BACK AGAIN: PUNK

MUECA – The Diary Of Science And Sickness (CD 2004)

(www.mueca.com )

MUECA aus Niedersachsen, ich muss zugeben, ich habe noch nie von dieser Band gehört oder gelesen. Auffallend ist erstmal eine sehr schöne CD-Verpackung ohne jegliches Plastik. Eine 8-köpfige Band...auf welche Musik lässt das schließen? Meist auf Ska oder eine Band, die Crossover aus vielen verschiedenen Stilen spielt. Ska gibt es von MUECA definitiv nicht zu hören. Stattdessen eine Art vielseitigen Alternative-Rock mit vielen Hardcore-Elementen, ein paar Metal-Einflüssen, aber auch ruhigeren Momenten, dazu Rap-Einlagen und ein paar düstere Anklängen. Selbst nennt die Gruppe ihren Stil „UrbanCrossCore“, was meinetwegen auch in Ordnung geht. Die meisten Stücke haben eine Laufzeit von unter dreieinhalb Minuten, viele sind sogar kürzer als zwei Minuten. Die Songs der Band sind kraftvoll und, wie erwähnt, vielseitig, mir aber hier und da zu metallig und die Stimme des Sängers finde ich persönlich nicht so toll, aber das ist wohl Geschmackssache. Mit „Thank You!“ ist ein Song vertreten, der durchaus auch kommerzielles Potential hat.  Am besten gefallen mir aber die Stücke, in denen es düster wird, zum Beispiel „Into“ und „Pimskit“. Auch das punkige „What?!“ ist gut gelungen.

MUECA scheinen größere Ziele zu haben, denn die ganze Art, wie sie sich präsentieren, wirkt ziemlich professionell und auf Erfolg ausgerichtet. Dafür muss man dann irgendwann auch den Weg zu MTViva gehen, und ob das erstrebenswert ist?

Und interessant ist, dass eine bisher völlig unbekannte Band ihrer CD einen Flyer beilegt, in dem neunmal darauf hingewiesen wird, die CD doch bitte nicht weiter zu kopieren, wie es die Majorplattenfirmen halt auch so tun. Andere junge Bands, die noch am Anfang stehen, fordern die Leute geradezu auf, die Musik weiter zu kopieren, damit sie mehr Leute erreichen, insofern wirkt das bei MUECA schon leicht arrogant und selbst überschätzend. Wenn sich alle Käufer an die Bitte halten, werden wohl einige Menschen weniger MUECA kennen lernen. Leute, macht doch nicht die gleichen Fehler, wie die Kommerzbands, außer, ihr wollt zu ihnen gehören. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden