BACK AGAIN: POP REVIEWS

DEPECHE MODE 1981-1990

VIOLATOR
MUSIC FOR THE MASSES
SOME GREAT REWARD
CONSTRUCTION TIME AGAIN
A BROKEN FRAME
SPEAK AND SPELL

DEPECHE MODE - Violator (LP/CD 1990)

(Mute/Intercord)

Nach dem großen Erfolg von "Music For The Masses" war klar, dass es schwer werden würde, ein ebenbürtiges Nachfolgealbum zu produzieren, also ließ die Band sich viel Zeit damit und brachte 1990, unterbrochen vom Live-Doppelalbum "101", "Violator" auf den Markt, nachdem die Vorabsingle "Personal Jesus" bereits erfolgreich in den Charts war. "Violator" erinnert eher an "Black Celebration", als an "Music For The Masses" und war in kommerzieller Hinsicht nochmals eine Steigerung zu den Vorgängern. Mit 4 Hitsingles zeigt sich die Massentauglichkeit der Platte imposant, dennoch lief die Band niemals Gefahr, oberflächlich zu werden, im Gegenteil, viele Rhythmen und die Hinzunahme von einigen Gitarrenklängen waren für die alten Fans sicherlich nicht leicht zu verkraften. Mit "World In My Eyes" startet die Platte gleich voll durch, ein echter Electropop-Hit und damit natürlich auch eine Auskopplung. Weniger aufregend ist "Sweetest Perfection", bevor mit "Personal Jesus" bewiesen wird, dass die Gruppe seit "People Are People" nichts verlernt hat und auch mal etwas härter werden kann. Wie schon gesagt, die Gitarren waren für alte Fans sicher gewöhnungsbedürftig, dennoch ist der Song ein echter DEPECHE MODE Klassiker geworden. Dann kommt mit "Halo" ein ziemlich typischer Song, bevor Martin Gore als Sänger von "Waiting For The Night" mal wieder ausgiebig langweilt, was aber nicht schlimm ist, denn es folgt mit "Enjoy The Silence" einer der größten DEPECHE MODE Hits überhaupt und schlicht und einfach ein perfekter Popsong. Auch "Policy Of Truth" war als Single erfolgreich und spiegelt perfekt wieder, was DEPECHE MODE zu der Zeit ausgemacht hat, nämlich eingängige aber nicht oberflächliche Hits zu schreiben. Bei "Blue Dress" wird es ein wenig düsterer, das ist fast schon das, was später als "Ambient-Techno" populär wurde. Beendet wird das Album mit dem finsteren "Clean", das stark an "Sacred" von "Music For The Masses" erinnert und zumindest live unter Fans sehr beliebt ist. "Violator" ist im Großen und Ganzen ein hervorragendes Album mit vielen großartigen Songs und nur einem Totalausfall. Leider war es damit auch das letzte Album, das ich wirklich durchgehend mag. Im Folgenden entfernten sich DEPECHE MODE immer mehr von den elektronischen Wurzeln und experimentierten mit Gitarren, Technorhythmen und sogar Gospel, was zwar weltweit den Erfolg der Band ausbaute, mir persönlich aber nicht mehr so gefiel. So steht "Violator" als perfekter Abschluss des ersten DEPECHE MODE Jahrzehnts da. (A.P.)


DEPECHE MODE - Music For The Masses (LP/CD 1987)

(Mute/Intercord)

