BACK AGAIN: PUNK
| GREEN DAY - Insomniac GREEN DAY - Geek Stink Breath GREEN DAY - Basket Case GREEN DAY - Dookie GREEN DAY - Insomniac (CD) (Reprise Records/WEA) Nach relativ kurzer Zeit bringen die drei kleenen Punker aus den amerikanischen Landen neue Platten heraus, ohne sich auf ihren Lorbeeren, die sie ja nun zur Genüge bekommen haben, auszuruhen. Aber man sollte grade bei dem Erfolgsgrad natürlich auch keine Gelegenheit auslassen, soviel Kohle wie möglich zu scheffeln. GREEN DAY-Songs sind ja irgendwie unverwechselbar, hervorgerufen durch die Stimme des Sängers und diesen schönen Punkrock-Melodien, zu denen man wohl nichts mehr sagen muß, weil die sowieso jeder kennt. Tolle Songs auf dem Longplayer sind "Stuck With Me", "Bab´s Uvula Who?", auch wenn diese Aufzählung fast müßig ist, weil die Songs fast gleichbleibend qualitativ gut sind (einzige Ausnahme ist wohl der "Panic Song"). Leider im Ganzen etwas kurz geraten, mit vierzehn Songs erreicht man hier nicht ganz 33 Minuten Spielzeit, schade, aber was soll´s, es wird ja trotzdem gekauft und all die Kiddies halten sich dabei für echte Punks, wow. Aber andererseits ist die Länge auch in Ordnung, denn irgendwann reicht es auch und man soll es ja auch nicht übertreiben. Die neue Maxi-CD der Band ist zwar auch nicht schlecht, aber "Geek Stink Breath" ist dann doch eher ein etwas unscheinbareres Lied von GREEN DAY, etwas gemäßigt und nicht zu anarchistisch für die geneigte Bravo-Leserschaft, die sich dann mal wieder als harte Punker fühlt, genauso verstehe ich nicht, wieso z.B. Offspring in die Punkschublade gesteckt werden, das gehört da ja wohl wirklich nicht hin, aber das ist hier ja auch nicht das Thema. Auf der Maxi-CD sind dann noch zwei bislang unveröffentlichte Non-LP-Tracks zu hören, wobei man dann auch noch extra drauf hinweisen muß, obwohl ich finde, so etwas ist selbstverständlich. "I Want To Be On TV" klingt eigentlich überhaupt nicht nach GREEN DAY, sondern eher nach einer fetzigen Punkband und ist echt gut und hätte auch nicht auf die LP gepasst. "Don´t Want To Fall In Love" ist ziemlich untypisch, klingt fast schon nach Countrypunk, ist auch gut. Alles in allem zusammengefasst kann man GREEN DAY eigentlich nur ein Kompliment machen, denn sie verstehen es, eigenen Stil in ihre Songs zu bringen in einem momentan sehr großen und sehr klangkompatiblem Punkrock-Markt und haben trotz des hohen Outputs, den sie neben ihrem Tour- und Vermarktunsstreß und auch noch Familien (ja, ja) haben, einen guten Qualitäts-Standard. (H.H.) GREEN DAY Basket Case (MCD 1995) (Reprise Records/Warner Music) Da ist sie denn also, die Maxi zum Longplayer. Zu hören ist die normale, bekannte Version von "Basket Case" sowie drei Livesongs, zwei davon sind auf der "Dookie"-CD schon zu hören und der vierte glänzt durch bisherige Unveröffentlichung. Wenn man also "Dookie" schon hat, ist die Maxi wirklich keine Pflicht mehr. Kann es sein, daß es von "Basket Case" zwei Maxis gibt? Ich hab mal ´ne Kritik über die Maxi gelesen, da wurde ein Stück namens "On The Wagon" erwähnt, das ist bei mir gar nicht drauf. Außerdem sieht meine CD äußerlich auch ganz anders aus. Na ja. Nachtrag: Es gibt tatsächlich eine zweite Maxi, die ich gerade in meinen Händen halte. Mit grüngefärbter Hülle (kein Maxi-Cover, sondern so´n Teil wie für die Longplay-CDs) und drei Songs, die nicht auf der LP enthalten sind. Warum, weiß der Geier. Oder der Gott des Kapitalismuses, der auch hin und wieder und in Zukunft immer öfter auch Punks trifft. (H.H.) GREEN DAY Dookie (CD) (Reprise Records/Warner) GREEN DAY sind durch Veröffentlichung dieser CD zu den neuen Protagonisten des US-Punks geworden. So jedenfalls steht es im Info, aber wenn das tatsächlich der neue US-Punk sein soll, ist das schon eher traurig, was jetzt nicht heißen soll, daß GREEN DAY schlecht sind, sie sind einfach keine Punkband, alelrhöchstens eine absolut harmlose Punkrockband ohne Ecken und Kanten. Eigentlich sogar eher eine Indie-Rockband, die man am ehesten umschreiben könnte mit "die Beatles des Undergrounds", was ich allerdings, obwohl die Beatles natürlich eine der revolutionärsten Bands waren, nicht unbedingt positiv vermerken möchte, sondern nur auszudrücken versuche, daß sie sehr melodisch sind. Ich höre die CD inzwischen ca. das fünfte oder sechste Mal und es wollen mit einfach keine außergewöhnlich gut herausstechende Songs auffallen, an der Musik ist irgendwie nichts besonderes oder eigenständiges, was einem im Ohr hängen bleibt. Na ja, nach dem Schreiben dieser Kritik wird die CD wohl in mein CD-Regal wandern und wahrscheinlich nie wieder angerührt werden, es sei denn, sie fällt aus Versehen raus und ich muß sie aufheben), was ja nicht schlimm ist, daß passiert vielen Bands in meinen vier Wänden. Aber es wird wohl auch niemals ein Song dieser CD den Weg auf eine meiner Autofahrkassetten finden. (H.H.) |