BACK AGAIN: PUNK

 

DIE BLUMEN DES BÖSEN - Zwischenstopp
DIE BLUMEN DES BÖSEN – Übermut Werde Spaten

DIE BLUMEN DES BÖSEN - Zwischenstopp (Tape 1998)

(Eigenproduktion)

Nach großen personellen Problemen und dem Ausstieg der Sängerin Marty haben sich DIE BLUMEN DES BÖSEN 1998 wieder gefangen und legen hier neue Werke mit dem neuen Sänger KAKTUS vor. Auch live hat mich die Gruppe dieses Jahr wieder überzeugt und somit bleiben sie meine liebste deutsche Band der vergangenen Jahre. Am guten alten Wave-Punk-Stil hat sich glücklicherweise nicht allzuviel geändert, das Saxophon wird verstärkt eingesetzt, was manchmal ganz leichte Gedanken an Fehlfarben aufkommen läßt, die ganze Musik ist etwas rockiger geworden, nähert sich also wieder mehr dem Punk an und die neue Stimme tut ihr übriges, um der Band neue Perspektiven zu verschaffen. Wichtig bleiben auch die durchgehend deutschen Texte, die diesmal hauptsächlich sehr persönlicher Natur sind und nicht irgendwelche Klischees zum tausendstenmal wiederkäuen. Alle vier Titel, „Albert", „Toter Winkel", „Lügendetektor" und „Stella" haben das Zeug, zu Bandklassikern zu werden und dürften auch live ihre Wirkung zukünftig nicht verfehlen. (A.P.)


DIE BLUMEN DES BÖSEN – Übermut Werde Spaten (CD/LP 1995/1997)

(Kaktus Records/Matatu Records)

Nach zwei selbstproduzierten Demotapes und der Single „Kein Tag Ohne Revolution“ veröffentlichte die aus der Nähe von Stuttgart stammende Band DIE BLUMEN DES BÖSEN auf dem befreundeten Kaktus-Records-Label ihre erste CD „Übermut Werde Spaten“, die einige Jahre später bei Matatu Records auch noch als Picture-Vinyl nachgeschoben wurde. Seltsamerweise wurde die Gruppe immer in die Punk-Schublade, und dort zu Bands wie EA80 und Fliehende Stürme, gesteckt, wohl hauptsächlich, weil die Musiker selbst aus dieser Szene stammten. Musikalisch war Punk nur ein Einfluss, besonders auf dieser Platte waren New Wave und auch gute Popmelodien ebenfalls sehr stark vertreten.

Auf diesem Album sang noch die erste Sängerin Marty, die das Album mit ihrer glasklaren Stimme zu etwas Besonderem gemacht hat, was die Band eben aus der Masse anderer Band abhob, dazu rockige Wave-Punk-Songs häufig mit ziemlich guten Gitarren, die hin und wieder an die guten alten 80er Jahre erinnerten und natürlich intelligente Texte, sowie unwiderstehliche Melodien. Songs wie „Angst“, „Wilde Bunte Kinder“ oder „Dr. Allwissend“ haben sich für mich persönlich zu all-time-favourites entwickelt und „Übermut Werde Spaten“ gehört tatsächlich seit vielen Jahren zu meinen ewigen Top-20-Alben, und das nicht, weil ich mit der Band gut befreundet war, sondern weil mich fast alle Songs wirklich bewegen, nicht zuletzt durch tolle Konzerterlebnisse. Etwas hervorstechen tut übrigens auch noch der Song „No Llorare“, der nichts anderes als eine spanischsprachige Coverversion des Cure-Klassikers „Boys Don´t Cry“ ist.

Dieses Album wurde immer unterschätzt, wächst es doch mit jedem Hören und ein bisschen mehr Erfolg hätte die Band, die unter dauernden Besetzungswechseln zu leiden hatte, wirklich verdient gehabt. So erinnert mich die Musik der BLUMEN DES BÖSEN immer an eine ausgesprochen schöne Zeit mit vielen ganz besonderen Erlebnissen. (A.P.)