HEAVEN 17 -
How Live Is
HEAVEN
17 - Penthouse And Pavement
HEAVEN 17 - How
Live Is (CD 1999)
(Almafame/Efa)
Wer hätte gedacht, nach so vielen
Jahren nochmal was von HEAVEN 17 zu hören? Mit "How Live Is"
legt die Band jedoch überraschend ein Live-Album vor, nachdem sie bis
Ende der 90er Jahre noch nie Konzerte gegeben hatte. Da es ihnen
offensichtlich viel Spaß machte, spielten sie gleich als Support auf
einer Erasure-Tour.
"How Live Is" enthält in
einwandfreiem Sound eine Reihe von HEAVEN 17 Klassikern und ein paar
neuere Tracks, sowie eine Version des Human League Hits "Being
Boiled". Dazu gibt es noch drei CD-Rom Videotracks. Das einzige, was
mich an dieser wirklich guten Live-CD stört, ist daß die "schwarzen
Stimmen" ein wenig inflationär eingesetzt werden, hätte bei
"Temptation" völlig gereicht. (A.P.)
HEAVEN
17 - Penthouse And Pavement (CD 1981)
(Virgin)
Nach
den genialen Alben „Reproduction“ und „Travelogue“ trennten sich
Human League. Sänger Phillip Oakey machte unter dem alten Namen weitaus
poppiger als zuvor und extrem erfolgreich weiter, während Ian Craig Marsh
und Martyn Ware mit dem neuen Sänger Glenn Gregory HEAVEN 17 gründeten
und gleich mit dem ersten Album „Penthouse And Pavement“ einen 80er
Jahre Klassiker vorlegten. Ihren kommerziellen Durchbruch hatte die Band
zwar erst mit der Singleauskopplung „Temptation“ aus dem zweiten Album
„The Luxury Gap“, aber schon das Debut setzte neue Maßstäbe in
Sachen Electro-Pop. Der Sound der ersten Human League Alben wurde mit
einem ordentlichen Schuß Soul und Funk erweitert und heraus kam eine
extrem tanzbare Mischung. Obwohl es eigentlich Musik für Popper und frühe
Yuppies ist, kann man sich einem großen Teil des Albums einfach nicht
entziehen, zumal die Gruppe alles andere als unpolitisch und unkritisch
war. Abgesehen von den zumindest meiner Meinung nach schwachen Songs
„Penthouse And Pavement“ und „Soul Warfare“, die mir zu seicht
sind, ist jeder Titel ein absoluter Hit, wobei die absoluten Höhepunkte
in der zweiten Hälfte der Spielzeit (zu seeligen Vinyl-Zeiten noch die
„B-Seite“ der Platte) einträchtig versammelt sind. Vorher darf man
sich auf der „A-Seite“ jedoch auch noch an „(We Don´t Need This
Fascist) Groove Thang“ und „Play To Win“ erfreuen, die damals sicher
so manche Tanzfläche gefüllt haben. Den Rest der Songs will ich einfach
nur aufzählen, da jeder für sich selbst spricht und definitiv für die
Musik der 80er Jahre steht: „Geisha Boys And Temple Girls“, „Let´s
All Make A Bomb“, „The Height Of The Fighting“, „Song With No
Name“ und „We´re Going To Live For A Very Long Time“. Da einen
Favoriten hervorzuheben ist mir unmöglich, zu sehr stehen die Songs als
Einheit da.
Auch wenn es
sicher wieder sehr pathetisch klingt, muß ich doch sagen, daß
„Penthouse And Pavement“ eines der 10 Alben it, die aus meiner Sicht für
die Musik und das Lebensgefühl der 80er Jahre stehen. Obwohl HEAVEN 17
danach noch eine ganze Reihe guter Alben gemacht haben, sind sie an die
Geschlossenheit von ihrem Debut nie wieder rangekommen. Schlußendlich
zeigt diese Veröffentlichung mal wieder sehr gut, daß eine CD niemals
wirklich an eine Vinylschallplatte rankommen kann, oder hat schon jemand
die Endlosrille für die CD erfunden, in der bis in alle Ewigkeit die
Textzeile „For A Very Long Time“ zu hören ist, wenn man den Strom
nicht abstellt? Auch eine „Penthouse“- und eine „Pavement“-Side
kann man bei einem deartigen konzeptionellen Werk auf einer CD nicht
simulieren. (A.P.) |