BACK AGAIN: PUNK

DIE GRÄTENKINDER – Serviervorschlag (CD 2004)

(Tumbleweed Records/Broken Silence)

Was für Musik kann man denn von einer Band mit dem Namen DIE GRÄTENKINDER erwarten? Nun, ich hatte poppigen Fun-Punk oder funnigen Pop-Punk erwartet...und damit liege ich gar nicht so ganz falsch.

Die Grundlage ist definitiv Punk-Rock mit Ohrwurmgarantie, mir fallen da spontan Wizo als Vergleich ein, aber das hat die Band sicher schon häufig gehört. Das Ganze wird dann mit einer Portion Pop-Appeal und jeweils einer Spur Indie-Rock und sogar einer Prise Hamburger Schule (wie der Waschzettel korrekt angibt) angereichert und gewürzt. Dazu gute deutsche Texte und ein Sänger mit angenehmer Stimme, dem man gerne zuhört. Und dann ist da noch die stets präsente Schweine-Orgel, die ein leichtes 60s-Feeling aufkommen lässt. Allerdings wäre hier weniger manchmal besser gewesen, so nutzt sich das Instrument doch mit der Zeit ein bisschen ab. Textlich geht es weitaus weniger lustig zu, als man es beim Bandnamen und dem Coverartwork hätte erwarten können. Das erinnert teilweise schon fast an Kettcar, auch, wenn DIE GRÄTENKINDER da noch nicht ganz rankommen. Auf jeden Fall haben die Musiker ohne Klischees in Worte gefasst, was wohl jeder in jüngeren Jahren erlebt hat und kennt. Einzelne Songs hervorzuheben macht keinen Sinn, denn alle 12 Tracks lassen sich gut in einem Rutsch durchhören, ohne langweilig zu werden. Dazu gibt es noch drei Videoclips, von denen ich zwei allerdings auf meinen PCs nicht zum Laufen bekommen habe.

Wer sich eine punkigere Mischung aus Kettcar und Wir Sind Helden vorstellen kann, sollte hier ein Ohr riskieren. Bei mir läuft die CD jedenfalls ziemlich oft, denn ich mag Ohrwurmmelodien zu poppigem Punk-Rock ziemlich gerne, wenn auch noch gute Texte dabei sind. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden