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THE HUMAN LEAGUE + THE
FUTURE – The Golden Hour Of The Future
HUMAN
LEAGUE - Secrets
HUMAN
LEAGUE - Octopus
HUMAN
LEAGUE - Romantic?
HUMAN
LEAGUE - Greatest Hits (Video)
HUMAN
LEAGUE - Hysteria
HUMAN
LEAGUE - Reproduction
THE HUMAN
LEAGUE + THE FUTURE – The Golden Hour Of The Future (CD 2002)
(Black Melody)
Bevor
HUMAN LEAGUE nach dem Split der drei Original-Bandmitglieder 1981 zu
höchsten Chartsehren kamen und den Electrosound der 80er Jahre nicht
unwesentlich prägten, erschienen schon einige Platten, die zwar weniger
erfolgreich waren, dafür aber weitaus innovativer. Noch in Vor-HUMAN
LEAGUE-Zeiten gab es die Vorgängerband THE FUTURE, die es aber nie
wirklich zu einer Veröffentlichung gebracht hat. Im Jahre 2002 erschien
nun diese CD, die extrem frühe Demos und Aufnahmen von THE FUTURE und THE
HUMAN LEAGUE enthält und dem geneigten Fan der Band, aber auch jedem
Freund von analoger Electro-Musik das Wasser im Munde zusammen laufen
lassen dürfte. Dabei darf man allerdings niemals die gestylten Popsongs
erwarten, die die Band später groß gemacht haben, selbst die frühen Alben
„Travelogue“ und „Reproduction“ erscheinen gegen viele dieser Aufnahmen
„leicht verdaulich“. Das heißt aber nicht, dass nicht der eine oder andere
Ohrwurm vertreten ist, wie zum Beispiel das großartige „Dance Like A
Star“, die elektronischen, häufig düsteren Soundexperimente überwiegen
jedoch und dürften Fans der Popsongs ziemlich erschrecken. Obwohl
musikalisch ein krasses Gegenteil von „dreckigem“ Punk zu hören ist,
dürften die Musiker gerade durch diesen „alles geht“-Gedanken und die
Aufbruchsstimmung der Zeit dazu angestachelt worden sein, selber Musik zu
machen. Im Gegensatz zu Punk, im ursprünglichen Sinne, klingen HUMAN
LEAGUE entmenschlicht und steril und haben gerade dadurch eine ganz neue
Musikrichtung mitgeprägt. Es herrscht eine Atmosphäre der Kälte und
Trostlosigkeit, die einfach den damaligen Zeitgeist widerspiegelt. Man
könnte sich diese Klänge auch als alternativen Soundtrack zum Film
„Christiane F. – Wir Kinder Vom Bahnhof Zoo“ vorstellen.
Keine Frage, dies ist weniger eine
kommerzielle Veröffentlichung, als eine Art Geschichtsstunde, aber gerade
deshalb sollte man sich die CD zulegen, wenn man elektronische Sounds mag.
(A.P.)
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HUMAN
LEAGUE - Secrets (CD 2001)
(Roadrunner
Arcade)
HUMAN
LEAGUE gehörten auf jeden Fall zu den Bands, die die 80er Jahre
musikalisch geprägt haben und dafür stehen, wie wenige andere. Richtig
weg vom Fenster waren sie aber nie, sondern hatten zwischendurch immer mal
wieder respektable Hits, obwohl, oder gerade weil, sie ihren Stil nie groß
verändert haben. Mit dem 2001er Album „Secrets“ ist die Band wieder
voll da und kann an alte Erfolge anschließen. Wunderbare elektronische
Popmusik mit dem Wechselgesang von Philip Oakey, Joanne Catherall und
Susan Anne Gayle, nichts wirklich neues also, aber immer noch ein Haufen
absolut ohrwurmträchtiger Melodien. Der Sound ist immer noch sehr stark
an die Klänge der 80er Jahre angelehnt, ohne aber zu vergessen, ab und zu
moderne Klänge zu verarbeiten, wie z.B. in „Love Me Madly?“. Sieben
der sechzehn Titel sind Instrumentals, in denen die eher experimentelle
Ader von Philip Oakey und seinem Keyboarder und Mitkomponisten Neil Sutton
zum Vorschein kommt. Da gibt es auch schon mal soundtrackartige Momente,
„122.3 BPM“ könnte glatt aus „Blade Runner“ stammen, aber die große
Stärke bleiben Hits wie „All I Ever Wanted“, dem Opener, der locker
in einer Reihe mit Songs wie „Don´t You Want Me“, „Love Action“
oder „The Lebanon“ stehen kann. Auch wenn HUMAN LEAGUE mit diesem
Album nicht mehr an der Spitze der weltweiten Charts stehen werden, dafür
ist die Musik, trotz 80er Revivals nicht zeitgemäß genug, so werden
viele über 30-jährige die CD lieben und mit sehnsuchtsvollen Gedanken an
die eigene Jugend anhören. Dafür gebührt HUMAN LEAGUE ein großes
Dankeschön. (A.P.)
