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CORVUS CORAX - Hymnia Cantica (MCD 07.07.2003)

(Pica Recor/Efa)

Die „Könige der Spielleute“  treffen auf die Herren der Finsternis in Kaltenberg/Bayern

Corvus Corax komponieren  „Hymnia Cantica“ als offizielle Hymne  für das Kaltenberger Ritterturnier

Die kühnsten Ritter, Fahrensleute, Musikanten und Gaukler, sowie diverses Volk von nah und fern, alle wollen sie in Kaltenberg/Bayern, das größte Ritterturnier der Welt feierlich begehen.

Dabei sein will jeder, wenn die Ritter ihre atemberaubende Kampfeskunst zeigen, wenn in mittelalterlicher Lebenslust gesungen, getanzt, gespielt und geschlemmt wird – aber das Böse macht auch vor den Toren Kaltenbergs nicht halt. Der Herr der Finsternis wird sein düsteres Gewand über das Turnier legen, und sich eigenmächtig zum Kampfrichter erheben und er läßt keinen Zweifel daran, dass erstmals das Grauen das Gute obsiegen soll.

Doch auch sie werden dabei sein, die Mannen um Castus Rabensang und im Zeichen des Rabens ihre brandneue Hymne zu Ehren Kaltenbergs anstimmen um mit „Cheiron“ auf dem Turnierplatz einzureiten.

Was sich 1989 durch Venestus und Castus Rabensang als Spielleute im Zeichen des Kolkraben in Berlin gründete und ein Jahr später duch Meister Selbfried bzw. in den Folgejahren durch den Teufel persönlich, Patrick den Kalauer, Hatz, Harmann den Drescher  und Ado ergänzt wurde, ist heute zu einer der führensten Mittelalterbands in Deutschland neben Namen wie „In Extremo“ oder „Subway to Sally“ geworden. Durch ihre Auseinandersetzung mit alten aus dem Mittelalter stammenden Liedgut und einem inzwischen gigantischen Instrumentarium erspielten sie sich rasch den Titel „König der Spielleute“, den sie, wie erst kürzlich durch ihr Album „Seikilos“ erneut bewiesen, völlig zu recht tragen.  Nach einer kürzeren Pause, die jedoch nicht tatenlos verbracht wurde, sondern durch das Nebenprojekt TANZWUT und dem dritten Album „Ihr wolltet Spass?“ sowie einer ausgedehnten Tour gefüllt wurde, melden sich „Corvus Corax“ nun mit einer Kaltenberg Hymne „Hymnia Cantica“ wieder zu Wort. Anläßlich des Wave – Gothic – Treffens 2003 zu Pfingsten in Leipzig ergab es sich, das der gutgelaunte Castus Rabensang sich die Ehre gab, über dieses neueste Projekt aus dem Hause Corvus Corax zu plaudern:

Die Idee zu einer Hymne für die Kaltenberger Ritterfestspiele spukte schon länger im Kopf herum, gibt der Gründer von Corvus Corax Castus Rabensang zu. Zwar spielte man nahezu jedes Jahr vor dem klassischen Auftakt des Turniers in Kaltenberg, doch so der Ausschlag gebende Funke zur Realisierung eines Projektes wie etwa einer Hymne hatte sich bislang noch nicht recht ergeben. Andere Projekte, wie etwa das produzieren des Album „Seikilos“ im vergangenen Jahr rückten ins nähere Bewußtsein und ließen die Idee einer Hymne erst einmal wieder in der Schublade verschwinden. „Trotzdem lies mich diese Idee nicht mehr los. So suchte ich insgeheim nach einem geeigneten Stoff für solch eine Hymne in unserem Archiv,“ meint Castus.

Nun anläßlich ihres 15jährigen Bestehens nächstes Jahr und ihrem 10jährigen Aufftrittsjahres in Kaltenberg in diesem, sollte dieses Jahr etwas besonderes entstehen und so wurde aus der Idee zu einer Hymne schließlich eine ernstere Überlegung. Das Archiv wurde durchstöbert, Kompositionsideen geboren und verworfen und schließlich eine erste Idee aufgenommen.

Doch bevor es ans professionelle Komponieren und die Studioaufnahme gehen konnte, musste seine königliche Hoheit Prinz Luitpold von Bayern erst den offiziellen Auftrag erteilen als Initiator der Ritterfestspiele zu Kaltenberg. In all den Jahren in denen Corvus Corax nun in Kaltenberg spielen, verbindet sie inzwischen eine tiefe Freundschaft mit seiner königlichen Hoheit dem Prinzen Luitpold von Bayern, der vor 24 Jahren die Kaltenberger Ritterturniere ins Leben rief.

„Inzwischen hegen wir eine sehr tiefe und enge Freundschaft mit den Veranstaltern der Festspiele und ganz besonders seiner königlichen Hoheit Prinz Luitpolt von Bayern. Wir erzählten ihm von unserer Idee eine Hymne für Kaltenberg zu komponieren, spielten ihm unsere Idee auch vor, und recht schnell gingen die Gespräche dann auch in die Richtung uns für dieses Jahr damit zu beauftragen.  Er war sehr angetan von dieser Idee, und erteilte uns dann das königliche Privileg eine Hymne zu Ehren Kaltenbergs zu komponieren,“ erzählt Harmann der Drescher ganz euphorisch, der sich soeben neben Castus gesetzt hat.

Der Text der Hymne stammt aus der Carmina Burana und wurde von CoCo auch im Wortlaut kaum verändert. Die kompletten Lines und das Musikarrangment allerdings sind komplett von Corvus Corax komponiert. „Wir wollten es wirklich wie eine Hymne erklingen lassen, etwas pompöses, festliches und erhabenes. So haben wir klassische Streicher eingesetzt, ein komplettes Symphonieorchester engagiert, dass uns im Hintergrund begleitet und natürlich unsere Dudelsäcke dazu, um das ganze wirklich wie eine Hymne erschallen zu lassen,“ erzählt Castus mit einem begeisterten Glitzern in den Augen, wobei er den Silberling immer wieder in seiner Hand hin und her dreht.

Es war schon ein tüchtiger Aufwand gibt er zu, aber etwas besonderes zu einem besonderen Ereignis brauchte genau das – wobei ihm alle Mitglieder nur zustimmen.

Aufgenommen wurde das ganze dann im eigenen Tanzwut - Studio in Berlin und abgemischt vom Produzenten ihres elektronischen Zweitprojektes TANZWUT bis die Scheibe nun am 7.7. im Laden steht.  

Auf dem Silberling sind insgesamt drei Versionen des selben Stückes zu hören, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Die erste ist die sogenannte „Corvus Corax Variante“.  Was man hört sind die Dudelsäcke - von Meister Selbfried, Castus Rabensang und Ador bis zum Exzess gespielt - und das klassische Instrumentarium was man von CoCo erwartet und gewöhnt ist. Die Kompositionen bei Corvus Corax basieren ja irgendwie alle auf alten Stücke, oder Melodiefragmenten, die sie dann weiterführen oder eine zweite Begleitstimme dazu komponieren.

„So war es hier auch. Es war eine wage Idee einer Melodie in unserem Kopf, die dann von uns ausgebaut wurde und am Ende das festliche unterstrichen hat, was in dem Text steckte. ‚Laßt uns fröhlich sein, ihr Freunde, Liebhaber des Müßiggangs! Unsere frechen Lieder sollen aus unseren Kehlen erschallen.’ So lautet ja der Text,“ wirft Harmann der Drescher dazwischen. „Um das ganze aber noch imposanter zu gestalten, bedurfte es dem Orchester!“ 

Pompös und stimmgewaltig ziehen uns die Jungs hinein in ihre ganz eigenwillige Klangwelt, und lassen die Poesie und das geheimnisumwitterte des Mittelalters, und damit der Zeit der Spielleute und Ritter, wieder aufleben. Eine gelungenere Liebeserklärung an Kaltenberg hätte man sich kaum wünschen können! „Es geht ganz besonders darum in Kaltenberg, allen Besuchern einen wirklich einzigartigen Tag im Mittelalter zu bescheren. Es ist mir eine Freude, dass Corvus Corax, deren Popularität durch ihre Teilnahme am Ritterturnier in den letzten 10 Jahren zunahm und die längst als die Könige der Spielleute berühmt sind, nun die offizielle Hymne des Kaltenberger Ritterturniers komponiert und eingespielt haben. Hymnia Cantica ist ein großartiges Stück Musik, und es passt damit zum größten Ritterturnier der Welt,“ meint seine königliche Hoheit stolz.

Die zweite Version ist dann eher für die Fans, die das klassische Instrumentarium von Dudelsack und Schalmeien gemischt hören wollen mit E-Gitarren und härteren Riffs.

„Die zweite Version ist die TANZWUT – Version. Im Grunde ein und das selbe Stück, nur in einer anderen Aufmachung. Wir haben hier den Song mit der für Tanzwut typischen elektronischen Art angepackt und in die Neuzeit erhoben,“ plaudert Castus munter weiter.

TANZWUT, dass elektronische Nebenprojekt von Corvus Corax enstand 1995 als Idee neben Dudelsäcken ein elektronisches Instrumentarium einzusetzen. Textlich eher in der Neuzeit verankert lieferten die Jungs mit „Ihr wolltet Spass?“ vor kurzem ihr drittes Studioalbum ab und ließen diesem eine ausgedehnte Tour folgen. 

Die dritte Version auf der Scheibe kommt dann all denen zu Gute, die die Tanzwut in den Beinen gepackt hat: „Die dritte Version ist dann für die Disco gedacht grinst also sozusagen die Dancefloor – Elektrovariante. Corvus Corax mal als Discomusik, hat doch was oder?“ grinst Castus verschmitzt. Als Bonus gibt es dann noch das Video zur Hymne, mit beeindruckenden Impressionen aus Kaltenberg.

Und noch etwas erfreuliches gibt es zu vermelden: Schon bald wird es Corvus Corax live zu hören geben!

Nein nicht nur auf den diversen Bühnen in deutschen Landen, sondern direkt im heimischen Wohnzimmer. Schon im letztes Jahr im Dezember begannen die Aufnahmen für ein Livealbum mit dem Titel „Gaudia Vite“während der „Seikilos“ - Tour.

Und als Krönung noch obendrauf wird es zusätzlich zum Album noch eine Live – DVD geben, die all das zeigt, was man als Fan schon immer über das Spielmannsleben wissen wollte! „Ich kann soviel verraten, es wird einen kompletten Rückblick auf 15 Jahre Corvus Corax geben. Wir haben richtig tief in den Archiven und Kisten gekramt, alte Fotos aufgestöbert, verrückte Dinge festgehalten  - sprich uns halt,“ grinst Castus frech.

Sie lassen sich einfach keine Ruhe, denn wie Teufel einwirft:

„Ausruhen können wir uns wenn wir Tod sind!“

(mni)

Wir haben auch schon beide Versionen auf diversen Konzerten als Zugabe gespielt, und obwohl die Hymne bis dato komplett unbekannt war, sind die Leute super mitgegangen und nehmen das Stück voll an.

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KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden