BACK AGAIN: ROCK

Compilation – FINEST NOISE 12 (CD 2004)

(Blu Noise/Finest Noise www.blunoise.de )

Und schon wieder einer, der insgesamt zwölfte, Mailorder-Sampler des Finest Noise-Vertriebes, eine gute Einrichtung, um weniger bekannte Bands vorzustellen, die im Programm von Finest Noise zu finden sind.

Und wieder kenne ich von den insgesamt 22 Bands gerade mal TPUNKTERROR und SCHWARZ AUF WEISS, gute Voraussetzungen also, die eine oder andere Entdeckung zu machen. Musikalisch gibt es wie gewohnt rockigen und punkigen Alternativ-Rock mit Ausflügen hin zu Grunge, Pop, Metal und auch normalen Rock.

GARDEN OF EDEN sind so eine Band, die durchaus auch in den normalen Charts eine Chance hätten und mich nicht besonders mitreißen. Besser schon NME.MINE, die deutlich mehr Ecken und Kanten haben und auch vielseitiger klingen, auch, wenn der Gesang nicht so mein Fall ist. Ähnlich grunge-rockig geht es auch bei SKULLBOOGEY weiter, ein recht sperriger Song, der aber im Gedächtnis bleibt. MELKER bieten einen sehr guten punkigen Ohrwurm, aber auch hier ist der Gesang nicht so ganz gelungen. Ähnlich geht es dann bei LOMBOG weiter, bevor SCRAP irgendwie Metal-Crossover-Sound bieten. MALM machen ziemlichen Lärm mit Schreigesang, irgendwo zwischen Metal, Hardcore und ein wenig Punk. THE JOHNNY ATHEN`S REVENGE erfreuen danach mit offenbar Motörhead-beeinflussten, straighten Punk-Core, das dürfte auf Konzerten die Zuhörer geradezu umblasen. Ähnlich, etwas gemäßigter allerdings, geht es auch bei SYRUS zu. Endlich mal eine Frauenstimme gibt es bei DATURA, dazu ein gut produzierter, apokalyptischer Song, der bis hierher zu den Höhepunkten der CD gehört. Noch mal Frauengesang gibt es bei ELDEN´S COUNTERMOVE, wobei die Gitarren fast ein wenig (absichtlich) verstimmt klingen. Gut, aber wohl auch eher was für die Bühne, als im CD-Player zu Hause. Eingängiger Alternative-Rock/Pop mit wunderbarer Melodie kommt von JEROME, da möchte ich auch mal mehr hören. Einen sehr eigenen Stil zwischen Alternative- und Punk-Rock haben KARCHER, auch hier müsste man mal mehr hören. Erfolgreich in den Charts könnten ÖL werden, zu deren Vorbildern bestimmt auch Wheatus zählen. Eine Art Easy-Listening-Gitarren-Pop kommt von TULP. Wenn das ein typischer Song der Band ist, ist das definitiv nichts für mich, so was kann ich mir gar nicht anhören, todlangweilig, das konnten Durutti Column vor 25 Jahren oder Magnetfisch heute besser. Besser dann wieder AWFUL NOISE mit ihrem von folkigen Elementen unterstützten Rock. Das hat durchaus auch kommerzielles Potential in Zeiten von erfolgreichen Bands wie In Extremo und anderen. MOBSTAR machen gut produzierten Alternative-Rock mit Frauengesang, der sicher viele Fans dieser Musik anspricht, aber mir zu wenig eigenständig ist. Schöner Pop-Punk kommt dann von MUSIC BORES, deren Bandname so gar nicht zur eingängigen, mehr als unterhaltsamen Musik passt. Auch THE KLEINS rocken gut los, bevor INTOXICANT musikalisch zwar solide sind, aber leider einen wenig überzeugenden Sänger haben. Zum Ende hin gibt es dann noch zwei echte Hits der schon erwähnten SCHWARZ AUF WEISS und TPUNKTERROR.

Wie immer bei solchen Samplern: ein paar Höhepunkte, in diesem Falle TPUNKTERROR, DATURA, JEROME, SCHWARZ AUF WEISS, weiterhin MUSIC BORES, THE JOHNNY ATHEN´S REVENGE und AWFUL NOISE, dann eine ganze Menge mittelmäßiger Gruppen und zum Glück nur ein, zwei Totalausfälle. Die besseren Tracks finden sich diesmal fast alle in der zweiten Hälfte. Es ist schon bezeichnend, welchen Einfluss heute noch Bands wie Nirvana und Faith No More auf junge Bands haben. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden