BACK AGAIN: WAVE / POP
| CRAZYSHOW Live Hamburg, Markthalle 02.05.2002 Forever Pop Interview zum VÖ des Remix Albums "Forever Pop" FOREVER YOUNG 2001 STARK NAKED SALVATION PROSTITUTE THE BREATHTAKING BLUE AMIGA PORTRÄIT AFTERNOONS IN UTOPIA FOREVER YOUNG ALPHAVILLE – Crazyshow (4-CD-Box 2003)
Und dann gibt es natürlich auch noch jede Menge Musik zu hören, nämlich fast 50 ALPHAVILLE-Songs, Bekanntes und Neues, Gutes und weniger Gutes, aber insgesamt durchgehend Material, das von Marian Gold´s unvergleichlicher Stimme lebt und jeden Fan glücklich machen dürfte. Musikalisch sind die 4 CDs recht vielseitig, allerdings klingen sie überwiegend eher wie ein Gold-Soloalbum, was aber natürlich nicht schlimm ist. Ruhigere Klänge überwiegen ein bisschen und vieles ist recht getragen und eher zum Zuhören, als zum Tanzen geeignet. So richtige „Abgeh“-Songs wie „Dance With Me“ oder „Wishful Thinking“ sind relativ wenige dabei und auf ein Recycling der großen alten Hits wurde zum Glück fast vollständig verzichtet. Lediglich „Wishful Thinking“ und „Sounds Like A Melody“ erscheinen in sehr remixten Versionen. Dafür gibt es alle Songs des „Dreamscapes 9“ Projektes, d.h., die Songs, die man ein Jahr lang Monat für Monat kostenlos von der ALPHAVILLE Website runterladen konnte. Für Leute wie mich, die das leider nicht von Anfang an getan haben, ist das natürlich wunderbar. Einmal mehr zeigt diese Box, dass ALPHAVILLE sich sehr um ihre Fans kümmern, von denen es immer noch weltweit viele gibt, auch, wenn die Band nicht mehr in den Hitparaden auftaucht. Nach der „Dreamscapes“-8-CD-Box, vielen Liveauftritten, einer überdurchschnittlichen Live-CD, einer kostenlosen Fan-MCD von „Forever Young“, einer guten Live-DVD und einem Remixalbum ist „Crazyshow“ wieder ein Schatz für jeden ALPHAVILLE-Sammler und Fan. Eigentlich bräuchte es mal eine DVD mit allen Videoclips und vielleicht allen TV-Auftritten der Gruppe und ein ganz reguläres neues Album, das in jedem Laden steht und die eine oder andere Hitsingle enthält würde mich auch mal wieder freuen, damit auch die breite Masse der Musikhörer erkennt, was für eine großartige Band wir hier in Deutschland haben! Musikalisch wird auf „Crazyshow“ durchgehend solider, sehr guter Stoff geboten, von der Gestaltung her sucht die Box zudem ihresgleichen! (A.P.) ALPHAVILLE
– Hamburg, Markthalle 02.05.2002
Nach der Vorband L´AVANTGARDE, die nicht überragend, aber doch solide war, kamen ALPHAVILLE auf die Bühne, d.h. Sänger Marian Gold mit einem Keyboarder, einem Schlagzeuger und einem Gitarristen. Um ehrlich zu sein, sprang der Funke am Anfang nicht so recht über, aber im Laufe der Zeit wurde es wirklich großartig. Hits wie „Wishful Thinking“ und „Guardian Angel“ erwärmten das Publikum, bis die ganz großen Hits kamen, auf die alle gewartet hatten. „Big In Japan“ wurde in einer tollen Version gespielt, die bewies, dass der Song auch nach 18 Jahren noch unvergleichlich ist. „Sounds Like A Melody“ („Set It Alight“...hallo Haiko!) war dann einer der Höhepunkte, wobei wahrscheinlich vor allem Haiko und ich dieses Lied lieben. Von der Stimmung her kam natürlich kein anderer Titel an „Forever Young“ heran. Es erzeugt schon eine Gänsehaut, wenn mehrere hundert Leute den Refrain singen. Man fühlte sich gleich fast 20 Jahr jünger! Bei den Zugaben gab es dann noch die Balladen-Version von „Dance With Me“, die einfach wunderschön ist und man ging zufrieden nach Hause. Natürlich haben einige „persönliche Klassiker“, wie „Lassie Come Home“ oder „Jerusalem“ gefehlt, aber bei über 20 Jahren Bandgeschichte kann natürlich nicht alles kommen. Klar, ALPHAVILLE bedienen zumindest live heute vor allem die nostalgische 80er Generation, aber wie man an Songs wie „Big In Japan“ sehen kann, verschließt sich die Band auch nicht moderneren Einflüssen und beweist, das die Songs wirklich zeitlos sind. (A.P.)ALPHAVILLE
- Forever Pop (CD 2001) (WSM)
Als Song, der für die 80er Jahre steht, wie wenige andere, wurde „Forever Young“ zwar treibend-tanzbar, aber doch zurückhaltend remixt. Wahrscheinlich kann man diese „ewige“ Melodie sowieso nicht zerstören, selbst wenn man es wollte. Der „FAF Remix“ des Titels steht in direkter Konkurrenz zu der alten Maxiversion und beweist, daß das Lied immer noch Hitpotential hat. Es folgt der „Paul van Dyk-Remix“ von „Dance With Me“. Der Techno-Star benutzt zwar viele Elemente, die man auch sonst von ihm kennt, so „trancige“ Sounds, behält aber auch viel vom Original bei, wird auch als Single ausgekoppelt, was eine gute Wahl ist. Der „Spremberg-Mix“ von „Big In Japan“ ist ähnlich aufgebaut, wobei der Rhythmus recht minimalistisch angelegt ist und die orchestralen Passagen sparsam eingesetzt werden. Dieser wenig spektakuläre Mix wird zumindest die alten Fans (die ja immer nur die Originale hören wollen, oder nicht?) nicht schockieren, dürfte aber auch kaum junge Leute, die mit der derzeitigen Musik leben (müssen) zum ALPHAVILLE-Fan bekehren. Gleich darauf der „Warp 8-Remix“ von „Romeos“, einem vielleicht unterschätzten Song der Band. Für meinen Geschmack zu nah am Original, lediglich mit tanzflächentauglichem Rhythmus angereichert, dazu ein paar Sounds aus der Techno-Ecke. Dann der „De Phazz-Remix“ von „Summer Rain“, eine schöne, angejazzte Ballade, die ich mir problemlos auch im nächsten James Bond-Film vorstellen könnte. Was Bands wie Duran Duran oder A-Ha geschafft haben, nämlich den Titelsong zu einem Film der Serie zu schreiben, hätten ALPHAVILLE problemlos auch hinbekommen, vielleicht mal bei den Produzenten anklopfen und sich anbieten? Ein weiterer Song, der früher zu wenig Anerkennung gefunden hat, war „Jerusalem“. Der hier zu hörende „Kaleve-Remix“ ist sehr akustisch gehalten und gehört zu der Sorte Songs, die man immer auflegen kann, auch wenn man vor dem CD-Regal steht und eigentlich auf nichts Lust hat. Ohrwurmträchtig, aber nicht aufdringlich und einer der Höhepunkte von „Forever Pop“. Danach „Summer in Berlin“ als „Timetools-Remix“...nun ja, dieses Lied hielt ich schon immer für eines der schwächsten von ALPHAVILLE, es ist mir persönlich einfach musikalisch zu seicht, da ändert auch der hier vorhandene Mix nichts. Es folgt „Sounds Like A Melody“, einer meiner Favoriten, im „Stagg-Remix“. So sollte ein gelungener Remix klingen, eigenständig, ohne jedoch das Original zu beschädigen. Auch hier ist die Musik sehr minimal gehalten, was die Konzentration auf den Gesang und die Melodie ermöglicht. Die von mir heißgeliebten synthetischen Streichersounds wurden glücklicherweise beibehalten. Vielleicht sollten ALPHAVILLE irgendwann mal ein Album mit einem klassischen Orchester aufnehmen, obwohl ich natürlich lieber erstmal wieder neues Material hören würde. Danach ein absoluter ALPHAVILLE-Klassiker, „Lassie Come Home“ im Remix von Bernhard Lloyd persönlich, der verlauten liess, daß dies einer seiner persönlichen Favoriten ist. Es bleibt eine zu Herzen gehende Ballade, die aber auch eine rhythmische Modernisierung erhalten hat. Wäre der Song damals als Single veröffentlicht worden, hätte es ein Top 10 Hit werden können. Auch in dieser neuen Version verliert er aber nichts von seiner Magie. „The Jet Set“ war immer ein guter Song, der mich aber nie richtig mitreissen konnte. Es musste rund 17 Jahre dauern bis der „Saunaclub-Remix“ mich den Titel in neuem Licht sehen lässt. Wie der Name „Saunaclub“ verspricht, ist die Atmosphäre schwül und etwas erotisch. Hier wurden dem Song völlig neue Seiten abgewonnen, die für ALPHAVILLE zwar ungewohnt klingen, aber das ist ja auch der Sinn eines Remixes. Jose Alvarez-Bril, Produzent von Bands wie De/Vision und Wolfsheim hat sich mit „A Victory Of Love“ beschäftigt. Wie nicht anders zu erwarten, ist ein sehr gelungener Synthie-Pop Titel dabei herausgekommen, der sicherlich in den einschlägigen Clubs für volle Tanzflächen sorgen wird. Dann noch der „Plati-Remix“ von „Red Rose“, der sehr 80er Jahre-mäßig daherkommt und gut, aber nicht spektakulär ist. Am Ende nochmals „Big In Japan“ im Remix von Eiffel 65, definitiv ein Anwärter auf eine Singleauskopplung. Klingt sehr nach den bekannten Eiffel 65-Stücken kombiniert mit der Gesangslinie des Stückes, müsste eigentlich ein sicherer Hit sein. Fazit: wie schon angedeutet, die meisten Remixe sind durchaus gelungen und zeigen, daß ein guter Song mit guter Melodie zeitlos ist. Mit ein, zwei Ausnahmen gibt es auf „Forever Pop“ keine Ausfälle, vier, fünf Titel sind sogar absolut klasse. Wer bisher schon ALPHAVILLE-Fan war, wird nicht enttäuscht sein, sondern sich freuen, daß die Band nicht totzukriegen ist. Vielleicht können hiermit auch einige neue Fans hinzugewonnen werden, und ganz vielleicht wird das Album sogar ein richtiger Hit. Wenigstens mit einer Auskopplug des „Eiffel 65-Remix“ von „Big In Japan“ sollte man mal versuchen, wieder die Charts zu stürmen. Lest zu dieser CD auch unser Interview mit Bernhard Lloyd. (A.P.) Im Internet unter www.foreverpop.de Interview zur
bevorstehenden Veröffentlichung des Remix-Albums „Forever Pop“ am
22.10.2001 Bernhard Lloyd von ALPHAVILLE war so freundlich, uns einige kurze Fragen spontan zu beantworten. Das Interview wurde Mitte September per Email geführt, wenige Tage nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center and das Pentagon in den USA (dies nur als Info, um die Antwort zur letzten Frage einordnen zu können). Ich hatte das große Glück, schonmal kurz in „Forever Pop“ reinhören zu können und darf ein wirklich tolles Album versprechen. Eine ausführliche Kritik folgt und wird ab 14.Oktober 2001 online auf www.backagain.de zu lesen sein. Bis dahin finden sich natürlich alle ALPHAVILLE News auf www.alphaville.de , die Seite wurde übrigens vor kurzem komplett redesignt. ?
Zuerst die wichtigste Frage: warum ist die für Mitte Juli angekündigte
MCD "Forever Young 2001" noch nicht erschienen und wie sieht es
damit für die nähere Zukunft aus? ? Der Kontakt mit den
Fans ist Euch ja sehr wichtig und Ihr bietet ihnen ja immer viel
besonderes (jeden Monat einen neuen Song zum runterladen von der Homepage,
Fanedition der "Forever Young 2001", Remix Wettbewerb...), wie
ist das entstanden und warum ist Euch das im Gegensatz zu vielen anderen
erfolgreichen Bands so wichtig? ALPHAVILLE - Forever Young 2001 Fanedition (MCD 2001)
ALPHAVILLE - Stark Naked (And Absolutely Live) (CD 2000) (Navigator/SPV)
Anspieltips "Sounds Like A Melody", "Wishful Thinking" und "Forever Young" (wenn bei diesem Stück das Publikum den Refrain singt, sollte man die Anlage aufdrehen und die Augen schließen, da kommt echtes Livegefühl rüber!). Ach ja, ganz am Ende findet sich noch einer dieser heute so beliebten "hidden tracks", nämlich eine wunderschöne Piano-Version von "Dance With Me", da lohnt das ausharren, bis die CD wirklich zuende ist. (A.P.) ALPHAVILLE - Salvation (CD 1997) (Wea)
