BACK AGAIN: NEUE DEUTSCHE WELLE
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NICHTS
– Aus Dem Jenseits NICHTS – Aus Dem Jenseits (LP 1983) (Schallmauer/Wea) Nach
dem Weggang von Michael Clauss, der NICHTS musikalisch auf den ersten beiden
Platten sehr stark geprägt hatte, versuchte die Band in neuer Besetzung
weiterhin ihr Glück. Da Sängerin Andrea Mothes mit ihrer Stimme den Sound
von NICHTS bestimmt, ist mit „Aus dem Jenseits“ durchaus noch eine gute
Platte entstanden, die allerdings musikalisch kommerzieller und glatter
geworden ist, als „Made In Eile“ und „Tango 2000“. Mit
„Horrorskop“ beginnt die Platte traditionsgemäß mit einem echten
Ohrwurm. Textlich hob sich die Band weiterhin vom Schlager-NDW dieser Tage
ab, was den ganz großen Durchbruch sicherlich behinderte. Die Musik ist
immer noch New Wave, ganz selten klingen auch noch die frühen Punk-Wurzeln
durch. Auf jeden fall dürften NICHTS einen extremen Einfluss auf die später
erfolgreichen Fee ausgeübt haben, denn beiden Bands klingen manchmal sehr
ähnlich. „Aus dem Jenseits“ enthält neben „Horrorskop“ weitere
Hits wie „Normal“ oder „Verlorene Illusionen“, allerdings keine Überknaller
wie „Radio“, „Ein Deutsches Lied“ oder den Hammer „Tango2000“.
Die B-Seite der LP fällt dann auch ein bißchen gegenüber dem Beginn ab,
allerdings ohne wirklich schlecht zu sein. Am Ende jedoch wird es bei dem
Instrumentalstück „Aus Dem Jenseits“ noch mal interessant. Hat ein bißchen
was soundtrackmäßiges und irgendwie könnte ich mir den Titel in einem
dieser billigen italienischen Früh-80er Horrorfilme vorstellen. Nach diesem
Album verschwanden NICHTS von der Bildfläche und sind heute beinahe
vergessen. Sie hatten nie den großen Erfolg wie ihre zeitlichen Weggefährten
Ideal, aber mit einigen Liedern ist die Gruppe unsterblich geworden,
zumindest bei NDW/New Wave Fans, die nicht nur die blankpolierten Hits hören
wollten, die die Industrie ab 1982 auf die Deutschen losließ. Ich muss
zugeben, lange Zeit identifizierte ich NICHTS auch nur mit den genannten
Klassikern, aber als ich irgendwann mal wieder die LPs ganz hörte, liebte
ich sie komplett, alle 3! (A.P.)
(Schallmauer/Wea)
NICHTS – Made In Eile (LP 1981) (Schallmauer/Boots Vertrieb)
Die zweite Seite der Platte beginnt mit „Allein Zu Haus“, einem typischen NDW-Song für diese Zeit. Es folgt „Scheisse“, wo man sich wieder dem Punkgedanken verpflichtet fühlt, weniger musikalisch, als textlich. Damals konnte man mit so was noch provozieren, seit Tic Tac Tot nicht mehr. Schade, aber auf jeden Fall einer der Hits der Platte. New Wave mit dem NICHTS-typischen Flair gibt´s dann bei „Wer Du Bist“, beinahe der beste Song des Albums. Entgegen dem, was der Songtitel andeutet, ist „Made In Eile“ am Ende der Platte absolut nicht hektisch. Keine Ahnung, ob die Band das Gedudel ernst gemeint hat, auf jeden Fall das langweiligste Stück. Ganz am Ende gibt es noch einen NICHTS-typischen Joke mit dem „Titel“ „Nichts“, der genau das bietet, was er verspricht. Die erste NICHTS-LP ist zwar nicht die beste der Band, das ist natürlich „Tango 2000“, gehört aber auf jeden Fall trotzdem zu den großen und wichtigen frühen NDW-Platten vor dem kommerziellen Durchbruch. Nett auch, dass die Bandmitglieder hier noch ihre Pseudonyme Micky Matschkopf, Fritz Fotze, Prunella Pustekuchen und Paul Popperkind hatten. Ob das später beim Majorlabel nicht mehr angesagt war, oder ob die Leute sich einfach zu alt dafür fühlten, lasse ich mal offen. Auf jeden Fall mochte ich die Namen, vor allem Fritz Fotze war so richtig schön plump! (A.P.) |