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THE
ASHES OF CREATION – The Porcelain Songs (CD 2004)
(Capitol East Coast
Records/Finest Noise)
Zunächst
einmal: das Booklet zu diesem Album von THE ASHES OF CREATION gehört wohl zu
den am schönsten gestalteten, die mir seit längerer Zeit in die Finger
gekommen sind. Das ist auf jeden Fall schon mal mehr als lobenswert…dass
dann auch noch die Musik durchaus zu überzeugen weiß, macht „The Porcelain
Songs“ zu einer durchweg schönen Veröffentlichung, wenn auch nicht zu einem
Meisterwerk. Wie der CD-Titel schon andeutet, handelt es sich bei der Musik
der siebenköpfigen Band um „zerbrechliche“ Musik, meist eher ruhig, bestimmt
durch glasklaren Gesang und den häufigen Einsatz einer Flöte. Der Stil ist
nicht so leicht in eine bestimmte Schublade zu stecken, weil die Gruppe sich
ohne Hemmungen überall bedient, von Prog-Rock über Folk, Wave und Pop bis
hin zu Alternative-Rock. Dass dabei dann eine sehr eigenwillige Mischung
raus kommt, ist wenig überraschend und man sollte sich Zeit nehmen, die CD
einige Male zu hören und tiefer in die musikalische Vielfalt einsteigen.
Wenn man dann auch noch abwechslungsreichen Frauengesang mag und den ein
oder anderen schwächeren Song großzügig überhört, macht man hier sicher
nichts falsch. Direkte Vergleiche erübrigen sich, doch im Booklet wird unter
anderen Leuten wie Tom Waits, Leonard Cohen, Nick Cave, Blixa Bargeld,
Heather Nova und Mr. (Charles?) Dickens gedankt. Man hört die Einflüsse
dieser Künstler nicht direkt heraus, aber die Inspiration ist schon
nachvollziehbar. Allerdings finde ich das Album bei weitem nicht so düster,
wie der Waschzettel mir weismachen möchte. Melancholisch vielleicht, ein
bisschen herbstlich, aber nicht düster im eigentlichen Sinne. Ich weiß nicht
warum, und es ist auch gar nicht negativ gemeint, aber irgendwie würde ich
die Musik in ein studentisches Umfeld stecken und Dinge wie Tee und
Duftkerzen kommen mir in den Sinn und junge Leute in betont schlichten,
farblosen Klamotten, mit Brille und an die 70er Jahre erinnernden Frisuren.
Seltsam…aber das macht die Musik von THE ASHES OF CREATION ja nicht
schlechter. Wer Bands wie Shelleyan Orphan oder Aimless mochte, liegt auch
hier nicht falsch. (A.P.) |