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NORMAHL – Das ist Punk
NORMAHL – IN RI 21
NORMAHL – Das ist Punk (CD
18.08.2003)
(Foobar
Music / SPV)
Vor
25 Jahren hat sich NORMAHL gegründet. Die erste richtige Punkband aus
Deutschland ward geboren und gleichzeitig die langlebigste und damit eine
echte Legende. Ihren ersten Auftritt hatten die Jungs 1978 im
Karls-Gymnasium in Stuttgart und seitdem haben sie eine Platte nach der
anderen gemacht, mit einer längeren Pause zwischen 1993 und 2002, wo kaum
etwas veröffentlicht wurde, außer einer Maxi und zwei Livemitschnitte. 2002
gab es das neue Album „Inri 21“ und nun, nach nunmehr 25 Jahren hat man dann
auch mal eine Best Of-CD verdient, aber die Herren (inzwischen ja auch schon
gestandene Männer) wollten nicht einfach nur eine zusammengestückelte
Zusammenstellung alter Songs machen, nein, sie spielten alle Stücke neu ein.
Dabei wurde aber Gott sei Dank darauf geachtet, die ursprüngliche
Schmutzigkeit einigermaßen beizubehalten und nicht alles einem modernen,
fetten Sound zu unterziehen. NORMAHL klingen hier sozusagen normal,
allerdings mehrere Grade frischer, denn der Zahn der Zeit hat besonders an
den alten Songs schon etwas genagt, was sie aber weiß Gott nicht schlechter
macht. Viele der oftmals sehr politischen Texte sind auch heute noch
brandaktuell und manche Zeile wurde auch ein wenig verändert für diesen
Tonträger. Natürlich sind die wichtigen Lieder alle zu finden: „Das ist
Punk“, „Deutsche Waffen“, „Keine Überdosis Deutschland“ bis hin zu „Komm´
erzähl mir über Punk“ und „Punk ist keine Religion“. So präsentiert sich
NORMAHL als so ziemlich die wichtigste Punkband Deutschlands, die zwar auch
für Spaß steht, aber dafür auch oftmals ernste Texte präsentierte. Das Album
mit satten 28 Songs ist im übrigen nicht nur den alteingessenen Fans zu
empfehlen, sondern auch der nachwachsenden Generation, die später mal die
Rente zahlen soll für die NORMAHLos, doch so was mögen sie bestimmt hören. (H.H.)
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NORMAHL
– IN RI 21 (CD 2002)(Foobar
Music/SPV)
Mitte
der 80er Jahre gehörten NORMAHL zu den ersten richtigen Punkbands, die ich
gehört habe (außer Die Toten Hosen und Die Ärzte). Das verdanke ich meinem
alten Schulfreund Robert, der zwar absolut unscheinbar aussah, aber
musikalisch nur die radikalsten Sachen hörte. Durch ihn habe ich viele gute
Bands kennen gelernt, unter anderem eben NORMAHL. Zu den ersten Liedern
gehörten „Deutschland“, „Helfer der Nation“ (damals auch bekannt als
„Bullenschweine“, hat aber nix mit dem gleichnamigen Slime Song zu tun) und
„Rainer Anton Fritz“ (auch bekannt als „RAF“). Für mich als 15-jährigen war
das natürlich wahnsinnig radikal. Als eine der langlebigsten Punkbands sind
NORMAHL seit etwa 1980 aktiv, auch wenn es immer mal wieder längere Pausen
gab. Neben Daily Terror, OHL und Boskops war die Gruppe einer der
zuverlässigsten Parolenlieferanten („Nimm Dich heute Nacht in acht, denn
Zimmermann ist auf der Jagd“, aber wer kennt heute noch den ehemaligen
Innenminister unter Helmut Kohl?), bevor sie Ende der 80er ein wenig in
bierseligen Funpunk abrutschte, sich aber wieder fing. Nun sind sie also
wieder da mit einem neuen Album und einigen Statements zur Zeit. Musikalisch
wird nach einigen Ausflügen in rockigere Gefilde wieder lupenreiner Punk
geboten, dazu Texte, die immer noch scharf sind und politische und besonders
auch religiöse Themen aufnehmen und kommentieren. Dabei wird keine Rücksicht
auf Verluste genommen und auch die Punkszene kriegt ein paar Seitenhiebe ab.
Naja, gelegentlich wird´s musikmäßig ein bisschen schweinerockig, wie zum
Beispiel in „Virtual Life“, aber das überwiegt nicht und kann der Gruppe
verziehen werden, denn hauptsächlich gibt es gut nach vorne abgehenden Punk
Rock. Insgesamt darf man sich aber über ein typisches NORMAHL Album freuen,
irgendwo zwischen den Frühwerken wie „Der Adler Ist gelandet“ und „Auszeit“.
Zurzeit ist Deutsch-Punk ja kaum angesagt, aber ich denke NORMAHL haben
immer noch ihren festen Platz und ich muss ehrlich zugeben, bei mir schwingt
da auch eine gehörige Portion Nostalgie mit, weil die Band eben zu denen
gehört, die mich für Punk-Rock begeistert und vor allem dabei gehalten
haben.
Übrigens gibt es ein gut
gestaltetes Booklet dazu, das in einer Reihe mit den Frühwerken steht, nur
eben zeitgemäßer aussieht. Und damit mich keiner falsch versteht: NORMAHL
klingen nicht altmodisch, sondern durchaus modern, ohne aber die Einflüsse
von früher zu verleugnen. Was die Band wohl vor 20 Jahren dazu gesagt hätte,
wenn sie gewusst hätte, dass sie mal von der gleichen Agentur promotet wird,
wie Roger Witthaker...auf jeden Fall erinnert so eine Platte wieder mal
daran, dass auch heute in dieser Gesellschaft vieles nicht stimmt, aber alte
Säcke wie ich sind viel zu faul geworden, noch aufzustehen und das auf der
Straße heraus zu schreien. Aber wenigstens die Kids von heute sollten sich
Texte wie den von „Dora D“ genau anhören. (A.P.) |