BACK AGAIN: WAVE / POP

CRAZYSHOW
Live Hamburg, Markthalle 02.05.2002
Forever Pop

Interview zum VÖ des Remix Albums "Forever Pop"

FOREVER YOUNG 2001

STARK NAKED

SALVATION
PROSTITUTE
THE BREATHTAKING BLUE
AMIGA PORTRÄIT
AFTERNOONS IN UTOPIA
FOREVER YOUNG

ALPHAVILLE – Crazyshow (4-CD-Box 2003)

(www.alphaville.de)

Was, Ihr habt noch nicht von dieser Veröffentlichung gehört? Kein Wunder, wahrscheinlich besucht Ihr  nicht regelmäßig die offizielle ALPHAVILLE-Website, denn nur dort gibt es dieses wunderschöne Schmuckstück zu erwerben. Zugegeben, der Preis ist stolz, aber dafür ist die Box auf 2500 Exemplare limitiert und kommt in einer Aufmachung , die ihresgleichen sucht. Das Ganze kommt in einem mit Samt beklebten Schuber mit Golddruck, darin befindet sich eine ebenfalls samtene, mehrfach aufklappbare Box, die die 4 CDs enthält und ein umfangreiches, schön gestaltetes Booklet, in dem sich Marian Gold mit seiner Unterschrift verewigt hat. Man muss es gesehen haben, um das zu glauben. Wer die Box vorbestellt hatte, erhält zusätzlich noch eine auf 700 Exemplare limitierte 1-Track-CD. Trotz des hohen Preises tut es mir um keinen Euro leid, den ich hierfür hingelegt habe.

Und dann gibt es natürlich auch noch jede Menge Musik zu hören, nämlich fast 50 ALPHAVILLE-Songs, Bekanntes und Neues, Gutes und weniger Gutes, aber insgesamt durchgehend Material, das von Marian Gold´s unvergleichlicher Stimme lebt und jeden Fan glücklich machen dürfte. Musikalisch sind die 4 CDs recht vielseitig, allerdings klingen sie überwiegend eher wie ein Gold-Soloalbum, was aber natürlich nicht schlimm ist. Ruhigere Klänge überwiegen ein bisschen und vieles ist recht getragen und eher zum Zuhören, als zum Tanzen geeignet. So richtige „Abgeh“-Songs wie „Dance With Me“ oder „Wishful Thinking“ sind relativ wenige dabei und auf ein Recycling der großen alten Hits wurde zum Glück fast vollständig verzichtet. Lediglich „Wishful Thinking“ und „Sounds Like A Melody“ erscheinen in sehr remixten Versionen. Dafür gibt es alle Songs des „Dreamscapes 9“ Projektes, d.h., die Songs, die man ein Jahr lang Monat für Monat kostenlos von der ALPHAVILLE Website runterladen konnte. Für Leute wie mich, die das leider nicht von Anfang an getan haben, ist das natürlich wunderbar. Einmal mehr zeigt diese Box, dass ALPHAVILLE sich sehr um ihre Fans kümmern, von denen es immer noch weltweit viele gibt, auch, wenn die Band nicht mehr in den Hitparaden auftaucht. Nach der „Dreamscapes“-8-CD-Box, vielen Liveauftritten, einer überdurchschnittlichen Live-CD, einer kostenlosen Fan-MCD von „Forever Young“, einer guten Live-DVD und einem Remixalbum ist „Crazyshow“ wieder ein Schatz für jeden ALPHAVILLE-Sammler und Fan. Eigentlich bräuchte es mal eine DVD mit allen Videoclips und vielleicht allen TV-Auftritten der Gruppe und ein ganz reguläres neues Album, das in jedem Laden steht und die eine oder andere Hitsingle enthält würde mich auch mal wieder freuen, damit auch die breite Masse der Musikhörer erkennt, was für eine großartige Band wir hier in Deutschland haben! Musikalisch wird auf „Crazyshow“ durchgehend solider, sehr guter Stoff geboten, von der Gestaltung her sucht die Box zudem ihresgleichen! (A.P.)


ALPHAVILLE – Hamburg, Markthalle 02.05.2002

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ALPHAVILLE auf ihrer diesjährigen „Miracle Healing“ Tour das erste mal live gesehen habe, obwohl mich diese Band in meiner Jugend in den 80er Jahren geprägt hat, wie wenige andere. Da war es natürlich keine Frage, dass ich diesmal Karten für Haiko und mich besorgt habe. Meine Karte hatte übrigens die laufende Nummer 00002. Wie sich schnell zeigte, war die Hamburger Markthalle die geeignete Location für das Konzert. Zum einen ist der Laden einfach kultig, zum anderen ist die Markthalle gut gefüllt gewesen, ohne zu voll zu sein.

Nach der Vorband L´AVANTGARDE, die nicht überragend, aber doch solide war, kamen ALPHAVILLE auf die Bühne, d.h. Sänger Marian Gold mit einem Keyboarder, einem Schlagzeuger und einem Gitarristen. Um ehrlich zu sein, sprang der Funke am Anfang nicht so recht über, aber im Laufe der Zeit wurde es wirklich großartig. Hits wie „Wishful Thinking“ und „Guardian Angel“ erwärmten das Publikum, bis die ganz großen Hits kamen, auf die alle gewartet hatten. „Big In Japan“ wurde in einer tollen Version gespielt, die bewies, dass der Song auch nach 18 Jahren noch unvergleichlich ist. „Sounds Like A Melody“ („Set It Alight“...hallo Haiko!) war dann einer der Höhepunkte, wobei wahrscheinlich vor allem Haiko und ich dieses Lied lieben. Von der Stimmung her kam natürlich kein anderer Titel an „Forever Young“ heran. Es erzeugt schon eine Gänsehaut, wenn mehrere hundert Leute den Refrain singen. Man fühlte sich gleich fast 20 Jahr jünger!

Bei den Zugaben gab es dann noch die Balladen-Version von „Dance With Me“, die einfach wunderschön ist und man ging zufrieden nach Hause. Natürlich haben einige „persönliche Klassiker“, wie „Lassie Come Home“ oder „Jerusalem“ gefehlt, aber bei über 20 Jahren Bandgeschichte kann natürlich nicht alles kommen. Klar, ALPHAVILLE bedienen zumindest live heute vor allem die nostalgische 80er Generation, aber wie man an Songs wie „Big In Japan“ sehen kann, verschließt sich die Band auch nicht moderneren Einflüssen und beweist, das die Songs wirklich zeitlos sind. (A.P.)

ALPHAVILLE - Forever Pop (CD 2001)

(WSM)

In Zeiten, in denen mittelmäßige und schlechte Remix-CDs zum Alltag gehören, freue ich mich, daß ALPHAVILLE als wegweisende 80er Jahre Band nicht den Fehler gemacht haben, ihren Songs kramphaft eine moderne Note zu geben, um die schnelle Mark zu machen. Natürlich enthalten die meisten Remixe tanzbare Rhythmen und klingen „zeitgemäß“, aber wenn man bedenkt, daß die meisten Remixer mit der Musik ALPHAVILLE´s aufgewachsen sind und vielleicht auch dadurch selber erst zu Musikern, Produzenten oder DJs geworden sind, so gehen sie dementsprechend resepktvoll mit dem Material um.

Als Song, der für die 80er Jahre steht, wie wenige andere, wurde „Forever Young“ zwar treibend-tanzbar, aber doch zurückhaltend remixt. Wahrscheinlich kann man diese „ewige“ Melodie sowieso nicht zerstören, selbst wenn man es wollte. Der „FAF Remix“ des Titels steht in direkter Konkurrenz zu der alten Maxiversion und beweist, daß das Lied immer noch Hitpotential hat. Es folgt der „Paul van Dyk-Remix“  von „Dance With Me“. Der Techno-Star benutzt zwar viele Elemente, die man auch sonst von ihm kennt, so „trancige“ Sounds, behält aber auch viel vom Original bei, wird auch als Single ausgekoppelt, was eine gute Wahl ist. Der „Spremberg-Mix“ von „Big In Japan“ ist ähnlich aufgebaut, wobei der Rhythmus recht minimalistisch angelegt ist und die orchestralen Passagen sparsam eingesetzt werden. Dieser wenig spektakuläre Mix  wird zumindest die alten Fans (die ja immer nur die Originale hören wollen, oder nicht?) nicht schockieren, dürfte aber auch kaum junge Leute, die mit der derzeitigen Musik leben (müssen) zum ALPHAVILLE-Fan bekehren. Gleich darauf der „Warp 8-Remix“ von „Romeos“, einem vielleicht unterschätzten Song der Band. Für meinen Geschmack zu nah am Original, lediglich mit tanzflächentauglichem Rhythmus angereichert, dazu ein paar Sounds aus der Techno-Ecke. Dann der „De Phazz-Remix“ von „Summer Rain“, eine schöne, angejazzte Ballade, die ich mir problemlos auch im nächsten James Bond-Film vorstellen könnte. Was Bands wie Duran Duran oder A-Ha geschafft haben, nämlich den Titelsong zu einem Film der Serie zu schreiben, hätten ALPHAVILLE problemlos auch hinbekommen, vielleicht mal bei den Produzenten anklopfen und sich anbieten? Ein weiterer Song, der früher zu wenig Anerkennung gefunden hat, war „Jerusalem“. Der hier zu hörende „Kaleve-Remix“ ist sehr akustisch gehalten und gehört zu der Sorte Songs, die man immer auflegen kann, auch wenn man vor dem CD-Regal steht und eigentlich auf nichts Lust hat. Ohrwurmträchtig, aber nicht aufdringlich und einer der Höhepunkte von „Forever Pop“. Danach „Summer in Berlin“ als „Timetools-Remix“...nun ja, dieses Lied hielt ich schon immer für eines der schwächsten von ALPHAVILLE, es ist mir persönlich einfach musikalisch zu seicht, da ändert auch der hier vorhandene Mix nichts. Es folgt „Sounds Like A Melody“, einer meiner Favoriten, im „Stagg-Remix“. So sollte ein gelungener Remix klingen, eigenständig, ohne jedoch das Original zu beschädigen. Auch hier ist die Musik sehr minimal gehalten, was die Konzentration auf den Gesang und die Melodie ermöglicht. Die von mir heißgeliebten synthetischen Streichersounds wurden glücklicherweise beibehalten. Vielleicht sollten ALPHAVILLE irgendwann mal ein Album mit einem klassischen Orchester aufnehmen, obwohl ich natürlich lieber erstmal wieder neues Material hören würde. Danach ein absoluter ALPHAVILLE-Klassiker, „Lassie Come Home“ im Remix von Bernhard Lloyd persönlich, der verlauten liess, daß dies einer seiner persönlichen Favoriten ist. Es bleibt eine zu Herzen gehende Ballade, die aber auch eine rhythmische Modernisierung erhalten hat. Wäre der Song damals als Single veröffentlicht worden, hätte es ein Top 10 Hit werden können. Auch in dieser neuen Version verliert er aber nichts von seiner Magie. „The Jet Set“ war immer ein guter Song, der mich aber nie richtig mitreissen konnte. Es musste rund 17 Jahre dauern bis der „Saunaclub-Remix“ mich den Titel in neuem Licht sehen lässt. Wie der Name „Saunaclub“ verspricht, ist die Atmosphäre schwül und etwas erotisch. Hier wurden dem Song völlig neue Seiten abgewonnen, die für ALPHAVILLE zwar ungewohnt klingen, aber das ist ja auch der Sinn eines Remixes. Jose Alvarez-Bril, Produzent von Bands wie De/Vision und Wolfsheim hat sich mit „A Victory Of Love“ beschäftigt. Wie nicht anders zu erwarten, ist ein sehr gelungener Synthie-Pop Titel dabei herausgekommen, der sicherlich in den einschlägigen Clubs für volle Tanzflächen sorgen wird. Dann noch der „Plati-Remix“ von „Red Rose“, der sehr 80er Jahre-mäßig daherkommt und gut, aber nicht spektakulär ist. Am Ende nochmals „Big In Japan“ im Remix von Eiffel 65, definitiv ein Anwärter auf eine Singleauskopplung. Klingt sehr nach den bekannten Eiffel 65-Stücken kombiniert mit der Gesangslinie des Stückes, müsste eigentlich ein sicherer Hit sein.

