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SIMPLE MINDS - Real Life
SIMPLE
MINDS – I Travel
SIMPLE
MINDS - Sister Feelings Call
SIMPLE
MINDS - Life In A Day
SIMPLE
MINDS - Real Life (CD 1991)
(Virgin Records)
In
den 80er Jahren haben die SIMPLE MINDS die Popmusik nachhaltig geprägt und
unzählige Klassiker veröffentlicht. Als eine der ganz großen Bands konnte
sich die Gruppe aber auch in die 90er Jahre retten, ohne peinlich zu
wirken. Vom frühen New Wave-Sound über puren Pop und Stadionrock hat sich
die Gruppe auf "Real Life" zu einer bodenständigen Rockband entwickelt,
der vielleicht nicht mehr ganz so ohrwurmlastig wie die alten Hits ist,
aber solide Kompositionen bietet. Während sich U2 in einer
Selbstfindungsphase vielen Experimenten widmeten, haben die SIMPLE MINDS
zu den straighten Wurzeln der Musik zurück gefunden, ohne jedoch äußere
Einflüsse aus den Augen zu verlieren. Nicht zuletzt wegen der
charismatischen und unverwechselbaren Stimme von Sänger Jim Kerr ist das
Album jederzeit als "typisch SIMPLE MINDS" einzuordnen und zu erkennen.
Mir gefällt es ganz gut, dass man sich vom gestenreichen Pathos-Rock etwas
abgewandt hat und einfach drauflos gespielt hat. Das machte die Band zudem
auch glaubwürdig. Obwohl mir die ganz frühen Werke besser gefallen, höre
ich doch auch "Real Life", wie alle Alben, immer mal wieder gerne an.
Ausfälle gibt es keine auf der Platte, allerdings auch keinen Über-Hit,
sie ist halt einfach durchgehend überzeugend. (A.P.)
SIMPLE
MINDS – Life In A Day (LP 1979 /CD 1986)
(Virgin)
Mit „Life
In A Day“ haben die SIMPLE MINDS ein etwas zielloses, stilistisch nicht
klar einzuordnendes Album vorgelegt, das am ehesten als New Wave
durchgeht. Zwischen Rocksongs und seichten Popliedchen ist fast alles
vorhanden. Manchmal sind sogar noch leichte Punk-Anklänge zu hören, aber
auch der Bombast-Rock der 70er Jahre hat ein paar kleine Spuren
hinterlassen. Einer der Hits ist auf jeden Fall der Titelsong „Life In A
Day“, ein früher Synthie-Pop-Song, der vergleichbar mit frühen Human
League ist. Beliebt bei den Fans der Gruppe, meiner Meinung nach aber
etwas zu flach, ist „Chelsea Girl“. Diese beiden Songs waren nebenbei
bemerkt auch die Singleauskopplungen aus dieser Platte. Ansonsten bewegt
sich die Musik irgendwo zwischen Hazel O´Connor´s „Breaking Glass“,
Blondie, Police und anderen typischen Gruppen dieser Zeit. Etwas mehr in
die musikalische Zukunft der SIMPLE MINDS deuten schon Titel wie
„Pleasantly Disturbed“ oder „Murder Story“, aber man muss dennoch
eindeutig sagen, dass die Band auf ihrem Debut-Album noch nicht ihren
eigenen Stil gefunden hat, der sie später unsterblich machen sollte.
(A.P.)
SIMPLE
MINDS - I Travel (12“ 1983)
(Virgin/Ariola)
Nach
dem großen Erfolg von „New Gold Dream“ hielt es die Plattenfirma
Virgin für eine gute Idee, einen älteren Song noch einmal als Maxi
wieder zu veröffentlichen, nämlich „I Travel“, was eigentlich keine
gute Idee war. Schließlich wurde dieser Titel bereits 1980 und 1982
zweimal als Single veröffentlicht. Diesmal erschien er nur als 12“,
wobei die europäische Pressung gegenüber der englischen einen Titel mehr
aufweist. Für Fans ist diese Platte auf jeden Fall sammelnswert, denn
einerseits ist „I Travel“ einer der besten ganz frühen SIMPLE MINDS
Songs und andererseits passte er musikalisch perfekt ins Jahr 1983, wo New
Romantic und Synthie-Pop den Ton angaben. „I Travel“ ist nichts
anderes, als ein treibender, tanzbarer New Wave Song, hier gibt es die über
sechsminütige „Extended Version“. Auf der B-Seite gibt es die beiden
Titel „Film Theme“ und New Gold Dream“ zu hören. Der erste, wie
nicht anders zu erwarten, ein soundtrackartiger Instrumentaltitel, der
andere vom gleichnamigen Erfolgsalbum, hier auch in einer „Extended
Version“.
SIMPLE MINDS
Fans sollten diese Platte auf jeden Fall in der Sammlung haben, aber auch
Fans von New Romantic und frühem 80er Pop-Sound dürften nicht enttäuscht
sein. (A.P.)
SIMPLE
MINDS – Sister Feelings Call (LP 1981)
(Virgin)
Die
frühen Alben der SIMPLE MINDS haben mit dem Stadion-Rock, den sie ab
Mitte der 80er Jahre spielten wenig zu tun und dürfen einwandfrei als New
Wave bezeichnet werden. Sowohl von der Covergestaltung, als auch von der
Musik kann man „Sister Feelings Call“ als „kühl“ beschreiben,
eher vergleichbar mit Joy Division/frühen New Order, aber auch mit frühen
Human League und Fad Gadget, als mit den Weggefährten Echo And The
Bunnymen oder U2.Wie für den Wave dieser Zeit üblich, wurde das
Rock-Instrumentarium mit akzentsetzenden Keyboards und flächigen
Synthie-Sounds ergänzt. Der Opener „Theme For Great Cities“ klingt
ein wenig wie ein Soundtrack. Es folgt der Klassiker „The American“,
der alles enthält, was die SIMPLE MINDS ausmachte und schon auf den zukünftigen
Sound hindeutete. Dieser Song ist ein richtig schöner Ohrwurm, der live
bestimmt damals zu den absoluten Höhepunkten gehörte. Zu den
intensivsten SIMPLE MINDS Songs gehört aber auf jeden Fall „League Of
Nations“, der ähnlich klingt, wie New Order´s „In A Lonely Place“,
der B-Seite der ersten Single „Ceremony“, die noch aus Joy
Division-Zeiten stammte.
„20th
Century Promised Land“ ist ein Song, der schon früh vorwegnahm, was
heute als „Sound der 80er“ bekannt und immer noch beliebt ist.
Mit
„Sister Feelings Call“ haben die SIMPLE MINDS eine stilistisch
vielseitige Platte vorgelegt, über der aber dennoch immer das
zeittypische, dunkle New Wave-Feeling liegt. Eine wundervolle Platte!
(A.P.)
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