheiben jedoch auf gewohnt hohem Niveau befanden und zudem in keinster Weise den ureigenen Stil der Band einbüssten, sondern diesen lediglich erweiterten, findet meiner Meinung nach der Vorwurf des Kunstverrats keine Berechtigung.

Hierbei handelt es sich lediglich um den verletzten Stolz einiger Individualisten, welche sich durch die gewachsene Zugänglichkeit ihres exklusiven Kreises in eben ihrer Individualität bedroht fühlen. Dabei merken sie offensichtlich gar nicht, dass sie als Metaller gegen ihre heiligste Prämisse, nämlich Toleranz, selbst verstossen. Denn wie kann ich tolerant sein, wenn ich zwar andere Menschen mit anderen Werten akzeptiere, nicht aber andere Menschen mit meinen eigenen Werten?

Tatsache ist jedoch, dass all diese Leute, zumindest was das neue Werk der BayArea Rocker angeht, Recht bekommen. Mit Spannung wurde sie erwartet, die Live-Inszenierung echter Metallica-Kracher als Bombast-Epos. Besonders Rage-Fans werden mit feuchten Augen auf den Silberling gewartet haben, waren sie sich doch seit "Lingua Mortis" bewusst, wie gelungen ein solches Konzept funktionieren kann. Und das mit einer Weltklasse-Formation wie Metallica.....

Denkste! Die Kombination Metal/Klassik ist mittlerweile kind of trendy geworden, nicht zuletzt durch Institutionen wie Rage oder Therion. Und was trendy ist, bringt ja bekanntlich Geld. Zudem braucht Trend auch nur Trend, keine Qualität.

Anstatt sich also auf den kreativen Hosenboden zu setzen und die alten Hits mit aufwendigen symphonischen Arrangements zu kombinieren, wie es die Vorbilder taten, entschlossen sich Hetfield und co. lieber dazu, rein gar nichts zu tun, sondern den alten Kram einfach noch mal live runterzuspielen, ne Orchesteruntermalung bzw. –übermalung draufzuklatschen und sich auf das Markenwarenprinzip zu verlassen.

Auch wenn man dafür grosse Namen wie Michael Kamen und das Los Angeles Symphonie-Orchester anheuerte, hört sich das Ergebnis einfach lieblos an.

Und zwar deswegen, weil unsere Herren Metal-Millionäre schlicht zu faul waren, zugunsten des Orchesters ihre Stücke umzuschreiben. Im Ergebnis klingt die Klassikstimme dann auch nicht wie das sechste Instrument, sondern eher wie das fünfte Rad: mal nur Untermalung, im nächsten Takt plötzlich alles-übertönend, dann wieder gar nicht, oftmals unpassend und überkomponiert stolpern die Songs nicht gerade selten über ihre eigene Komposition. Man vermerkt zwar durchaus den ein oder anderen Lichblick wie zum Beispiel den Instrumental-Klassiker "The Call Of Ktulu", der ja für eine klassische Ausrichtung geradezu prädistiniert ist. Die Produktion kann über weite Strecken bis auf das für meine Begriffe etwas störende Zuschauergeklatsche ebenfalls überzeugen.

Die eigentliche Mission, nämlich eine funktionierende Mischung von zwei Stilen zu erzeugen, ist jedoch gründlich in die Hose gegangen. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, wir hätten es hier mit dem mit Abstand schlechtesten Output der Bandgeschichte überhaupt zu tun, Bootlegs eingeschlossen!

Meine Empfehlung an alle Metallica-Fans also: lasst "S&M" im Laden versauern. Die Songs kennt ihr nämlich schon in besserer Ausführung. Das gesparte Geld investiert ihr garantiert risikofrei in Rage's "Lingua Mortis".... (Bört)


Metallica - Metallica (Black Album) CD 13.08.91

Vertigo (Universal)

1991 schafften Metallica es mit ihrer fünften Platte, dem so legendären schwarzen Album, ganz klar in die Elite der Heavy Metal-Bands. Mit nicht nur für Fans unvergesslichen Songs! Auf dem 12-Tracker sind mit "The Unforgiven" und "Nothing Else Matters" zwei richtige Balladen enthalten, letzterer ist der wohl größte Song der Band. Besonders fantastisch auf diesem Album auch die vielen Gitarrensoli. Außerdem konnte man hier den Trash Metal-Stil fast ganz ablegen, nur bei "The Struggle Within" (dem gelungen brachialen Schlusstrack) schimmerts noch etwas durch.

"Enter Sandman" jedenfalls ist ein genialer Anfang für das Album: Gelungenes Intro, rockig jedoch nicht mehr so hart wie in den frühen 80ern. Darauf folgt dann "Sad But True"(dieser ist übrigens Ex-Basser Cliff Burton gewidmet, der bei einem Busunfall während ihrer Europa-Tour'86 starb, Jason Newstead nimmt seinen Platz ein), einer meiner persönlichen Lieblingssongs auf der CD, einfach toll anzuhören. Langsam aber trotzdem hart. Weitere starke Lieder sind "Wherever I May Roam", der wohl ausgefallenste Track, sowie natürlich "Nothing Else Matters". James Hetfield kann insgesamt wirklich glänzen und sticht bei einigen Songs deutlich hervor. Endlich ist auch mal wieder ein durchdringender Bass zu hören. Das Songwriting ist gut, aber Metal-typisch. Was soll man zu so einem perfekten Album schon noch sagen? Das schwarze Album mit der Viper gehört in jede Metal-Sammlung! Man kann vielleicht wiederholen, dass es Metallica ermöglicht hat, zu Bands  wie AC/DC oder Iron Maiden aufzuschließen. (D.H.)