Fazit: wie schon angedeutet, die meisten Remixe sind durchaus gelungen und zeigen, daß ein guter Song mit guter Melodie zeitlos ist. Mit ein, zwei Ausnahmen gibt es auf „Forever Pop“ keine Ausfälle, vier, fünf Titel sind sogar absolut klasse. Wer bisher schon ALPHAVILLE-Fan war, wird nicht enttäuscht sein, sondern sich freuen, daß die Band nicht totzukriegen ist. Vielleicht können hiermit auch einige neue Fans hinzugewonnen werden, und ganz vielleicht wird das Album sogar ein richtiger Hit. Wenigstens mit einer Auskopplug des „Eiffel 65-Remix“ von „Big In Japan“ sollte man mal versuchen, wieder die Charts zu stürmen. Lest zu dieser CD auch unser Interview mit Bernhard Lloyd. (A.P.)

Im Internet unter www.foreverpop.de


ALPHAVILLE - Interview

Interview zur bevorstehenden Veröffentlichung des Remix-Albums „Forever Pop“ am 22.10.2001

Bernhard Lloyd von ALPHAVILLE war so freundlich, uns einige kurze Fragen spontan zu beantworten. Das Interview wurde Mitte September per Email geführt, wenige Tage nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center and das Pentagon in den USA (dies nur als Info, um die Antwort zur letzten Frage einordnen zu können).

Ich hatte das große Glück, schonmal kurz in „Forever Pop“ reinhören zu können und darf ein wirklich tolles Album versprechen. Eine ausführliche Kritik folgt und wird ab 14.Oktober 2001 online auf www.backagain.de zu lesen sein. Bis dahin finden sich natürlich alle ALPHAVILLE News auf www.alphaville.de , die Seite wurde übrigens vor kurzem komplett redesignt.

? Zuerst die wichtigste Frage: warum ist die für Mitte Juli angekündigte MCD "Forever Young 2001" noch nicht erschienen und wie sieht es damit für die nähere Zukunft aus?
! "Dance With Me" wird jetzt wahrscheinlich als Single erscheinen, ist jedenfalls als Promosingle an die Radios raus.

? Ist jetzt auch die Veröffentlichung des "Forever Pop" Remix-Albums gefährdet?
! Nein die ist in keinster Weise gefährdet. VÖ am 22.10.01

? Wie entstand die Idee, ein Remix-Album zusammenzustellen, und wie ist der Kontakt mit den Remixern (u.a. Paul van Dyk, Eiffel 65, Jose Alvarez Bril...) zustandegekommen? Wie war die Reaktion der Remixer, eher "Danke, daß wir mit unseren Jugendhelden zusammenarbeiten dürfen" oder "Eure Songs brauchen mal ´ne Auffrischung, damit sie auch in die heutige Zeit passen" ?
! Die Idee entstand ungefähr nach dem Motto: "UNSERE Songs brauchen mal ´ne Auffrischung, damit sie auch in die heutige Zeit passen". Der Kontakt zu den Remixern ist zunächst einmal über Anfragen unserer Produktionsfirma gelaufen, hat sich dann aber nach dem Motto: "Danke, daß wir mit unseren Jugendhelden zusammenarbeiten dürfen" in einigen Fällen intensiviert. Das ist jetzt natürlich übertrieben, aber einige von den Remixern haben uns schon bestätigt, daß wir zu ihren Vorbildern zählten, als sie in den Achtzigern anfingen Musik zu machen. Viele von ihnen sind allerdings auch unsere Helden, wenn ich an Alvarez-Bril denke, der mit dem letzten Wolfsheim-Album etwas wunderbares produziert hat, oder Roland Spremberg mit dem letzten A-ha Album.

? Wer oder was ist Alphaville eigentlich heutzutage? Die Studio- und die Livemannschaft unterscheiden sich ja sehr... Bernhard, warum magst Du nicht live auftreten?
! Ach...tja...mmmhh...es ist halt einfach nicht mein Ding. ich kann das nicht erklären, ich fühle mich da fehl am Platz.
Alphaville war, so glaube ich , nie sehr personalisiert, und wurde immer (eher) mit den bekannten Songs verbunden als mit bestimmten Personen. und natürlich mit Marians einzigartiger Stimme. Man findet ja auch nur auf einem von 5 regulären Alben ein Bandfoto auf dem Frontcover.

? Der Kontakt mit den Fans ist Euch ja sehr wichtig und Ihr bietet ihnen ja immer viel besonderes (jeden Monat einen neuen Song zum runterladen von der Homepage, Fanedition der "Forever Young 2001", Remix Wettbewerb...), wie ist das entstanden und warum ist Euch das im Gegensatz zu vielen anderen erfolgreichen Bands so wichtig?
! Das hängt zum einen mit unserer langen Geschichte zusammen, mit unserem Background von ganz früher, mit dem Internet, mit den Höhen und den Tiefen die wir zweifellos hatten, und vor allem mit der unglaublichen Treue unserer Fans.

? Wird es, abgesehen von der "Dreamscapes 9" und "Forever Pop" in absehbarer Zeit auch wieder "echtes" neues Material zu hören geben? Und sieht man Euch auch bald wieder live auf der Bühne?
! Marian wird sicher wieder auf die Bühne wollen, Konzerte sind in Planung. Wann es ein neues Studioalbum gibt, kann ich nicht genau sagen.

? Wie erklärt Ihr es Euch, daß Ihr, obwohl der letzte Charthit lange zurückliegt, eine so engagierte weltweite Fangemeinde habt? Welche Rolle spielt das Internet dabei?
! Ich habe keine Ahnung warum unsere Fans so treu sind, vielleicht weil wir uns auch immer treu geblieben sind, auch wenn wir manchmal stilistisch umhergeirrt sind. Das Internet macht den Kontakt auf jeden Fall leichter und schneller und direkter.

? In den USA ist inzwischen ja eine Live DVD erschienen (bzw. erscheint in Kürze, Besprechung folgt natürlich)...wie steht Ihr zu diesem neuen Medium? Und wird es mal eine DVD mit allen Videoclips, weiterem
Livematerial und evtl. TV-Auftritten geben, was von den Fans (nicht nur von mir!) sehnsüchtig erwartet wird?
! DVD ist sicher ein gutes Medium, und wird wahrscheinlich die VHS ersetzen, und vielleicht auch die CD. Das mit den Videos und den TV-Auftritten wird aus rechtlicher Sicht sicher schwierig.

? Gibt es die frühen Maxis eigentlich auf CD und wenn nicht, ist es angedacht, evtl. mal (vielleicht als Box) dieses Material wieder zu veröffentlichen? Oder scheitert das daran, daß das dann wohl nur von eingefleischten Fans gekauft würde?! Eigentlich dachte ich mit „Dreamscapes“ und „Forever Pop“ hätten wir alles getan um unserem gesammten Material genügend Ehre zu erweisen, aber anscheinend....
Nun ja...wir werden im hinblick auf Ebay wohl mal davon absehen, wir wollen den Sammlern ja nicht den Spaß verderben...

? Wie fühlt man sich dabei, wenn Songs wie "Big in Japan" und "Forever Young "(und evtl noch "Dance With Me" und "Sounds Like A Melody" ) auf unzähligen 80er Jahre Samplern erscheinen und Klassiker sind, das neue Material (zumindest in Deutschland) aber eher wenig zur Kenntnis genommen wird? Fühlt man sich dann "alt"?
! Nein, alt fühlt man sich nicht, man fühlt sich geehrt und ist natürlich etwas enttäuscht darüber wenn neueres Material nicht so zur Kenntnis genommen wird, obwohl da mindestens genauso viel Herzblut drinsteckt wie in den alten Sachen.

? Was darf man von Alphaville für die nähere und fernere Zukunft erwarten?
! Ganz sicher ganz viel!

? Habe ich vergessen, irgendwas wichtiges zu fragen? Wollt Ihr den Lesern noch was mitteilen?
! PEACE ON EARTH! ... das wohl wichtigste in diesen Tagen.

Danke an Bernhard für die schnelle Beantwortung der Fragen! (A.P.)

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ALPHAVILLE - Forever Young 2001 Fanedition (MCD 2001)

(www.alphaville.de)

Nachdem die „Forever Young 2001“ MCD bis jetzt noch nicht offiziell in den Läden steht und das Remix Album „Forever Pop“ noch etwas auf sich warten lässt, gibt es jetzt wenigstens die streng limitierte „Fanedition“, die allerdings regulär nicht erhältlich ist, sondern nur an die Fans kostenlos (!) verschickt wurde, die auf einen Aufruf von ALPHAVILLE geantwortet haben, sich diesbezüglich zu melden. Alle diese Leute sind namentlich auf dem Cover erwähnt, so daß diese CD etwas ganz besonderes und persönliches ist und mit Sicherheit in kurzer Zeit ein gesuchtes Sammlerstück sein wird. Tja, Pech gehabt an alle, die zu faul waren, eine Email zu schreiben oder nicht regelmässig die ALPHAVILLE-Seiten besuchen.

Die CD enthält zwei neue Mixe von „Forever Young“, zum einen den „F.A.F.´s Diamonds In The Sun Mix“, der recht tanzbar ausfällt, zum anderen den „Factory Mix“, der mehr die monumentale, getragene Seite dieses Liedes hervorkehrt. Beide Mixe katapultieren „Forever Young“ ins neue Jahrtausend ohne aber den Song anzugreifen. Wahrscheinlich ist das auch gar nicht möglich bei einem so zeitlosen Werk. Als drittes gibt es noch das „Original Demo 1983“, welches auch schon innerhalb der „Dreamscapes“-Box veröffentlicht wurde, die allerdings kaum noch erhältlich sein dürfte. Track 4 ist eine persönliche, gesprochene Danksagung der Band an die Fans für die bald 20 Jahre dauernde Unterstützung. Natürlich ist jede Kopie dieser CD auch von Bernhard Lloyd und Marian Gold persönlich unterschrieben und als wenn das alles noch nicht genug wäre, gibt es noch einen CD-Rom Part, der Software und Sounds und weitere Remixe enthält, damit jeder an seinem PC seinen eigenen Remix erstellen kann, was natürlich gleich für den Aufruf zu einem Wettbewerb genutzt wird. Besser kann man Fan-Verbundenheit nicht demonstrieren und somit gehört „Forever Young 2001“ bereits jetzt zu den Top-Veröffentlichungen 2001 ! (A.P.)

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ALPHAVILLE - Stark Naked (And Absolutely Live) (CD 2000)

(Navigator/SPV)

AlphavilleAuf der Homepage von ALPHAVILLE steht, daß dies die erste offizielle Live-CD der Gruppe ist, was eigentlich nicht ganz richtig ist, denn in der 8-CD-Box war ebenfalls eine komplett live eingespielte CD, allerdings von verschiedenen Auftritten. Egal, "Stark Naked..." ist wirklich gut gelungen, und das schreibe ich, obwohl ich Live-Alben meist nicht so sehr mag. Natürlich sind viele der großen Hits dabei, allen voran "Big In Japan", "Forever Young", "Wishful Thinking", "Jerusalem", "A Victory Of Love" und eine wirklich tolle Version von "Sounds Like A Melody". Klar, daß bei der langen Bandgeschichte auch ein paar Titel wie "Romeos", "Red Rose" oder "Jessie Come Home" fehlen, aber das macht eigentlich nicht viel aus. Die live gespielten Versionen unterscheiden sich teilweise sehr von den Studioaufnahmen, sind aber sehr druckvoll. Bei einer elektronisch geprägten Gruppe wie ALPHAVILLE denkt man eigentlich, daß sie live nicht viel bringen können, aber diese CD und die Konzerte der Gruppe beweisen das Gegenteil. Für Fans (und davon gibt es immer noch eine Menge!) ein Pflichtkauf, aber auch Leute, die nur die ganz großen Hits der Band kennen, dürfen hier unbesorgt zugreifen.

Anspieltips "Sounds Like A Melody", "Wishful Thinking" und "Forever Young" (wenn bei diesem Stück das Publikum den Refrain singt, sollte man die Anlage aufdrehen und die Augen schließen, da kommt echtes Livegefühl rüber!).

Ach ja, ganz am Ende findet sich noch einer dieser heute so beliebten "hidden tracks", nämlich eine wunderschöne Piano-Version von "Dance With Me", da lohnt das ausharren, bis die CD wirklich zuende ist. (A.P.)

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ALPHAVILLE - Salvation (CD 1997)

(Wea)

1997 veröffentlichten die zum Duo geschrumpften ALPHAVILLE endlich mal wieder ein neues Album, nachdem sich zumindest Marian Gold auch mal solo versucht hatte, leider wenig erfolgreich. "Salvation" ist ein großartiges Album, auch wenn man sich erst eine Weile reinhören musste, waren doch die modernen Dancerhythmen, die teilweise verwendet wurden erstmal ungewohnt. Wenn man sich auf "Salvation" jedoch einlässt, bekommt man eines der besten ALPHAVILLE Alben seit "Afternoons In Utopia" zu hören.

Mit "Inside Out" beginnt die CD wie gewohnt recht ruhig und entspannt. Es folgt "Monkey In The Moon", das das Tempo etwas anhebt, aber immer noch nur im mittelschnellen Bereich bleibt und schlicht und einfach ein wunderbarer Popsong ist. Danach kommen mit "Guardian Angel" und "Wishful Thinking" zwei absolute Granaten, die die Band von ihrer tanzbarsten Seite zeigen. Warum nicht zumindestens "Wishful Thinking" ein absoluter Chartstürmer geworden ist, werde ich nie verstehen. Hier kombinieren Gold und Lloyd perfekt die genialen Melodien, für die ich ALPHAVILLE so liebe, mit dem immer besser werdenden Gesang von Marian Gold und modernem, an Techno angelehnten Rhythmen. So stelle ich mir einen perfekten Popsong vor. Naja, es sollte nichts werden mit einem Tophit und so blieb die Veröffentlichung zumindest in Deutschland wieder weitgehend den eingeschworenen Fans vorbehalten.

"Flame" ist eine typische ALPHAVILLE-Ballade, der man bei Kerzenlicht alleine oder zu zweit stundenlang zuhören möchte. Danach "Point Of Know Return", ein Song im mittelschnellen Stile von "Monkey In The Moon" und "Control", wiederum für alle Tanzflächen dieser Welt geschaffen. Der ungewöhnlichste Song auf "Salvation" ist dann das leicht düstere und etwas experimentelle "Dangerous Places". Ziemlich genial, steht aber im Rahmen der rundherum zu hörenden Popmusik etwas isoliert da. Typischer wird es dann wieder bei "Spirit Of The Age", obwohl auch hier mit für ALPHAVILLE ungewohnten Sounds experimentiert wird. Seltsamer Song, nicht mehr richtig 80er, noch nicht voll 90er und doch von beidem eine ganze Menge. Vielleicht einer der unterbewertetsten Titel von ALPHAVILLE. "Soul Messiah" erinnert vielleicht am ehesten an frühere Tracks und auch "New Horizons" ist ziemlich typisch. Ausklingen tut "Salvation" dann mit dem orchestralen "Pandora´s Lullaby", das den geneigten Hörer träumerisch entlässt und ihm das Gefühl gibt, eine wundervolle CD gehört zu haben, die alle Stärken von ALPHAVILLE enthält und auch alte Fans befriedigt, ohne eine neue potentielle Hörerschaft aus dem Blick zu verlieren. DAS zeichnet eine großartige Band doch eigentlich aus, oder? (A.P.)

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ALPHAVILLE – Prostitute (CD 1994)

(Wea)

Die meisten Leute kennen ALPHAVILLE leider nur aufgrund ihrer großen Hits aus Mitte der 80er Jahre und die wenigsten wissen, dass die Band ziemlich kontinuierlich Platten veröffentlicht hat, so auch die 1994 erschienene CD „Prostitute“, die alles enthält, was ALPHAVILLE ausmacht, tanzbare, poppige Lieder, ruhige, balladeske Songs, die unverwechselbare Stimme von Marian Gold und die typischen Melodien. Das ganze ist sehr gut produziert und war zum damaligen Zeitpunkt absolut auf dem Stand der Zeit, kann sich aber auch heute noch mit vergleichbaren Produktionen messen. Gerade die schnelleren Songs sind kraftvoll und treibend, wie nie zuvor. Titel wie „Fools“ und besonders das extrem poppige (eigentlich schon ein bisschen schleimige) „The Impossible Dream“ hätten Hits werden müssen, aber wer versteht schon die Musikkonsumenten...

„Prostitute“ ist ein vielseitiges Album voller guter Songs und wirkt sehr in sich geschlossen, ohne jedoch ein Konzeptalbum zu sein. Damit reiht sich die CD problemlos in die Reihe der bisherigen ALPHAVILLE Veröffentlichungen ein und dürfte die Fans nicht enttäuschen. Das Zeug, Erfolg über die treue Anhängerschaft hinaus zu haben, hätte „Prostitute“ allemal. (A.P.)

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ALPHAVILLE - The Breathtaking Blue (CD 1989)

(Wea)

Mit dem 89er Album "The Breathtaking Blue" haben ALPHAVILLE einmal mehr bewiesen, daß sie von Platte zu Platte erwachsener geworden sind und auch eine Popband, die mit relativ simplen Dancepop (nicht negativ gemeint!) begonnen hat, sich im Laufe der Zeit zu einer anerkannten, reifen Band entwickeln kann. Ein weiteres Beispiel hierfür sind A-Ha, um das mal nebenbei zu erwähnen, oder auch die ehemalige Stock-Aitken-Waterman Sirene Kylie Minogue.

Für dieses Album hat die Gruppe sich den alten Elektronik-Tüftler Klaus Schulze als Produzenten an Bord geholt, was dem Sound des Albums hörbar gut getan hat

"The Breathtaking Blue" beginnt mit dem entspannten "Summer Rain", bevor es den Hit "Romeos" zu hören gibt, mit dem die Gruppe seltsamerweise nicht an alte Chartbreaker anknüpfen konnte, obwohl der Song eine schöne, ALPHAVILLE-typische Pop-Hymne ist, vielleicht eine Spur zu typisch... Die Zeit für den angewavten 80er Sound schien vorbei zu sein und erste Anzeichen für stupiden, langweiligen Technopop machten sich damals bemerkbar. Einfach schöne Melodien waren nicht mehr angesagt, stattdessen musste ein hämmernder Stampfbeat her, um in den Charts erfolgreich zu sein. Da konnten und (hoffentlich) wollten ALPHAVILLE nicht mithalten. Stattdessen fanden sich angejazzte Stücke wie "She Fades Away" auf der CD, die auch gut in eine schummrige Bar passen würden und mehr Marian Gold´s unverwechselbare Stimme in den Vordergrund rückten. Mit "The Mysteries Of Love" findet sich ein weiterer recht bekannter Song auf dieser Platte, an den Erfolg von Klassikern wie "Big In Japan", "Dance With Me" oder Jerusalem" konnte auch dieser Song nicht mehr anschließen. Wie schon zuvor, werden auf der CD wieder viele Bläser im Big Band Stil verwendet, verbunden mit der an ALPHAVILLE so heißgeliebten Elektronik. Ab und zu finden sich auch Gitarrenklänge und häufig Frauenstimmen im Background wieder, insofern also ein mehr als typisches Album der Gruppe, wenn auch weitaus ruhiger und relaxter als gewohnt.

Mit "Ariana" folgt ein Song, der eher seicht für Sommernachmittage am Baggersee geeignet ist. Fällt etwas aus dem Rahmen der anderen Songs, fordert aber mindestens zum Mitwippen mit dem Fuss auf. Irgendwo zwischen einer der besten Balladen "Lassie Come Home" und Bar-Jazz kann man "Heaven Or Hell" einordnen. Mir ist das ganze eine Spur zu lahm und eher einer der Tiefpunkte von "The Breathtaking Blue", ich mag Saxophon-Sound halt nur äußerst selten (z.B. bei Fehlfarben), aber ein Ausrutscher muss ja auch mal genehmigt sein. Gelungener ist da schon "For A Million", eine sehr ausgereifte Komposition, die abgesehen vom Gesang kaum noch an die Frühwerke erinnert. Etwas beliebig plätschert danach "Middle Of The Riddle" dahin, um gleich danach vom pompösen, neoklassisch angehauchten Instrumental "Patricia´s Park" abgelöst zu werden. Ja, und dann klingt "The Breathtaking Blue" auch schon mit dem chansonartigen "Anyway" aus und man kann gar nicht glauben, daß eine dreiviertel Stunde schon vorbei ist.

Ich muß zugeben, daß ich "The Breathtaking Blue" 1989 auch wenig aufregend fand, gaben mir doch weltschmerzverzerrte Platte wie "Disintegration" von Cure oder "Meta" von Pink Turns Blue die richtige Dosis Selbstmitleid. Heute jedoch habe ich die musikalische Qualität dieser Platte erkannt und irgendwie ist sie zu einem Wendepunkt in der Karierre von ALPHAVILLE geworden. Die Band verschwand aus den Singlecharts, konnte jedoch eine treue Fangemeinde um sich scharen und auch Kritiker überzeugen. (A.P.)

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ALPHAVILLE – Amiga Porträt (LP 1988)

(Amiga)

Jaja, auch die DDR kam am überragenden Erfolg von ALPHAVILLE nicht vorbei und veröffentlichte eine LP der Westdeutschen Gruppe. Hierbei handelte es sich um eine Compilation der Singles und einiger weiterer Tracks aus den beiden ersten ALPHAVILLE Alben „Forever Young“ und „Afternoons In Utopia“ von 1984 und 1986. Der „normale“ ALPHAVILLE Fan wird auf dieser Platte nichts Unbekanntes entdecken und sich vielleicht ein bisschen am etwas dünnen Sound stören. Für den Sammler ist die Platte aber unverzichtbar, alleine wegen des Textes auf dem Rückcover. Das Frontcover wurde von der „Afternoons In Utopia“ LP übernommen, was ganz passend ist, denn es hat ja ein bisschen was von einem sozialistischen Arbeiterdenkmal...(kleiner Scherz). Musikalisch gibt es hier natürlich absolut nix dran auszusetzen und eigentlich kann man die LP als eine Art frühe „Best Of“-Compilation sehen, denn alle Single-Hits wie „Big In Japan“, „Sounds Like A Melody“, „Forever Young“, „The Jet Set“, „Dance With Me“, „Universal Daddy“ und „Red Rose“ sind dabei, dazu noch einige gute Album-Tracks wie „Lies“, „A Victory Of Love“, „Sensations“, „Carol Masters“ und „Fantastic Dream“. Neben den Ärzten und The Cure gehörten ALPHAVILLE zu den wenigen erwähnenswerten Westkünstlern, die in der DDR Platten veröffentlicht haben. Wie auf dem Cover aufgedruckt und für LPs in der DDR üblich, hat die Platte runde 16,10 M gekostet und der Plattensammler sollte immer den kultigen Aufdruck beachten, der besagt, dass man „Schallplatte und Abtastnadel von Staub freihalten“ und „Schallplatten entweder senkrecht stehend oder auf ebener Unterlage bis zu 20 Stück übereinanderliegend aufbewahren“ sollte. „Umgebungstemperaturen über 35° vermeiden“! Das Cover stammt übrigens von der „VEB VMW - Ernst Thälmann - , Werk Gotha Druck“. Mein Gott, bin ich alt! Aber im Ernst, ALPHAVILLE Sammler sollten sich diese Platte nicht entgehen lassen, für allen anderen reichen natürlich die „normalen“ Alben. Die sollte man allerdings unbedingt besitzen! (A.P.)

