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DIE RADIERER – Cowboys
Auf Zebras
DIE RADIERER – Non
Dom Tapes 79/80
DIE RADIERER –
In Hollywood (LP 1983)
DIE RADIERER - Angriff auf´s Schlaraffenland
DIE RADIERER – Eisbären Und Zitronen
DIE RADIERER –
Cowboys Auf Zebras (LP 2003)
(Was Soll Das? Schallplatten
www.punk.disco.com
)
Lange
hatte der gute Franck Punk diese Platte angekündigt, nun ist sie endlich
da, die beinahe ultimative Platte der legendären RADIERER, die sich
inzwischen auch nach den überwältigenden Erfolgen der frühen 80er Jahre
reformiert haben und auch in unserem kleinen Webzine bald interviewt
werden.
„Cowboys Auf Zebras“ ist eine
wunderbare Mischung aus „Best Of“-Platte und Raritäten-Sampler der
Limburger Band, die früher auf Zick Zack ihre Platten veröffentlicht und
mit „Angriff Aufs Schlaraffenland“ zumindest einen kleinen NDW-Kulthit zu
verbuchen hatte. Dass die Band aber mehr konnte, bewies sie auf drei LPs,
bis sie sich Mitte der 80er Jahre auflöste, weil der „Traum von
intelligenter deutscher Popmusik“ vorbei war, wie man melodramatisch
verklärt auf dem Beiblatt dieser LP lesen kann.
Tatsächlich ließ sich die Band
niemals musikalisch genau einordnen. Klar kam sie ursprünglich vom Punk,
aufgrund der deutschen Texte, wurden sie natürlich auch in die
NDW-Schublade gesteckt, was durch den Einsatz von Synthesizern bekräftigt
wurde. Aber auch Ska-, Pop- und wasweißichnochalles-Einflüsse gibt es zu
hören. Textlich geht es gerne mal sarkastisch zu, was gelegentlich bis hin
zu reinem Zynismus führt.
Da kommt schon die Frage auf, ob
nicht zwei Herren aus Berlin, die zu der Zeit die heute „beste Band der
Welt“ (aus Berlin) aus der Taufe hoben, vorher auch die eine oder andere
RADIERER-Platte gehört haben.
Beginnen tut „Cowboys Auf Zebras“
natürlich mit dem unvermeidlichen „Angriff Aufs Schlaraffenland“, dazu
gibt es Songs von allen vier Platten. Die durchweg unterhaltsam und
teilweise sogar mehr sind. Viel schöner sind aber die bisher
unveröffentlichten Stücke, wie das 1991er Demo von „Nichtsnutz“, einem
Song, der textlich auch von den Lokalmatadoren stammen könnte, oder
„Geistig Tot“ von der unveröffentlichten ersten Single. Ein weiteres ´91er
Demo und zwei Livetracks von 1981 runden das Paket ab.
Musikalisch gibt es also absolut
nichts auszusetzen, wer die RADIERER bisher mochte, wird absolut zufrieden
gestellt.
Und weil die Band offensichtlich
immer noch, beziehungsweise wieder, recht populär ist, hat Franck seine
bisherige Labelpolitik geändert und statt 100 gleich 350 Exemplare
pressen lassen, dazu noch mit richtigen Plattenetiketten und einem
gedrucktem Beiblatt, nicht, dass das in irgendeiner Weise Einfluss auf die
Qualität der Musik hätte, aber es soll ja seltsame Menschen geben, die
eine Platte ohne so etwas nicht für eine „wertvolle“ Veröffentlichung
halten. Solche Leute sollten aber lieber die Finger von der Scheibe lassen
und sie den richtigen Fans gönnen, denn auch die 350er Auflage wird
schnell weg sein, so viel ist schon mal sicher.
Ich musste wirklich lange suchen und
forschen, um überhaupt eine Kleinigkeit an der Platte kritisieren zu
können, also: die Qualität der Bilder und Coverabbildungen im Beiblatt ist
echt übel und sieht aus, als wenn das einfach aus dem Internet gezogen
wurde. Aber das schreibe ich natürlich nur, um meinen Ruf als „Meckerer“
gerecht zu werden, denn eigentlich ist dies eine rundum gelungene
Veröffentlichung. (A.P.)
DIE RADIERER –
Non Dom Tapes 79/80 (10“ 2002)
(Privatpressung
www.die–radierer.de
)
DIE
RADIERER sind irgendwie kultig und haben Anfang der 80er ein paar echt
gute Platten bei Zick Zack veröffentlicht. Im Jahre 2002 kam schließlich
diese farbige 10“ mit alten, nicht mehr erhältlichen Aufnahmen in einer
lächerlichen Auflage von 100 Exemplaren heraus, so dass die Suche danach
wohl sinnlos sein dürfte. Erwähnen möchte ich die Platte dennoch, denn sie
ist wirklich gelungen. Am Anfang steht eine alternative Version des
kleinen RADIERER-Hits „Angriff Aufs Schlaraffenland“. Das ist wirklich ein
wunderbarer Minimal-Electro-Punk-Klassiker, der einfach Spaß macht und
auch gut aus dem Atatak-Umfeld hätte kommen können. „Inzucht“ klingt schon
eher, wie ein „typischer“ Zick Zack-Titel und ist absolut minimalistisch
mit krudem Text. „Madagaskar“ ist tatsächlich das altbekannte Seemandslied,
hier in einer Liveversion. Dann folgt „Probleme“, das man wohl kaum
schräger hätte machen können und mich ein wenig an Geile Tiere und andere
Bands dieser Richtung erinnert. „Drogentod“ ist monoton und inhaltlich
neutral gehalten, dafür aber einer der eingängigsten Songs auf dieser
kleinen Platte. Es folgt mit „Egal“ ein weiterer Livesong, der die
Punkwurzeln der Gruppe aufzeigt, bevor die Platte mit einer schrägen
Coverversion von Kraftwerk´s „Das Model“, die vor allem
Minimal-Electro-Freunden gefallen dürfte, schon wieder zu Ende ist. Einige
Titel werden übrigens mit kleinen sarkastischen Kommentaren von Klaus die
Maus eingeleitet. Wer DIE RADIERER kennt, kennt natürlich auch das kleine
Maskottchen der Band. Warum die Platte nur einhundertmal gepresst wurde
wird mir immer unverständlich bleiben, denn es gibt mit Sicherheit weitaus
mehr Leute, die sich noch für DIE RADIERER interessieren. Vielleicht haben
sie selber nicht dran geglaubt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass
man hier von vorneherein ein teures Sammlerstück schaffen wollte. Nun,
wahrscheinlich würde sowieso niemand, der ein original der Platte besitzt,
dieses wieder rausrücken. Bleibt nur die Hoffnung auf eine
Wiederveröffentlichung und die angekündigte neue Platte der RADIERER, die
allerdings wieder nur eine Auflage von 250 Exemplaren haben soll. (A.P.)
DIE RADIERER
– In Hollywood (LP 1983)
(Zick Zack/Eigelstein)
Nach
der großartigen „Angriff Aufs Schlaraffenland“-Single und der „Eisbären &
Zitronen“-LP gab es von den Limburger RADIERERN 1983 schließlich die
zweite LP, die aber ebenfalls nicht den verdienten kommerziellen Erfolg
hatte. Wahrscheinlich ist es der Gruppe zum Verhängnis geworden, dass sie
viel zu viele Ideen hatte und sich stilistisch nicht festlegen wollte und
damit für die Majorlabels uninteressant, weil nicht vermarktbar war. Dabei
hat jeder einzelne Song auf dieser Platte seine Reize, von poppig über
minimalistisch-experimentell bis hin zu punkig gibt es alles Mögliche zu
hören, dazu Texte, die kleine, skurrile Geschichten erzählen und immer
eine ganz eigene Art von Humor. Vergleichbar mit anderen Bands sind DIE
RADIERER kaum, weil jeder Song anders klingt und fürs Zick Zack Label
waren sie eigentlich zu eingängig, während sie für andere Plattenfirmen
einfach zu schräg waren. Eine Band zwischen allen Stühlen und Stilen, die
deshalb den Durchbruch nicht geschafft hat, was mal wieder beweist, wie
wenig experimentierfreudig die Plattenfirmen sind, denn ich bin sicher,
dass man den Menschen mehr „zumuten“ kann, als immer gedacht wird. So ist
dann diese tolle LP leider ziemlich untergegangen und das, obwohl so coole
Hits wie „Schule Für Schlechtes Benehmen“, „Plastik“ oder „Fotografin“
darauf enthalten sind. Wer sich eine Band zwischen Palais Schaumburg,
Trio, United Balls und Extrabreit vorstellen kann, sollte nach den
RADIERERN Ausschau halten oder einfach mal
www.die-radierer.de besuchen, um
zu gucken, ob es was Neues zu vermelden gibt. (A.P.)
DIE RADIERER – Angriff Auf´s Schlaraffenland (7“EP
1980)
(Zick Zack)
Mit
„Angriff Auf´s Schlaraffenland“ hatten DIE RADIERER aus Limburg einen
kleinen Hit auf dem frühen Zick Zack Label (Zick Zack 12), der bis heute
nichts von seinem Charme eingebüsst hat. Das knallig bunte Cover erinnert
ein wenig an die Platten von Der Plan oder Andreas Dorau und auch
musikalisch geht dieser Ohrwurm ein wenig in diese Richtung. Die
Minimal-Keyboards sind schön schräg und dazu gibt es Schlagzeug und
Gitarren zu hören, die ihre Wurzeln noch deutlich im Punk haben. Für große
Plattenfirmen waren solche Klänge damals schon zu eigen, heute würde sich
wohl kein renommiertes Unternehmen mehr an so etwas heran trauen. Gut dass
es damals Leute wie Alfred Hilsberg mit seinem Zick Zack-Label gab, die
einfach der Meinung waren, dass es für jede Art von Klängen ein Publikum
gibt und eine dementsprechende (leider auch ruinöse)
Veröffentlichungspolitik betrieben. Schön auch, dass es heute Leute gibt,
die Labels wie „Was Soll Das?-Schallplatten“ oder „Institut zur
freundlichen Nutzung von Kernkrach“ machen und das eine oder andere
Schätzchen ans Tageslicht fördern. DIE RADIERER sind eigentlich eine
typische Band für die damalige Zeit, die einfach drauflos musiziert haben
und dabei kleine Popperlen hervor gebracht haben, die sich trotz ihrer
Eingängigkeit vom Einheitspop der Hitparaden abgehoben haben. „Angriff
Auf´s Schlaraffenland“ ist irgendwie ein Vorzeigesong für die „echte“ neue
Deutsche Welle, bevor die Majors diesen Begriff für ihre
Schlagerproduktionen übernommen und ausgebeutet haben. Nicht vergessen
sollte man allerdings, dass neben dem Titeltrack auch noch drei weitere
geniale Miniaturen der „genialen Limburger Comic-Trash“-Band (Alfred
Hilsberg) auf dieser Single sind. Ein Kleinod... (A.P.)
DIE RADIERER
– Eisbären Und Zitronen (LP 1980)
(Zick Zack)
Ja,
hier mal wieder ein echter NDW-Klassiker vom Zick Zack Label. DIE RADIERER
sind völlig kultig, denn ihr minimalistischer NDW-Punk-Sound auf dieser
ersten LP bietet alles, was ich an der Musik dieser Zeit so mag, nämlich
schrägen Sound, der sich von dem Hitparadendreck abhebt und Texte, die
häufig zynisch sind, wobei das Ganze aber doch irgendwie eingängig bleibt.
Cool ist zum
Beispiel das Stück „Autobahn“, das ein netter Seitenhieb auf Kraftwerk ist
(„Ich sitz an der Autobahn, hallo Ralf und Florian“). Insgesamt springt
die Band aber durch alle möglichen Stile, von Punk über New Wave und Ska
zu Minimal-Pop und mehr. Das ausgesprochen nette Cover tut sein übriges,
um diese Platte bedingungslos zu empfehlen. Zugreifen, wenn sie irgendwo
rumsteht! (A.P.) |