Nach dem genialen 86er Album "Black Celebration" legten DEPECHE MODE mit "Music For The Masses" 1987 beeindruckend nach. Schon die Vorabsingle "Strangelove" war ein Riesenhit. Der Albumtitel war nicht arrogant oder übertrieben, denn mit der Platte wurden tatsächlich die Massen angesprochen, hier wird anspruchsvoller Electropop der besten Sorte geboten. Mit "Never Let Me Down Again", der zweiten Single aus dem Album, startet "Music For The Masses" gleich voll durch. Der Song ist einer der kraftvollsten und besten Titel, den die Engländer je produziert haben, was man auch daran sehen kann, dass er einer der ganz wenigen ist, die die Band auf ihrer "Exciter" Tour aus den 80ern überhaupt noch gespielt haben. Alleine dieses Lied reicht aus, um DEPECHE MODE bis in alle Ewigkeit zu verehren. Es folgt die melancholische Ballade "The Things You Said", gesungen von Martin Gore und sein bester Song. Wunderschönes Liebeslied, nicht mehr und nicht weniger. Dann "Strangelove", ein perfekter Popsong. Etwas düsterer wird es bei "Sacred", man fühlt sich fast in "Construction Time Again" / "Some Great Reward"-Zeiten zurückversetzt. Eine weitere wundervolle Ballade ist "Little 15", diesmal gesungen von Dave Gahan. Ganz nebenbei bemerkt ist er Videoclip zu dieser Singleauskopplung auch noch einer der schönsten, die DEPECHE MODE je gemacht haben. Die B-Seite der LP (und zweite Hälfte der CD) beginnt mit der Single "Behind The Wheel", ein Lied, das ich früher nie so recht mochte, das man aus heutiger Sicht (15 Jahre später!) aber durchaus als DEPECHE MODE Klassiker ansehen muß. "I Want You Now" ist wieder eine typische von Gore gesungene Schmalzballade, die der Tiefpunkt von "Music For The Masses" ist, einfach nur langweilig. Dafür folgt mit "To Have And To Hold" eines der besten DEPECHE MODE Lieder überhaupt. Sehr dunkel und nihilistisch, feinster Wave. Düster-treibend bleibt es dann auch bei "Nothing", bevor mit dem finsteren, monotonen, fast schon soundtrackartigen "Pimpf" der monumentale Abschluß des Albums folgt. Die CD enthält als Bonustracks noch ein paar Songs von diversen Maxis, so z.B. den guten "Aggro Mix" von "Never Let Me Down Again", den ausgezeichneten "Spanish Taster" von "To Have And To Hold", sowie die Single-B-Seite "Pleasure Little Treasure" und das Instrumentalstück "Agent Orange". Damit wird "Music For The Masses" nicht nur das bis dahin erfolgreichste DEPECHE MODE Album, sondern auch einer meiner persönlichen Favoriten von der Band. (A.P.)


DEPECHE MODE - SOME GREAT REWARD (LP/CD 1984)

(Mute/Intercord)

Nach den Top 10 Hits "People Are People" und "Master And Servant" waren die Erwartungen an das vierte DEPCHE MODE Album recht groß, vor allem auch, weil der Vorgänger "Construction Time Again" bis dahin das Beste war, was die Engländer abgeliefert hatten. "Some Great Reward" kann aber durchgehend überzeugen und gehört zu den Meisterwerken der Band. Schon der Einstieg „Something To Do" ist zu einem Liveklassiker geworden, ausgesprochen treibend und wie "People Are People" mit heftigen Metall-Rhythmen angereichert, die DEPECHE MODE eigentlich überhaupt erst in der Popmusik salonfähig gemacht haben. Es folgt als Kontrast das sehr ruhige, getragene "Lie To  me", das extrem melancholisch und sehr wavig rüberkommt und zu den Hits des Albums gehört. Dann "People Are People", kennt wohl jeder. Mit diesem Song haben DEPECHE MODE den endgültigen kommerziellen Durchbruch geschafft und eine unvergleichliche Karriere begonnen, die trotz vieler Skandale und Rückschläge bis heute anhält. Zu der Zeit, als die Single erschien, waren die Klänge absolut innovativ und für die Top 10 eigentlich unglaublich hart. "It Doesn´t Matter" ist eine Ballade, die gekonnt experimentelle Sounds beinhaltet, ohne die romantische Note zu verlieren. Dennoch einer der schwächeren Titel des Albums, was daran liegen mag, das ich die von Martin Gore gesungenen Lieder sowieso weniger mag, die Stimme ist mir einfach zu lahm. Gleiches gilt für "Somebody" später auf dem Album, obwohl sich der Song unter Fans großer Beliebtheit erfreut. "Stories Of Old" ist einer der unterbewertetsten DEPECHE MODE Songs, obwohl er eigentlich besser als das stilistisch ähnliche "Blasphemous Rumours" ist, was vor allem an dem ohrwurmträchtigen Refrain liegt. Mit Songs wie diesem hat die Gruppe ihren Ruf, eine eher düstere, ernsthafte Band zu sein, geschaffen. Der Titel hätte auch gut auf dem "A Broken Frame" Album sein können. Danach das schon erwähnte "Somebody", wohl einer der am meisten gecoverten Songs von DEPECHE MODE, mir gefällt besonders die Version der Hamburger Band Johnny Beton, die ich sogar besser als das Original finde. Dann "Master And Servant", der Nachfolgehit zu "People Are People", den ich sogar für deutlich besser halte. Definitiv einer der kraftvollsten und tanzbarsten Titel. Auch hier kommt dem Zuhörer wieder einiges an Metall zu Ohren. Bei "If You Want" wird´s düster. Dieser von Alan Wilder geschriebene Titel gehört sicherlich zu dem finstersten, was DEPECHE MODE bis heute veröffentlicht haben. Wie gewohnt ist Alan Wilder für die experimentelleren Klänge zuständig, die aber dennoch häufig tanzbar sind, allerfeinster Wavesound. Wenn ich mich recht entsinne, hat Wilder einige Sounds hiervon später auf seiner ersten Recoil-Veröffentlichung "1+2" wiederverwertet. Ausklingen tut das Album mit dem dritten Singlehit "Blasphemous Rumours", der sicher auch zu den Klassikern der elektronischen Musik gehört. Finster mit Ohrwurmqualitäten, würde ich dazu mal sagen. Vor allem der Text hat damals einige Diskussionen ausgelöst. Überhaupt waren DEPCHE MODE auf "Some Great Reward" textlich politischer und gesellschaftskritischer, als je zuvor. Daß trotzdem der kommerzielle Erfolg nicht ausblieb zeigt nur umso besser, dass eingängige Popmusik und intelligente Texte sich nicht ausschließen müssen, wie die Produzenten heutzutage offensichtlich meinen. Die mehr als eingängigen Popmelodien und die düsteren Wavestimmungen machen "Some Great Reward" auf jeden Fall zu einem der besten DEPECHE MODE Alben und zu einem Electropop-Klassiker. Meiner Meinung nach eine der besten 4 Platten der Band. (A.P.)


DEPECHE MODE - Construction Time Again (LP/CD 1983)

(Mute/Intercord)

Mit der Single "Everything Counts" hatten DEPECHE MODE auch in Deutschland ihren Durchbruch gefeiert. Das dazugehörige dritte Album der Band ist "Construction Time Again" betitelt und kann auf ganzer Linie überzeugen. Die Mischung aus eingängigen Popsongs und experimentelleren Stücken ist nahezu perfekt und macht die Platte zu der bis zum damaligen Zeitpunkt besten der Engländer. In was für Höhen DEPECHE MODE bis heute noch vorstoßen würden, hat damals wohl niemand geahnt. Das Album beginnt mit der Singleauskopplung "Love In Itself", ein typischer Popsong für die Band, der aber an die großartige Vorgängersingle nicht herankommt. Mit "More Than A Party" folgt ein hämmernder Liveklassiker der Band. Schon hier merkt man, dass die Musiker mit Vorliebe auf Metallteilen rumkloppten, was in der Mainstreammusik damals noch nicht üblich und eigentlich Gruppen wie den Einstürzenden Neubauten vorbehalten war. DEPECHE MODE können wohl für sich in Anspruch nehmen, solche Klänge gesellschaftsfähig gemacht zu haben. Noch offensichtlicher wird das beim düster-monotonen "Pipeline", einer der schleppendsten Songs der Band überhaupt, aber fast schon hypnotisierend. "Everything Counts" war jahrelang mein Lieblingssong von DEPECHE MODE, bis sich das hin zu "Stripped" verlagert hat. Trotzdem ist der Titel einer der besten der Gruppe und über viele Jahre auch eine Gänsehaut erzeugende Livehymne gewesen. Wer einmal mitbekommen hat, wie Tausende von Fans den Refrain gesungen haben, wird das nie mehr vergessen. Eine geniale Liveversion findet sich übrigens auf der "Blasphemous Rumours" Maxi. "Two Minute Warning" ist ein von Alan Wilder geschriebener Song, der sich aber gut in das Gesamtbild einfügt, auch wenn die Wilder-Songs in der Regel etwas experimentierfreudiger sind, als die Martin Gore Kompositionen. "Shame" erinnert am ehesten an das "A Broken Frame" Album, gehört aber nicht gerade zu meinen Favoriten. Dazu zählt schon eher "The Landscape Is Changing", wiederum von Alan Wilder geschrieben, mit einer tollen Melodie. Es folgt "Told You So", das wie eine Mischung aus dem "Speak And Spell" und "Some Great Reward" Alben klingt und extrem tanzbar ist. Einer der besten, aber leider häufig übersehenen Titel ist "And Then...". Zum Abschluß gibt es von "Everything Counts" noch ein Reprise zu hören, das die Platte ruhig ausklingen lässt. "Construction Time Again" war seiner Zeit um einige Jahre voraus, was ich selber auch erst relativ spät erkannt habe. Anfangs fand ich die Platte gar nicht so toll, doch mit jedem Hören wuchs sie und wurde mit der Zeit zu einer meiner meistgehörten Platten von DEPECHE MODE. (A.P.)


