BACK AGAIN: PUNK

ZSK – Riot Radio (CD 17.09.2002)

(Wolverine Records/SPV)

1997 haben sich die jungen Herren zusammengetan und gedacht, sie könnten ja gemeinsam was tun. Musizieren? Natürlich. Gar kein Problem. Es spielt zwar keiner ein Instrument, aber es gibt schlimmeres. Man entschied sich für die Rollenverteilung, wer was macht und dann wurde drauflos gespielt. Genauso hat es sich abgespielt und genauso steht es auch im Punkhandbuch. Das erste Demotape (keine CD-Rs!) wurde 500 mal unter die Leute gebracht und dann interessierte sich Wolverine Records für sie und holte sie für ein Debutalbum. Zusammenspielen konnte man auch mit ein paar Punklegenden wie den Exploited, Chaos UK, Terrorgruppe, Agnostic Front und noch diversen. Auch musikalisch richtet man sich ein wenig nach den Vorbildern, Anti Flag gehört dazu und die haben selbst sogar das Intro zur CD gesprochen. Danach geht es weiter voll ab. Punkrock pur, wilde Mixtur aus Klassik-Punk und modernem Skaterpunk, wobei man die Herren aber absolut der Skaterszene zuordnen kann. Das tolle ist, dass man sich hier nicht dem Spaß hingibt, sondern dass man hier politische Statements abgibt und sich Mühe gegeben hat mit den Texten, die übrigens sowohl englisch, als auch deutsch sind. Alles in allem ein energiestrotzende Album, das zwar wieder einmal zeigt, dass Punk nicht mehr Punk ist, sondern in der Moderne immer mehr mit dem Skatertum verwurzelt ist, aber es zeigt sich auch, dass auch hier Potenzial steckt und vor allem auch Hirn. Als Niveau-Punk würde ich das zwar vielleicht nicht bezeichnen, das würde der Musik auch nicht gerecht werden, aber als druckvollen und aussagekräftigen und trotzigen Streetpunk könnte man das schon bezeichnen. Was will man als Punkrockfan also mehr? Sogar ein Booklet mit recht intelligenten Kommentaren darf der geneigte Käufe durchblättern. Bester Song, in meinen Augen, ist „Mein Staat“. (H.H.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden