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Kritik
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Kritik 2
NEUROSIS
– A Sun That Never Sets (CD 13.08.2001)
(Relapse
Records/SPV)
Für Liebhaber radiotauglicher Rockmusik oder anderer popularmusikalischer Musikformate, wie man so sagt, könnte hier schon Schluss sein.
Auf Wiedersehen.
NEUROSIS haben Ihre eigene Ecke. Vielleicht mit ein paar Gleichgesinnten zusammen, aber wer ist das heutzutage
nicht? Hier haben wir Musik, die es dem Hörer abverlangt, ein Album intensiv zu hören. Besser sogar mehrmalig nacheinander. Intensiviert das Ganze. Ist nun einmal so.
Das 1992er Album "Souls At Zero" ist bis heute eine echte Perle. Das 1993er Album "Enemy
Of The Sun" ist hart, aber auch eine Perle. Jedes NEUROSIS-Album hat diese typische Bipolarität in sich. Bei näherer Betrachtung immer ein Hit, hart wie zart. Und etwas für Neugierige. Nicht nur die Musik betreffend, auch die Formate. In Konzerten mit Film- und
Dia-Unterstützung oder das gleichzeitig zu hörende Gespann "Times Of Grace/Grace" (1999).
Hier ein kleiner Ausflug: "Times
Of Grace/Grace" habe ich mir auf meiner HiFi-Anlage und einem geliehenen Notebook angehört. Und da ich "Times of
Grace" schon mehrmals gehört hatte war das dann auch ein Erlebniss der besonderen Art.
Auf dem aktuellen "A Sun That Never Sets" mischt sich ebenfalls wieder Ruhe mit Dringlichkeit und dem Versuch, den Tribe of Neurot zu erfassen. Manche nennen es Lärm, andere schreiben Texte dazu.
Spätestens beim
Track "A Sun That Never Sets" und "Falling Unknown" ist man in der Stimmung von
NEUROSIS angelangt und kann den Rest auf sich wirken lassen. "The
Tide" schafft mit seinem ruhigen Part anfänglich den Grundstein und leitet dann ein. Eigentlich auch nicht wichtig, denn albumweise immer noch am besten; nur ein
bisschen Zeit und Ruhe zum Zuhören und wirken lassen.
Beim ersten (!) Hören beginnt "A Sun That Never Sets" ungewohnt, zieht einen jedoch schnell in seinen Bann, unterstützt von längeren ruhigen Passagen. Diesmal mit bester Streicherunterstützung. Die von
NEUROSIS inszenierte Dramatik mit ihren Wechseln zwischen den Stimmungen, von melancholisch zu wutbrüllend, fasziniert einmal mehr.
"A Sun That Never Sets" ist, wie seine Vorgänger, einen Einstieg wert und gleichzeitig etwas Neues, wie gewöhnt. Aber durchgehend ein strong buy, wie für das gesamte Schaffenswerk bisher.
Zusätzlich sorgt die wieder gelungene Covergestaltung für Wohlbehagen und zeigt damit, dass Neurosis im Bereich anspruchsvollen Schaffens weiterhin am Ball bleiben.
(tho./august2001)
NEUROSIS
– A Sun That Never Sets (CD 13.08.2001)
(Relapse
Records/SPV)
Was
kann man zu einer Band wie NEUROSIS eigentlich schon noch neues schreiben.
Sicher, es gibt ein neues Album, das kann
man schreiben, doch es bleibt alles beim alten. Es gibt neue Songs,
aber nicht unbedingt eine große Erweiterung des eigenen musikalischen
Horizontes. Doch wollen wir auch einmal ehrlich zu uns selber sein: Eine
Weiterentwicklung will man eigentlich auch gar nicht, man will doch neues
im alten Stil. Seit 1985 bringt die Band mehr oder weniger regelmäßig
ihre bizarren Klangkörper auf den Markt, hart und düster, nihilistischer
und getragener Hardcore in gänsehaut-erregender, aber abartiger Schönheit,
die nicht unbedingt Freude erregt und gerade deshalb so interessant ist.
Wie gewohnt, ist auch die neueste Platte von NEUROSIS irgendwie als
Gesamtwerk zu betrachten, so daß eine Aufzählung einzelner Titel nicht möglich
ist. Oft kopiert, aber nie erreicht sind NEUROSIS eines der wirklichen
Originale der Musikgeschichte. (H.H.)
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