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SPLIFF
– Radio
SPLIFF
- Herzlichen Glückwunsch
SPLIFF - 85555
SPLIFF
– Radio (7“ 1984)
(CBS)
Eigentlich
war ich nie ein großer SPLIFF-Fan. Ich mochte ihre Musik zwar Anfang der
80er Jahre ganz gerne, bin aber nie so richtig mit dem Gesang warm
geworden, der mir zu hingerotzt erschien. Ausnahme war immer die Single
„Radio“, die in einer Zeit erschien, als die NDW schon wieder am
abflauen war. Das war wohl auch der letzte richtige Hit von SPLIFF, die
sich danach irgendwann trennten und in verschiedenen anderen (Solo-)
Projekten ihr Glück versuchten. „Radio“ ist ein wirklich gelungener
Wave-Pop-Song mit Ohrwurmmelodie, den man immerzu mitsingen möchte. Die
B-Seite „Der Clan“ ist dann wieder ein SPLIFF-typischer Song, der mich
wenig mitreißt und eher so vor sich hin plätschert. Keine Frage, dass
SPLIFF eine der großen, erfolgreichen Bands der NDW waren, aber so
richtig genial fand ich sie nie, bis auf einige Songs, wie „Das Blech“
und eben „Radio“. Eigentlich war die Band auch gar nicht richtig NDW,
sondern ist in dem Sog als musikalisch ausgereifte Rockband mit hochgespült
worden. Zumindest war sie bei all den kommerziellen Projekten eine der
wenigen richtigen Bands, die auch was drauf hatte. (A.P.)
SPLIFF
Herzlichen Glückwunsch (LP 1983, CD)(CBS)
Die meisten der Spliffer haben ihren Ursprung in der Band LOKOMOTIVE KREUZBERG.
Nachdem sich die Band aufgelöst hat, gründete man die NINA HAGEN BAND, um die Diva
musikalisch zu begleiten. Als die Band tatsächlich viel Erfolg einheimsen konnte, die
HAGEN ein Star wurde und sich langsam wirklich wie eine Diva benahm, trennte man sich nach
dem Album "Unbehagen" im Jahre 1980. Die vier Männer, die durch dieses
traumatische Erlebnis zusammengewachsen sind, gründeten SPLIFF. 1980 erschien dann auch
die Rockshow "Spliff Radio Show", eine Art Rockoper, die in gekürzter Fassung
auch auf LP und CD erschien. Von der letzten Aufführung gibt es sogar eine
Fernseh-Aufzeichnung. Dann kam das Album "85555", worauf wir gesondert eingehen
werden. 1983 dann erschien "Herzlichen Glückwunsch", ebenfalls ein großer
Erfolg. Musikalisch ging man auf dem, auf "85555" bereits begonnen Weg weiter,
intelligente, deutsche Pop-Rockmusik, die zwar kantig, aber trotzdem eingängig ist. Das
die vier Racker musikalisch was drauf haben, ist ja sowieso klar, doch hier beweisen sie,
daß sie sich noch weiter entwickelt haben, die Songs sind ausgereifter, fetter und das
Zusammenspiel der Band noch besser. Die Singleauskopplungen "Das Blech" und
"Herzlichen Glückwunsch" sind Klassiker der NDW geworden (obwohl die Band
diesen Begriff furchtbar findet), doch es gibt noch weitere sehr geniale Tracks, wie z.B.
das minimale "Herr Kennedy" oder das hektische "Wohin? Wohin?". Das
grüne Männchen auf dem Cover wurde auch sehr berühmt durch die Platte und es prangt
inzwischen auf allen deutschen Ampeln, um den Fussgängern zu zeigen, daß sie nun die
Strasse überqueren dürfen. Leider ist "Herzlichen Glückwunsch" auch das
letzte erfolgreiche Album der Band und die darauf folgende Tour war leider auch die
letzte. Schade. (H.H.)
SPLIFF – 85555 (LP 1982)
(Col/Sony Music)
SPLIFF
begannen ihre Karriere fast zehn Jahre vor diesem Album. Bis zum Jahre
1977 spielten sie in der Politband LOKOMOTIVE KREUZBERG, die allerdings
keinen großen Erfolg hatte. Danach haben die Musiker als Band für
Deutschlands ausgeflippteste Rocksängerin NINA HAGEN fungiert und für sie
im Hintergrund gearbeitet. Nach zwei Alben allerdings trennte sich Frau
HAGEN von der Band und machte ein derartiges Theater drum. Das animierte
die Band, es ihr zu zeigen und sie gründeten SPLIFF. Im Jahre 1979
veröffentlichten sie die englischsprachige Platte „The Spliff Radio Show“,
die schon einen respektablen Erfolg verbuchen konnte, doch wirklich groß
wurden sie mit diesem Album nicht. Live wollte sie auch kaum jemand sehen,
da allen NINA HAGEN fehlte. Dann im Jahre 1982 allerdings veröffentlichte
die Band das legendäre Album „85555“ (der Name ist die damalige
Bestellnummer der Platte) und im Zuge der Neuen Deutschen Welle konnte das
geniale Werk große Erfolge verbuchen. Die Single „Carbonara“ wurde ein
Hit, auch in Italien, dem Herkunftsland des besungenen Gerichtes. Ich
persönlich mag das Lied gar nicht und stehe vor allem auf „Deja Vu“
aufgrund des düsteren Textes. Titel wie „Kill!“ oder „Computer sind doof“
gehen mir auch nie wieder aus den Gehörgängen. Dass das Album so ein
sensationeller Erfolg wurde, liegt nicht zuletzt an Manager Jim Rakete,
der bereits INTERZONE managte und später auch NENA zum Erfolg verhelfen
sollte, die übrigens bei SPLIFF die Autogrammpost beantwortete. Von dem
verdienten Geld richtete sich SPLIFF dann ein eigenes Studio ein und so
begann man dann, auch andere Bands, zum Beispiel eben NENA, zu
produzieren. „85555“, das übrigens auch in englischer Sprache
veröffentlicht wurde, ist eines der ganz großen und wichtigen Album
innerhalb der deutschen Musikgeschichte. Sollte in keinem Plattenschrank
fehlen! (H.H.) |