ALPHAVILLE - Afternoons In Utopia (CD 1986)

(Wea)

Nach dem Debutalbum "Forever Young", daß die Hits "The Jet Set", "Big In Japan", das unvergessliche "Sounds Like A Melody" und natürlich "Forever Young" als ultimative 80er Jahre Hymne enthielt, folgte 1986 das zweite Album "Afternoons In Utopia". Eine Band sollte man eigentlich sowieso immer erst am zweiten Album messen, um entscheiden zu können, ob es sich nicht um eine Eintagsfliege handelt. ALPHAVILLE haben diese Prüfung mit Bravour bestanden. Nach einem Besetzungswechsel legten sie einen ausgereiften Zweitling vor, der vielleicht nicht ganz so leicht ins Ohr ging, wie der Vorgänger, aber mit jedem Hören wuchs. Auffallend ist, daß hier viel mit Bläsern gearbeitet wurde, was dem ganzen manchmal einen ganz leichten Big Band Sound verlieh. Insgesamt ist das Tempo auch eher gedrosselt und es wurde auch mehr mit Backgroundchören gearbeitet. Natürlich sind wieder ein paar Hitauskopplungen dabei, wie das großartige "Dance With Me", "Red Rose" und das anspruchsvolle "Jerusalem", sowie "Universal Daddy". Die wirklichen Hammersongs sind aber eher die langsameren wie "Carol Masters", das monumentale "Afternoons In Utopia" und als bestes Lied dieses Albums und einem der besten Songs von ALPHAVILLE überhaupt "Lassie Come Home". Auch "Fantastic Dream" ist eigentlich viel zu unbekannt. Man hat das Gefühl, daß die Band nach dem kometenhaften Erfolg durch "Big In Japan" und "Forever Young" nicht abgehoben ist, sondern eher erwachsener. War das Debut-Album noch eine Ansammlung hervorragender, aber doch für sich alleine stehender Songs, so ist "Afternoons In Utopia" homogener und scheint zumindest ein wenig konzeptioneller angelegt zu sein. So bietet die CD allen Hörern etwas, tanzbare Uptempo Hits wie "Dance With Me" und unschlagbare Balladen wie "Lassie Come Home" (dessen Text übrigens durchaus auch einem Cure Song gerecht werden würde). Dazu gibt es einen ganzen Haufen sehr guter Popsongs, was "Afternoons In Utopia" schlicht und einfach zu einem wunderschönen Album macht. (A.P.)

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ALPHAVILLE - Forever Young (CD 1984)

(Wea)

Wenn man mich fragt, welche (deutsche) Band der 80er mich am meisten geprägt hat, werde ich neben Boytronic immer ALPHAVILLE nennen. „Forever Young“ ist das Debut-Album von 1984 und enthält die drei erfolgreichsten Singles der Gruppe, den „Durchbruchhit“ „Big In Japan“, den ebenso erfolgreichen Nachfolger „Sounds Like A Melody“ und einen der Titel, die für mich die 80er Jahre grundsätzlich repräsentieren: „Forever Young“. Letzterer ist wohl einer der schönsten Balladen überhaupt, absolut zeitlos und für mich derart beeinflussend, daß ich es kaum in Worte fassen kann. Auch die übrigen Lieder, wie „The Jet Set“, „A Victory Of Love“ oder „Lies“ sind wunderbare 80er Jahre Popsongs, die nicht nur von der unverwechselbaren Stimme Marian Gold´s leben, sondern einfach gute Kompositionen sind. Es wäre unfair, zu sagen, daß „Forever Young“ das beste Album von ALPHAVILLE wäre, aber auf jeden Fall war es das erfolgreichste. Dennoch hatte jede Platte bis heute ihre Höhepunkte und nur ganz selten ein paar Tiefen. Sollte ich einem ausländischen Freund vorstellen, wie (elektronische) Popmusik in den 80ern in Deutschland geklungen hat, würde ich neben Boytronic´s „The Working Model“ auf jeden Fall auch „Forever Young“ als Beispiel vorspielen. (A.P.)

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