BACK AGAIN: POP-REVIEWS

ICONCRASH – Nude (CD 2005)

(Parole Records/Playground Music info@parolemusic.com )

Musik aus Finnland, da fallen einem in den letzten Jahren vor allen Gothic-Metal-Bands ein. In den 80ern kam von dort jede Menge guter Punk-Rock, aber es gibt dort auch jede Menge Gothic- und Electro-Bands, insofern war ich schon ziemlich gespannt, was mich bei ICONCRASH erwarten würde.

Im Info wird mit großen Namen um sich geschmissen, New Order, Slowdive, The Church, Keane, Coldplay, fast alles großartige Bands und so waren meine Erwartungen ziemlich hoch.

Ich muss vorweg nehmen: sie konnten nicht ganz erfüllt werden, was wohl vor allem an dem Namedropping liegen mag, ohne, wäre ich sicher objektiver an die Sache heran gegangen. Man sollte als Musikkritiker halt keine Releaseinfos lesen, bevor man die CD nicht gehört hat...

Merken wir einfach mal positiv an, dass ICONCRASH eben nicht wie die genannten Bands klingen, obwohl hier und da schon ein paar Einflüsse zu vernehmen sind, aber nicht besonders offensichtlich. Ein gewissen New Wave-Feeling gibt es schon und einige Gitarren-Parts, wie in „Ocean“ sind wirklich schön. „The Lovers“ hat sogar etwas Hitcharakter und läuft wohl auch in Finnland schon erfolgreich im Radio. Was mir leider nicht gefällt, ist die Stimme von Sänger Jaani Pauhu, die mir persönlich einfach zu weich ist. Das ist zumindest noch entwicklungsfähig.

Die Songs an sich sind gut und eingängig, hätten aber weit kraftvoller und treibender produziert werden können. Selbst wenn man die Anlage hoch aufdreht, entsteht nicht wirklich Druck. Ein erfahrener Produzent hätte aus den Songs sicher mehr herausholen können, als wir jetzt zu hören bekommen, was etwas schade ist, denn die Qualität der Kompositionen ist durchaus erfreulich, auch, wenn kein sofort hängen bleibender Ohrwurm dabei ist..

Aber trotz aller Kritik ist „Nude“ ein schönes Song-Album mit viel Atmosphäre, vielleicht so eine Art Aetherial-Pop mit schickem 80s-Feeling. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden