BACK AGAIN: WAVE / POP

DAVID BOWIE - Earthling
DAVID BOWIE - Little Wonder
DAVID BOWIE - Low

DAVID BOWIE - Earthling (CD)

DAVID BOWIE - Little Wonder (MCD)

(BMG)

Nachdem DAVID BOWIE ja nun mit seiner Musik an die Börse gegangen ist, muß er ja auch zusehen, daß er mal wieder etws auf die Beine stellt, was Geld bringt und mit so einer Platte wie die letzte („Outside“) kann so etwas nicht gelingen. Mit der neuen CD „Earthling“ und ganz im speziellen mit der neuen M-CD „Little Wonder“ dürfte das schon eher was werden. Sicherlich ist Bowie´s Musik wie gewohnt ein wenig verworren, gewöhnungsbedürftig und nach dem ersten Mal hören sicherlich noch ein kleiner Dorn im Auge, doch das Ganze ist wieder etwas melodischer geworden und „Little Wonder“ sogar ein echter Hit. Na Gott sei Dank. BOWIE hat seine eigene Seite im Internet: http://www.davidbowie.com. (H.H.)


DAVID BOWIE – Low (LP 1977 / Digital-Remastered CD 1999)

Ich war nie ein großer DAVID BOWIE-Fan, aber es gab immer wieder einige seiner Songs, die mir wirklich gut gefallen haben. Zudem hat er immer sein ganz eigenes Ding durchgezogen, und statt auf irgendwelchen Wellen mit zu reiten, hat er diese stets selber geprägt.

Seine innovativste Phase hatte BOWIE wohl in der zweiten Hälfte der 70er Jahre. Bester Beweis ist das 77er Album „Low“, das von der damaligen Punk-Welle nichts verspüren lässt, sondern eindeutig den New Wave der folgenden Jahre vorweg nimmt, den er mit den Alben „Heroes“ und „Scary Monsters“ perfektionierte, bevor er sich mit „Let´s Dance“ dem Pop zuwandte. “Low“ ist zweigeteilt, in der ersten Hälfte gibt es die eher eingängigen Songs zu hören, die sich aber vom Glam-Rock, den BOWIE selber mit „Ziggy Stardust“ zu seinem Höhepunkt brachte, schon wieder weit entfernten. Statt ausladender Rockopern stand wieder der einfache Song im Vordergrund. Atmosphärischer wird es dann in der zweiten Hälfte des Albums, bei der man den Einfluss von Brian Eno. Der an diesem Album mitgearbeitet hat, deutlich heraushören kann. Das Meisterwerk schlechthin ist das soundtrackartige „Warszawa“, wenn ich mich richtig erinnere, eine Komposition über das Warschauer Ghetto, zumindest habe ich das irgendwo gelesen. Selten habe ich einen so intensiven Titel gehört, der einfach fesselt. Nebenbei bemerkt hat sich die Joy Division-Vorgängerband Warsaw nach diesem Lied benannt. Es würde mich auch nicht wundern, wenn Angelo Badalamenti hier einige Inspirationen für seinen Soundtrack zu David Lynch´s TV-Serie „Twin Peaks“ gezogen hätte. Trotz dieses unschlagbaren Überhammers, fällt auch der Rest des Albums nicht ab und muß eindeutig als eines der ersten New Wave-Alben gesehen werden, das unzählige spätere Platten nachhaltig beeinflusst hat. 1999 ist dieses Album in digital remasterter Form mit einer Reihe weiterer BOWIE-Alben wieder veröffentlicht wurden, so dass es auch soundtechnisch keine offenen Wünsche gibt. (A.P.)