Mit "Inside Out" beginnt die CD wie gewohnt recht ruhig und entspannt. Es folgt "Monkey In The Moon", das das Tempo etwas anhebt, aber immer noch nur im mittelschnellen Bereich bleibt und schlicht und einfach ein wunderbarer Popsong ist. Danach kommen mit "Guardian Angel" und "Wishful Thinking" zwei absolute Granaten, die die Band von ihrer tanzbarsten Seite zeigen. Warum nicht zumindestens "Wishful Thinking" ein absoluter Chartstürmer geworden ist, werde ich nie verstehen. Hier kombinieren Gold und Lloyd perfekt die genialen Melodien, für die ich ALPHAVILLE so liebe, mit dem immer besser werdenden Gesang von Marian Gold und modernem, an Techno angelehnten Rhythmen. So stelle ich mir einen perfekten Popsong vor. Naja, es sollte nichts werden mit einem Tophit und so blieb die Veröffentlichung zumindest in Deutschland wieder weitgehend den eingeschworenen Fans vorbehalten. "Flame" ist eine typische ALPHAVILLE-Ballade, der man bei Kerzenlicht alleine oder zu zweit stundenlang zuhören möchte. Danach "Point Of Know Return", ein Song im mittelschnellen Stile von "Monkey In The Moon" und "Control", wiederum für alle Tanzflächen dieser Welt geschaffen. Der ungewöhnlichste Song auf "Salvation" ist dann das leicht düstere und etwas experimentelle "Dangerous Places". Ziemlich genial, steht aber im Rahmen der rundherum zu hörenden Popmusik etwas isoliert da. Typischer wird es dann wieder bei "Spirit Of The Age", obwohl auch hier mit für ALPHAVILLE ungewohnten Sounds experimentiert wird. Seltsamer Song, nicht mehr richtig 80er, noch nicht voll 90er und doch von beidem eine ganze Menge. Vielleicht einer der unterbewertetsten Titel von ALPHAVILLE. "Soul Messiah" erinnert vielleicht am ehesten an frühere Tracks und auch "New Horizons" ist ziemlich typisch. Ausklingen tut "Salvation" dann mit dem orchestralen "Pandora´s Lullaby", das den geneigten Hörer träumerisch entlässt und ihm das Gefühl gibt, eine wundervolle CD gehört zu haben, die alle Stärken von ALPHAVILLE enthält und auch alte Fans befriedigt, ohne eine neue potentielle Hörerschaft aus dem Blick zu verlieren. DAS zeichnet eine großartige Band doch eigentlich aus, oder? (A.P.) ALPHAVILLE – Prostitute (CD 1994) (Wea)
„Prostitute“ ist ein vielseitiges Album voller guter Songs und wirkt sehr in sich geschlossen, ohne jedoch ein Konzeptalbum zu sein. Damit reiht sich die CD problemlos in die Reihe der bisherigen ALPHAVILLE Veröffentlichungen ein und dürfte die Fans nicht enttäuschen. Das Zeug, Erfolg über die treue Anhängerschaft hinaus zu haben, hätte „Prostitute“ allemal. (A.P.) ALPHAVILLE - The Breathtaking Blue (CD 1989) (Wea)
Für dieses Album hat die Gruppe sich den alten Elektronik-Tüftler Klaus Schulze als Produzenten an Bord geholt, was dem Sound des Albums hörbar gut getan hat "The Breathtaking Blue" beginnt mit dem entspannten "Summer Rain", bevor es den Hit "Romeos" zu hören gibt, mit dem die Gruppe seltsamerweise nicht an alte Chartbreaker anknüpfen konnte, obwohl der Song eine schöne, ALPHAVILLE-typische Pop-Hymne ist, vielleicht eine Spur zu typisch... Die Zeit für den angewavten 80er Sound schien vorbei zu sein und erste Anzeichen für stupiden, langweiligen Technopop machten sich damals bemerkbar. Einfach schöne Melodien waren nicht mehr angesagt, stattdessen musste ein hämmernder Stampfbeat her, um in den Charts erfolgreich zu sein. Da konnten und (hoffentlich) wollten ALPHAVILLE nicht mithalten. Stattdessen fanden sich angejazzte Stücke wie "She Fades Away" auf der CD, die auch gut in eine schummrige Bar passen würden und mehr Marian Gold´s unverwechselbare Stimme in den Vordergrund rückten. Mit "The Mysteries Of Love" findet sich ein weiterer recht bekannter Song auf dieser Platte, an den Erfolg von Klassikern wie "Big In Japan", "Dance With Me" oder Jerusalem" konnte auch dieser Song nicht mehr anschließen. Wie schon zuvor, werden auf der CD wieder viele Bläser im Big Band Stil verwendet, verbunden mit der an ALPHAVILLE so heißgeliebten Elektronik. Ab und zu finden sich auch Gitarrenklänge und häufig Frauenstimmen im Background wieder, insofern also ein mehr als typisches Album der Gruppe, wenn auch weitaus ruhiger und