DEPECHE MODE - A Broken Frame (LP/CD 1982)

(Mute/Intercord)

Nach dem ersten, noch etwas richtungslosen Popalbum "Speak And Spell" und dem Weggang von Vince Clarke, legte die Band 1982 ihr zweites Album vor. Clarke´s Nachfolger Alan Wilder war zu diesem Zeitpunkt noch kein vollwertiges Bandmitglied, was sich aber schnell ändern sollte. "A Broken Frame" ist in sich weitaus geschlossener und reifer, obwohl es nicht auf seichte Sommer-Pop-Nummern verzichtet. Dennoch ist eine Neuorientierung in Richtung New Wave auszumachen, die Songs wirken erwachsener und düsterer, als auf dem Vorgänger. Eindrucksvoll wird das gleich mit dem ersten Track und der Singleauskopplung "Leave In Silence" bewiesen. Dieser Song zeigt DEPECHE MODE von einer viel introvertierten, nachdenklichen Seite, als frühe Songs wie "Just Can´t Get Enough" oder "Dreaming Of Me". Im gleichen Stil geht es bei "My Secret Garden" weiter, das ebenfalls nicht gerade zum Sommerspaziergang am Strand einlädt sondern eher herbstlich wirkt. Noch eine Spur finsterer wird es dann bei "Monument", das der bis zu diesem Zeitpunkt düsterste Song der Engländer war. Nach dem etwas schwermütigen Beginn dieses Albums wird mit dem soundtrackartigen Instrumentalstück "Nothing To Fear" etwas leichter und eingängiger, gefolgt von der Single "See You", die zum einen ein Hit wurde und zum anderen zeigte, dass die Gruppe auch nach dem Weggang von Clarke in der Lage war, Ohrwürmer zu schreiben. Der locker-flockige Teil der CD wird noch einmal durch das im Stile von "Monument" gehaltene "Satellite" unterbrochen, bevor mit der Singleauskopplung "The Meaning Of Love" der poppigste Song des Albums ansteht. Vielleicht eine Spur zu seicht, aber immer noch okay. Dann "A Photograph Of You", man fühlt sich tatsächlich in "Speak And Spell" Zeiten zurück versetzt, ein wirklicher Ohrwurm. Als vorletzter Song kommt danach "Shouldn´t Have Done That", auf dem Album wohl der langweiligste Titel, finde ich zumindest. Beschlossen wird "A Broken Frame" mit "The Sun And The Rainfall", einem der besten DEPECHE MODE Titel überhaupt und nichts anderes al seine wunderschöne, hymnenhafte, melancholische Ballade, die man sich auch hundertmal hintereinander anhören kann, ohne, dass es langweilig würde. Alleine dieser Song macht das ganze Album hörenswert, doch auch der Rest lohnt wirklich. Auf "A Broken Frame" haben DEPECHE MODE nach der schlichten songorientierten Debut-LP ihren ganz eigenen Stil gefunden, der bis hin zu "Violator" immer mehr perfektioniert wurde. Hier wurde der Grundstein gelegt. (A.P.)


DEPECHE MODE - Speak And Spell (LP/CD 1981/1988)

(Mute/Intercord)

Nach einigen erfolgreichen Singles erschien 1981 das erste Album von DEPECHE MODE, auf das die Fans sehnsüchtig gewartet hatten. Um es vorweg zu nehmen: "Speak And Spell" ist ein absolut großartiges Synthie-Pop Album mit vielen Hits, aber es gibt nicht den wirklichen, sich erst später entwickelnden Band-Sound wieder. Vielleicht war Alan Wilder´s Einfluß auf die Musik, nachdem er 1982 für Vince Clarke gekommen war, doch größer, als allgemein angenommen. Jedenfalls fanden DEPECHE MODE erst mit dem zweiten Album "A Broken Frame" zu ihrem Stil. Aber wie gesagt, "Speak And Spell" ist eine wundervolle Sammlung von, zugegeben häufig etwas seichten, Popsongs. Der erste richtige Hit "New Life" eröffnet das Album locker-flockig. Danach dann "I Sometimes Wish I Was Dead", das auf der deutschen LP-Pressung nicht drauf war (auf der CD aber schon!). Im Gegensatz zu dem, was man vom Titel her musikalisch erwarten könnte, ist der Titel ausgesprochen fröhlich ausgefallen. Erschien übrigens ursprünglich auf einer Flexidisc, die unter Sammlern heute zu den gesuchtesten Raritäten überhaupt gehört. Etwas gesetzter wird es bei "Puppets", das am ehesten schon den Weg hin zu "A Broken Frame" andeutet. "Boys Say Go" war früher einer meiner DEPECHE MODE Lieblingstitel, wieder ein ausgesprochen tanzbarer Popsong. "Nodisco" ist wider Erwarten sehr gut für den Disco-Einsatz geeignet und gehört zu den Höhepunkten des Albums. "What´s Your Name" schlägt in die Kerbe der schlichten, melodiösen Mitsing-Songs und ist definitiv einer der Ohrwürmer des Albums. Zu einem DEPCHE MODE Klassiker hat sich, vor allem durch unzählige geniale Liveversionen "Photographic" entwickelt. Klingt weitaus ausgereifter und erwachsener, als die meisten anderen Titel auf "Speak And Spell". Dann folgen die beiden einzigen Titel, die Martin Gore für diese Platte geschrieben hat, während Vince Clarke für den Rest verantwortlich zeichnet. Bei "Tora! Tora! Tora!" und "Big Muff" erkennt man deutlich den Unterschied zu den Kompositionen von Clarke, sie wirken melancholischer und zeigen auch den weiteren Weg der Band in den folgenden Jahren auf. Dennoch gehören beide Titel nicht gerade zu meinen DEPCHE MODE Lieblingsliedern. Beendet wird das Album mit einer Vocal-Version von "Any Second Now" und dem ersten DEPECHE MODE Megahit, dem immer noch beliebten "Just Can´t Get Enough", der allerdings aufgrund des Mitgröhlfaktors im Laufe der Jahre zu einem Dorf-Disco Hit verkommen ist und problemlos auf jede "Ballermann"-Compilation passen würde. Okay, etwas hartes Urteil, aber wirklich überzeugen tut mich das Lied bis heute nicht, kam aber live immer gut rüber. Die CD-Wiederveröffentlichung von 1988 enthält zudem noch 5 Bonustracks, zum einen die "Dreaming Of Me" Single, das Platten-Debut der Gruppe, das auf der deutschen LP-Version statt "I Sometimes Wish I Was Dead" drauf war, inclusive der B-Seite "Ice Machine". Letzterer Titel ist bestimmt eine der besten DEPECHE MODE Nummern, allerdings ziehe ich die kraftvollere Liveversion auf der "Blasphemous Rumours" Maxi vor. Mit "Shout" und "Any Second Now (Instrumental)" gibt es dann noch zwei Single-B-Seiten zu hören und abschließend die Maxiversion von "Just Can´t Get Enough", den so genannten "Schizo Mix". Mit "Speak And Spell" haben DEPECHE MODE einen ersten gelungenen Schritt gemacht und ein tolles Popalbum vorgelegt, ihre große Zeit sollte aber erst mit dem zweiten Album beginnen, mit dem sie einen unvergleichlichen Siegeszug rund um die Welt bis in die heutige Zeit antraten. (A.P.)