| AEROSMITH - JUST PUSH PLAY AEROSMITH - NINE LIVES AEROSMITH - JUST PUSH PLAY (CD 1997) (Col/Sony)
Auf dem neuesten Longplayer "Just Push Play" findet die Band demnach einerseits zu ihren Wurzeln zurück, wie sich am Titeltrack und Songs wie "Trip Hoppin'" unschwer erhören lässt. Andererseits setzt sie mit "Jaded", "Beautiful Beyond" und "Sunshine" ihren Stil der 90er fort. Natürlich bieten Tyler & Co. in Form von "Fly Away From Here" und "Luv Lies" zwei originale Aero-Balladen, welche sofort den Weg ins Ohr und auch in die Charts finden werden. So weit wie gehabt. Doch aufgepasst! - Was sind das denn für merkwürdige Intros? Hab' ich da eben etwa Loops und Phases vernommen, die sich durch ganze Songs ziehen? Und das auf einem ROCK-ALBUM?? Ihr lest richtig. Dabei wird eigentlich schon beim Blick auf's Cover deutlich, dass an diesem Braten etwas faul ist. Auf den ersten Hör erschreckend, wissen die ungewöhnlichen Stilelemente mit der Zeit jedoch wahrhaft zu entzücken, entpuppen sich gar als passende und logische Innovation. Steven Tyler himself wirkt durch lustige Einschübe wie Sprechgesang auch nicht gerade älter. Als Anspieltipp führe ich diesbezüglich "Outta Your Head" an. Insgesamt gestaltet sich die Tracklist wie immer als ausgewogene Mischung, und dem unverkennbaren bandeigenen Gespür für ansprechende Melodien ist es zu verdanken, dass wir in nächster Zeit als ohrwurmgepeinigte Einsiedler vor der heimischen Stereoanlage unser Dasein fristen. Alles in allem landen Aerosmith mit "Just Push Play" also mal wieder einen Volltreffer. Berücksichtigt man die musikalische Entwicklung der Combo, so wird man rückblickend in 10 Jahren von einem Meilenstein sprechen. Nicht fragen, kaufen! (Bört) AEROSMITH - NINE LIVES (CD 2001) (Col/Sony 2001)
Denn obwohl sich die Jungs um das Kultduo Tyler & Perry nach den letzten beiden Erfolgsalben "Pump" und "Get A Grip" dem verdienten Vorruhestand hätten hingeben können, klingt das neue Werk "Nine Lives" gleichzeitig frischer und reifer als alle (!!!) Vorgänger in der nicht gerade an Höhepunkten armen Banddiscographie: Die eher rauhen Gitarrensounds auf "Nine Lives" vermitteln hohe Authentizität, bisweilen sogar echtes Live-Feeling. Das Organ des zappeligen Frontmannes tut es den Äxten gleich und kommt wesentlich rupppiger und kraftvoller als je zuvor daher, nicht jedoch weniger charismatisch und melodiös. Des weiteren schafften es die ehemaligen Toxic Twins, derart viele Hooks in vergleichsweise einfache Songstrukturen zu packen, dass der Finger nach dem zweiten Durchlauf des Silberlings unweigerlich auf der Repeat-Taste klebenbleibt. Auch die Mischung der Tracks stimmt: eine auf Rockalben selten gehörte Vielseitigkeit macht sich breit und jeder wird bedient (ähm, die Doom&Death-Ecke vielleicht nicht unbedingt...): jeweils zu ca. 1/3 aus tighten Rockern und Aerosmith-Hits ("Nine Lives", "Falling In Love", "Something's Gotta Give") bzw. den obligatorischen Balladen ("Hole In My Soul", "Full Circle", "Fallen Angels") bestehend, stellen eine Auswahl von musikalisch unglaublich treffsicher interpretierten Themen-Songs ("Pink", "Taste Of India", "The Farm", "Crash", "Ain't That A Bitch") die Highlights des Albums dar. So fällt es wahrlich nicht schwer, unter dem Einfluss von "Pink" rosa Socken zu kaufen, während sich dem Hörer bei "Taste Of India" gleichsam der Orient öffnet, bevor das verwöhnte Gehirn mit "The Farm" endgültig auf dem Trip hängenbleibt. "Crash" hingegen kracht als echter Punk-Song (!!!) in die Gehörgänge. Last but not least will ich "Ain't That A Bitch" mal als Geheimtip stehen lassen.... Fazit: wenn Tyler, Perry und Co. live noch genauso fit sind wie im Studio, dann fahre ich dem Tourbus diesen Sommer zur Not mit dem Fahrrad hinterher. Hut ab! (Bört) |
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