HUMAN
LEAGUE – Octopus (CD 1995)
(Eastwest)
Obwohl
HUMAN LEAGUE die größten Hits in den mittleren 80er Jahren hatten, haben
sie kontinuierlich Alben veröffentlicht und waren eigentlich nie ganz weg
vom Fenster. Es gab auch immer mal wieder Hits wie „Heart Like A
Wheel“ oder „Tell Me When“, die irgendwie jeder mitsummen kann. Das
Talent, absolute Ohrwürmer zu schreiben hat Philip Oakey nie verloren.
„Tell Me When“ eröffnet auch das 1995er Album „Octopus“, das nach
dem extrem seichten „Romantic?“ wieder etwas weniger glatt war. Natürlich
bleibt die Musik extrem eingängig, melodiös und immer tanzbar, aber hier
und da finden sich auch mal ungewöhnlichere Sounds und die eine oder
andere Ecke und Kante. Der Sound hat sich seit dem Mega-Album „Dare“
immer noch nicht wesentlich verändert, aber das will ja eigentlich auch
keiner. Dennoch klingt „Octopus“ nicht altmodisch, sondern nutzt die
modernen technischen Möglichkeiten. Anspieltip ist „These Are The
Days“, ansonsten kann man „Octopus“, wie alle HUMAN LEAGUE Alben,
jederzeit am Stück durchhören, ohne sich zu langweilen, allerdings auch
ohne, dass weitere Songs unwiderruflich im Ohr bleiben. Einfach
wunderbarer Pop, nicht mehr und nicht weniger. (A.P.)
THE
HUMAN LEAGUE - Romantic? (CD 1990)
(Virgin)
Wenn
man HUMAN LEAGUE schon immer mochte, wie ich, kommt man natürlich am 90er
Album „Romantic?“ nicht vorbei und schlecht ist es sicherlich nicht.
Zum einen enthält es den Top-Hit „Heart Like A Wheel“, zum anderen
ist es immer als HUMAN LEAGUE Platte zu erkennen. Der Stil der Gruppe hat
sich seit „Dare“ nicht wesentlich geändert. Dennoch ist
„Romantic?“ sicherlich eines der schwächsten Alben der Band. Das
liegt daran, daß HUMAN LEAGUE niemals zuvor (und auch später nicht
wieder) so seicht und nichtssagend waren. Die einzelnen Songs sind
bestimmt gar nicht so schlecht, aber so lahm produziert, daß es einfach
langweilt. Oberflächlicher Pop mit wenigen Höhepunkten. Neben dem
Ohrwurm „Heart Like A Wheel“ sind das am ehesten „Rebound“ und
vielleicht noch „Soundtrack Of A Generation“. Die CD kann mal Samstag
vormittags beim staubsaugen nebenbei laufen, mitreissen tut sie aber nie.
Irgendwas fehlt hier einfach. Wichtig nur für die ganz harten Fans der
Band, die alles sammeln. Der Gelegenheitshörer sollte lieber auf
„Dare“ und „Hysteria“ zurückgreifen, wenn er die poppige Seite
von HUMAN LEAGUE bevorzugt. Kenner halten sich sowieso an
„Reproduction“ und „Travelogue“. (A.P.)
HUMAN
LEAGUE - Greatest Hits (Video 1988/1991)
(4 Front
Video/Polygram/Virgin)
Aus der Musik der 80er sind HUMAN
LEAGUE nicht wegzudenken, nicht nur musikalisch mit Welthits wie „Don´t
You Want Me“ oder „Human“, sondern auch, was die Produktion von
Videoclips angeht. Die „Greatest Hits“ Zusammenstellung erschien
erstmals 1988, danach noch einmal 1991 mit anderem Cover, und enthält
alle großen Hits der 80er Jahre, vom Frühwerk „Circus Of Death“, über
„Love Action“, „Open Your Heart“ und „The Lebanon“ bis hin zu
„Human“ und dem Phil Oakey Solowerk „Together In Electric Dreams“
(mit Giorgio Moroder). Die meisten Clips sind eigenständige kleine Filme,
die eine Story erzählen, was es heutzutage eher selten gibt. Das ganze
ist natürlich in der typischen 80er Jahre Neon-Ästhetik gefilmt und weiß
damit zu begeistern. Zu der Zeit waren Videoclips noch zur Unterstützung
eines guten Songs da und nicht, um dessen nicht vorhandene Qualitäten zu
überspielen. Anspieltip ist hier auf jeden Fall das wunderschöne Video
zu „Human“, das man als Prototyp für diese Dekade stehen lassen kann.
Jeder über 30-jährige wird beim ansehen dieser Zusammenstellung eine
Reise in seine eigene Jugend machen und begeistert sein. (A.P.)
HUMAN
LEAGUE - Hysteria (CD 1984)
(Virgin)
Nach ihrem
Welterfolg mit „Don´t You Want Me“ blieben HUMAN LEAGUE am Ball und
schafften es tatsächlich, eine ganze Reihe weiterer Hits zu produzieren.
Ihrem Stil, eingängigen Electro-Pop auf die Hörer loszulassen, sind sie
dabei stets treu. So wurde das 1984er Album“Hysteria“ mit dem
Aukopplungen „The Lebanon“ und „Life On Your Own“ der erhoffte
Hitlieferant. Viel neues hat sich nicht getan, aber das wollten die Fans
im Prinzip auch nicht und es ist immer schön, wenn eine Band sich selber
treu bleibt. Neben den erwähnten Singles sticht besonders „Louise“
heraus, vielleicht einer der besten HUMAN LEAGUE Songs überhaupt. Der
Song ist sehr einfach gehalten, fast schon...“niedlich“...und einfach
schön. Hittig ist auch der Opener „I´m Coming Back“, der auch das
Zeug zu einer Single gehabt hätte, obwohl er ein wenig schräger ist, als
manch anderr Track der Gruppe. Mit „Hysteria“ macht man definitiv
nichts falsch, wenn man „Dare“ mochte und auch mit „Crash“ etwas
anfangen kann. 80er New Romantic-Synthie-Pop Sound in Reinkultur. (A.P.)
HUMAN
LEAGUE - Reproduction (CD 1979/1989)
(Virgin)
Wer
HUMAN LEAGUE erst seit dem Durchbruch mit der Single „Don´t You Want
Me“ und dem Hitalbum „Dare“ kennt, wird beim ersten anhören des
Debutalbums „Reproduction“ etwas verwirrt und vielleicht auch enttäuscht
sein. Der Sound ist weitaus experimenteller und es fehlen auch die für
die Band in späteren Jahren so typischen Frauenstimmen. Kein Wunder, denn
anfangs waren HUMAN LEAGUE eine völlig andere Band. Einziger
Verbindungspunkt ist die unverwechselbare Stimme von Sänger Phillip
Oakey, der nach dem Split von seinen Bandkollegen, die Heaven 17 gründeten,
mit neuer Mannschaft auf poppigeren Pfaden weiterwandelte. Doch begonnen
hat alles mit „Reproduction“ und dem Nachfolger „Travelogue“.
Sicherlich gehörten HUMAN LEAGUE zu den Begründern des Synthie-Pop, was
an so genialen Titeln wie „Almost Medieval“ eindrucksvoll bewiesen
wird. Auch das düstere „Circus Of Death“ wurde zu einem kleinen
Klassiker. Trotz des eher experimentellen Klangbildes, sind auch schon
poppige Titel wie „Empire State Human“ vertreten, die den Weg in die
Zukunft wiesen. Der Sound bewegt sich irgendwo zwischen den frühen Fad
Gadget Sachen und den weniger krachigen Tracks von Cabaret Voltaire,
beides Zeitgenossen und Wegbegleiter. Zu den 9 Titeln der Original-LP sind
auf der CD-Wiederveröffentlichung von 1989 noch 8 Bonustracks, nämlich
die B-Seite der „Empire State Human“ 7“, die komplette „The
Dignity Of Labour“ 12“ incl. der Bonus Flexidisc und die 12“
„Being Boiled/Circus Of Death“. Damit ist die „Reproduction“ CD für
Sammler von frühem Electro-Minimal-New Wave eigentlich unverzichtbar.
Definitiv eines der besten HUMAN LEAGUE Werke. (A.P.)
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