relaxter als gewohnt. Mit "Ariana" folgt ein Song, der eher seicht für Sommernachmittage am Baggersee geeignet ist. Fällt etwas aus dem Rahmen der anderen Songs, fordert aber mindestens zum Mitwippen mit dem Fuss auf. Irgendwo zwischen einer der besten Balladen "Lassie Come Home" und Bar-Jazz kann man "Heaven Or Hell" einordnen. Mir ist das ganze eine Spur zu lahm und eher einer der Tiefpunkte von "The Breathtaking Blue", ich mag Saxophon-Sound halt nur äußerst selten (z.B. bei Fehlfarben), aber ein Ausrutscher muss ja auch mal genehmigt sein. Gelungener ist da schon "For A Million", eine sehr ausgereifte Komposition, die abgesehen vom Gesang kaum noch an die Frühwerke erinnert. Etwas beliebig plätschert danach "Middle Of The Riddle" dahin, um gleich danach vom pompösen, neoklassisch angehauchten Instrumental "Patricia´s Park" abgelöst zu werden. Ja, und dann klingt "The Breathtaking Blue" auch schon mit dem chansonartigen "Anyway" aus und man kann gar nicht glauben, daß eine dreiviertel Stunde schon vorbei ist. Ich muß zugeben, daß ich "The Breathtaking Blue" 1989 auch wenig aufregend fand, gaben mir doch weltschmerzverzerrte Platte wie "Disintegration" von Cure oder "Meta" von Pink Turns Blue die richtige Dosis Selbstmitleid. Heute jedoch habe ich die musikalische Qualität dieser Platte erkannt und irgendwie ist sie zu einem Wendepunkt in der Karierre von ALPHAVILLE geworden. Die Band verschwand aus den Singlecharts, konnte jedoch eine treue Fangemeinde um sich scharen und auch Kritiker überzeugen. (A.P.) ALPHAVILLE – Amiga Porträt (LP 1988) (Amiga) Jaja,
auch die DDR kam am überragenden Erfolg von ALPHAVILLE nicht vorbei und
veröffentlichte eine LP der Westdeutschen Gruppe. Hierbei handelte es
sich um eine Compilation der Singles und einiger weiterer Tracks aus den
beiden ersten ALPHAVILLE Alben „Forever Young“ und „Afternoons In
Utopia“ von 1984 und 1986. Der „normale“ ALPHAVILLE Fan wird auf
dieser Platte nichts Unbekanntes entdecken und sich vielleicht ein
bisschen am etwas dünnen Sound stören. Für den Sammler ist die Platte
aber unverzichtbar, alleine wegen des Textes auf dem Rückcover. Das
Frontcover wurde von der „Afternoons In Utopia“ LP übernommen, was
ganz passend ist, denn es hat ja ein bisschen was von einem
sozialistischen Arbeiterdenkmal...(kleiner Scherz). Musikalisch gibt es
hier natürlich absolut nix dran auszusetzen und eigentlich kann man die
LP als eine Art frühe „Best Of“-Compilation sehen, denn alle
Single-Hits wie „Big In Japan“, „Sounds Like A Melody“, „Forever
Young“, „The Jet Set“, „Dance With Me“, „Universal Daddy“
und „Red Rose“ sind dabei, dazu noch einige gute Album-Tracks wie
„Lies“, „A Victory Of Love“, „Sensations“, „Carol Masters“
und „Fantastic Dream“. Neben den Ärzten und The Cure gehörten
ALPHAVILLE zu den wenigen erwähnenswerten Westkünstlern, die in der DDR
Platten veröffentlicht haben. Wie auf dem Cover aufgedruckt und für LPs
in der DDR üblich, hat die Platte runde 16,10 M gekostet und der
Plattensammler sollte immer den kultigen Aufdruck beachten, der besagt,
dass man „Schallplatte und Abtastnadel von Staub freihalten“ und
„Schallplatten entweder senkrecht stehend oder auf ebener Unterlage bis
zu 20 Stück übereinanderliegend aufbewahren“ sollte.
„Umgebungstemperaturen über 35° vermeiden“! Das Cover stammt übrigens
von der „VEB VMW - Ernst Thälmann - , Werk Gotha Druck“. Mein Gott,
bin ich alt! Aber im Ernst, ALPHAVILLE Sammler sollten sich diese Platte
nicht entgehen lassen, für allen anderen reichen natürlich die
„normalen“ Alben. Die sollte man allerdings unbedingt besitzen! (A.P.)
ALPHAVILLE - Afternoons In Utopia (CD 1986) (Wea)
ALPHAVILLE - Forever Young (CD 1984)(Wea)
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