BACK AGAIN: PUNK

TPUNKTERROR – So Fest Ich Nur Kann (CD 2004)

(AntifaeinRec./Finest Noise)

Bis weit in die 90er Jahre hinein habe ich die deutsche Punkszene recht interessiert verfolgt, dann irgendwann gingen die neueren Bands ein wenig an mir vorbei und ich hörte nur noch die alten Helden. Da sind dann auch die 1997 gegründeten TPUNKTERROR komplett an mir vorbei gegangen, bis auf den Bandnamen waren die Musiker aus der ländlichen Eifel mir kein Begriff. Schade eigentlich, denn wenn ich die Gruppe schon früher gekannt hätte, hätte ich sie sicher einige Mal live gesehen, was garantiert großen Spaß macht. Nun habe ich das neue Album „So fest Ich Nur Kann“ bekommen und muss zugeben, dass es sich hier um eine solide, kraftvolle deutschsprachige Punk-Rock-Band handelt. Das erste Wort im ersten Song ist „Rock!“ und gibt gleich die Richtung vor, die den Hörer knapp 45 Minuten erwartet. Druckvoll produziert rockt die Band alles weg, was sich in den Weg stellt, dazu kämpferische Texte mit den üblichen Themen, ohne jedoch in hohles Phrasengedresche zu verfallen. Dementsprechend ist es eher „deutscher Pun-Rock“, als „Deutsch-Punk“. Musikalisch irgendwo typisch 90er, so zwischen Anfall, Exil, Aufbruch, Fuckin´ Faces und so weiter. Ihre Instrumente beherrscht die Band, was durch die gute Produktion auch sehr gut rüber kommt, vielleicht ist die Produktion sogar zu perfekt, ein paar mehr Ecken und Kanten und etwas mehr Rohheit hätten ruhig noch sein können. Ein paar Gitarrensoli halte ich persönlich auch für überflüssig, aber das ist natürlich Geschmackssache. Die Texte sind gut, behandeln Themen wie Freiheit, Unabhängigkeit, unsern „schönen“ Staat und was sonst so anliegt, aber halt gut formuliert, statt einfach nur „Bullen Raus“ oder „Scheiß Deutschland“ zu grölen. Das dabei um des Reimes willen Textzeilen wie „Ich bin nur ein Mensch aus Fleisch und Blut, ganz egal wie´s für Dich aussehen tut“ herauskommen ist verzeihlich. Einen Ohrwurm, den man nach dem ersten Anhören nie wieder vergisst, gibt es zwar nicht , dafür allerdings auch keinen Ausfall. Das ganze Album ist gut in einem Rutsch zu hören und macht viel Spaß. Etwas herausstechen tut der mit Bläsern wundervoll ergänzte Song „Meine Gute Laune“, der auf Konzerten sicher die absolute Pogo-Granate sein dürfte, wie ich sowieso annehme, das Konzerte von TPUNKTERROR ausgesprochen unterhaltsame Partys sind. Etwas zu unauffällig ist das Cover der CD geworden, es sticht aus der Masse der (meist schlechteren) Punk-Rock-Veröffentlichungen im Ladenregal oder in der Kiste bei Konzertverkäufern kaum heraus. Was zählt ist aber natürlich die Musik, und daran gibt es nun wirklich kaum was zu bemängeln. Lupenreiner, druckvoller Punk-Rock, was will man mehr? (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden