BACK AGAIN: POP REVIEWS
| DEPECHE
MODE 2001-2002 GOODNIGHT
LOVERS DEPECHE MODE – Goodnight Lovers (MCD 2002) (Mute/Virgin)
DEPECHE MODE – Freelove (MCD 2001) (Mute/Virgin)
DEPECHE
MODE – Freelove (Limited MCD 2001) (Mute/Virgin) Natürlich
gibt es auch von „Freelove“ eine limitierte MCD, wie gehabt im
schlichten schwarzen Design. Das Teil ist offensichtlich nur für Sammler
auf den Markt geworfen worden, denn die drei Versionen des Titelsongs dürften
unter Gelegenheitskäufern wenig Freunde finden, dafür sind sie zu wenig
eingängig. Die Fans und Sammler holen sich die Maxi natürlich aus
Gewohnheit, aber ob sie damit so richtig glücklich sind, weiß ich nicht.
Die „Bertrand Burgalat Version“ braucht erst mal 3 Minuten, um richtig
loszugehen. Wahrscheinlich hat Burgalat da im Studio erst mal alle möglichen
Knöpfe und Drehschalter ausprobiert und das versehentlich mitgeschnitten.
Wenn der Song dann aber endlich anfängt, ist er ganz nett und klingt
nicht zu extrem modern, denn mal ehrlich, wer möchte nicht DEPECHE MODE
im alten Stil hören? Die neuen Sachen sind alle okay, aber häufig fehlen
die Ohrwurmqualitäten. Der folgende „Schlammpeitziger Little Rocking
Suction Pump Version“-Mix verdient vielleicht die goldene Zitrone für
den hohlsten Remix-Titel, wirkt dafür aber irgendwie zerfahren und
unfertig. Schließlich gibt es noch den „DJ Muggs Remix“, der durch
gesamplete Gitarren ein wenig rockig ist und damit dem Song eine neue,
interessante Seite abgewinnt. Definitiv die beste Version auf dieser MCD.
Aber ob man wirklich immer zwei Maxis braucht (und dazu noch
Vinylausgaben, SingleDVD etc. mit noch mehr Mixen), lasse ich mal
dahingestellt. Riecht ein wenig nach Abzocke. Aus letztendlich zwei Songs
unzählige Veröffentlichungen zu machen ist nicht gerade fanfreundlich.
(A.P.)
DEPECHE MODE – Freelove (Single DVD 2001) (Mute/Virgin)
DEPECHE
MODE - I Feel Loved (MCD 2001) (Mute/Virgin)
Die „Single
Version“ ist überraschenderweise gar nicht mal so ganz aalglatt für
den Radioeinsatz produziert, sondern hat einiges an Ecken und Kanten. Wird
man aber sicherlich trotzdem demnächst in allen Programmen hören. Als
neuen Song, der nicht auf dem Album ist, gibt es die Stooges (glaube ich
jedenfalls) Coverversion „Dirt“, sehr schleppend und ein wenig
bluesig, da kann man die drückende Wüstenhitze beinahe hören und wäre
es nicht so elektronisch, könnte das fast Nick Cave sein. Wirklich
gelungen. Als dritten Song gibt es auf dieser MCD noch eine „Extended
Instrumental“-Version von „I Feel Loved“, die wenig neues bietet,
ausser, daß sie beinahe achteinhalb Minuten lang ist. Alles in allem eine
typische DEPECHE MODE-Maxi mit zwei Versionen eines guten Albumtracks und
einer gelungenen Coverversion. Natürlich gibt es auch wieder eine
limitierte 2. MCD, doch dazu an anderer Stelle mehr. (A.P.) DEPECHE
MODE - I Feel Loved Remixe (MCD 2001)
Wie schon bei „Dream On“ , erscheint auch von der zweiten Auskopplung aus dem Album „Exciter“ eine reine Remix Maxi, die allerdings auch wieder nicht so ganz das Gelbe vom Ei ist. Die drei Mixe von „I Feel Loved“ klingen sehr modern und tanzbar, sind letztendlich aber recht unnötig und wohl nur für DEPECHE MODE Sammler und DJs interessant, da man damit bestimmt viel rummixen kann. Recht interessant ist aber der „Danny Tenaglia Mix“, da dort offensichtlich Elemente älterer Songs benutzt wurden, zumindest meine ich eine Sequenz aus „My Secret Garden“ (B-Seite von der „Leave In Silence“ Single) herauszuhören. Was diese Maxi für jeden Fan aber wirklich unverzichtbar macht, ist der CD-Rom Part, der mehrere Videoschnipsel von der Produktion des Albums, den Fotosessions und dem Videodreh enthält sowie diverse exklusive Fotos und Wallpapers für den PC beinhaltet. Ist zwar alles nix weltbewegendes, aber doch ein Grund für die Anschaffung dieser CD. (A.P.)DEPECHE MODE - Exciter (CD Mai 2001) (Mute/Virgin)
Am Anfang steht die Auskopplung „Dream On“, danach wird es fast „trance-technoid“ mit „Shine“, bevor die potentielle nächste Auskopplung „The Sweetest Condition“ folgt, auch eher ruhig gehalten. Noch dunkler wird es dann bei „When The Body Speaks“, sicherlich einer der minimalsten DEPECHE MODE Songs überhaupt. „Alte“ Fans dürften bei „The Dead Of Night“ erstmals aufhorchen. Ein wirklich schräger, elektronischer Song, der auch in den 80er auf einer Maxi-B-Seite hätte erscheinen können, oder auch auf dem „Black Celebration“ Album. Für mich der beste Song des Albums, aber leider wohl nicht als Auskopplung geeignet. Auffällig ist, daß von den insgesamt 13 Songs des Albums vier Songtitel das Wort „Love“ beinhalten, was sich wie gesagt auch in der eher ruhigen Stimmung wiederfindet, aber schöne Liebeslieder zu schreiben war ja schon immer eine Stärke von Martin Lee Gore, der er hier ausgiebig gefröhnt hat. Erfreulich ist auch, daß DEPECHE MODE bei weitem nicht so gitarrig geworden sind, wie allseits befürchtet, sondern immer noch auf intelligente elektronische Arrangements bauen. Auch ihre Vergangenheit haben die Musiker nicht ganz vergessen, siehe das erwähnte „The Dead Of Night“, oder „Freelove“, das auch aus den späten 80ern stammen könnte, oder „Comatose“, das auch auf „Black Celebration“ hätte erscheinen können. Richtig tanzbar und als Singleauskopplung so sicher wie kein anderer Song auf „Exciter“ ist „I Feel Loved“. Spätestens jetzt sind auch alle alten Fans zufrieden gestellt und der Titel wird auf den unzähligen DEPECHE MODE-Parties mit Sicherheit für volle Tanzflächen sorgen. Wenn das nicht die nächste oder übernächste Auskopplung wird, müsste ich eigentlich aufhören, über Musik zu schreiben, denn dann hätte ich wohl keine Ahnung. Aber keine Angst, ich bin sicher, ich täusche mich nicht. „I Feel Loved“ ist definitiv einer der Knaller des Albums mit einem stampfenden Maschinenrhythmus, der sofort in die Beine geht. Wie der Soundtrack zur Kult-TV-Serie „Twin Peaks“ klingt danach „Breathe“, auch definitiv singletauglich und drei bis vier Auskopplungen pro Album waren ja immer normal. Zum Ende hin flacht „Exciter“dann ein wenig ab, vor allem bei „Goodnight Lovers“zeigen sich DEPECHE MODE so seicht, wie nie zuvor. Dennoch ist die CD überraschend gut, zumindest, wenn man ohne besondere Erwartungen herangegangen ist, wie ich. An die Klassiker aus den 80er Jahren kommt es natürlich nicht heran, aber die liegen ja auch schon rund 15 Jahre zurück und in der Zeit verändern sich Menschen natürlich und gerade DEPECHE MODE haben viel durchgemacht. Auf jeden Fall enthält „Exciter“ so 4 bis 5 richtig gute Songs und eine Reihe von Liedern, die aus dem täglichen Popeinerlei der Charts noch meilenweit herausragen. Somit beweist die Band, daß sie allen Epigonen lichtjahreweit voraus ist. Für mich persönlich das beste DEPECHE MODE Album seit „Violator“. (A.P.) DEPECHE MODE - Dream On (4-Track Remixes) (MCD April 2001)
Okay, natürlich gibt es wieder eine zweite Maxi von DEPECHE MODE, so wie es immer ist seit den letzten Alben. Und wie es sonst auch immer so ist, sind diese Mixe meist nicht zu gebrauchen. Es beginnt mit dem "Bushwacka Tough Guy Mix" von "Dream On", ein treibendes Schlagzeug, das nur zum trancigen Tanzen einlädt. Der zweite Mix, die sogenannte "Dave Clarke Acoustic Version" bringt eine akzeptable Instrumentalversion des Stückes, die noch einen Tick ruhiger ist, als die Originalversion und eine gezupfte Akustikgitarre enthält. Die dritte Version des Songs mit Titel "Octagon Man Mix) ist eine zusammengestückelte Effekteversion mit Piff-Paff-Schlagzeug und ziemlich anstrengend. Zuschlechterletzt gibt es dann noch den "Kid 606 Mix", der am ehesten mit diesen alten "OnUSound..."-Mixen zur "Some Great Reward"-Zeit vergleichbar ist, nur daß es nicht so hart zugeht, das Schlagzeug auch nicht Piff-Paff macht, sondern Blubb-Zisch. Wie immer ist diese zweite Maxi nur etwas für Komplettisten, die genug Geld haben, für einen normalen Menschen aber schlecht goutierbar. DEPECHE
MODE – Dream On (MCD April 2001) (Mute
Records)
|